Die Atlantische Revolution

Öffentliche Korrespondenzen zwischen Briten und amerikanischen „Patrioten“ (1775) und die Declaration of Independence (1776)


Referat (Ausarbeitung), 2009

3 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Sozial- und Staatswissenschaften 2007

Dieser Vortrag beschäftigt sich mit dem Themenkomplex des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, die ihm zugrundeliegenden Texte entstammen dieser Zeit. Nach den Townshend Acts 1767 und den Ereignissen von Boston 1773 wurde 1774 ein weiteres Maßnahmenpaket durch die englische Krone beschlossen, um den britischen Herrschaftsanspruch in Nordamerika zu untermauern. Diese als Intolerable Act bezeichneten Verordnungen beinhalten unter anderem die Schließung des Bostoner Hafens, ein Versammlungsverbot, den Widerruf der Koloniegründung von Massachusetts und die Einquartierungspflicht der britischen Soldaten, die zur Durchsetzung dieser Maßnahmen nach Amerika verschickt worden waren. Da die auf dem ersten Kontinentalkongress verfasste Bittschrift an George III von England von diesem abgewiesen worden war, entschlossen sich die Vertreter der 13 nordamerikanischen Kolonien auf dem II. Kontinentalkongress (1775 – 1789) zur Revolution gegen das englische Mutterland.[1]

Aus dieser Zeit stammt der Briefwechsel zwischen Charles Lee (1722 – 1782) und John Burgoyne (1722 – 1792). Diese Korrespondenz wurde nach der Abfassung im Juni und Juli 1775 bereits in der Septemberausgabe des Scots Magazine, einem der ältesten englischsprachigen Periodika, veröffentlicht.

General Lee beginnt seinen ersten Brief mit einer Erinnerung an die gemeinsam verbrachte Zeit und die daraus entstandene Freundschaft.[2] Er schmeichelt Burgoyne mit Worten wie „there is no man from wohm I have received so many testimonies of esteem and affection“[3] und gibt sich in Sorge um Burgoynes Reputation, indem er darlegt, dass er, wie dessen Kommandeur General Gage, getäuscht werden würde. Im weiteren Verlauf des Textes bezeichnet er diesen als „ignorant, misrepresentati[ve], […] injustice, and tortured inferences form mis-stated facts.“[4] Seine Kompetenz bei der Lagebeurteilung der Kolonien stellt er ausdrücklich heraus, indem er schreibt, dass „no man is better acquianted with the state of this vontinent than myself.“[5] Mehrmals bekräftigt er deutlich („You can not […]“)[6] die Unabänderlichkeit der Situation in Amerika. Als Argument für das Verhalten der Kolonialbewohner führt er an, dass „every good Englishman [sic!], abstracted of all regard for America, must oppose her being taxed by the British Parliament.“[7] Indem er den königlichen Hof als “the most corrupt and hostile to the rights of humanity”[8] bezeichnet, liefert er ein weiteres Argument für den Aufstand gegen die britischen Truppen. Amerika sei nämlich „[the] last asylum of persecuted liberty“[9].

In seiner Antwort stellt Burgoyne seine Loyalität zu König Georg III. und dessen Politik heraus. Er betont die „suspency of the King and Parliament“[10] und benennt die britische Verfassung als “the best safeguard of that blessing to be found in the history of mankind.“[11] Im weiteren Verlauf stellt er die These auf, dass nicht Steuern und Abgaben, sondern die vollständige Unabhängigkeit und der damit einhergehende Entzug aus der britischen Einfußsphäre der Beweggrund des Aufstandes gewesen sei.[12] Er schießt mit Siegeszuversicht und dem Widerspruch gegen die ihm vorgeworfene Verblendung.

General Lee antwortete ihm knapp, dass der Kampf gegen die englische Krone für „liberty, property, wives, children and their future generation“[13] geführt werden würde.

Auf dem II. Kontinentalkongress wurde über die Mittel und die Durchführung jenes Kampfes beratschlagt. Ferner wurde am 4 Juli 1776 eine Unabhängigkeitserklärung verfasst, wodurch sich die 13 britischen Kolonien offiziell vom Mutterland England lossagten. Dieses Dokument gilt als Gründungsurkunde der USA. Sie trägt überwiegend die geistige Handschrift von Thomas Jefferson. Insgesamt in drei Teile thematisch untergliedert befasst sich der erste Teil mit der Inspiration der Autoren. Es wird sich auf das Naturrecht und philosophische wie theologische Staatstheorien berufen.[14] Im zweiten, weitaus größten Teil werden Anschuldigungen und Begründungen gegen die britische Krone vorgebracht, die dieses Dokument rechtfertigen. Zu diesen zählen unter anderem Behinderungen der Rechtsprechung, der Einwanderung sowie des Handels. Ferner die Auflösung der gewählten Kolonialparlamente und die Stationierung stehender Heere in Friedenszeiten.[15] Im letzten Teil wird folglich die Loslösung der 13 Kolonien proklamiert, indem sie erklären, dass sie fortan von der „britischen Krone frey- [sic!] und losgesprochen sind […] [und dass] als freie und unabhängige Staaten sie volle Macht und Gewalt haben, Krieg zu führen, Frieden zu machen, Allianzen zu schließen, Handlung zu errichten und als und jede andere zu thun [sic!] was Unabhängigen Staaten von Rechtswegen zukommt.“[16]

In dieser Erklärung wird sowohl der Geist der Aufklärung als auch der theologische Bezug deutlich. Sie ist das bedeutendste Dokument der Nationalgeschichte der USA. Als erste zu diesem Zweck geschriebene Verfassungsurkunde stellt sie aber auch ein wichtiges Vorbild für alle Staaten abendländischer Prägung dar.

[...]


[1] Vgl.: Schröder, Hans - Christoph: Die Amerikanische Revolution. Eine Einführung. München 1982. S. 42 – 48.

[2] Vgl.: Lee, Charles: Gen. Lee to Gen. Burgoyne. In: Scots Magazine: Amerika. Jahrgang 37, Sptemberausgabe

1775. S. 477, Absatz 1.

[3] Lee, Charles: Gen. Lee to Gen. Burgoyne. S. 477, Absatz 1.

[4] Lee, Charles: Gen. Lee to Gen. Burgoyne. S. 478, Absatz 1.

[5] Lee, Charles: Gen. Lee to Gen. Burgoyne. S. 478, Absatz 2.

[6] Lee, Charles: Gen. Lee to Gen. Burgoyne. S. 477, Absatz 2.

[7] Lee, Charles: Gen. Lee to Gen. Burgoyne. S. 477, Absatz 4.

[8] Lee, Charles: Gen. Lee to Gen. Burgoyne. S. 478, Absatz 4.

[9] Lee, Charles: Gen. Lee to Gen. Burgoyne. S. 479, Absatz 1.

[10] Burgoyne, John. Gen. Burgoyne to Gen. Lee. In: Scots Magazine: Amerika. Jahrgang 37, Septemberausgabe

1775. S. 479, Absatz 5.

[11] Burgoyne, John: Gen. Burgoyne to Gen. Lee. S. 479, Absatz 4.

[12] Vgl.: Burgoyne, John: Gen. Burgoyne to Gen. Lee. S. 480, Absatz 4.

[13] Lee, Charles: Gen. Lee`s reply. S. 481, Absatz 1.

[14] Vgl.: II. Kontinentalkongress: declaration of independence. Erste deutschsprachige Ausgabe. Reprint in:

Deutsches Historisches Museum: Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika,

4. Juli 1776. Deutsches Historisches Museum Magazin, Jahrgang 4, Heft 10, 1994. 1. Absatz.

[15] Vgl.: II. Kontinentalkongress: declaration of independence. 2. – 24. Absatz.

[16] Vgl.: II. Kontinentalkongress: declaration of independence. 27. Absatz.

Ende der Leseprobe aus 3 Seiten

Details

Titel
Die Atlantische Revolution
Untertitel
Öffentliche Korrespondenzen zwischen Briten und amerikanischen „Patrioten“ (1775) und die Declaration of Independence (1776)
Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Atlantische Revolution
Note
2,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
3
Katalognummer
V200974
ISBN (eBook)
9783656278535
Dateigröße
424 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
atlantische, revolution, öffentliche, korrespondenzen, briten, patrioten, declaration, independence
Arbeit zitieren
Anton Schatz (Autor), 2009, Die Atlantische Revolution, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/200974

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