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Legasthenie und Hochbegabung

Titel: Legasthenie und Hochbegabung

Fachbuch , 2012 , 19 Seiten

Autor:in: Lars-Michael Lehmann (Autor:in)

Pädagogik - Allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

[...] Die Hochbegabtenforschung wie auch die Legasthenieforschung sind noch junge Forschungsfelder; beide werden bis heute von der medizinisch-psychologischen Forschung dominiert, erst in den letzten 20-30 Jahren befassen sich andere Fachbereiche (wie die Pädagogik, Intelligenzforschung, Neurowissenschaft, Humangenetik, Soziologie und Sprachwissenschaften) mit diesen Sachthemen. Leider gibt es in Deutschland, aber auch international, sehr selten eine fachübergreifende Zusammenarbeit auf diesen Gebieten. Daher ist es für den unbedarften Laien kaum zu verstehen, warum es verschiedene Sichtweisen, Thesen, Definitionen gibt - denn es ist ein sehr komplexer Sachverhalt. Umso schwieriger wird auch die wissenschaftliche Objektivität der gefundenen Erkenntnisse, wenn diese nur aus einer Perspektive untersucht und interpretiert werden.

Aus diesem Grund kann es passieren, dass die Diagnostik und umfassende Förderung für den Schüler und seine Familie zu einer Herausforderung werden kann, weil es zu Fehleinschätzungen der wirklichen schulischen Leistungen kommen kann. In unserer Gesellschaft ist es weit verbreitet, zu denken, dass jedes hochbegabte Kind automatisch ein Genie auf allen Gebieten sein muss. Diese Sicht entstammt nicht der Realität, sondern Fabeln und Märchen, wo sehr Begabte als Genies hingestellt werden, die scheinbar auf allen Gebieten exzellente Leistungen erbringen können. Aber das Leben zeigt uns viele Facetten von sehr begabten Menschen, die manchmal nur in Teilgebieten Leistungsexzellenz aufweisen.

Nach meiner Meinung ist der Begriff Hochbegabung eher als Sammelbegriff für sehr begabte Menschen zu sehen, die in verschiedenen Bereichen Hochleistungen erbringen können, und das jenseits eines festgesetzten Intelligenzquotienten. Besondere Begabung kann man durch gute Beobachtung spezieller Leistungen im Laufe eines Lebens (Expertiseforschung) besser beurteilen. Betrachtet man Biografien von sehr begabten Legasthenikern, bemerkt man, dass die Messung mit IQ-Tests keine richtige Abschätzung der wirklichen Intelligenz liefern konnte. Oft zeigt sich auch bei sehr begabten Schülern mit einer Legasthenie, dass sie fälschlicherweise noch heute „nur“ eine Sonderschule oder einen Schulabschluss weit unter ihren Möglichkeiten absolvieren. Die tatsächliche Begabung wird sehr oft nicht erkannt oder sie wird im Bildungswesen ignoriert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einführung: Hochbegabung und Lernschwächen / Legasthenie

Was ist Legasthenie und was ist LRS? Welche Unterschiede gibt es?

Aktueller Stand der wissenschaftlichen Forschung

Wie erkennt man mögliche Anzeichen einer Legasthenie im Kindes- und Jugendalter

Wie erkennt man ein begabtes Kind mit Legasthenie?

Wie muss eine gute Förderung aussehen?

Literaturempfehlungen & Ansprechpartner

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den komplexen Zusammenhang zwischen Hochbegabung und Legasthenie aufzuzeigen und die häufige Verkennung dieses Potenzials im Bildungssystem kritisch zu hinterfragen. Dabei wird verdeutlicht, dass eine Legasthenie nicht die intellektuellen Fähigkeiten eines Kindes mindert, sondern eine spezielle Förderung erfordert, um negative Folgen für die seelische Entwicklung zu vermeiden.

  • Abgrenzung zwischen Legasthenie und erworbener LRS
  • Der aktuelle Forschungsstand zu genetischen und neurobiologischen Ursachen
  • Früherkennung von Legasthenie in verschiedenen Altersstufen
  • Identifikation hochbegabter Kinder trotz legasthener Symptomatik
  • Notwendigkeit einer differenzierten Diagnostik und pädagogischen Förderung

Auszug aus dem Buch

Einführung: Hochbegabung und Lernschwächen / Legasthenie?

Wie kann denn ein sehr begabtes (hochbegabtes) Kind Lernschwächen haben? Je nachdem, wie eine Gesellschaft/Kultur Leistungsexzellenz definiert, wird man Begabungen und Lernschwächen aus einem anderen Blickwinkel verstehen. Unser Bildungswesen und teilweise auch die Selbsthilfeverbände definieren Hochbegabung ab einem IQ von 130. Dass dieser Ansatz aus neuerer wissenschaftlicher Perspektive richtig ist, bezweifelt die heutige Hochbegabtenforschung. Befunde aus Studien der letzten Jahre zeigen, dass nur wenige begabte Menschen einen IQ von 130 vorweisen können - die Mehrheit der Begabten liegt unter diesen verlangten Werten. Besonders, wenn man Legastheniker mit speziellen Begabungen berücksichtigt, fallen viele nicht mit diesen guten Begabungen auf. Ich werde ein wenig später darauf zurückkommen, warum die Fakten dafür sprechen.

Die Hochbegabtenforschung wie auch die Legasthenieforschung sind noch junge Forschungsfelder; beide werden bis heute von der medizinisch-psychologischen Forschung dominiert, erst in den letzten 20-30 Jahren befassen sich andere Fachbereiche (wie die Pädagogik, Intelligenzforschung, Neurowissenschaft, Humangenetik, Soziologie und Sprachwissenschaften) mit diesen Sachthemen. Leider gibt es in Deutschland, aber auch international, sehr selten eine fachübergreifende Zusammenarbeit auf diesen Gebieten. Daher ist es für den unbedarften Laien kaum zu verstehen, warum es verschiedene Sichtweisen, Thesen, Definitionen gibt - denn es ist ein sehr komplexer Sachverhalt. Umso schwieriger wird auch die wissenschaftliche Objektivität der gefundenen Erkenntnisse, wenn diese nur aus einer Perspektive untersucht und interpretiert werden.

Aus diesem Grund kann es passieren, dass die Diagnostik und umfassende Förderung für den Schüler und seine Familie zu einer Herausforderung werden kann, weil es zu Fehleinschätzungen der wirklichen schulischen Leistungen kommen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung: Hochbegabung und Lernschwächen / Legasthenie: Dieses Kapitel hinterfragt die starre Definition von Hochbegabung und beleuchtet die Schwierigkeiten bei der Identifikation begabter Kinder mit Legasthenie durch ein Bildungssystem, das oft nur eindimensional auf Intelligenzquotienten schaut.

Was ist Legasthenie und was ist LRS? Welche Unterschiede gibt es?: Hier wird die notwendige Differenzierung zwischen der genetisch bedingten Legasthenie und der durch Umweltfaktoren erworbenen Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS) wissenschaftlich dargelegt.

Aktueller Stand der wissenschaftlichen Forschung: Dieses Kapitel fasst die historische Entwicklung und aktuelle neurobiologische sowie genetische Erkenntnisse zur Entstehung von Legasthenie zusammen.

Wie erkennt man mögliche Anzeichen einer Legasthenie im Kindes- und Jugendalter: Der Abschnitt liefert eine praktische Symptomliste, die Lehrern und Eltern hilft, frühe Anzeichen einer Legasthenie von der Kleinkindzeit bis zur Pubertät zu identifizieren.

Wie erkennt man ein begabtes Kind mit Legasthenie?: Dieses Kapitel beschreibt, wie trotz Lese- und Schreibschwierigkeiten das hohe kognitive Potenzial und die besonderen Begabungen von Kindern erkannt werden können.

Wie muss eine gute Förderung aussehen?: Hier wird aufgezeigt, dass eine Diagnostik mehr als nur standardisierte Tests umfasst und eine langfristige, individuelle Förderung essentiell ist, um das Selbstvertrauen der Kinder zu schützen.

Literaturempfehlungen & Ansprechpartner: Abschließend werden weiterführende Fachliteratur und Kontaktmöglichkeiten für eine fachgerechte Beratung und Diagnostik aufgeführt.

Schlüsselwörter

Legasthenie, Hochbegabung, LRS, Teilleistungen, Frühförderung, Diagnostik, genetische Anlage, pädagogische Forschung, AFS-Test, Wahrnehmungsfehler, Intelligenz, individuelle Förderung, Lernumfeld, Hochleistung, Begabtenforschung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Das Buch beschäftigt sich mit der Herausforderung, legasthene Kinder zu identifizieren, die gleichzeitig hochbegabt sind, und zeigt auf, warum diese Kinder im Bildungssystem oft übersehen werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Abgrenzung von Legasthenie und LRS, die Bedeutung der richtigen Diagnose, die wissenschaftlichen Grundlagen der Genetik bei Legasthenie sowie der Umgang mit den betroffenen Kindern.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es, das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass Legasthenie und Hochbegabung kein Widerspruch sind, und ein Plädoyer für eine differenziertere, individuell angepasste Förderung zu halten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Zusammenführung aktueller Erkenntnisse aus verschiedenen Forschungsdisziplinen wie Neurowissenschaften, Genetik und Pädagogik, ergänzt durch die praktischen Erfahrungen des Autors als Legasthenietrainer.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Definitionen und Forschungsständen insbesondere praxisnahe Symptomlisten zur Früherkennung sowie die Anforderungen an eine ganzheitliche Diagnostik und Förderung dargelegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird besonders durch Begriffe wie Legasthenie, Hochbegabung, individuelle Förderung, genetische Anlage und Frühdiagnostik geprägt.

Welche Rolle spielt die Genetik bei der Legasthenie?

Der Autor betont, dass Legasthenie eine genetisch bedingte Anlage ist, die unabhängig vom sozialen Status auftritt und nicht mit einer allgemeinen Lernbehinderung gleichzusetzen ist.

Warum warnt der Autor vor einer zu frühen medikamentösen Therapie?

Er warnt davor, legasthene Kinder vorschnell medikamentös zu behandeln, anstatt sie durch pädagogische Ansätze zu fördern, da Legasthenie keine Krankheit, sondern eine Normvariante der menschlichen Intelligenz darstellt.

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Details

Titel
Legasthenie und Hochbegabung
Veranstaltung
DGhK-Elterngruppe: Legasthenie und Hochbegabung, 11.10.2012
Autor
Lars-Michael Lehmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
19
Katalognummer
V202776
ISBN (eBook)
9783656289715
ISBN (Buch)
9783656290513
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Legasthenie Dyslexia Forschung Hochbegabung Förderung Pädagogik LRS
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lars-Michael Lehmann (Autor:in), 2012, Legasthenie und Hochbegabung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202776
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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