Einleitung
Etwa 60 Prozent von indischen Arbeitern sind während der Kolonialzeit in Fidschi geblieben. Sie kamen aus unterschiedlichen Ortsteilen von Indien, um auf den Plantagen ihr Geld zu verdienen. Heutzutage bilden Indo-Fidschianer eine der größten Hauptbevölkerungsgruppen. Mit 38,2 Prozent umfassen Inder, wie nirgendwo sonst im pazifischen Inselraum, fast die Hälfte der Gesamtbevölkerung in Fidschi (vgl. Kreisel 2006: 42).
Die Sprache der Indo-Fidschianer wird Fidschi-Hindustani, oder heutzutage eher Fidschi-Hindi (FH) genannt. Unter beiden Begriffen wird die gleiche Sprache verstanden, die sich aus Hindustani, einer Lingua Franca, entwickelt hat und verschiedene Merkmale von östlichen Hindi-Dialekten nachweist. Aber in Bezug auf die Flexionsmorphologie, einschließlich Nominal- und Verbalphrasen, ist Fidschi-Hindi weniger komplex als seine Variationen (vgl. Siegel 1987: 185). Für diese Sprache sind viele Lehnwörter aus dem Englischen und Fidschianischen charakteristisch, die aber kleine Bedeutungsunterschiede erhalten haben.
Wegen der Mischung von dialektalen Merkmalen, gibt es verschiedene Beweise, dass Fidschi-Hindi zu einer „Koine“ wurde, da die gleichen Sprachen von indischen Nachkommen auch als Koine bezeichnet werden, zum Beispiel, Trinidad Bhojpuri und Guyanese Bhojpuri (vgl. Siegel 1987: 185).
In der Hausarbeit wird als erstes Überblick über die Sprachen der Indo-Fidschianer gegeben. Danach werden die Begriffe „Koine“ / „Koineisierung“ versus „Pidginisierung“ betrachtet. Als letztes werden die Hauptwirkungen auf die Entwicklung von Fidschi-Hindi zu einer Koine untersucht, darunter die morphologischen, linguistischen, lexikalischen Merkmale aus den Hindi-Dialekten, Hindustani und Pidgin-Hindustani. Als letztes werden die Besonderheiten der Phonetik von Fidschi-Hindi betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Die Sprachen der Indo-Fidschianer
2. Koine, Koineisierung versus Pidginisierung
3. Die Entwicklung von Fidschi-Hindi zu einer Koine
3.1. Lexikalische und grammatische Merkmale des Hindi-Dialekten in Fidschi
3.2. Lexikalische und grammatische Merkmale des Hindustani
3.3. Grammatische Merkmale des Pidgin-Hindustani
3.4. Phonetische Merkmale des Fidschi-Hindi
3.5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachwissenschaftliche Entwicklung des Fidschi-Hindi und analysiert, inwiefern diese Sprache als Koine klassifiziert werden kann, indem sie deren morphologische, lexikalische und phonetische Merkmale im Kontext historischer Sprachkontakte betrachtet.
- Historische Entwicklung der Sprachen unter Indo-Fidschianern
- Definition und Abgrenzung von Koineisierung und Pidginisierung
- Morphologische und lexikalische Einflüsse aus verschiedenen Hindi-Dialekten
- Rolle des Hindustani als Lingua Franca
- Phonetische Besonderheiten und Komplexität des Fidschi-Hindi
Auszug aus dem Buch
3. Die Entwicklung von Fidschi-Hindi zu einer Koine
Beweise dafür, dass Fidschi-Hindi zu einer Koine wurde, können mit Hilfe von einigen linguistischen, morphologischen Merkmalen belegt werden, die aus verschiedenen Subsystemen von Hindi / Hindustani stammen.
3.1. Lexikalische und grammatische Merkmale von Hindi-Dialekten in Fidschi
Die meisten Beiträge von verschiedenen Hindi-Dialekten zu Fidschi-Hindi stammen aus der östlichen Vereinigten Provinz. Hauptsächlich gehören dazu Awadhi und westliches Bhojpuri. Diese Dialekte hatten eine große Wirkung noch während der Kolonialzeit, als Plantation Hindustani entstanden ist. Im modernen Fidschi-Hindi realisiert sich diese Wirkung am meisten bei der großen Zahl von verschiedenen lexikalischen Einzelheiten (vgl. Siegel 1987: 189), zum Beispiel:
bār „hair“ gor „leg, foot“
kerā „banana“ agor- “wait”
machrī „fish“ maṭṭī „soil“
Das Pronominalsystem und Singularform des Fidschi-Hindi kann zu verschiedenen Dialektkombinationen zugeordnet werden. Zum Beispiel:
• die erste Person Singular „ham“ ist ein Hauptmerkmal des Bihari Areal, zu dem solche Sprachen wie Bhojpuri, Magahi und Maithili gehören;
• die zweite Person Singular „tum“ (familiär) und „āp“ (formal) stammt aus dem östlichen Hindi und einigen westlichen Hindi-Dialekte;
• die dritte Person Singular „ī“ oder „ū“ ist für Bihari und östliches Hindi typisch:
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die demografische Situation der Inder in Fidschi und Darlegung der linguistischen Fragestellung hinsichtlich der Entwicklung des Fidschi-Hindi.
1. Die Sprachen der Indo-Fidschianer: Überblick über die Sprachlandschaft in Fidschi sowie eine Klassifikation der für die Arbeit relevanten Hindi-Sprachgruppen.
2. Koine, Koineisierung versus Pidginisierung: Theoretische Definition der Begriffe Koine und Koineisierung sowie Abgrenzung zum Prozess der Pidginisierung im soziolinguistischen Kontext.
3. Die Entwicklung von Fidschi-Hindi zu einer Koine: Detaillierte linguistische Untersuchung der morphologischen, lexikalischen und phonetischen Einflüsse auf die Entstehung des Fidschi-Hindi.
3.1. Lexikalische und grammatische Merkmale des Hindi-Dialekten in Fidschi: Analyse spezifischer Pronominalsysteme und Verbalsysteme, die aus den Dialekten der östlichen Provinzen Indiens stammen.
3.2. Lexikalische und grammatische Merkmale des Hindustani: Untersuchung des Einflusses westlicher Hindi-Dialekte und des Bazaar Hindustani auf das Fidschi-Hindi.
3.3. Grammatische Merkmale des Pidgin-Hindustani: Erläuterung der Bedeutung von Imperativformen und speziellen Suffixen aus dem Pidgin-Hindustani für die Struktur des Fidschi-Hindi.
3.4. Phonetische Merkmale des Fidschi-Hindi: Beschreibung der lautlichen Komplexität des Fidschi-Hindi, insbesondere in Bezug auf Vokale, Konsonanten und Aspiranten.
3.5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Fidschi-Hindi als "immigrant koine" basierend auf den vorangegangenen linguistischen Analysen.
Schlüsselwörter
Fidschi-Hindi, Koineisierung, Pidginisierung, Hindustani, Lingua Franca, Indo-Fidschianer, Hindi-Dialekte, Sprachkontakt, Morphologie, Phonetik, Plantation Hindustani, Sprachwandel, Soziolinguistik, Bihari, Awadhi.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die sprachliche Evolution des Fidschi-Hindi und analysiert, wie sich diese Sprache aus dem Kontakt verschiedener indischer Dialekte während der Kolonialzeit entwickelt hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die linguistische Klassifikation des Fidschi-Hindi, die theoretische Abgrenzung von Koine und Pidgin sowie die detaillierte Analyse der morphologischen und phonetischen Merkmale.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Fidschi-Hindi als eine "Koine" bzw. "immigrant koine" zu bezeichnen ist, da sie Merkmale verschiedener Herkunftsdialekte vereint.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer linguistischen Literaturanalyse und dem Vergleich von Dialektmerkmalen, gestützt durch soziolinguistische Theorien zur Sprachkontaktforschung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung (Koineisierung vs. Pidginisierung) und die empirische Untersuchung spezifischer grammatischer und lautlicher Einflüsse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Fidschi-Hindi, Koineisierung, Sprachkontakt, Hindustani und soziolinguistische Entwicklung.
Was unterscheidet Koineisierung von Pidginisierung laut der Autorin?
Während beide Prozesse aus Sprachkontakt entstehen, zeichnet sich die Koineisierung durch eine kontinuierliche Entwicklung und gegenseitige Verständlichkeit zu den Ausgangssprachen aus, im Gegensatz zur strukturellen Vereinfachung des Pidgin.
Warum ist die Phonetik des Fidschi-Hindi besonders bemerkenswert?
Die Phonetik des Fidschi-Hindi ist mit 42 Lauten deutlich komplexer als das Englische und weist spezifische artikulatorische Herausforderungen wie retroflexe Laute und eine wichtige Rolle von Aspiranten auf.
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- Yulia Serebryanskaya (Author), 2012, Ethnographie Fidschis - Die Entwicklung von Fidschi-Hindi zu einer Koine, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/198124