Die Offenbarung, das letzte Buch des biblischen Kanons, ist für die meisten, wenn nicht für alle Gläubigen im 21. Jahrhundert, kein leicht zu verstehendes Buch. Oftmals abgeschreckt durch so viel Fremdartiges und Unverständliches, legen viele das Buch der Offenbarung zur Seite und meinen, es könnte nur von bestimmten „Spezialisten“ verstanden und ausgelegt werden. Sicherlich ist Vieles ohne ein gesamtbiblisches Verständnis schwierig zu interpretieren, Manches wird wohl ein Rätsel bleiben bis zum Widerkommen von Jesus, und anderes wird ein „Streitpunkt“ unter den Christen bleiben.
Aber es gibt ein Grundverständnis, das bei all dem Neuen und so „Apokalyptischen“ oft übersehen wird. Es geht nämlich in diesem Buch in erster Linie um das Offenbarwerden der Person Jesu Christi. Und selbst wenn viele Einzelheiten ungeklärt bleiben, so kann man doch anhand der ersten drei Verse der Offenbarung ein Grundverständnis für das ganze Buch wahrnehmen, das die Offenbarung für jeden Leser zu einem Gewinn machen wird. Oder wie Gregory K. Beal es zu Beginn seines Kommentars ausdrückt: „Die drei Verse beinhalten eine allgemeine Zusammenfassung des ganzen Buches“. Auch in dieser Arbeit wird vorweggenommen, dass Offenbarung 1.1-3, sowie 22.6-21 als so genannter „Klappentext“ erst am Ende von Johannes hinzugefügt wurde, um seinen Lesern mitzuteilen, was sie in dem Buch erwarten würde. Es zeigen sich in den ersten drei Versen, wie in der folgenden Exegese klar wird, vier Aspekte, die für ein grundlegendes Gesamtverständnis der Offenbarung von großer Bedeutung sind und den Leser der Offenbarung helfen, das Entscheidende im Auge zu behalten.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 EXEGETISCHE BEOBACHTUNGEN ZU OFFENBARUNG 1.1-3
2.1 Offenbarung 1.1
2.2 Offenbarung 1.2
2.3 Offenbarung 1.3
3 VIER ASPEKTE AUS OFFB 1.1-3 FÜR EIN GRUNDLEGENDES GESAMTVERSTÄNDNIS DER OFFENBARUNG
3.1 Die Literaturgattung der Offenbarung: die Prophetie
3.2 Der zeitliche Aspekt der Offenbarung: „Schon, aber noch nicht“.
3.3 Inhalt der Offenbarung: Die Psalmen und das Werk Jesu Christi
3.4 Ziel der Offenbarung: Das Glücklichsein seiner Leser
4 SCHLUSS
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, durch eine exegetische Analyse der ersten drei Verse der Johannesoffenbarung (Offb 1,1-3) ein grundlegendes Gesamtverständnis für das gesamte Buch zu entwickeln. Dabei wird aufgezeigt, wie diese Verse als "Klappentext" fungieren, um den Lesern den Kern der Botschaft und die Intention des Buches zu vermitteln.
- Die literarische Gattung der Offenbarung als prophetisches Wort.
- Die zeitliche Dimension der eschatologischen Erfüllung ("Schon, aber noch nicht").
- Die zentrale Bedeutung Jesu Christi als Inhalt des Buches.
- Das geistliche Ziel der Offenbarung für den Leser (Glückseligsein).
- Die Durchsetzung der Gottesherrschaft durch die Person und das Werk Christi.
Auszug aus dem Buch
2.1 Offenbarung 1.1
Apoka,luyij VIhsou/ Cristou/ h]n e ;dwken auvtw/| o` qeo.j dei/xai toi/j dou,loij auvtou/ a] dei/ gene ,sqai evn ta,cei( kai. evsh,manen avpostei,laj dia. tou/ avgge,lou auvtou/ tw/| dou,lw| auvtou/ VIwa,nnh|( Offenbarung Jesu Christi, die ihm Gott gegeben hat, um seinen Knechten zu zeigen, was bald geschehen muss und sie sendend durch einen Engel (indem er sie durch einen Engel sandte), seinem Knecht Johannes kundgetan hat.
Die ersten drei Worte der Johannesoffenbarung beschreiben den grundlegenden Inhalt des ganzen Buches. Es geht um die Apoka,luyij VIhsou/ Cristou. Es geht also um das Offenbarwerden Jesu Christi. Wobei VIhsou/ Cristou sowohl als subjektiver Genitiv, also die Offenbarung, die durch Jesus Christus geschieht, als auch als objektiver Genitiv gedeutet werden kann, somit geht es auch um die Selbstoffenbarung der Person Jesu Christi.
Es ist grundlegend, dass der Leser der Johannesoffenbarung dies nie aus den Augen verliert. Durch diese Brille der Person Jesu Christi muss dieses Buch gelesen und verstanden werden. Er ist Inhalt und Zentrum dieses Buches, sowie auch Empfänger und Weitergeber der göttlichen Offenbarung.
Der Begriff Apoka,luyij kommt in der Offenbarung, sowie in der ganzen johannäischen Literatur nur hier vor und bedeutet ursprünglich „aus der Höhle hervorholen“, „aufdecken von etwas Unbekanntem, von etwas, was der Mensch selbst nicht herausfinden kann“ (Luk 12.2), „ans Licht bringen“. Somit wird durch dieses Buch etwas klar und deutlich, was zuvor noch verdeckt, eben noch nicht zu erkennen war. Hier zeigt sich auch ein deutlicher Unterschied zu anderen jüdischen apokalyptischen Schriften. Denn „was wir in der Offenbarung vor uns haben, ist ja im Entscheidenden Wahrnehmung einer Wirklichkeit, der Wirklichkeit Gottes und seines Lammes“.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung etabliert die These, dass die ersten drei Verse der Offenbarung als essenzieller Schlüssel für das Verständnis des gesamten Buches dienen.
2 EXEGETISCHE BEOBACHTUNGEN ZU OFFENBARUNG 1.1-3: In diesem Kapitel werden die ersten drei Verse philologisch und theologisch ausgelegt, um die zentralen Begriffe und ihre Bedeutung für den Kontext der Johannesoffenbarung zu klären.
3 VIER ASPEKTE AUS OFFB 1.1-3 FÜR EIN GRUNDLEGENDES GESAMTVERSTÄNDNIS DER OFFENBARUNG: Hier werden vier zentrale Aspekte – Gattung, Zeitverständnis, Inhalt und Ziel – systematisch analysiert, um eine Basis für das Gesamtverständnis des Buches zu schaffen.
4 SCHLUSS: Die Arbeit resümiert, dass durch die Beachtung der vier erarbeiteten Aspekte die Offenbarung auch für heutige Leser zu einem gewinnbringenden und verständlichen Trostbuch wird.
Schlüsselwörter
Offenbarung, Johannes, Jesus Christus, Exegese, Prophetie, Heilsgeschichte, Gottesherrschaft, Eschaton, Seligpreisung, Offenbarwerden, Lamm, Apokalyptik, Glaubensleben, Gottes Wort, Zeitverständnis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der exegetischen Auslegung der ersten drei Verse der Offenbarung des Johannes und deren Bedeutung als inhaltliche Zusammenfassung für das gesamte Buch.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die Literaturgattung der Offenbarung, das christliche Verständnis der Zeit in der Endzeit, die Zentralität Jesu Christi sowie das Ziel des Buches für die Glaubenden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Offenbarung 1,1-3 als "Klappentext" dient, der dem Leser hilft, das Wesentliche und Entscheidende des Buches trotz seiner komplexen Symbolik zu erfassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die exegetische Methode unter Einbeziehung des alttestamentlichen Hintergrunds, sprachlicher Analysen des griechischen Urtextes sowie theologischer Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Exegese der Verse 1 bis 3 und eine anschließende Analyse von vier Aspekten, die für das Grundverständnis der gesamten Offenbarung konstitutiv sind.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Offenbarung, Jesus Christus, Prophetie, Heilsgeschichte, Gottesherrschaft, Eschaton und das Ziel der Seligpreisung.
Warum wird Offenbarung 1,1-3 als "Klappentext" bezeichnet?
Der Autor führt aus, dass diese Verse wie eine Zusammenfassung fungieren, die dem Leser bereits zu Beginn des Buches mitteilt, welche Inhalte und welche theologische Ausrichtung ihn im Verlauf der Lektüre erwarten.
Welche Bedeutung hat das "Schon, aber noch nicht" für das Verständnis der Offenbarung?
Es beschreibt die heilsgeschichtliche Spannung, dass die Gottesherrschaft durch das Kommen, den Tod und die Auferstehung Jesu Christi bereits begonnen hat, ihre endgültige Vollendung aber mit der Wiederkunft Christi noch aussteht.
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- M.A. Theologie Rouven Hönes (Author), 2006, Die Bedeutung von Offenbarung 1,1-3 für das Gesamtverständnis des Buches, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202818