The Empire strikes back - Wirtschaftsorganisationen und Verbände im Mediensektor


Seminararbeit, 2001

24 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Gliederung:

1. Einleitung

2. Vorstellung der bedeutendsten deutschen Medienverbände
2.1 Der VPRT
2.2 Die SPIO
2.3 Der DMMV
2.4 Der ZAW

3. Generelle Arbeitsweise und Aktionsformen von Verbänden in Deutschland mit Beispielen aus der Arbeit der Medienverbände
3.1 Formen des Verbandseinflusses in Deutschland
3.2 Arbeits- und Aktionsmöglichkeiten der Medienverbände

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

6. Anhang

1. Einleitung

Wie der überwiegende Teil der deutschen Wirtschaft ist auch die Medienwirtschaft stark in Interessenverbänden organisiert. Um jene Wirtschaftsorganisationen und Interessenverbände im Mediensektor wird es in dieser Arbeit gehen.

Vergleicht man die Medienpräsenz dieser Interessenverbände mit derer anderer Interessenverbände der Wirtschaft und setzt dies in Relation zur Popularität ihrer Mitglieder, so wird dabei eine deutliche Diskrepanz deutlich.

Ausgehend von dieser Beobachtung werden unter den Leitfragen „Welcher Aktionsformen bedienen sich Interessenverbände aus dem Mediensektor in Deutschland? Und wie erfolgreich ist ihre Arbeit?“ im Punkt 2 der Arbeit die wichtigsten Interessenverbände des Mediensektors aus den Bereichen „Rundfunk“, „Film“, „Multimedia“ und „Werbung“ vorgestellt. Mit dieser Auswahl sollen alle Bereiche der audiovisuellen Medien abgedeckt werden. Eine genaue Kenntnis der Organisationsstrukturen und Ziele dieser Verbände ist notwendig, um Rückschlüsse auf ihre Arbeitsweisen ziehen zu können. Abschnitt 3.1 dieser Arbeit beschäftigt sich mit allgemeinen Formen der Verbandsarbeit, während in Abschnitt 3.2 die den Medienverbänden möglichen Aktionsweisen beschrieben werden, so dass eine abschließende vergleichende Bewertung der Arbeit der Medienverbände auch im Hinblick auf Möglichkeiten und Erfolge von Interessenverbänden anderer Branchen ermöglicht wird. Eine den Leitfragen folgende Bewertung und Zusammenfassung des Erarbeiteten wird im Fazit vorgenommen.

An dieser Stelle sei schon auf die Problematik der Literaturauswahl hingewiesen. Während keinerlei Mangel an Literatur zu Arbeitsweise, Einfluss und Organisation von Verbänden besteht, ist es sehr schwierig, neutrale Informationen zu den einzelnen Medienverbänden zu bekommen. Hierbei war der Verfasser weitestgehend auf die von den einzelnen Medienverbänden selbst im Internet bereitgestellten einseitigen Informationen angewiesen, welche vor der Verwendung in dieser Arbeit jedoch möglichst kritisch bewertet und überprüft wurden.

2. Vorstellung der bedeutendsten deutschen Medienverbände

2.1 Der Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation

Der Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation e.V. (VPRT) wurde 1990 in Folge eines Zusammenschlusses des Bundesverbands Privater Rundfunk und Telekommunikation e.V. (BPRT) und des Bundesverbands Kabel und Satellit e.V. (BKS) gegründet.

Der VPRT vertritt knapp 170 Unternehmen aus der Rundfunk- und Telekommunikationsbranche und ist in die drei Fachbereiche „Fernsehen“, „Rundfunk“ sowie „Vertrieb, Technik und Telekommunikation“ (VTT) unterteilt. Die Multimediaplattform des VPRT vertritt die Interessen der Multimediabereiche der Mitgliedsunternehmen in einer die einzelnen Fachbereiche übergreifenden Form. Die Organe des VPRT sind die Mitgliederversammlung, der Vorstand und die Vorstände der Fachbereiche.[1]

Der VPRT vertritt die Interessen seiner Mitgliedsunternehmen mit dem Ziel, die gesellschaftliche Etablierung des privaten Rundfunks zu fördern. Weiterhin stehen selbstverständlich die wirtschaftlichen Interessen der Mitglieder im Zentrum der Verbandsarbeit.

Tätigkeitsfelder des VPRT sind die Vertretung der Mitglieder auf Landes-, Bundes- und Europaebene gegenüber Exekutive und Legislative, Vertretung der Mitglieder in anderen nationalen und internationalen Gremien, Verhandlungen mit Dienstleistern und Institutionen über Gesamtverträge für die Mitglieder sowie die Beratung und Unterstützung seiner Mitglieder auf technischem, rechtlichem, politischem und wirtschaftlichem Gebiet. Ein weiterer Tätigkeitsschwerpunkt ist der Bereich Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit zur Publikation von Verbandspositionen in der Öffentlichkeit und einer damit einhergehenden Beeinflussung des Meinungsbildungsprozesses zu verbandsrelevanten Themen.[2]

Der Vorstand des VPRT besteht aus 15 Mitgliedern. Der Präsident des VPRT ist Jürgen Doetz, Vorstandsvorsitzender von Pro7Sat1 Media. Auffällig ist, dass der Vorstand des VPRT überwiegend aus Vertretern der Mitgliedsunternehmen aus den Verbandsbereichen Rundfunk und Fernsehen besteht. Vertreter aus dem technischen Bereich sind deutlich in der Minderheit.[3] Dies lässt, wie im Punkt 3 dieser Arbeit noch veranschaulicht wird, Rückschlüsse auf die Arbeitsschwerpunkte dieses Verbandes zu.

Weiterhin sei noch erwähnt, dass der VPRT Gründungsmitglied der „Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen“ (FSF) und der „Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia“ (FSM) ist.

2.2 Die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft

Die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e.V. (SPIO) wurde 1950 gegründet und vertritt als Dachverband die Anliegen ihrer Mitgliedsverbände aus der gesamten deutschen Filmwirtschaft. Weiterhin ist die SPIO der Rechtsträger der „Freiwilligen Selbstkontrolle Film“ (FSK).

Die Organisationsstruktur der SPIO setzt sich aus der Geschäftsführung, der Verwaltung, dem Arbeitsbereich Statistik und Pressearbeit, der FSK-Grundsatzkommission, den Kommissionen Etat, Technik, Urheberrecht und verschiedenen SPIO-Arbeitsgemeinschaften zusammen.

Die SPIO sieht sich als Initiator und Teilnehmer filmpolitischer Diskussion. Außerdem gilt sie als Vertreter und Koordinator von Mitgliederinteressen innerhalb und außerhalb der Organisation. Für ihre Mitglieder und ihr angehörige Institutionen leistet sie Dienste in den Bereichen Service und Administration. So führt die SPIO ein Filmtitelregister, nimmt statistische Auswertungen vor und erstellt juristische Gutachten zu Filmen. Sie selbst sieht sich als Trägerin kultureller Verantwortung.

Weiterhin gehört die SPIO zu den Hauptträgern des Deutschen Filminstituts e.V.. Die Deutsche Filmkünstlernothilfe zur Absicherung von Filmkünstlern vor sozialen Härten wurde ebenfalls von der SPIO ins Leben gerufen.

Ein wichtiges Aufgabenfeld im Rahmen der Verbandsarbeit der SPIO ist die Sicherung des Fortbestands der Filmförderung in der Kultur- und Wirtschaftsförderung sowie die Pflege nationaler und europaweiter Filmvertriebs- und Filmverwertungsnetze.[4]

2.3 Der Deutsche Multimediaverband

Der Deutsche Multimediaverband e.V. (DMMV) ist seit seiner Gründung 1995 mit rund 1300 Mitgliedsunternehmen die bedeutendste Interessenvertretung der Multimediabranche. Zur genauen Abgrenzung seines Arbeitsfeldes hat der Verband eine eigene Definition des Begriffs „Multimedia“ erarbeitet. Multimedia sind danach alle computergestützten, interaktiven Online-, Offlinemedien- und Kommunikationsprodukte, die mindestens drei Darstellungsformen (z.B. Text, Bild, Bewegtbilder und Ton) beinhalten.[5]

Als Interessenvertretung einer relativ neuen, stark wachsenden Branche sieht der DMMV die Schwerpunkte seines Geschäftsbereichs in der Schaffung von Qualitätsrichtlinien im Multimediabereich („Qualitätsinitiative Multimedia“), in der Klassifikation der Märkte dieser Branche in Abstimmung mit dem Statistischen Bundesamt und in der Erarbeitung und Aushandlung verbindlicher Rechtsstandards. Erkennbar wird hierbei, dass der Arbeitsschwerpunkt erst einmal auf der Abgrenzung der Multimediabranche von anderen Medienbereichen liegt. Man beabsichtigt, den Multimediabereich zu einem eigenständigen, konstanten und ertragreichen Tätigkeitsfeld auszuformen.[6]

[...]


[1] vgl. Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT) (Hrsg.): Über den VPRT. In: http://www.vprt.de/vprt/ueberblick, eingesehen am 15.11.2000

[2] vgl. ebenda

[3] vgl. Anhang Übersicht 2

[4] vgl. Franz, Peter: Spitzenorganisation der Filmwirtschaft. In: Fischer, Heinz-Dietrich (Hrsg.): Medienverbände in Deutschland. Berlin 1991, Seite 99-117, Seite 99 ff.

[5] vgl. Deutscher Multimedia Verband (DMMV) (Hrsg.): Was ist der dmmv?. In: http://www.dmmv.de/uber/uber.htm, eingesehen am 23.03.2001

[6] vgl. Deutscher Multimedia Verband (DMMV) (Hrsg.): Info und dmmv-Aktionsplan 2000. In: http://www.dmmv.de/info/empfehlungen.htm, eingesehen am 23.03.2001

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
The Empire strikes back - Wirtschaftsorganisationen und Verbände im Mediensektor
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig  (Institut für Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Proseminar Regulierung der Medienwelt
Note
1
Autor
Jahr
2001
Seiten
24
Katalognummer
V2019
ISBN (eBook)
9783638112413
Dateigröße
965 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Überblick über die Tätigkeiten von Medienverbänden in Deutschland. Infos zu Lobbying im Medienbereich. Überblick über sich entwicklende Interessenkonzentration in der Medienpolitik. 652 KB
Schlagworte
Medienverbände, Medienpolitik, Verbände, VPRT
Arbeit zitieren
Thomas Kahmann (Autor:in), 2001, The Empire strikes back - Wirtschaftsorganisationen und Verbände im Mediensektor, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2019

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