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Risikotragfähigkeit in Kreditinstituten: Ermittlung, Beurteilung, Weiterentwicklungspotenzial

Titel: Risikotragfähigkeit in Kreditinstituten: Ermittlung, Beurteilung, Weiterentwicklungspotenzial

Masterarbeit , 2012 , 91 Seiten , Note: 1,8

Autor:in: Dominik Leichinger (Autor:in)

BWL - Bank, Börse, Versicherung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Bei der Ausgestaltung von Risikotragfähigkeitsansätzen geben das KWG und die MaRisk die maßgeblichen rechtlichen Rahmenbedingungen vor und setzen die wesentlichen Inhalte der internationalen Vorgaben der Banken- und Kapitaladäquanzrichtlinie in deutsches Recht um. Zusätzlich existiert mit dem von BaFin und Bundesbank gemeinsam veröffentlichten Leitfaden zur aufsichtlichen Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte ein Positionspapier, in welchem die Bankenaufsicht ihre Beurteilungskriterien hinsichtlich der Erfüllung der rechtlichen Anforderungen darlegt.
Unter Beachtung des Wesentlichkeitsprinzips, des Proportionalitätsprinzips und des Prinzips der Methodenfreiheit legt die aufsichtliche Beurteilung insbesondere einen Fokus auf Konsistenzaspekte, eine vollständige Risikoabbildung sowie die Beachtung des Vorsichtsprinzips.
Methodisch lassen sich Risikotragfähigkeitsansätze in Abhängigkeit von der verfolgten Absicherungszielsetzung und der verwendeten Methode zur Ableitung des Risikodeckungspotenzials in jeweils zwei miteinander kombinierbare Grundtypen unterteilen, sodass insgesamt vier verschiedene Ansätze voneinander abgegrenzt werden können. Sofern das primäre Ziel in der Absicherung von Ansprüchen der Eigenkapitalgeber liegt und die für Unterlegungszwecke der Minde-steigenkapitalvorschriften nach Säule vorgehaltenen Kapitalbestandteile nicht zusätzlich als Risikodeckungsmasse für das Eingehen von Risiken bereitgestellt werden, handelt es sich um einen Fortführungsansatz. Wenn die Zielsetzung hingegen auf die Absicherung von Gläubigeransprüchen ausgerichtet ist, handelt es sich regelmäßig um einen Liquidationsansatz, in welchem auch das nach Säule eins vorzuhaltende Kapital als Teil des Risikodeckungspotenzials angesetzt werden kann.
Was die Ermittlung des Risikodeckungspotenzials betrifft, kann zwischen bilanzorientierten und wertorientierten Ansätzen differenziert werden.
Auf der Risikoseite sehen die MaRisk mindestens die Einbeziehung sämtlicher vom Institut als wesentlich eingestuften Risiken vor. Für die Quantifizierung verwenden die meisten Institute einen VaR – Ansatz. Sowohl der berechnete Risikobetrag einer einzelnen Risikoart als auch der aggregierte Betrag für das Gesamtbankrisiko wird in nicht unerheblichen Ausmaß durch die Wahl der Risiko-quantifizierungsparameter wie Konfidenzniveau, Haltedauer und Beobachtungszeitraum sowie den in die Rechnung einbezogenen Risikoverbundeffekten determiniert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rahmenbedingungen

2.1 Gesetzliche Grundlagen

2.2.1 Internationale Vorgaben

2.2.2 Nationale Vorgaben

2.2 Überprüfungs- und Sanktionsmöglichkeiten der Bankenaufsicht

2.2.1 Überprüfungsinstrumente und Beurteilungskriterien

2.2.2 Eingriffs- und Sanktionsmöglichkeiten

2.3 Allgemeine Grundlagen

2.3.1 Risikotragfähigkeit als Hauptkomponente des Risikomanagements

2.3.2 Abgrenzung unterschiedlicher Risikotragfähigkeitsansätze

3. Grundformen von Risikotragfähigkeitsansätzen

3.1 Ermittlung des Risikodeckungspotenzials

3.1.1 bei bilanzorientierten Ansätzen

3.1.2 bei wertorientierten Ansätzen

3.2 Ermittlung des Risikopotenzials

3.2.1 Einzubeziehende Risikoarten

3.2.2 Ausgestaltung der Risikomessmethoden

3.3 Gegenüberstellung von Risiko und Risikodeckungsmassen

4. Kritische Würdigung und Umsetzung in der Praxis

4.1 Ergebnisse der Studie der Deutschen Bundesbank

4.1.1 Verwendung von Risikodeckungspotenzialen

4.1.2 Berücksichtigung von Risikopotenzialen

4.2 Grenzen von Risikotragfähigkeitsansätzen

4.2.1 Konzeptionelle Grenzen

4.2.2 Grenzen der Risikoquantifizierung

4.3 Weiterentwicklungsmöglichkeiten von Risikotragfähigkeitsansätzen

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an die Ermittlung der Risikotragfähigkeit bei Kreditinstituten aufzuzeigen und die Herausforderungen bei der Quantifizierung von Risiken sowie der Bestimmung von Risikodeckungsmassen zu analysieren. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie rechtliche Rahmenbedingungen und methodische Ansätze (wie bilanzorientierte vs. wertorientierte Verfahren) zusammenwirken, um eine angemessene Risikotragfähigkeit zu gewährleisten und Missverhältnisse frühzeitig zu identifizieren.

  • Rechtliche Rahmenbedingungen und aufsichtliche Überprüfungsverfahren
  • Methodische Ansätze zur Ableitung des Risikodeckungspotenzials
  • Systematisierung und Quantifizierung wesentlicher Risikoarten
  • Herausforderungen bei der Aggregation von Risiken (Diversifikation vs. Risikokonzentration)
  • Stufenkonzepte und Ansätze zur Gegenüberstellung von Risiko und Deckungsmasse

Auszug aus dem Buch

3.1.2 bei wertorientierten Ansätzen

Im Vergleich zur im vorhergehenden Kapitel beschriebenen bilanzorientierten Ableitung des Risikodeckungspotenzials erfolgt die Ermittlung bei wertorientierten Ansätzen aus rein ökonomischer Sichtweise. Regulatorische Vorgaben der Säule eins, wie die Berücksichtigung von Kappungsgrenzen bei der Ermittlung des als Risikodeckungspotenzial ansatzfähigen bilanziellen Eigenkapitals, oder Rechnungslegungsvorschriften zum Ansatz und zur Bewertung von Vermögensgegenständen und Verbindlichkeiten, werden bei wertorientierten Ansätzen nicht beachtet.

Ökonomisch betrachtet entspricht das Risikodeckungspotenzial dem Unternehmenswert eines Kreditinstituts, abgeleitet aus seinem Substanzwert. Die Wahl des Substanzwertverfahrens, im Vergleich zu anderen Verfahren der Unternehmensbewertung wie dem Ertragswertverfahren, liegt darin begründet, dass die Bestimmung des Unternehmenswertes nicht auf Basis in der Totalperiode des Unternehmens anfallender Ertragsüberschüsse erfolgt. Eine ausschließlich auf die zukünftige Ertragskraft abzielende Ermittlung des Risikodeckungspotenzials ist mit der Zielsetzung von Risikotragfähigkeitskonzepten, gegenwärtig schlagend werdende Risiken zu begrenzen, nicht vereinbar.

Konzeptionell ergibt sich der Substanzwert eines Kreditinstituts aus dem Barwert der vorhandenen Vermögenswerte abzüglich des Barwerts der Verbindlichkeiten und wird in der Literatur häufig als barwertiges Risikodeckungspotenzial bezeichnet. Im Rahmen der Abzinsung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten sind bei der Ermittlung des Substanzwertes sowohl die erwarteten Ausfallkosten als auch die Bestandskosten eines Instituts zu berücksichtigen.

In Abhängigkeit von der dem Risikotragfähigkeitsansatz zugrunde liegenden Absicherungszielsetzung können ferner erwartete Wertzuwächse aus dem in zukünftigen Perioden geplanten Neugeschäft, die sogenannte „Performance“ als Bestandteil des Risikodeckungspotenzials berücksichtigt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Notwendigkeit einer soliden Risikotragfähigkeit im Kontext der Finanzmarktkrise und definiert den Fokus auf die aufsichtsrechtlichen sowie methodischen Anforderungen auf Einzelinstitutsebene.

2. Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen Anforderungen (insb. MaRisk, KWG) und die Überprüfungsinstrumente der Bankenaufsicht, welche die rechtlichen Leitplanken für die Risikotragfähigkeitskonzepte bilden.

3. Grundformen von Risikotragfähigkeitsansätzen: Hier werden die methodischen Ansätze zur Ermittlung des Risikodeckungspotenzials (bilanzorientiert vs. wertorientiert) sowie die Vorgehensweisen zur Quantifizierung und Gegenüberstellung von Risiken detailliert dargestellt.

4. Kritische Würdigung und Umsetzung in der Praxis: Das Kapitel analysiert empirische Ergebnisse zur Umsetzung in der deutschen Kreditwirtschaft und hinterfragt kritisch die Grenzen der gewählten Ansätze, insbesondere im Hinblick auf Konzeption und Risikoquantifizierung.

5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der wesentlichen Ergebnisse zur methodischen Steuerung der Risikotragfähigkeit und betont den Bedarf an kontinuierlicher Weiterentwicklung der Modelle.

Schlüsselwörter

Risikotragfähigkeit, Risikodeckungspotenzial, Risikomanagement, MaRisk, Bankenaufsicht, Value-at-Risk, ICAAP, Risikoinventur, Fortführungsansatz, Liquidationsansatz, Risikoaggregation, Diversifikationseffekte, Risikokonzentration, Stresstest, Risikotoleranz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die methodischen und aufsichtsrechtlichen Aspekte der Risikotragfähigkeitsermittlung in Kreditinstituten unter Berücksichtigung der aktuellen regulatorischen Vorgaben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen gehören die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Abgrenzung von Risikotragfähigkeitsansätzen (bilanz- vs. wertorientiert) sowie die praktische Umsetzung der Risikoquantifizierung und -aggregation.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, welche Anforderungen die Aufsicht stellt und welche methodischen Herausforderungen bei der Quantifizierung von Risiken und Deckungsmassen bestehen, um eine fundierte Beurteilung der Risikotragfähigkeit zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine deduktive Herleitung basierend auf gesetzlichen Grundlagen, Interpretationsleitfäden der Aufsicht (BaFin/Bundesbank) sowie einer kritischen Analyse empirischer Studienergebnisse zur Umsetzung in der Praxis.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung rechtlicher Rahmenbedingungen, die Erläuterung der verschiedenen Ansätze zur Ermittlung des Deckungspotenzials und der Risiken sowie eine kritische Würdigung der Grenzen dieser Modelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Risikotragfähigkeit, Risikomanagement, MaRisk, Value-at-Risk und ICAAP definieren.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Fortführungs- und Liquidationsansatz so wichtig?

Diese Unterscheidung bestimmt maßgeblich, welche Komponenten als Risikodeckungsmasse herangezogen werden dürfen und welche Anforderungen an das Risikopotenzial gestellt werden, um die Ansprüche der Eigenkapitalgeber oder Gläubiger zu schützen.

Welche Rolle spielt die Datenverfügbarkeit bei der Risikoquantifizierung?

Die Arbeit identifiziert die mangelnde Verfügbarkeit von Schadensdaten als signifikante Herausforderung, da sie oft zu Modellvereinfachungen und der Notwendigkeit von Expertenschätzungen zwingt, was die Genauigkeit der Risikomessung beeinträchtigen kann.

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Details

Titel
Risikotragfähigkeit in Kreditinstituten: Ermittlung, Beurteilung, Weiterentwicklungspotenzial
Hochschule
Akademie Deutscher Genossenschaften ADG e.V.
Note
1,8
Autor
Dominik Leichinger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
91
Katalognummer
V201829
ISBN (eBook)
9783656291145
ISBN (Buch)
9783656293194
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Risikotragfähigkeit Risikodeckungspotenzial Risikomessung Bankenaufsicht Risikodeckungsmasse Liquidationsansatz Fortführungsansatz MaRisk ICAAP Internal Capital Adequacy Assessment Process Mindesanforderungen an das Risikomanagement
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dominik Leichinger (Autor:in), 2012, Risikotragfähigkeit in Kreditinstituten: Ermittlung, Beurteilung, Weiterentwicklungspotenzial, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201829
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Leseprobe aus  91  Seiten
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