Eine Plausibilitätsprüfung für Hosenfertigmaßtabellen


Diplomarbeit, 2003
203 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

- Abkürzungsverzeichnis

- Vorwort

- Zielsetzung

- Entwicklung der Bekleidungsindustrie in Deutschland in den letzten 40 Jahren

- Formeln

- Maße der Probanden und Erstberechnung der Formeln
- Definition Gesäßumfang
- Definition Oberschenkelumfang
- Definition Spaltdurchmesser

- Abweichende Ergebnisse (graphische Darstellung)

- 1. Lösungsansatz

- 2. Lösungsansatz

- Figurtypaufstellung

- Bilder und Wertetabellen zu Figurtyp 1

- Bilder und Wertetabellen zu Figurtyp 2

- Bilder und Wertetabellen zu Figurtyp 3

- Formelsuche für Figurtyp 2 und 3

- Toleranzbereich des Spaltdurchmessers

- Aufstellung der Oberschenkel-Toleranzen

- Tabelle I

- 1. Vergleich der ermittelten Oberschenkel- Toleranzbereiche mit Standard-Tabellenwerten

- Brech-/Grenzgrößen

- Figurbeispiele für das nicht-proportionale ansteigen des Oberschenkelumfangs im Bezug auf den Gesäßumfang

- Korrekturwert-Findung

- Tabelle II

- 2. Vergleich der ermittelten Oberschenkel-Toleranzbereiche mit Standard-Tabellenwerten

- Statistische Auswertung

- Korrektur der 2. Tabelle mittels empirischer Werte

- 3. Vergleich der ermittelten Oberschenkel-Toleranzbereiche mit Standard-Tabellenwerten

- Tabelle III

- Fertigmaßtabelle

- Produktentwicklung

- Modellentwurf

- Modell Nr.1

- Technische Zeichnung

- Modellkarte

- Grundkonstruktion

- 1. Entwicklungsstufe

- Schnitteile

- Schnitteileliste

- Arbeitsablaufplan

- Photos der angefertigten Hose

- Modell Nr.2

- Technische Zeichnung

- Modellkarte

- Grundkonstruktion

- 1. Entwicklungsstufe

- Schnitteile

- Schnitteileliste

- Arbeitsablaufplan

- Photos der angefertigten Hose

- Modell Nr.3

- Technische Zeichnung

- Modellkarte

- Grundkonstruktion

- 1. Entwicklungsstufe

- Schnitteile

- Schnitteileliste

- Arbeitsablaufplan

- Photos der angefertigten Hose

- Schnittbilder der 3 Modelle

- Zusammenfassung

- Eidesstattliche Erklärung

- Kurzfassung

- Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Vorwort

Mein Diplomarbeitsthema entstand durch eine Anfrage aus der Industrie an Frau Hillers, die wie folgt lautete:

„Ist es möglich eine Hose zu fertigen, die einen Oberschenkelumfang von 75 cm und einen Gesäßumfang von 110 cm aufweist ?“

Um diese Frage mathematisch zu beantworten wurden Formel aufgestellt, welche Gesäßumfang (u Ge), Oberschenkelumfang (u Os) und entsprechenden Spaltdurchmesser (d Sp) ins Verhältnis setzt.

Es stellte sich heraus das bei einem Oberschenkelumfang von 75 cm ein Gesäßumfang von 142 cm zu erwarten wäre, oder umgekehrt gesehen, bei einem Gesäßumfang von 110 cm nur ein Oberschenkelumfang von 57,7 - 66,8 cm zulässig sei.

Da die Industrie über keine Fertigmaßtabellen, welche dem Gesäßumfang entsprechende Oberschenkenumfänge zuweist verfügt, habe ich mir dies zur Aufgabe dieser Diplomarbeit gemacht.

Zielsetzung

Ziel dieser Diplomarbeit ist es, eine Fertigmaßtabelle zu erstellen, welche zu einem bestimmten Gesäßumfang einer Konfektionsgröße den entsprechenden Oberschenkelumfang liefert.

Dabei wird als Oberschenkelumfang ein Toleranzbereich von min. bis max. möglichen Oberschenkelumfang angegeben.

Weiterhin ist es Zielsetzung die verschiedensten Figurtypen, die existieren dabei mit zu berücksichtigen, und eine Tabelle zu erstellen, die mit ihren Maßen auf 95 % der weiblichen Bevölkerung zutreffen.

Entwicklung der Bekleidungsindustrie in Deutschland in den letzten 40 Jahren

Mitte der 60er Jahre begann die Bekleidungsindustrie und die großen Versender (wie z.B. Karstadt-Quelle, Otto-Versand, Heine...) zum ersten mal in den Produktionsstätten der nahen Grenzgebiete, wie z.B. zu Italien, Frankreich, Niederlande, sogenannte „Billigkräfte“ einzustellen. D.h. sie stellten Ausländer aus den angrenzenden Ländern ein, die für wenig Lohn arbeiteten und für die keine Sozialversicherungsabgaben nötig waren. Dem zu Folge konnten Bekleidungsstücke aus diesen Betrieben besonders kostengünstig angeboten werden.

Doch damit nicht genug. Die Entwicklung ging weiter in die Richtung der Kostenersparnis, und so entstand die „passive Lohnveredelung“, d.h. die Entwicklung der Kollektionen fand weiterhin in Deutschland statt, jedoch wurden die entsprechenden Daten zusammen mit Materialcontainern zur kompletten Produktion in ausländische Produktionsstätte versand. Die Zahlung der Produkte erfolgte pro Stück, was immer noch kostengünstiger war, als mit ausländischen Arbeitern in Deutschland zu produzieren. Die Tatsache, das Betriebe im Ausland fertigen ließen/lassen, wurde jedoch oftmals in der Öffentlichkeit verleugnet.

Um noch mehr Kosten einsparen zu können begannen die Firmen ihre eigenen Produktionsstätten im Ausland aufzubauen, was nicht gerade wenig waren. Die Materialien für die Produktion kamen allerdings weiterhin von deutschen Versendern. Es dauerte natürlich nicht lange, bis auch der Einkauf der Materialien im Ausland erfolgte, da die Materialien in Deutschland zu teuer waren. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich nur noch die Schnitt- und Musterabteilungen der Firmen in Deutschland, welche die Vorgaben (Musterteile, Schnitt und Begleitdaten) für die ausländischen Produktionsstätte ausarbeiteten.

Da der Preisdruck jedoch immer noch stieg, stiegen viele Betriebe auf den sogenannten „Vollkauf“ um, was bedeutet, dass nur noch Bilder/Skizzen und Fertigmaßtabellen zu dem entsprechenden Produkt ins Ausland versand werden und die Schnitterstellung, Musteranfertigung sowie anschließende Produktion komplett im Ausland erfolgt.

Dies hatte zur Folge, dass die teuren Produktentwicklungs-Abteilungen in Deutschland geschlossen wurden und Qualitätsentwickler eingestellt wurden, welche für das Erstellen der Modelle und der Fertigmaßtabellen für´s Ausland zuständig sind.

Was bei dieser ganzen Entwicklung leider nicht bedacht wurde, sind die starken Lücken bzw. Defizite im konstruktiven Bereich, welche sich sowohl bei den ausländischen Schnittmachern zeigen, als auch hier in Deutschland bei den Qualitätsentwicklern. Dadurch kommt es nicht selten zu schlechten Erstmustern, die dann solange hin und her versendet und verbessert werden, bis die Qualität in Ordnung ist. Dieser Weg kostet viel Zeit und Geld.

Die deutsche Bekleidungsindustrie braucht also dringend gut ausgearbeitete und fundierte Vorgaben, um korrekte Fertigmaßtabellen erstellen zu können, damit wieder gute Erstmuster entstehen!

Da die Basis dazu jedoch kaum vorhanden ist, wird sich dieser Zweig erst langsam entwickeln müssen.

Auf Grund der Gewinnsteigerung durch die oben angeführte Entwicklung, welche hauptsächlich bei den Versendern erfolgte, orientiert sich nun auch die deutsche Bekleidungsindustrie immer mehr in Richtung „Vollkauf“, was natürlich mit erheblichem Stellenabbau zusammen hängt. In verschiedenen renommierten Firmen ist es bereits Standard das 10-20 % der Waren, die sie auf dem Markt anbieten, Vollkaufteile sind.

Die Versender (heute nur noch Karstadt-Quelle und Otto-Versand, denen alle weiteren Versender, wie z.B. Witt, Heine, Bon Prix... (Otto-Versand), Neckermann, Bader... (Karstadt-Quelle)unterliegen), streben sogar an, die Anzahl der Qualitätsentwickler in Deutschland zu vermindern, und diese Abteilungen auch ins Ausland zu verlegen, sobald dort geeignete und gut ausgebildete Mitarbeiter vorhanden sind. Das dieses angestrebte Ziel bald erreichbar sein könnte, zeigt die hohe Anzahl an ausländischen Studenten.1

Formeln

Die bereits im Vorwort erwähnten Formel wurden anhand folgender Querschnittsdarstellung des menschlichen Körpers erstellt, indem die angegebenen Größen entsprechend miteinander ins Verhältnis gesetzt wurden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

So gilt für die Ellipse mit den Halbachsen a und b näherungsweise:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.) Sind Gesäßumfang und Spaltdurchmesser vorgegeben, so berechnet man den Oberschenkelumfang a·π mit:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.) Sind Gesäßumfang und Oberschenkelumfang gegeben, so ist a = Ober- schenkelumfang/π und der Spaltdurchmesser ist

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten2

Maße der Probanden und Erstberechnung der Formeln

Um die Richtigkeit der Formeln zu beweisen müssen die theoretisch er- rechneten Maße in Bezug zu den Maßen des menschlichen Körpers gesetzt werden.

Hierzu werden im Rahmen dieser Diplomarbeit Maße von 66 Probanden verwendet, die handvermessen wurden, und von denen Photomaterial zur Beurteilung der Figurtypen vorliegt. Die Maße wurden am Körper wie folgt ermittelt:

Gesäßumfang

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Horizontal am Körper gemessener Umfang über die Stärkste Stelle des Rumpfes. ACHTUNG: Bei Frauen kann dieser Wert erheblich unterhalb des Gesäßscheitelpunktes liegen.

Oberschenkelumfang

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Horizontal gemessener Umfang in der Höhe der stärksten Stelle um den Oberschenkel.

Spaltdurchmesser

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten3

Horizontal gemessener Abstand vom Bauchscheitelpunkt bis zum Gesäßscheitelpunkt.

Die von Hand gemessenen Maße wurden nun in die Formeln eingesetzt und errechnet, d.h. das z.B. der gemessene Gesäßumfang und Spaltdurchmesser in die entsprechende Formel eingesetzt wurden, und der dazu passende Oberschenkelumfang als errechnetes Ergebnis heraus kam. Das Gleiche erfolgte mit den beiden anderen Maßen.

Daraufhin fand ein Vergleich zwischen den errechneten und den gemessenen Werten statt. Diese Differenzen sollten eigentlich nahezu Null ergeben, um die Richtigkeit der Formeln zu beweisen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten4

Abweichende Ergebnisse (graphische Darstellung)

Es stellte sich heraus das die Formeln teilweise sehr gute Ergebnisse (Differenz fast Null), jedoch auch sehr stark abweichende (sowohl positiv, als auch negativ abweichende) Ergebnisse liefert, wie die folgenden Diagramme zeigen.

Differenzen von gemessenem zum errechneten Gesäßumfang

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten5

Differenzen von gemessenem zum errechneten Spaltdurchmesser

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten6

Differenzen vom gemessenen zum errechneten Oberschenkelumfang

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten7

Wie unschwer zu erkennen ist, ist die Streuung der Werte über und unter der Nullachse sehr hoch, was zeigt, dass die hier angewendeten Formeln nicht so ohne weiteres oder ohne weiteren Bedingungen anwendbar sind. Der nächste Schritt besteht nun darin eine Ursache für diese abweichenden Ergebnisse zu finden.

1. Lösungsansatz

Die 1. Vermutung besteht darin, das die Abweichungen dadurch entstehen können, dass bei manchen Probanden mit starkem Körpervolumen die Ober- schenkel aneinander gedrückt sind (siehe z.B. Bild unten der Probandin Nummer 27 mit Wertetabelle), d.h. der Oberschenkelumfang sich im Bezug auf den Gesäßumfang außerhalb des Toleranzbereiches befindet, den die Tabelle vorsieht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten8

2. Lösungsansatz

Da sich nach der Selektion der Probanden, welche diese Merkmale aufweisen unter den verbliebenen weiterhin hohe Differenzen sowohl im positiven als auch negativen Bereich zeigten, war klar, dass hier nicht die Ursache des Problems lag.

Es wurde eine 2. Vermutung aufgestellt, welche sich auf die verschiedenen Figurtypen konzentriert.

Dazu wurden die auftretenden Differenzen zunächst in folgende 3 Gruppen aufgeteilt:

- Positive Differenz
- Negative Differenz
- Differenz nahezu Null

Im nächsten Schritt wurde untersucht, ob die in drei Gruppen aufgeteilten Probanden bestimmte Typmerkmale aufweisen.

Dabei stellte sich eine Aufteilung (siehe nächste Seite) in folgende Gruppen heraus:

Figurtyp-Aufstellung

Figurtyp 1 - normal ausgeformter Körper

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Figurtyp 2 - stark ausgeprägte Hüfte (breit) und geringe Körpertiefe (schmal)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Figurtyp 3 - schmale Hüfte und hohe Körpertiefe

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten9

Formelsuche für Figurtyp 2 und 3

Aus dieser Aufteilung lässt sich erkennen, dass die Formeln für den Figurtyp 1 zutreffend sind, den Figurtyp 2 und 3 jedoch nicht berücksichtigen. Daraus entstand die Überlegung, die Formeln, die in ihren Ergebnissen positiv und negativ abweichenden Differenzen liefern, zu modifizieren. D.h. sie mit einem Verrechnungswert zu versehen, der die Besonderheiten dieser Figurtypen mit aufgreift.

Um herauszufinden, ob es möglich ist, einen festen Verrechnungswert ein- zusetzen, und wenn ja, wie dieser aussehen könnte, wurden der Gesäß- umfang und der Oberschenkelumfang ins Verhältnis gesetzt. Dies erfolgte, um festzustellen ob der so entstehende Faktor ein regelmäßiges Merkmal aufweist, das sich den 3 Figurtypgruppen eindeutig zuordnen lässt. Leider war das nicht der Fall. Die Ergebnisse, nachdem man Gesäßumfang durch Oberschenkel- umfang geteilt hatte sahen wie folgt aus (Ergebnisermittlung siehe Anhang):

Für Figurtyp 1:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Für Figurtyp 2:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten10

Für Figurtyp 3:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In der Gesamtheit waren (bis auf ein paar „Ausreißer“) zwar klare Tendenzen zu erkennen, jedoch lagen diese zu nah aneinander, um für die Modifizierung der Formel eindeutige Schlüsse ziehen zu können.

Der nächste Lösungsansatz bestand darin, zu überprüfen, ob man 3 separate Formeln für die jeweiligen Figurtypen aufstellen könnte.

Für den Figurtyp 2 wäre es evtl. möglich, aufgrund schematischer Darstellung folgende Formel anzuwenden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bei der Anwendung dieser Formel für den Figurtyp 2, stellten sich jedoch erneut Ergebnisse heraus, welche hohe Abweichungen vom gemessenen Wert aufwiesen.

Diese Abweichungen sahen wie folgt aus:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dieses Ergebnis zeigt, dass diese Formel nur für ganz schmale Figurtypen anwendbar, sonst jedoch unbrauchbar ist.

Für den Figurtyp 3 ist es, aufgrund folgender schematischen Darstellung, nicht so ohne weiteres möglich eine zutreffende Formel aufzustellen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten11

Die hierbei auftretenden Einflussgrößen, wie zum Beispiel der Abstand von der Bauchdecke, an welcher der Spaltdurchmesser gemessen wird, bis zu dem Bereich, an dem der Gesäßumfang gemessen wird, machen es unmöglich für diesen Figurtyp eine eindeutige Formel aufzustellen, da es keinen festen Wert gibt, der diesen Abstand festlegt.

Die genaue schematische Darstellung für diesen Fall, die dieses Problem aufzeigt, muss wie folgt aussehen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten12

Da die Aufgabe dieser Diplomarbeit darin besteht eine allgemeingültige Tabelle zu erstellen, und keine, die auf 3 verschieden Figurtypen aufzuteilen ist, muss es eine andere Lösung für dieses Problem geben. Aus den oben angeführten Darstellungen ist zu ersehen, dass der Spaltdurchmesser die verfälschende Größe der bisher angewendeten Formeln ist.

Gerade beim 3. Figurtyp wird dies in der schematischen Darstellung besonders deutlich. Der Wert des Spaltdurchmesser bestimmt die Form der entstehenden Ellipse (Gesäßumfang).

Um diese verfälschende Einflussgröße heraus zu nehmen, werden den bereits bestehenden Formeln bei der Berechnung des Gesäß- und Oberschenkel- umfangs nicht der gemessene, sondern der errechnete Spaltdurchmesser zugeführt.

Durch diese Veränderung errechnet sich die Formel den Wert des Spaltdurchmessers, welcher für die Ellipse mit entsprechend angegebenen Gesäß- und Oberschenkelumfang passend ist.

Toleranzbereich des Spaltdurchmesser

Natürlich ist der Spaltdurchmesser auch nur in einem bestimmten Bereich variabel, um noch sinnvolle Ergebnisse zu bekommen.

D.h. ein Spaltdurchmesser von z.B. 160 mm bzw. von 650 mm wäre demnach nicht mehr zulässig, da es in der Regel keinen erwachsenen, natürlichen, menschlichen Köper gibt, der diese Maße aufweist.

Der nächste Schritt besteht also darin, für den Spaltdurchmesser einen sinnvollen Toleranzbereich zu finden, der sich um das entsprechende Standardmaß des dazu passenden Gesäßumfangs herum bewegt. Hierzu wurden die Abweichungen sowohl im negativen als auch im positiven Bereich separat voneinander addiert und ein Mittelwert gebildet (siehe Anhang).

Im Durchschnitt ergab sich für den negativen Bereich eine mittlere Abweichung von - 14,81 mm und im positiven Bereich von + 22,62 mm.

Der so ermittelte Toleranzbereich wurde daher auf -15,00 mm bis + 25,00 mm (also mit einer Spanne von 40,00 mm) festgelegt.

Der Standard-Spaltdurchmesser zu den entsprechenden Gesäßumfängen wurde mit der Formel 1/6 u Ge+20 berechnet. Dieser errechnete Wert entspricht 74% des gemessenen Spaltdurchmessers, d.h. dem Konstruktions- maß. Da in den Maßtabellen natürlich das gemessenen Maß eingetragen wird, muss das Ergebnis noch auf 100% umgerechnet werden. Die oben angeführte Formel wurde bereits in anderen Diplomarbeiten ermittelt und findet feste Anwendung sowohl im Konstruktionssystem OPTIMASS, als auch in der Industrie. Auf Grund dieser Tatsache verzichte ich an dieser Stelle auf eine Herleitung oder nähere Erklärung dieser Formel. Natürlich wurden die errechneten Spaltdurchmesser mit den gemessenen Werten der Probanden verglichen, um festzustellen, ob die Werte annähernd gleich sind. Da dies der Fall war, konnte im weiteren Verlauf mit den errechneten Werten weiter ge- arbeitet werden.

[...]


1 Informationsquelle: Persönliches Gespräch mit Frau Dipl.-Ing. E. Hillers

2 Die Formelerstellungen erfolgten durch Herrn Prof. Dr. R. Voller

3 Quelle der Grafiken: Frau Dipl.-Ing. E. Hillers

4 Quelle der Handmessungen: Frau Dipl.-Ing. E. Hillers

5 Quelle des Photomaterials: Frau Dipl.-Ing. E. Hillers

6 Quelle des Photomaterials: Frau Dipl.-Ing. E. Hillers

7 Quelle des Photomaterials: Frau Dipl.-Ing. E. Hillers

8 Quelle des Photomaterials: Frau Dipl.-Ing. E. Hillers

9 Quelle des Photomaterials: Frau Dipl.-Ing. E. Hillers

10 Quelle des Photomaterials: Frau Dipl.-Ing. E. Hillers

11 Quelle des Photomaterials: Frau Dipl.-Ing. E. Hillers

12 Quelle des Photomaterials: Frau Dipl.-Ing. E. Hillers

Ende der Leseprobe aus 203 Seiten

Details

Titel
Eine Plausibilitätsprüfung für Hosenfertigmaßtabellen
Hochschule
Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach
Note
1,7
Autor
Jahr
2003
Seiten
203
Katalognummer
V19717
ISBN (eBook)
9783638237710
Dateigröße
3333 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Diplomarbeit befasst sich mit der Berechnung einer Fertigmaßtabelle im Damenhosen-Bereich. Diese Tabelle gibt Oberschenkel-Toleranzbereiche für Gesäßumfänge der Damengrößen G30 - G60 an. Die Ermittlung dieser Daten erfolgte durch die analysierten Zusammenhänge des menschlichen Körpers. Die Grundlage dieser Ausarbeitung stellten die Maße und Abbildungen von 66 Probanden jeden Alters (18-65), Größe und Figurtyps dar.
Schlagworte
Eine, Plausibilitätsprüfung, Hosenfertigmaßtabellen
Arbeit zitieren
Verena Schmelter (Autor), 2003, Eine Plausibilitätsprüfung für Hosenfertigmaßtabellen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19717

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