Da mit dem demographischen Wandel eine Alterung der Gesellschaft einhergeht, soll folgende These, die dieser Arbeit zugrunde liegt, untersucht werden: Bei der derzeit niedrigen Geburtenrate ist zu erwarten, dass künftig sowohl der Anteil der älteren Erwerbslosen als auch das Angebot an jüngeren Arbeitskräften sinkt, wobei zugleich der Bedarf an Arbeitskraft relativ konstant bleibt.
Um dem auf den Grund zu gehen, wird beschrieben, wie sich der demographische Wandel künftig auswirkt, wobei der Schwerpunkt auf der Personengruppe der älteren erwerbslosen Bevölkerung und ihrer Situation auf dem Arbeitsmarkt liegt. Diese ist nämlich jene Personengruppe, welcher auf dem deutschen Arbeitsmarkt – und nicht nur hierzulande – mit am häufigsten Diskriminierung und Benachteiligung widerfährt. Gemeint sind Erwerbslose, beziehungsweise Erwerbssuchende ab einem Alter von 50 Jahren.
Einleitend werden für die Ausarbeitung wichtige Begrifflichkeiten definiert. Es wird auf den Arbeitsmarkt und die Arbeitslosigkeit eingegangen und erklärt, was genau mit dem demographischen Wandel gemeint ist. Um die Folgen des demographischen Wandels zu beleuchten, wird auf die natürliche (Fertilität und Mortalität) und räumliche Bevölkerungsbewegung (Wanderungsgeschehen) eingegangen. Desweiteren folgen Definitionen von Diskriminierung und ihres Verbots, welches unter anderem im Grundgesetz und im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz verankert ist.
Das anschließende Kapitel behandelt die Situation Älterer, hauptsächlich Erwerbsloser, auf dem Arbeitsmarkt; dazu wird eingangs die Entwicklung der Arbeitsmarktsituation der Gruppe der über 50-Jährigen dargestellt. Aktuelle Daten geben einen Überblick der gegenwärtigen Lage auf dem Arbeitsmarkt. Nachfolgend wird auf Diskriminierung, beziehungsweise Altersdiskriminierung – besonders die Benachteiligung älterer Bewerber durch andere Marktakteure – eingegangen und schließlich wird sich mit einer möglichen Gegenmaßnahme beschäftigt.
Zum Abschluss der Arbeit werden wichtige Ergebnisse zusammengefasst und bewertet. Desweiteren wird die aufgestellte These beantwortet und ein Ausblick über die künftig prognostizierte Situation des Arbeitsmarktes gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Überbau
2.1. Arbeitsmarkt und Arbeitslosigkeit
2.2. Der demographische Wandel und seine Folgen
2.3. Definitionen von Diskriminierung
3. Die Diskriminierung älterer Erwerbspersonen auf dem Arbeitsmarkt
3.1. Die Entwicklung bis hin zur aktuellen Arbeitsmarktsituation
3.2. Altersdiskriminierung älterer Bewerber
3.3. Anonymisierte Bewerbungsverfahren in Deutschland
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen des demographischen Wandels auf den deutschen Arbeitsmarkt, wobei der Fokus auf der Diskriminierung älterer Erwerbssuchender ab 50 Jahren liegt. Es wird analysiert, inwiefern ein Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials bei gleichzeitig konstantem Arbeitskräftebedarf zu einer Benachteiligung älterer Arbeitskräfte führt und welche Rolle Instrumente wie anonymisierte Bewerbungsverfahren spielen können.
- Demographischer Wandel und seine sozioökonomischen Folgen
- Arbeitsmarktmechanismen und Formen der Arbeitslosigkeit
- Altersdiskriminierung im Rekrutierungsprozess
- Anonymisierte Bewerbungsverfahren als Interventionsmaßnahme
- Zukünftige Entwicklung des Erwerbspersonenpotenzials
Auszug aus dem Buch
Altersdiskriminierung älterer Bewerber
Verlässliche Aussagen über die Abnahme der Leistungsfähigkeit und Produktivität mit steigendem Alter einer Arbeitskraft können nicht getroffen werden, da eine Korrelation zwischen den Variablen Alter und Produktivität einer Arbeitskraft nicht eindeutig empirisch nachgewiesen ist. Arbeitsproduktivität wird durch zweierlei Faktoren bestimmt: durch die Leistung der sich über die gesamte Lebensarbeitszeit anhäufenden Erfahrung einerseits und andererseits durch physische und kognitive Leistungen, welchen man mit steigendem Alter eine Abnahme nachsagt. Zusätzlich führen Investitionen in Bildung, beispielsweise Fort- und Weiterbildungen, zu einer Steigerung des Humankapitals und dadurch einer gesteigerten Produktivität.
Dennoch kommt es – auch bei vergleichbarer Qualifikation der Bewerber – häufig zu Personalentscheidungen, die als altersdiskriminierend bezeichnet werden können. In der Arbeitswelt findet Altersdiskriminierung dann statt, wenn Entscheidungen der Personalverantwortlichen über beispielsweise Beförderungen oder Einstellungen einer Arbeitskraft – ganz gleich ob bereits angestellt oder Bewerber – nicht primär aufgrund der Qualifikation getroffen werden, sondern vordergründig aufgrund des Alters derjenigen Person.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert die Problemstellung und die These, dass trotz sinkenden Erwerbspersonenpotenzials ältere Arbeitskräfte diskriminiert werden, und gibt einen Überblick über den Aufbau der Arbeit.
2. Theoretischer Überbau: Dieses Kapitel erläutert grundlegende ökonomische Begriffe wie Arbeitsmarkt, Arbeitslosigkeit, demographischen Wandel sowie Definitionen von Diskriminierung und deren rechtliche Rahmenbedingungen.
3. Die Diskriminierung älterer Erwerbspersonen auf dem Arbeitsmarkt: Das Hauptkapitel analysiert die aktuelle Situation älterer Arbeitnehmer, beleuchtet empirische Studien zur Altersdiskriminierung und diskutiert anonymisierte Bewerbungsverfahren als mögliche Lösungsansätze.
4. Fazit: Das Fazit bewertet die eingangs aufgestellte These kritisch und diskutiert die langfristigen Herausforderungen des demographischen Wandels sowie die Notwendigkeit, Qualifikation über das Alter zu stellen.
Schlüsselwörter
Demographischer Wandel, Arbeitsmarkt, Arbeitslosigkeit, Altersdiskriminierung, Erwerbspersonenpotenzial, Anonymisierte Bewerbungsverfahren, Personalrekrutierung, Humankapital, Produktivität, AGG, Fachkräftemangel, Geburtenrate, Lebenserwartung, Chancengleichheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen demographischem Wandel und der Diskriminierung älterer Arbeitskräfte auf dem deutschen Arbeitsmarkt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Auswirkungen der Bevölkerungsalterung, ökonomische Modelle der Arbeitslosigkeit, Mechanismen der Altersdiskriminierung sowie die Evaluation von anonymisierten Bewerbungsverfahren.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist die Prüfung der These, dass trotz eines sinkenden Angebots an jungen Arbeitskräften und einem relativ konstanten Bedarf ältere Erwerbspersonen weiterhin Diskriminierung erfahren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretische und literaturanalytische Arbeit, die auf ökonomischen Standardmodellen und der Auswertung bestehender Feld- und Vignettenstudien sowie offizieller Bevölkerungsdaten basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der aktuellen Arbeitsmarktsituation der über 50-Jährigen, den Gründen für ihre Benachteiligung bei der Stellensuche sowie der Wirksamkeit von anonymisierten Bewerbungsverfahren.
Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Altersdiskriminierung, demographischer Wandel, Personalrekrutierung und Erwerbspersonenpotenzial charakterisieren.
Warum wird im Kontext des Arbeitsmarktes vom "Pillenknick" gesprochen?
Der "Pillenknick" bezeichnet den rasanten Abfall der Geburtenkurve ab Mitte der 60er Jahre, der eine dauerhaft niedrige Geburtenrate eingeleitet hat und heute die Basis für den demographischen Wandel bildet.
Welche Herausforderungen sehen Unternehmen bei anonymisierten Bewerbungsverfahren?
Unternehmen bemängeln vor allem den hohen bürokratischen Aufwand beim Schwärzen persönlicher Daten und die Erschwerung einer schnellen, effizienten Personalauswahl.
- Citar trabajo
- Christiane Böhm (Autor), 2012, Arbeitsmarkteffekte des demographischen Wandels, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202268