Johannes Bugenhagen und die Reformation in den Hansestädten Braunschweig, Hamburg und Lübeck


Hausarbeit, 2012

24 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung
1.1. Thematische Eingrenzung und Fragestellung
1.2. Forschungsstand und Quellenlage

2. Biographie Bugenhagens bis 1525
2.1. Geburt bis Treptow
2.2. Treptower Wende bis Wittenberg 1525

3. Bugenhagen als Wegbereiter der praktischen Reformation
3.1. 1526: Programmschrift nach Hamburg
3.2. 1528: Unterricht der Visitatoren zu Sachsen

4. Praktische Umsetzung in den Städten des Nordens
4.1. Braunschweig
4.1.1. Vorgeschichte
4.1.2. Bugenhagens Auftreten
4.2. Hamburg
4.2.1. Vorgeschichte
4.2.2. Bugenhagens Auftreten
4.3. Lübeck
4.3.1. Vorgeschichte
4.3.2. Bugenhagens Auftreten

5. Gemeinsamkeiten und Charakteristika

6. Folgewirkungen von Bugenhagens Tätigkeit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Thematische Abgrenzung und Fragestellung

Johannes Bugenhagen gehört neben Martin Luther und Philip Melanchton zu den wichtigsten Vertretern der europäischen Reformationsgeschichte.[1] Luther führte als Wegbereiter der Reformation die in Wittenberg versammelten Theologen an und bereitete mit seinen Veröffentlichungen in vielen Städten die Reformation vor. Melanchton, der mit der ,Loci Communes’ die erste gültige Zusammen- fassung der reformatorischen Lehre verfasste, begleitete Luther zu den meisten Streitgesprächen und Verhandlungen oder vertrat ihn, wie beim Augsburger Reichstag, wenn Luther nicht auftreten konnte. Bugenhagen war derjenige, der mit seinen Predigten, Schriftauslegungen und dem Ausarbeiten vieler Kirchenordnungen den zunächst theoretischen Ansätzen der Reformation zu ihrer praktischen Umsetzung verhalf. Einige Städte wollten ihn, nachdem er sich in Wittenberg bereits als Prediger einen Namen gemacht hatte, zunächst als Pfarrer für ihre Gemeinde gewinnen, schließlich bat man ihn, bei der Durchsetzung der Reformation und ihrer Festigung durch Schaffung von Kirchenordnungen zu helfen. In dieser Hausarbeit möchte ich der Frage nachgehen, wie sich die Reformation in den Städten Braunschweig, Hamburg und Lübeck durchsetzte und welche Rolle Bugenhagen dabei spielte.

Dafür stelle ich im ersten Teil Bugenhagen biographisch vor. Woher stammt er, wie kam er zu den reformatorischen Ideen, warum schloss er sich Luther an und ging nach Wittenberg? Im zweiten Abschnitt befasse ich mich zunächst mit dem Hamburger Sendbrief, welcher die Grundlage für seine späteren Kirchenordnungen wurde. Wieso verfasste er ihn, und welche Bedeutung hatte er für seine weitere Arbeit? Anschließend gehe ich auf den „Unterricht der Visitatoren zu Sachsen“ ein, an dessen Herstellung Bugenhagen beteiligt war und der sich, ähnlich dem Hamburger Sendbrief, mit den Grundlagen der reformatorischen Theologie und Fragen ihrer praktischen Anwendung befasste. Im dritten Teil schließlich gehe ich im Einzelnen auf die drei Städte ein. Zunächst beschreibe ich jeweils deren Reformationsgeschichte bis zum Eintreffen Bugenhagens, anschließend gehe ich auf sein Wirken in diesen Städten ein. Wie ging er in den Städten jeweils vor, mit welchen Mitteln half er bei der Umsetzung der Reformation, wie entstanden die Kirchenordnungen? Im vierten Abschnitt hebe ich die Gemeinsamkeiten und jeweiligen Charakteristika hervor, die in den drei Städten entweder deren ähnlichen Weg oder Abweichungen voneinander bezeichnen. Im letzten Gliederungspunkt fasse ich die Folgewirkungen zusammen, die sich einerseits für die Städte selbst, andererseits für Bugenhagen und seine Tätigkeit und schließlich für den weiteren Gang der Reformation ergeben haben.

1.2. Forschungsstand und Quellenlage

Zur Biographie Johannes Bugenhagens hat Hans-Günter Leder, der mit seinen zahlreichen Veröffentlichungen zu ihm, auf die ich überwiegend zurückgegriffen habe, zu den wichtigsten Autoren in der Bugenhagen- Literatur zählt, in dem 2002 erschienen Werk „Johannes Bugenhagen Pomeranus - Vom Reformer zum Reformator“[2] zwölf seiner Studien zusammengefasst, von denen er vier neu erstellt, die anderen aus vorherigen Veröffentlichungen übernommen hat. Im Vorwort wird darauf hingewiesen, dass zu Bugenhagen, trotz dessen Bedeutung für die Reformation, sein Leben und Werk noch nicht abschließend erforscht sind.[3] So ist von Ernst Volk mit seiner 1999 erschienenen Biographie zwar ein zweites junges Werk vorhanden, das aber überwiegend auf vorhandene Literatur zurückgreift. Die meiste Literatur zu ihm ist weit höheren Alters und spiegelt entsprechend nur den entsprechenden Forschungsstand wider. Die von Hermann Hering[4] bereits 1888 erschienene Biographie ist die zugleich älteste vollständige, auf die in aller folgenden Literatur verwiesen wurde. Den Briefwechsel Bugenhagens hat Otto Vogt[5] in seinem ebenfalls 1888 erschienenen Werk zusammengefasst. Allerdings sind seitdem weitere Briefe erschienen, so dass es einer Neuausgabe bedarf.[6] Mit „Die Reformation in der Stadt Braunschweig“ liegt eine Festschrift vor, deren Aufsätze sich mit den einzelnen Phasen des Reformationsablaufs befassen. Gottfried Zimmermann[7] hat sich mit dem Braunschweiger Reformator Gottschalk Kruse und seiner Bedeutung für den Beginn der Reformation in der Stadt auseinandergesetzt und Klaus Jürgens[8] mit dem Verlauf bis zur Annahme der Kirchenordnung. Mit den Werken von Otto Scheib[9] und Rainer Postel[10] liegen zwei zentrale Werke für die Hamburger Reformation vor, wobei Scheib vorwiegend die von 1522-28 geführten Religionsgespräche betrachtet, Postel zusätzlich auf die Situation von Stadt, Kirche und Gemeinde ab 1517 eingeht, den Wandel von kirchlicher Reform zur Reformation aufzeigt und ihre Durchsetzung beschreibt. Über Lübecks Reformationsgeschichte bis zum Eintreffen Bugenhagens schreibt ausführlich Wilhelm Jannasch[11], der die Bedeutung einzelner Personen besonders hervorhebt. Wolf-Dieter Hausschild geht in einem Beitrag zur Lübeckischen Geschichte[12] und seinem Vorwort zur Lübecker Kirchenordnung[13] auf die Bedeutung Bugenhagens für den lübischen Reformationsprozess ein. In seinem Aufsatz „Biblische Theologie und kirchliche Praxis“[14] erläutert er Bugenhagens Begründung für die Erstellung von Kirchenordnungen und erörtert dessen theologische Programmatik. Kurd Schulz[15] erläutert in seinem Aufsatz „Bugenhagen als Schöpfer der Kirchenordnung“ den Aufbau sämtlicher Ordnungen und zeigt die Unterschiede zueinander auf.

2. Biographie Bugenhagens bis 1525

2.1. Geburt bis Treptow

Johannes Bugenhagen wurde am 24. Juni 1485 als Sohn von Gerhard Bugenhagen in Wollin, zu der Zeit zum Herzogtum Pommern gehörend, geboren. Es ist nur wenig bekannt über seine Kindheit und Jugend, Einzelheiten über seine Familie sind kaum überliefert.[16] Seine Eltern gehörten zur bürgerlichen Führungsschicht der Stadt, sein Vater war zeitweilig Mitglied des Rates, über seine Mutter ist nichts bekannt.[17] Er hatte mehrere Geschwister, aber die genaue Anzahl ist ungewiss, zumindest hatte er zwei Schwestern und einen jüngeren Bruder. Über die schulische Ausbildung in seiner Kindheit und Jugend ist wenig bekannt, er hat zumindest die schulischen Voraussetzungen für sein späteres Studium erreichen können, vermutlich an der Wolliner Stadtschule, und dort erste Lateinkenntnisse erlangt.[18] Ob er in dieser Zeit religiös geprägt wurde, ist ebenso wenig überliefert, aber zumindest hatte er sich mit der Bibel beschäftigt. So schrieb er: „Ich hatte die heilige Schrift lieb, von Kindesjugend auf, wiewohl ich nicht wusste, wie ich die Schrift gebrauchen sollte.[19] “Am 24. Januar 1502 immatrikulierte er sich sechzehnjährig an der Artistenfakultät in Greifswald. Ob er sein zweijähriges Grundstudium mit einem akademischen Grad abgeschlossen hat, ist nicht bekannt.[20] In seiner Studienzeit ist er kaum mit dem Humanismus in Berührung gekommen, und die scholastische Theologie blieb ihm unerschlossen.[21] Wichtig für seinen weiteren Werdegang war, dass er auch in dieser Zeit keiner theologischen Beeinflussung ausgesetzt war.[22] Im Jahre 1504 wurde Bugenhagen in das Rektoramt an die Stadtschule in Treptow an der Rega berufen, an der er die nächsten siebzehn Jahre tätig sein sollte. 1509 erhielt er die Priesterweihe. An dieser Schule machte er sich einen Namen als Lateinlehrer und besonders als Bibelausleger, was auf ein intensives theologisches Selbststudium schließen lässt, da er nur die artistische Fakultät besucht hatte.[23] Ein Zeugnis dafür ist ein Brief aus dem Jahre 1512 an den Münsteraner Humanisten Murmellius, den er um Auskunft über bedeutende zeitgenössische Theologen bat. Dieser wies ihn auf Erasmus von Rotterdam hin, Bugenhagens folgende Arbeiten sind geprägt von diesem, und er begann Vorträge über biblische Bücher zunächst in der Schule, dann vor anderen Geistlichen zu halten.[24] 1517 erhielt er von seinem Landesherren, Herzog Bogislaw X., den Auftrag, geschichtliche Nachforschungen über das Herzogtum anzustellen und alle für Pommerns Geschichte bedeutende Schriften zusammenzustellen. Diese ,Pomerania’[25] übergab er im folgenden Jahr an seinen Auftraggeber. Ebenfalls 1517 wurde er vom Abt des nahe bei Wollin gelegenen Klosters Belbruck zum Lektor für Schriftauslegung an die für angehende Kleriker ausgelegte klostereigene Schule berufen, was ihn zu noch intensiverer Beschäftigung mit der Bibel veranlasste.[26]

2.2. Treptower Wende bis Wittenberg 1525

Mit der Veröffentlichung von Luthers Thesen 1517 begann zunächst in Wittenberg die Diskussion über diese. Darüber, dass Luthers Schriften in den nächsten drei Jahren in Treptow bekannt wurden, ist nichts überliefert. Wie Bugenhagen mit Luthers Werken in Berührung gekommen sein soll, beschreibt eine Überlieferung aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts: Die Treptower Geistlichen trafen sich regelmäßig zu Diskussionen über die neuesten geistigen und geistlichen Strömungen. 1520 legte der Treptower Stadtpfarrer die Lutherschrift „Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche“ vor. Nach einer ersten flüchtigen Lektüre soll Bugenhagen den Autor heftig kritisiert haben, nach wenigen Tagen intensiver Auseinandersetzung mit der Schrift aber zum umgekehrten Schluss gekommen sein und gesagt haben: „Nur dieser einzige Mann sieht allein die rechte Wahrheit.“[27] Er wandte sich daraufhin, vermutlich noch 1520, schriftlich an Luther, der ihm sein soeben erschienenes Buch „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ sandte. Wenige Wochen später, im März 1521, reiste er nach Wittenberg, da er sich in dieser Theologie weiterbilden wollte und gab damit seinen Rektorposten, der ihm einen sicheren Lebensunterhalt gewährleistete, auf.[28] Er wohnte zunächst bei Melanchton und schrieb sich im April 1521 an der Wittenberger Universität ein.[29] Im selben Jahr begann er, für einen zunächst kleinen Kreis Bibelauslegungen vorzutragen, die er ab November wegen wachsender Zuhörerzahl an der Universität fortsetzte. Ab 1524 wurden diese, von Luther und Melanchton gefördert, gedruckt und vertrieben. 1522 ehelichte er die 22-jährigre Walpurga, im darauffolgenden Jahr verstarb der Wittenberger Stadtpfarrer. Die Pfarrerwahl oblag dem Domkapitel, aber die Neubesetzung des Amtes verzögerte sich, da alle vom Domkapitel vorgeschlagenen Kandidaten ablehnten, so dass Bugenhagen, von Luther unterstützt, von Rat und Gemeinde gewählt wurde.[30] Durch seine Psalmenauslegungen und Predigten war er weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt, und einige Städte wollten ihn als Pfarrer gewinnen, so 1522 Erfurt, 1524 Hamburg[31] und 1525 Erfurt, aber zu diesem Zeitpunkt war er durch seine Aufgaben derart gebunden, dass er den Anfragen nicht folgen konnte.[32] 1525 beteiligte er sich mit dem Sendbrief „Wider den neuen Irrtum bei dem Sakrament des Leibs und Bluts unseres Herrn Jesu Christi“ an dem Abendmahlsstreit, in dem er sich auf Luthers Seite stellte.[33]

3. Bugenhagen als Wegbereiter der praktischen Reformation

Bis 1525 befassten sich die von Bugenhagen verfassten Werke, die in dieser Zeit den Höhepunkt seines theologischen Schaffens bezeichneten, vorrangig mit der Auslegung von Psalmen.[34] Dazu kamen nun in den folgenden Jahren Schriften, die sich mit verschiedenen Fragen des christlichen Lebens und der kirchlichen Praxis auseinander setzten. Dieser neue Schwerpunkt spiegelt den Wandel von der zunächst reformatorischen Bewegung hin zu einem sich langsam gestaltenden neuen Kirchenwesen wider, von der zunächst theoretischen Beseitigung zahlreicher Missstände des Alten Glaubens hin zu ihrer praktischen Umsetzung im Alltag. Zwei Schriften von Bugenhagen bzw. unter seiner Mitwirkung entstandene waren richtungsweisend für die weitere Gestaltung der lutherisch geprägten Kirchen.

3.1. 1526: Programmschrift nach Hamburg

1524 erreichte Bugenhagen ein Schreiben aus Hamburg, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass die Nikolaigemeinde ihn zum Pfarrer ihrer Kirche gewählt habe. Luther riet ihm, diese Stelle anzunehmen, auch hätte er ihn zeitweilig als Wittenberger Gemeindepfarrer vertreten, Melanchton hielt ihn zu dieser Zeit für unentbehrlich, und seine Gemeinde wollte ihren Pfarrer nicht für ein halbes Jahr verlieren, doch Bugenhagen war zunächst einverstanden und sandte das Berufungsschreiben zurück.[35] Der Hamburger Rat verhinderte schließlich Bugenhagens Ernennung mit Berufung auf das Wormser Edikt von 1521 und dem Hinweis, dass er trotz Zölibats verheiratet sei.[36] 1525 verfasste Bugenhagen einen umfangreichen, an Hamburg gerichteten Sendbrief: „Von dem Christlichen Glauben und rechten guten Werken wider den falschen Glauben und erdichtete Werke, dazu, wie man’s soll anrichten mit guten Predigern, dass solch Glaube und Werke gepredigt werden, an die ehrenreiche Stadt Hamburg“, die 1526 gedruckt und vertrieben wurde. Diese Schrift war zunächst als Zusammenfassung seiner seit 1521 aus den Psalmenauslegungen konzipierten theologischen Grundordnung einer reformierten Kirche geplant, die den Hamburger Bürgern helfen sollte, die Reformation sowohl theologisch, als auch rechtlich-institutionell durchzusetzen.[37] Bugenhagen war sich zu diesem Zeitpunkt aufgrund seiner eigenen Tätigkeit als Pfarrer einerseits, aus den sich aus dem zügigen Fortgang der reformatorischen Bewegung ergebenden Folgerungen, wie der Suche vieler Gemeinden nach Predigern im lutherischen Sinne andererseits, bewusst, dass der zukünftige Arbeitsschwerpunkt in der praktischen Gestaltung des neuen Kirchwesens liegen würde. Er konnte aber noch nicht absehen, dass sein Sendschreiben, das sich im ersten Teil mit den theologischen Grundfragen, im zweiten Teil mit der praktischen Ausführung kirchenordnender Folgerungen auseinander setzte, eine Programmschrift war, auf deren Grundmuster einerseits er sich persönlich, andererseits andere sich auf sie berufend, in den folgenden Jahren in zahlreichen Städten und Ländern die Reformation umgesetzt wurde.[38] Sie nahm den Inhalt seiner in den nächsten Jahren erstellten Kirchenordnungen zahlreicher Städte und Länder, jeweils individuell angepasst, voraus und war zugleich das Fundament, worauf sie fußten.[39] Somit konnte er, als er ab 1528 bis 1546 dem Ruf vieler Gemeinden und Landesherren folgte, schnell und zielstrebig neue Kirchenordnungen verfassen.[40]

3.2. 1528: Unterricht der Visitatoren zu Sachsen

In einem Brief bat Prinz Johann Friedrich von Sachsen, nachdem er von den Tätigkeiten Karlstadts und Müntzers erfahren hatte, Luther am 24. Juni 1524, dass er die Städte des Fürstentums besuche, um die Qualität der Prediger zu prüfen und sie gegebenenfalls mit Hilfe der Obrigkeit abzusetzen.[41] In den folgenden Jahren fanden zahlreiche Visitationen in ganz Sachsen statt, bei denen viele Missstände aufgedeckt wurden, so war in einigen Gebieten von Adel und Städten Eigentum der Kirche entwendet, Äcker und Häuser zu eigenem Nutzen eingezogen worden. Aus den gesammelten Schriften über diese Visitationen verfasste Melanchton ein Gesamtwerk, das Luther und Bugenhagen auf Wunsch des inzwischen zum Kurfürsten ernannten Johann Friedrich sorgfältig prüften und es ihm, als es 1528 unter dem Titel „Unterricht der Visitatoren“ erschien, empfahlen.[42] Darin waren nun in 18 Kapiteln Anweisungen zusammengefasst, die sich, ähnlich den später von Bugenhagen verfassten Kirchenordnungen, mit theologischen Grundfragen wie dem Abendmahl befassten, überwiegend allerdings organisatorische Reglementierungen, wie die Pfarrer ihre Predigten gestalten, was deren Inhalte umfassen sollten und wie der Unterricht an den Schulen zu organisieren war, enthielten. Entsprechend diesem neuen Handbuch fanden ab 1528 gründlichere Visitationen im Kurfürstentum Sachsen statt, an denen Bugenhagen allerdings nicht teilnehmen konnte, da er von der Stadt Braunschweig um Unterstützung der bei Umsetzung der Reformation gebeten wurde.

[...]


[1] Volk, Ernst: Dr. Pommer Johannes Bugenhagen - der Reformator im Norden. Groß Oesingen 1999, S. 7 (künft. zit. Volk, Dr. Pommer).

[2] Leder, Hans-Günter: Johannes Bugenhagen Pomeranus - Vom Reformer zum Reformator. Frankfurt a. Main 2002 (künft. zit. Leder, Vom Reformer).

[3] Leder, Vom Reformer, S. 5.

[4] Hering, Hermann: Doktor Pomeranus, Johannes Bugenhagen. Ein Lebensbild aus der Zeit der Reformation. Halle 1888 (künft. zit. Hering, Doktor Pomeranus).

[5] Vogt, Otto (Hrsg.): Dr. Johannes Bugenhagens Briefwechsel. Hildesheim 1966, Nachdruck von 1888 (künft. zit. Vogt, Bugenhagens Briefwechsel).

[6] Leder, Vom Reformer, S. 5.

[7] Zimmermann, Gottfried: Der Mönch Gottschalk Kruse, Initiator der reformatorischen Bewegung in Braunschweig. In: Kuhr, Hermann (Hrsg.): Die Reformation in der Stadt Braunschweig. Festschrift 1528-1978. Braunschweig1978 (künft. zit. Zimmermann, Der Mönch) S. 19-25.

[8] Jürgens, Klaus: Die Reformation in der Stadt Braunschweig von den Anfängen bis zur Annahme der Kirchenordnung. In: Kuhr, Hermann (Hrsg.): Die Reformation in der Stadt Braunschweig. Festschrift 1528­1978. Braunschweig 1978 (künft. zit. Klaus, Die Reformation)S. 25-70.

[9] Scheib, Otto: Die Reformationsdiskussion in der Hansestadt Hamburg 1522-1528. Zur Struktur und Problematik der Religionsgespräche. Münster 1976 (künft. zit. Scheib, Die Reformationsdiskussion).

[10] Postel, Rainer: Die Reformation in Hamburg 1517-1528. Gütersloh 1986 (künft. zit. Postel, Die Reformation).

[11] Jannasch, W ilhelm: Reformationsgeschichte Lübecks vom Peterablass bis zum Augsburger Reichstag 1515­1530. Lübeck 1958.

[12] Hausschild, Wolf-Dieter: Frühe Neuzeit und Reformation: Das Ende der Großmachtstellung und die Neuorientierung der Stadtgemeinschaft. In: Antjekathrin Graßmann: Lübeckische Geschichte. Lübeck 1988. S. 341-434.

[13] Hausschild, Wolf-Dieter (Hrsg.) : Lübecker Kirchenordnung von Johannes Bugenhagen 1531. Lübeck 1981.

[14] Hausschild, Wolf-Dieter: Biblische Theologie und kirchliche Praxis. In: Karlheinz Stoll (Hrsg.): Kirchenreform als Gottesdienst. Der Reformator Johannes Bugenhagen 1485-1558. Hannover 1985. S. 44-91.

[15] Schulz, Kurd: Bugenhagen als Schöpfer der Kirchenordnung. In: Werner Rautenberg (Hrsg.): Johann Bugenhagen. Beiträge zu seinem 400. Todestag. Berlin 1958. S. 51-63.

[16] Leder, Hans Günter: Johannes Bugenhagen Pomeranus, Leben und Wirken. In: Hans-Günter Leder (Hrsg.): Johannes Bugenhagen - Gestalt und Wirkung. Beiträge zur Bugenhagenforschung aus Anlass des 500. Geburtstages des Doctor Pomeranus, S. 8-37, (künft. zit. Leder, Leben und Wirken), S. 9.

[17] Hering, Doktor Pomeranus, S. 2.

[18] Volk, Dr. Pommer, S. 20.

[19] Vorrede zum Passional; zitiert nach Karl August Traugott Vogt: Johannes Bugenhagen, Pomeranus. Leben und ausgewählte Schriften. Elberfeld 1867, S. 4.

[20] Holfelder, Hans Hermann: Bugenhagen. In: Gerhard Krause / Gerhard Müller (Hrsg.): Theologische Realenzyklopädie Band VII. Berlin / New York 1981. S. 354-363./ S. 355.

[21] Volk, Dr. Pommer, S. 24f.

[22] Leder, Leben und Wirken, S. 10.

[23] Holfelder, Bugenhagen, S. 355.

[24] Volk, Dr. Pommer, S. 26.

[25] Siehe: Johannes Bugenhagen: Pomerania. Nachdruck von Otto Heinemann (Hrsg.), Köln / Wien 1986.

[26] Leder, Hans-Günter: Leben und Werk des Reformators Johannes Bugenhagen. In: Karlheinz Stoll (Hrsg.): Kirchenreform als Gottesdienst. Der Reformator Johannes Bugenhagen 1485-1558. Hannover 1985. S. 12-43, (künft. zit. Leder, Leben und Werk) S. 13.

[27] Volk, Dr. Pommer, S. 14.

[28] Volk, Dr. Pommer, S. 45f.

[29] Holfelder, Bugenhagen, S. 356.

[30] Hering, Doktor Pomeranus, S. 21.

[31] Siehe Kapitel 3.1. und 4.2.

[32] Leder, Leben und Werk, S. 21.

[33] Holfelder, Bugenhagen, S. 357.

[34] Leder, Leben und Wirken, S. 20.

[35] Postel, Die Reformation, S. 206.

[36] Holfelder, Bugenhagen, S. 357.

[37] Leder, Leben und Werk, S. 30.

[38] Leder, Leben und Wirken, S. 30f.

[39] Volk, Dr. Pommer, S. 139.

[40] Leder, Leben und Werk, S. 31.

[41] Lietzmann, Der Unterricht, S. 47.

[42] Leder, Leben und Werk, S. 30.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Johannes Bugenhagen und die Reformation in den Hansestädten Braunschweig, Hamburg und Lübeck
Autor
Jahr
2012
Seiten
24
Katalognummer
V203366
ISBN (eBook)
9783668713635
ISBN (Buch)
9783668713642
Dateigröße
1141 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Reformation, Bugenhagen, Hamburg, Lübeck, Luther
Arbeit zitieren
Magister Artium Sebastian Lucius (Autor:in), 2012, Johannes Bugenhagen und die Reformation in den Hansestädten Braunschweig, Hamburg und Lübeck, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203366

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