In der vorliegenden Hausarbeit untersuche ich das Thema „Sprache und Raum“ - Volkskunde und Sprachwissenschaft“. Im Hintergrund meiner Arbeit soll auch immer der Bezug zum Seminar „Kultur und Sprache“ zu erkennen sein.
Zu Beginn möchte ich festhalten, dass „Sprache und Raum“ ein sehr weites Forschungsfeld ist und auf unterschiedlichste Weisen untersucht werden kann. „Räume“ im Sinne von Kultur-, Sprach- und Identitätsräume, sind überall zu erkennen, sind vielseitig und meist nicht leicht abzugrenzen. Der Schwerpunkt meiner Arbeit soll vor allem auf der Darstellung dieser Vielseitigkeit der „Raumdefinitionen“ liegen.
Im ersten Teil meiner Arbeit werde ich die Grundzüge der Volkskunde darstellen und auf ihren geschichtlichen Hintergrund eingehen. Hierbei wird auch der weite Kulturbegriff in kurzen Ausführungen erwähnt werden.
Danach werde ich kurz die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Volkskunde und der Sprachwissenschaft ansprechen. Auch hier soll vor allem der weite „Raum“ der beiden wissenschaftlichen Fächer zu erkennen sein.
In dem darauf folgenden Kapitel stelle ich die beiden wichtigsten Vertreter der Germanistik, die Brüder Grimm, vor und gehe auf ihre Werke ein. Hierbei soll der Schwerpunkt hauptsächlich auf der Vielfalt, dem „Raum“ ihrer Arbeit liegen.
Im letzten Teil meiner Hausarbeit stehen sprachliche, räumliche und soziale Barrieren im Mittelpunkt meiner Darstellungen. Ich möchte die Zusammenhänge dieser Elemente aufzeigen und mögliche Probleme anschneiden.
Zum Abschluss werde ich in einem Fazit alle wichtigen Punkte nochmals zusammenfassen und dadurch versuchen, Verbindungen zwischen „Sprache, Raum und Kultur“ herzustellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Von den Anfängen der Volkskunde bis heute
2.2 Volkskunde im Raum der Sprachwissenschaft
2.3 Der sprachliche Raum der Brüder Grimm
2.4 Sprache, Barrieren und Identität
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die vielschichtigen Zusammenhänge zwischen Sprache, Raum und Kultur im Kontext der Volkskunde und Sprachwissenschaft. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Sprache als Element der Raumdefinition fungiert, wie Identität durch sprachliche und soziale Barrieren konstruiert wird und welche wissenschaftliche Bedeutung dabei dem interdisziplinären Ansatz zukommt.
- Historische Entwicklung und Grundzüge der Volkskunde
- Interdisziplinäre Schnittstellen zwischen Volkskunde und Sprachwissenschaft
- Die wissenschaftliche Bedeutung und das Werk der Brüder Grimm
- Sprache als konstitutives Element von Identität und Raum
- Bedeutung von Grenzüberschreitungen und sozialen Barrieren
Auszug aus dem Buch
2.4 Sprache, Barrieren und Identität
„Menschen fühlen sich dann einer Nation zugehörig, wenn sie, […], bestimmte rational gewonnene Überzeugungen, aber auch mehr oder weniger unbewußt zustande gekommene Empfindungen teilen.“
Auch Sprache kann eine dieser Empfindungen sein. Sie kann ein Gemeinschaftsgefühl konstruieren und somit kulturelle Gruppierungen bilden. Dies kann wiederum zu einem Solidaritäts- und Zusammengehörigkeitsgefühl oder aber zur Ausgrenzung des Anderen führen. Sprache ist also auch immer Element einer Raumdefinition. Wobei Raum nicht grundsätzlich als territoriale oder geographische Abgrenzung verstanden werden muss.
„Grenzen sind nicht immer nur dingfeste, geografische und territoriale Grenzen, sondern auch „weniger fassbar[e] symbolisch[e] Grenzmarkierungen sozialer und kultureller Deutungssysteme.“
Raumgrenzen lassen sich auch auf emotionaler, sozialer und kultureller Ebene ziehen. Meist spricht man dann von so genannten Kulturräumen. Grenzen konstruieren sich durch soziale Begebenheiten, die sich im Laufe der Geschichte verändern, ausdehnen oder verschieben können. In Zeiten der Aufklärung entwickelte sich ein „Bestreben, die engen Grenzen sowohl im territorialen wie im geistigen Sinne zu überwinden und die Phänomene […] zu erklären und zu interpretieren.“ Bei der Fülle der Kulturerscheinungen benötigt man Ordnungskategorien, um den Überblick zu behalten. Am einfachsten scheint es daher Gemeinsamkeiten in geographischen Verdichtungsräumen durch Grenzlinien zu definieren. Die Überschreitung dieser abgesteckten Grenzen ist ein immer wieder auftauchendes Motiv im 18. und 19. Jahrhundert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert das Forschungsfeld „Sprache und Raum“, beschreibt die methodische Vorgehensweise der Arbeit und legt den Fokus auf die Vielseitigkeit der Raumdefinitionen.
2. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in die historische Darstellung der Volkskunde, deren Verhältnis zur Sprachwissenschaft, das Wirken der Brüder Grimm sowie die Analyse von Identitätskonstruktionen durch Sprache und Barrieren.
3. Fazit: Das Fazit fasst die wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen Sprache, Raum und Identität zusammen und betont die Notwendigkeit einer interdisziplinären Betrachtung für das Verständnis gesellschaftlicher Wirklichkeit.
Schlüsselwörter
Sprache, Raum, Volkskunde, Sprachwissenschaft, Brüder Grimm, Identität, Kultur, Kulturraum, Grenzüberschreitung, Barrieren, Alltagskultur, Soziales Erbe, Identitätsbildung, Germanistik, Interdisziplinarität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das weite Forschungsfeld „Sprache und Raum“ unter besonderer Berücksichtigung der Perspektiven der Volkskunde und der Sprachwissenschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die geschichtliche Entwicklung der Volkskunde, deren Verschränkung mit der Sprachwissenschaft, das Wirken der Brüder Grimm sowie die Rolle von Sprache bei der Bildung von Identität und räumlichen Grenzen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Vielseitigkeit der „Raumdefinitionen“ darzustellen und aufzuzeigen, wie Sprache, Raum und Kultur untrennbar miteinander verbunden sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine wissenschaftliche Analyse basierend auf Literaturstudien und der Betrachtung geisteswissenschaftlicher Diskurse sowie historischer Konzepte angewandt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den Anfängen der Volkskunde, der Abgrenzung und den Gemeinsamkeiten zur Sprachwissenschaft, der Analyse des Wirkens der Brüder Grimm und der Bedeutung sprachlicher sowie sozialer Grenzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Sprache, Raum, Volkskunde, Identität, Brüder Grimm, Kulturraum und Grenzüberschreitung.
Warum spielt der Begriff der „Grenze“ in dieser Untersuchung eine solche Rolle?
Grenzen fungieren als notwendige Ordnungskategorien für die eigene Identitätsbildung und helfen dabei, kulturelle Zugehörigkeiten innerhalb eines sozialen Kontexts zu definieren.
Welche Bedeutung kommt den Brüdern Grimm in dieser Arbeit zu?
Sie dienen als prominentes Fallbeispiel für die Verbindung von Philologie, Volkskunde und Kulturgeschichte und verdeutlichen durch ihre Arbeit den „Raum“ der Sprachforschung im 19. Jahrhundert.
- Quote paper
- Daniela Hilfrich (Author), 2007, „Sprache und Raum“ - Volkskunde und Sprachforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200000