Unterrichtsentwurf zu Sterbehilfe und Suizid

Leid und Tod im Religionsunterricht


Hausarbeit (Hauptseminar), 2011

15 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einordnung

2. Lernvoraussetzungen

3. Inhalt

4. Zielvorstellungen

5. Lernaktivitäten und Lehrhandlungen

6. Erfahrungsformen bzw. Medien, Sozialformen & Organisation

7. Hausarbeiten und Lernerfolgskontrollen

8. Handlungslinie
8.1. Aufgabenstellung
8.2. Zielvereinbarungen
8.3. Verständigung über das Vorgehen
8.4. Erarbeitung von Grundlagen für die Aufgabenlösung
8.5. Aufgabenlösung
8.6. Vergleich und Zusammenfassung
8.7. Anwendung
8.7. Weiterführung und Bewertung

9. Reflektion

10. Bibliographie

1. Einordnung des Themas

Die Unterrichtsstunde, die ich geplant habe, beinhaltet mehrere Themen. Es wird die zweite Doppelstunde, in der Unterrichtsreihe „Sterbehilfe sein und die Themen der Hospitzarbeit, Palliativmedizin, Sterbehilfe in der Schweiz und Bibelstellen bezüglich Sterbehilfe beinhalten. Die Unterrichtsreihe soll insgesamt acht Unterrichtseinheiten mit folgendem Aufbau haben: die erste Doppelstunde befasst sich mit der Begriffserläuterung und Differenzierung der einzelnen Möglichkeiten Sterbehilfe zu leisten, die zweite Doppelstunde wäre die oben genannte Doppelstunde, welche ich detailliert beschreiben werde, die dritte Einheit würde sich mit dem deutschen Rechtssystem bezüglich Sterbehilfe befassen, und die letzte Einheit wäre eine Doppelstunde über die Sterbephasen nach Elisabeth Kübler – Ross.

Die Stunde findet in der neunten Klasse einer Realschule statt. Auch laut Lehrplan ist dieses Thema für die neunte oder auch zehnte Klasse angesetzt. Die Schülerinnen und Schüler sollen ihre eigenen Erfahrungen mit Leid und Tod in Auseinandersetzung mit biblischen Zeugnissen erschließen, verstehen, dass Jesus Tod am Kreuz und seine Auferstehung ein Zeichen für die Gegenwart Gottes zu den Leidenden ist, den Auferstehungsglauben als eine Quelle für Kraft und Hoffnung sehen und somit auch die Modelle der Sterbebegleitung kennenlernen. Die Diskussionen über die Modelle des Suizids sind nicht als Intention aufgeführt, können aber auf die gegenwärtige Wirklichkeit bezogen werden und somit auch als Diskussionspunkt, sowohl bei den individuellen Erfahrungen der Jugendlichen, als auch bei den politisch – sozialen Strukturen und Prozessen aufgegriffen werden. Der Lehrplan sieht außerdem vor, dass die Schülerinnen und Schüler bestimmte Kompetenzen bei der Bearbeitung dieses Themas erlernen. Sie sollen die Bereitschaft und Fähigkeit, Situationen und Gefühle anderer Menschen wahrzunehmen entwickeln, sowie lernen, mit den Gefühlen anderer behutsam umzugehen, aber auch die eigenen Gefühle zuzulassen und sie zum Ausdruck bringen.[1] [2]

2. Lernvoraussetzungen

Die Lernvoraussetzungen werden hinsichtlich dieses Themas bereits in der Grundschule aufgebaut. Im zweiten Schuljahr behandeln die Schüler das Thema „Miteinander leben“, wo sie mit Krankheit, Trauer und Tod konfrontiert werden. Im dritten Schuljahr wird das Thema Tod und Sterben in der Unterrichtsreihe zu „Mitmenschen, die es schwer haben“ aufgegriffen, in der vierten Klasse wird der Tod erneut behandelt, diesmal in Verbindung mit der Auferstehung. In der fünften Klasse bzw. auch sechsten Klasse, wird der Bezug zur Bibel hergestellt und man beschäftigt sich nun nicht mehr mit dem Tod im Allgemeinen, sondern spezifischer mit dem Leiden, dem Tod und der Auferstehung Jesu Christi. Im siebten und achten Schuljahr, beschäftigen sich die Schüler nun weniger mit dem Tod, sondern mehr mit dem Leid. Hier wird auf die babylonische Gefangenschaft hingewiesen, Das Leid des jüdischen Volkes und die Frage nach dem „Warum“ stehen im Vordergrund.[3]

Nach diesem strukturierten Aufbau, sind alle Voraussetzungen gegeben um das Thema der Sterbehilfe- bzw. Begleitung in der neunte Klasse einzuleiten. Nun stehen erst einmal die persönlichen Erfahrungen mit Tod und Leiden im Focus, wobei man such ohne aufwendige Wiederholung auch auf die Themen der vorangegangenen Unterrichtsreihen beziehen kann. Auf jeden Fall ist es wichtig, dass die Lehrperson den Schülerinnen und Schülern am Beginn der Unterrichtsreihe die Möglichkeit gibt, ihre Vorstellungen bzw. subjektiven Theorien und Vorkenntnisse zum Thema Sterbehilfe im Allgemeinen- als Ausgangspunkt für Weiterentwicklung- zu artikulieren. In Hinblick auf die notwendige Fertigkeit, das bereits erlernte mit dem zu Wiederholenden zu verknüpfen und Parallelen zu ziehen, kann man aufgrund des Alters des Schülers und den vorherigen Unterrichtsreihen vermuten, dass die Lernenden über entsprechende Techniken und Fertigkeiten verfügen, sodass dieses in eigenständiger Kleingruppenarbeit vorgenommen werden könnte.[4] Bezogen auf das intellektuelle Niveau ist anzunehmen, dass die Schülerinnen und Schüler auf die Stufe des konkret-differenzierenden Denkens erreicht haben. Auf dieser Basis müsste es möglich sein, Definitionen zu Hospitsarbeit bzw. Palliativmedizin herauszuarbeiten, sowie die Begriffe zuzuordnen, wenn sie die texte zum Umgang mit Sterbehilfe in der Schweiz bearbeiten, und die Einstellung der Bibeltexte zu dem Thema erkennen. In sozialer und moralischer Hinsicht kann man davon ausgehen, dass die Bedeutung des Themas für alle dann erschließbar ist, wenn der Nutzen einer Auseinandersetzung mit dem Inhalt erkennbar wird. Das bedeutet, erst wenn die Schülerinne und Schüler einen persönlichen Nutzen aus dem Thema, sei es schon ein erlebtes Ereignis zu reflektieren oder mit einem zukünftigen umgehen zu können, ziehen können, wird ihr Interesse geweckt. In Hinblick auf die Bedürfnisse, sind bei den Jugendlichen vor allem Zugehörigkeits- und Geltungsbedürfnisse zu erwarten. Deshalb sollte der Lernprozess die Möglichkeit zu gemeinsamen Arbeiten und eigenständiger Organisation über diese Arbeit bieten.[5]

3. Inhalt

Bei dem Inhalt der von mir geplanten Doppelstunde, soll es zunähst um die Erarbeitung von Texten gehen, in Form von Stationenlernen. Das bedeutet, dass Tischgruppen aufgebaut werden, insgesamt vier, und diese dann die Stationen ergeben. Jede Station befasst sich mit einem andren Thema. Für die Bearbeitung und Anwendung, der zu lesenden Texte eignet dich folgende Gestaltungsaufgabe, die und folgenden Zusammenhang gestellt werden kann:

Stellt euch bitte vor, ihr seid Vertreter der einzelnen Stationen und müsst uns eure Arbeit erklären. Das bedeutet, dass zum Beispiel die Station der Hospizarbeit, eine ehrenamtliche Hospizmitarbeiterin zu uns in die Klasse schickt, um der Klasse detailliert zu erklären, was ihre Arbeit beinhaltet und was wir und unter dem Begriff Hospitzarbeit vorstellen können. Nehmt dann bitte Stellung dazu, inwiefern ihr eure Arbeit, den in der letzten Stunde gelernten Definitionen von verschiedener Sterbehilfe, zuordnen könnt und mit welcher Art der Sterbehilfe eure Positionen harmoniert. Diese Informationen stellt ihr dann bitte in den Gruppen auf einem Plakat zusammen, sodass die Klasse auch noch nach dem Besuch der Mitarbeiterin die Informationen parat hat.

Die Lösung dieser Aufgabe erfordert Kenntnisse über die verschiedenen Arten der Sterbehilfe, damit eine Stellungnahme bezüglich des zu lesenden Textes überhaupt erfolgen kann, sowie die Textkenntnisse im Allgemeinen. Die Stationen und ihre Inhalte möchte ich im Einzelnen erklären. Die erste Station befasst sich mit den Inhalten der Hospitzarbeit. Die Schüler sollten folgende Informationen filtern und dann auf dem Plakat zusammenstellen:

1) In Hospitzen werden schwerstkranke und sterbende Menschen mit nicht heilbaren, fortschreitenden und weit fortgeschrittenen Erkrankungen mit begrenzter Lebenserwartung betreut, bei denen eine stationäre Behandlung im Krankenhaus nicht erforderlich und eine ambulante Betreuung zu Hause nicht möglich ist. Der Schwerpunkt der Arbeit in einem Hospiz liegt in der Überwachung von Schmerztherapie und Symptomkontrolle und in der palliativpflegerischen, psychosozialen und spirituellen Betreuung. Die Versorgung erfolgt durch palliativmedizinisch geschultes Personal, das durch Ehrenamtliche unterstütz wird. Ambulante Hospizdienste unterstützen schwerkranke und sterbende Menschen und ihre Familie zu Hause, in Pflegeeinrichtungen oder Hospitzen. Sie werden in der Regel von einer hauptamtlichen Koordinationskraft geleitet, die den Einsatz Ehrenamtlicher in der Beratung und Begleitung organisiert.[6]

[...]


[1] Vgl.: Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein – Westfalen, Sekundarstufe 1 Realschule, Richtlinien und Lehrpläne. Seite 116f, 133ff

[2] Vgl.: Gerhard Tulodziecki, Bardo Herzig, Siegrid Blömke. Gestaltung von Unterricht- Eine Einführung in die Didaktik. Klinkhardt Verlag, 2004. Seite 155, 251

[3] Vgl.: Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein – Westfalen, Sekundarstufe 1 Realschule, Richtlinien und Lehrpläne. Seite 56f, 63f, 82f

[4] Vgl.: Gerhard Tulodziecki, Bardo Herzig, Siegrid Blömke. Gestaltung von Unterricht- Eine Einführung in die Didaktik. Klinkhardt Verlag, 2004. Seite 253

[5] Vgl.: Gerhard Tulodziecki, Bardo Herzig, Siegrid Blömke. Gestaltung von Unterricht- Eine Einführung in die Didaktik. Klinkhardt Verlag, 2004. Seite 155f, 251f

[6] Vgl.: Oliver Seitz, Dieter Seitz. Die moderne Hospizbewegung in Deutschland auf dem Weg ins öffentliche Bewusstsein- Ursprünge, kontroverse Diskussionen, Perspektiven. Centaurus – Verlag, 2002. Seite 53ff

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsentwurf zu Sterbehilfe und Suizid
Untertitel
Leid und Tod im Religionsunterricht
Hochschule
Universität Paderborn
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
15
Katalognummer
V198021
ISBN (eBook)
9783656242147
ISBN (Buch)
9783656242703
Dateigröße
516 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
unterrichtsentwurf, sterbehilfe, suizid, leid, religionsunterricht
Arbeit zitieren
Maria Koch (Autor), 2011, Unterrichtsentwurf zu Sterbehilfe und Suizid, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198021

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