Die Präsentation Deutschlands auf den Weltausstellungen in Chicago 1893 und St. Louis 1904


Hausarbeit, 2011
26 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Weltausstellung in Chicago
2.1. Geschichte der deutschen Beteiligung und ihre Repräsentation

3. Staat und Kunst im Deutschland der Kaiserzeit
3.1. Die Sezessionsbewegungen, Einfluss und Folgen

4. Die Weltausstellung in St. Louis 1904
4.1. Geschichte der deutschen Beteiligung und ihre Repräsentation

5. Fazit

6. Abbildungen

7. Literatur

1. Einleitung

Diese Seminarabschlussarbeit beschäftigt sich mit der Repräsentation Deutschlands und seiner Kunst auf den Weltausstellungen „World Columbian Exposition“ in Chicago (Illinois) 1893 und der „Louisiana Purchase Exposition“ in St. Louis (Missouri) 1904 in den Vereinigten Staaten von Amerika. In den Ausführungen zu diesen Weltausstellungen sollen die damals aktuellen politischen Bewegungen in Deutschland in Verknüpfung mit der Repräsentation einer nationalen Identität, sowie die Entwicklungen der Kunstumgebung zwischen Deutschland und Frankreich beleuchtet werden. Die Weltausstellungen, welche man auch als „Visitenkarten des 19. Jahrhunderts“[1] bezeichnete, beinhalteten die Vereinigung von Politik und Wirtschaft, Technik und Wissenschaft, Kunst, Bildung und Unterhaltung zu einem komplexen Netzwerk. Auch die Hoffnung auf weltweiten Frieden und die Vereinigung der Völker mit dem Interesse, einen homogenen Absatzmarkt zu erschaffen, gilt als Initiierungsgrund.[2] Den Grundstein für den regelrechten „Exhibitionskult“[3] legte die „Exposition publique des produits de l’industrie francaise“ von 1798. Bis zur ersten offiziellen Weltausstellung, 1851 in London, fanden schon über 150 Ausstellungen mit geringerem Ausmaß, zur Gewerbeförderung und zum Leistungsvergleich statt. Auch die vielen nach 1851 fortwährenden nationalen und regionalen Schauen neben den Weltausstellungen unterstrichen die besondere Bedeutung und Popularität des Ausstellungswesens im 19. Jahrhundert.[4] Die Präsentation galt der „Schau des Fremden“[5] und somit einer Inventarisierung der Welt. Länder, Völker, Industriezweige, Städte, private Unternehmen und Organisationen nutzten sie als Plattform. Auf den ersten vier Weltausstellungen existierte noch keine einheitliche deutsche Sammlung, was auf die erst 1871 erfolgte Reichsgründung zurückzuführen ist.[6] Die deutschen Länder stellten trotz des Versuchs einer Vereinheitlichung des Deutschen Nationalvereins eigene Zentralausschüsse zusammen und beteiligten sich individuell. Erstmals 1873 auf der Weltausstellung in Wien bot sich für Deutschland die Möglichkeit, einer einheitlichen nationalen Repräsentation.[7] Beide hier zu behandelnden Weltausstellungen werden von individuellen Charakterzügen umgeben. Chicago wird mit Begriffen wie „white city“ verbunden und die Hinterlassenschaft einer U-Bahn existiert bis heute. Für Deutschland stand die Weltausstellung dort im Zeichen des wirtschaftlichen Wachstums und dem Übergang zu einer deutschen Weltpolitik. Die Weltausstellung in St. Louis sieht sich mit der Vorwurf konfrontiert, als ernstzunehmende Fachmesse oder als Rummelplatz wahrgenommen zu werden. Vor lauter Trubel fanden die parallel stattfindenden Olympischen Sommerspiele 1904 kaum Beachtung. Im Bezug auf Deutschland dominieren die internen Streitigkeiten zwischen der akademischen und der modernen Kunst, welche in Punkt drei näher betrachtet werden. Die Weltausstellung in St. Louis ist insofern ein Exempel für die Entwicklung zu einem Medium staatlicher Prestigepolitik und Forum nationaler Selbstdarstellung. Das zeitgenössische Quellenmaterial bezüglich der Weltausstellungen im 19. Jahrhundert ist nahezu uferlos. Im 20. Jahrhundert bis heute verfeinert es sich zu einer beinahe lückenlosen Dokumentation. Hauptaugenmerke des wissenschaftlichen Interesses bilden vor allem wirtschaftliche, technische, als auch ethnografische Inhalte. Im Bereich der Rezeption, hinsichtlich des kulturellen Transfers durch deutsche Kunst in Amerika oder amerikanische Kunst in Deutschland, bestehen damals wie heute Flächen unbearbeiteter Sektoren. Dies trifft auch auf die deutsch-amerikanischen Kunstbeziehungen und die Kunstkritik während der Weltausstellungen 1893 in Chicago und 1904 in St. Louis zu. Es würde sich anbieten, die Fülle bestehender Quellen dahingehend auszuwerten. Diese Arbeit stützt sich vornehmlich auf die verfügbaren zusammenfassenden Abhandlungen des Themas „Weltausstellungen“, amtliche Kataloge, als auch auf Schriften, welche die Entwicklungen der Kunst, Politik und Geschichte in Deutschland, Amerika, England und Frankreich in Richtung der Epochenschwelle bis 1904 darstellen.

2. World’s Columbian Exposition – Die Weltausstellung in Chicago 1893

Die „World’s Columbian Exposition“, auch „The Chicago World’s Fair“ betitelt, fand vom 1.Mai bis zum 30. Oktober 1893 in Chicago statt. Angesetzt war die Weltausstellung 1892, um den vierhundertsten Jahrestag der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus 1492 zu ehren. Zur Eröffnungsfeier am 21. Oktober 1892 durch Präsident Grover Cleveland waren jedoch noch viele Gebäude unvollendet, sodass die offizielle Eröffnung erst 1893 realisiert werden konnte. Das Territorium befand sich circa zehn Kilometer südlich vom Hauptgeschäftsviertel im Jacksonpark, umfasste über 278 Hektar – von welchen 81 Hektar überdacht wurden – und zog sich 2,4 km am Seeufer des Lake Michigan entlang. 50 Länder waren auf der Ausstellung vertreten, was zu einer Gesamtzahl von 70 000 Ausstellern führte. Der Chicagoer Architekt Daniel Burnham war der Entwickler des gestalterischen Konzepts der Ausstellung. Charakteristisch für die Ausstellung waren die weißen, klassizistischen Gebäude im Stil des Historismus (Abb.2,3). Eine Ausnahme bildete lediglich das Gebäude für Verkehrswesen. Die Gestaltung der einzelnen Pavillons wurde von unterschiedlichen Architekten des jeweiligen Landes realisiert. Zur Konstruktion der Gebäudeund Flächen für das temporäre Empfinden wurden 20.000 Tonnen Eisen und 2,12 Millionen Raummeter Holz verwendet. Erstmalig wurden auch Wasserstraßen und Seen in das Gelände mit eingebunden.[8] Die Beteiligung Deutschlands ging vor allem durch den „Chocolate-Temple“ auf dem Stand der Gebrüder Stollwerck, auf dem Reinhold Begas eine Germania in Schokolade anfertigte, dem Krupp-Pavillon als auch durch die Gruppen der Königlichen Porzellanmanufaktur aus Berlin in die Geschichte ein. Von den vielen Gebäuden sind nur vier Häuser dauerhaft stehen geblieben. Das Art Institute of Chicago, welches als Kongress-Zentrum der Weltausstellung diente, das Deutsche Haus, welches der Stadt vom Deutschen Reich geschenkt worden war, sowie das Kunstgebäude, in dem heute das Museum of Science and Industry beherbergt ist und das Kloster La Rábida, das zu einem Krankenhaus umgebaut wurde. Aus der erst- und einmaligen Installation einer eigenständigen ethnologischen Abteilung wird die inhaltliche Gewichtung anthropologischer und ethnologischer Themen deutlich. Begleitet wurde dies durch Konferenzen und Kongresse.[9] Wolfgang Friebe zieht aus dem gesteigerten Interesse an Völkerkunde und der in hellen Tönen gehaltenen Architektur einen prekären Schluss, indem er darin den amerikanischen Rassismus dieser Zeit und die „Reinheit der Weißen“ evoziert.[10] Besondere Beachtung fand zudem das „Woman's Building“.[11] Weniger berücksichtigt wurde dagegen das erstmalig eingerichtete „Weltparlament der Religionen“.[12]

2.1. Geschichte der deutschen Beteiligung und ihre Repräsentation

Die Pariser Weltausstellungen von 1878 und 1889 wurden von Deutschland boykottiert.[13] Die Pläne für eine Weltausstellung in Deutschland selbst scheiterten.[14] Somit unternahm das geeinigte Deutsche Reich große Anstrengungen, repräsentativ in der „Neuen Welt“ auf der Weltausstellung 1893 vertreten zu sein. Deutschland versuchte hier all das nachzuholen, was es in den vorangegangenen Weltausstellungen versäumt hatte: die Darstellung nationaler Stärke, wirtschaftlicher Autorität und kultureller Vorherrschaft. Offiziell begründete die Regierung ihre Haltung durch die Pflege der deutsch-amerikanischen Freundschaft und die große Bedeutung der internationalen Handelsbeziehungen für das Land. Der Reichstag bewilligte Mittel in Höhe von einer Million Reichsmark, auf der Märzsitzung 1892 erhöhte sich der Betrag um weitere zwei Millionen Reichsmark. Im Gegensatz zur Euphorie des Staates traf man bei der deutschen Wirtschaft und ihren Vertretern zunächst auf eine ablehnende Haltung.[15] Am 15. Mai 1891 wurde Adolph Wermuth zum Reichskommissar ernannt. Seine Aufgabe beinhaltete die Unternehmer für eine deutsche Kollektivausstellung zu gewinnen. In der Agitation der Reichskommission wurde kommuniziert, dass nicht der wirtschaftliche Nutzen im Vordergrund stehe, sondern dass die politische Bedeutung „persönlich und aus patriotischen Gründen“ [16] verpflichte. Ab dem Frühjahr 1892 machte sich Wermuths Engagement bezahlt, innerhalb der Industriellen entwickelte sich ein Haltungsumschwung.[17] Zudem entwickelte er zusätzlich 29 Kollektivausstellungen aus verschiedenen Bereichen.[18] Einen überragenden Auftritt hinterließen die deutschen Industrieabteilungen und der Krupp-Pavillon. Ein besonderes Augenmerk lag jedoch auf dem im volkstümlichen Stil errichteten Deutschen Haus (Abb.1). Aufgrund der hohen Frequenz an Besuchern wurde vor allem dort mit identitätsstiftenden Elementen gearbeitet und versucht eine „corporate identity“ des Landes zu präsentieren. Das Haus bestand aus einer eklektischen Synthese unterschiedlicher Baustile des 15. und 16. Jahrhunderts, von der Romantik bis zum Rokoko. Die Hauptfront war knapp 40m breit, darin eingeschrieben war ein keilförmiger Bau, der nach oben in einem Turm mit einer Höhe von 45m abschloss. Der Turm verjüngte sich zu einer achteckigen Form und endete in einer, von Säulen getragenen, byzantinischen Zwiebelkuppel mit langer Spitze. In der Wandlungszone waren Ritterfiguren aufgestellt. In der Kuppel des Turmes befanden sich zwei Glocken. Die Hauptfront war in hellen Tönen gestaltet und wurde nur durch bildliche Darstellungen gebrochen. Ab dem ersten Geschoss gestaltete Fachwerk die Fassade. Ein Mansardenerker war auf der rechten Seite des Querhauses im Bereich einer Holzgalerie angebracht, ein Zweiter an einem Flachbau, der sich an den linken Keilbau anschloss. Der Eingang in das Haus führte über eine massive Freitreppe am vorderen Bereich des Keilbaus vorbei, hinein in ein dreiteiliges Eingangsgewölbe mit breiter Steintreppe, die zum Hauptsaal führte. Diese Haupthalle war 39m lang, 32m breit, 12m hoch und erstreckte sich über zwei Geschosse. Der Innenraum war mit Gemälden versehen, an der Stirnseite ein Reichsadler aus der Stauferzeit, der auf einem Herzschild den preußischen Adler führt. In ihr wurden die Ausstellungen zum Buchhandel, zur Buchbinderei und verwandten Bereichen gezeigt. Der Turm bestand im Inneren aus drei Ebenen. Die Unterste besaß die Form eines Uhrenturms, die zweite Ebene war mit gotischen Bogenfenstern und einem vorspringenden Balkon ausgestattet. Die dritte Ebene bestand aus Säulen, welche die Kuppel trugen und als Sinnbild für die Kaiserkrone fungierten. Im Deutschen Haus untergebracht waren eine kirchliche Kunstausstellung, die Buchgewerbe- und Fotografieausstellung. Die kirchliche Sammlung wurde in einer Kapelle u.a. mit Orgeln, Glasfenstern, Gemälden, Altären, Ornaten und Bildschnitzwerken gezeigt.[19] Nördlich des Hauses befand sich ein Springbrunnen aus Bronze, der als Ruheplatz und zur Erfrischung eingerichtet worden war. Allgemein diente der Länderpavillon zudem als administrativer Mittelpunkt der Ausstellungskoordination eines jeden Landes. Als Zentrum der kulturellen Repräsentation wurde das „German Village“ installiert. Das Deutsche Dorf war eine originalgetreue Nachbildung einer mittelalterlichen Burg sowie Häusern aus verschiedenen Provinzen im Stil des 16. Jahrhunderts innerhalb der Amüsiermeile „Midway Plaisance“, dem „Bazar of all Nations“. Initiiert von Ulrich Jahn[20] und umgesetzt durch den Architekten Carl Hoffacker, sollte es die kulturhistorische Entwicklung des deutschen Volkes aufzeigen. Während das Rathaus mit davorstehendem Rolandsdenkmal[21] nach hessischem Vorbild errichtet wurde und eine Sammlung deutscher Volkskultur ausstellte, wurden zudem vier originalgetreue Reproduktionen deutscher Bauernhäuser aus dem Münsterland, dem Spreewald, aus Oberbayern und dem Schwarzwald verwirklicht.Den Mittelpunkt des Ensembles bildete eine im Stil des 16. Jahrhunderts errichtete Wasserburg mit Bergfried aus der Pfalz. Durch den hohen Turm war sie ein Besuchermagnet und empfing das Publikum mit einem fiktiven Wappen des Erbauungsdatums 1564. Die Sockelzone bestand aus massivem Mauerwerk und darüber Sichtfachwerk, das steile Schieferdach war mit Giebeln, Erkern und zinnenbekrönten Wehrgängen versehen. Für die Innenausstattung wählte man gotische Stilformen. Im linken Flügel des Gebäudes befand sich ein Weinrestaurant, das typisch deutsche Speisen und Getränke verkaufte. Die sonstigen Säle, wie die Rüstkammer, waren mit verschiedenen Sammlungen zur deutschen Kulturgeschichte bestückt. Im Vorraum der Burg waren Radierungen von Bernhard Mannfeld ausgestellt. Danach folgte ein Rittersaal, in ihm stand eine lebensgroße, aus Wachs geformte, 51-köpfige allegorische Figurengruppe. In der Mitte die hoch aufgerichtete Germania umgeben von „deutschen Helden alter und neuer Zeit“. Ferner waren mittelalterliche Waffen, Wappen deutscher Kaiserhäuser und „farbiges, gemaltes, heraldisches Ornament“ ausgestellt.[22] In der einschiffigen Burgkapelle mit Sakristei befand sich eine prähistorische Sammlung aus dem Zentral Museum in Mainz, lebensgroße Standbilder von römischen Legionssoldaten und fränkischen Kriegern, zudem Modelle prähistorischer Gräber vom Konservator des königlichen Museums. Die freien Flächen wurden mit zwei Musikpavillons gefüllt, auf der Musikkapellen in preußischen Militäruniformen Volkslieder spielten. Außerdem zwei Bierhallen mit einem Fassungsvermögen von 8000 Gästen, in denen deutsche Industrieerzeugnisse verkauft wurden. Die immensen Baukosten mussten durch Eintrittsgelder und Konzessionen ausgeglichen werden.[23] Unter den vielfältigen Festivitäten bot der Deutsche Tag am 15. Juni, dem Jahrestag der Thronbesteigung Wilhelms II., unter Beteiligung des deutschen Gesandten in Washington, der Vertreter der Ausstellungsbehörde, der Stadt Chicago und der ausländischen Ausstellungskommissare vor 200.000 Besuchern einen fulminanten Akt der nationalen Darstellung.[24] Darüber hinaus war Deutschland in der nach Charles B. Atwood erbauten Kunsthalle (Abb.2) mit rund 700 Werken vertreten.[25] Allgemein wurde die Weltausstellung und ihre Resonanz nahezu in allen Bereichen als Erfolg gewertet. Unterstützt wurde dies durch die Vielzahl gewonnener Auszeichnungen. Innerhalb dieser Hochstimmung wertete sich Deutschland als Gewinner im Gebiet der Industrie und des Kunstgewerbes über die Franzosen.[26] In der Berichterstattung über die Weltausstellung bildete dieser innereuropäische Wettstreit ein bestimmendes Element. Es handelte sich also nicht nur um die amerikanisch-europäischen Gegensätze, sondern auch um die Konkurrenz innerhalb Europas.

[...]


[1] Hofmann, Werner: Die Welt als Schaustellung. In: Ders.: Das irdische Paradies. Motive und Ideen des 19. Jahrhunderts. München 1991,

S. 86-111. hier S. 86.

[2] Mattie, Erik: Weltausstellungen. Stuttgart: Belser, 1998, S. 12.

[3] Bucher, Lothar: Kulturhistorische Skizzen aus der Industrieausstellung aller Völker. Frankfurt a.M. 1851, S. 19.

[4] Es wurden mehr als 230 große Ausstellungen zwischen 1851 und 1880 veranstaltet. Ahrens, Felix Benjamin: Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien. Berlin: 1880, S. 145-153.

[5] Grewe, Cordula (Hrsg.): Die Schau des Fremden, Ausstellungskonzepte zwischen Kunst, Kommerz und Wissenschaft. In: Mauch, Christof: Transatlantische historische Studien, Bd. 26, Stuttgart 2006.

[6] London 1851, 1862 und Paris 1855, 1867.

[7] Fuchs S. 62 - 63.

[8] Diese Bauten kosteten 25,5 Millionen Dollar, die Einnahmen lagen bei 28,1 Millionen Dollar. Bei einer Besucherzahl von 21, 5 Millionen Menschen betrug der Gewinn 1,8 Millionen Dollar. Beutler, Christian: Weltausstellungen im 19. Jahrhundert. Die Neue Sammlung, Staatliches Museum für angewandte Kunst, München, 1973, S. 210.

[9] Wörner, Martin: Vergnügung und Belehrung. Volkskultur auf den Weltausstellungen 1851 - 1900. München: Waxmann, 1999, S. 72.

[10] Friebe: Vom Kristallpalast zum Sonnenturm, S.136.

[11] „Board of Lady Managers“, Vorsitzende: Bertha Honoré Palmer. Architektin: Sophia Hayden. Frau Palmer hatte großen Einfluss bei der Auswahl der im Kunstpalast gezeigten Gemälde. Sie war dafür verantwortlich, dass französische impressionistische Gemälde gezeigt wurden, zu einer Zeit, als diese noch nicht in europäischen Museen ausgestellt waren. Friebe, Wolfgang: Vom Kristallpalast zum Sonnenturm: eine Kulturgeschichte der Weltausstellungen. Leipzig: Ed. Leipzig, 1983. S.138.

[12] 170 Delegierte verschiedener Glaubensrichtungen nahmen daran teil. Die geringe Beachtung lässt sich möglicherweise durch die nicht vorhandenen Resultate des prominenten Zusammenkommens erklären. Osterhammel, Jürgen: Die Verwandlung der Welt: eine Geschichte des 19. Jahrhunderts. München: Beck, 2011, S. 1277.

[13] 1889 war Deutschland „Teil eines allgemeinen Boykotts der europäischen Monarchien, die aus offensichtlichen Gründen“ zu den „parallel abgehaltenen Säkularfeiern der französischen Revolution“ ablehnend gegenüberstand. Siehe: Cornelißen, Christoph: Das Deutsche Reich auf den Weltausstellungen des 19. Jahrhunderts, in: http://www.tu-cottbus.de/theoriederarchitektur/Wolke/deu/ Themen/001/Cornelissen/cornelissen.html (Download: 10.10.2011 um 08:14 Uhr).

[14] Um die Entwicklung und Potenz des Reiches im Wettbewerb mit den beiden Kontinentalmächten zu demonstrieren, war angedacht, eine Weltausstellung in Deutschland 1885 durchzusetzten. Die Pläne scheiterten jedoch an verzögerten Entscheidungsprozessen der Regierung des deutschen Reiches und dem Zuvorkommen Frankreichs mit der Ankündigung, eine Weltausstellung 1900 auszurichten.

[15] Die negative Einstellung der „industriellen Verbände, Handelskammern und gewerblichen Vereinigungen“ begründete sich auf die „handelsfeindliche Schutzzollpolitik Amerikas, einer generellen Ausstellungsmüdigkeit, der Angst vor „geistigem Diebstahl“ deutscher Produkte durch die amerikanische Konkurrenz, als auch der zu erwartende finanzielle Aufwand“. Siehe: Fuchs, Eckhardt: Das deutsche Reich auf den Weltausstellungen vor dem ersten Weltkrieg. In: Fuchs, Eckhardt (Hrsg.): Weltausstellungen im 19. Jahrhundert, Leipzig 2000. S. 71 f.

[16] Fuchs, S.73.

[17] Diverse Industriezweige aus Sachsen und Süddeutschland, insbesondere die Eisenindustrie (z.B. Krupp mit einem eigenen Pavillon für Waffen und militärischer Ausrüstung), stimmte der Beteiligung zu. Ebd.

[18] Sie reichten von Buchgewerbe, Architektur, Kunst, Wein-, Obst-, Gartenbau über das Elektrizitätswesen, Maschinenbau, Chemie, Spielwaren und Textilien bis hin zum Unterrichtswesen. Fuchs, S.74.

[19] Unsere Weltausstellung: eine Beschreibung der Columbischen Weltausstellung in Chicago, 1893; Chicago, 1894.

[20] Ulrich Jahn war Mitarbeiter des „Museums für deutsche Volkstrachten und Erzeugnisse des Hausgewerbes“. Wörner, Vergnügen und Belehrung, S. 73.

[21] Das Rolandsdenkmal war ein Zeichen freier Handelsbeziehungen und bürgerlicher Freiheit. Fuchs, S. 75.

[22] Unsere Weltausstellung: eine Beschreibung der Columbischen Weltausstellung in Chicago, 1893; Chicago, 1894. S. 328.

[23] Der Besuch des Geländes war kostenfrei, für Konzerte und Ausstellungen zahlte ein Besucher meist 25 Cent Eintritt. Wörner, S. 74.

Die romantisierten Gebäuden und nationalen Feiertage, wie auch die Trachten der Angestellten und Militärkapellen, wurden laut Wörner als identitätsstiftende, ikonografische Darstellungen von Nation, Kultur und Heimat etabliert und somit auch als ideologisches Bindeglied für einen großen Bevölkerungsanteil von Deutsch-Amerikanern genutzt. Im Bezug auf das politische Kalkül der deutschen Regierung wird die sichtbar, sich im Kampf mit den Imperial Mächten um die Weltpolitik, die Vorherrschaft (auch) auf kultureller Ebene zu sichern.

Dazu zählten Gemälde, Radierungen, Stiche, Skulpturen aus Bronze und Marmor sowie 150 Entwürfe und Modelle, darunter das Reichstagsgebäude aus der Architektur.

In mehreren Quellen wird allerdings auch die Haltung formuliert, dass die Amerikaner die Deutsche Kunst nicht würdigten, da Frankreich den Geschmack der damaligen Zeit mehr traf und somit automatisch eine größere Rolle spielte. Falls dem so war, ist die Ignoranz Deutschlands wenige Jahre später gegenüber den avantgardistischen Strömungen aus Frankreich, umso verwunderlicher.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Die Präsentation Deutschlands auf den Weltausstellungen in Chicago 1893 und St. Louis 1904
Hochschule
Technische Universität Berlin  (Institut für historische Urbanistik und Kunstgeschichte)
Veranstaltung
Gastspiele deutscher Kunst in den USA
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
26
Katalognummer
V201320
ISBN (eBook)
9783656282914
ISBN (Buch)
9783656283287
Dateigröße
1576 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
präsentation, deutschlands, weltausstellungen, chicago, louis
Arbeit zitieren
Sarah Gulich (Autor), 2011, Die Präsentation Deutschlands auf den Weltausstellungen in Chicago 1893 und St. Louis 1904 , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201320

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