1.1 Einleitung
Nacht- und Schichtarbeit gibt es schon seit jeher. Früher waren Berufe wie die des Nachtwärters oder Arztes als Beispiele zu nennen. Im Industriezeitalter stehen eine hohe Kapazitätsauslastung von Maschinen sowie hohe Produktivität im Unternehmen im Vordergrund. Um dies zu erreichen, erscheint die Nacht- und Schichtarbeit als ein geeignetes Mittel. Doch neben den wirtschaftlichen Nutzen, die die Nacht- und Schichtarbeit mit sich bringt, gibt es auch die Schattenseiten.
Sie führt zu gesundheitlichen und sozialen Problemen bei den Nacht- und Schichtarbeitern, was für Diskussionsstoff sorgt. Schließlich arbeiten 10 – 20 % aller Erwerbstätigen als Nacht- und/oder Schichtarbeiter.
Und genau hier kommt die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) zum Einsatz. Sie betrifft als gesundheitspolitische Strategie sowohl die Unternehmen als auch ihre Mitarbeiter. So kann die BGF als wichtiger Bestandteil eines Strategischen Personalmanagements bezeichnet werden. Um dauerhaft hohe Leistungsfähigkeit der Arbeiter zu ermöglichen ist es wichtig, dass diese gesund sind und sich wohlfühlen. Das ist allerdings nicht so einfach, denn Nacht- und Schichtarbeiter sind den Belastung, die die Nacht- und Schichtarbeit mit sich bringt, ständig ausgesetzt. Die zeitliche Verschiebung der Arbeitszeiten von der Normalschicht zur Früh-, Spät- oder Nachtschicht, stehen im ständigen Gegensatz zum biologischen Rhythmus des Menschen. Die häufigsten Folgen sind Schlafstörungen und Appetitlosigkeit. Doch auch die Familie, Freunde und Freizeitaktivitäten bleiben auf der Strecke. Dies wiederum führt auf Dauer zur sozialen Desynchronisation und schlimmstenfalls zur gesellschaftlichen Isolation.
Im Rahmen dieser Arbeit sollen Möglichkeiten dargestellt werden, wie mit Hilfe der BGF gegen die Auswirkungen und Belastungen der Nacht- und Schichtarbeit vorgegangen werden kann, auf welche Schwierigkeiten dabei gestoßen wird und wie diese gelöst werden können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1 Einleitung
1.2 Ziele und Aufbau der Arbeit
2. Begriffe und theoretische Grundlagen
2.1 Gesundheit
2.2 Salutogenese nach Antonovsky
2.3 Gesundheitsförderung
2.3.1 Betriebliche Gesundheitsförderung
2.3.2 Rechtsgrundlagen der Betrieblichen Gesundheitsförderung
2.4 Nacht- und Schichtarbeit
2.4.1 Formen der Schichtarbeit
2.4.2 Rechtsgrundlagen und tarifliche Regelungen für Nacht- und Schichtarbeit
2.4.3 Berufe und Branchen mit Nacht- und Schichtarbeit
3. Auswirkungen und Folgen von Nacht- und Schichtarbeit
3.1 Zirkadiane Rhythmen und Biologische Desynchronisation
3.2 Soziale Desynchronisation
3.2.1 Auswirkungen auf die Familie und Partnerschaft
3.2.2 Auswirkungen auf außerfamiliäre Kontakte und Freizeitgestaltung
3.3 Belastung durch Schichtarbeit
3.3.1 Gesundheitliche Beschwerden und Erkrankungen
3.3.1.1 Schlafstörungen
3.3.1.2 Appetitstörungen
3.3.1.3 Magen-Darm-Beschwerden
3.3.1.4 Herz-Kreislauf-Erkrankungen
4. Ansätze zur Minderung gesundheitsgefährdender Beanspruchung bei Nacht- und Schichtarbeitern
4.1 Instrumente zur Umsetzung der Betrieblichen Gesundheitförderung
4.1.1 Betrieblicher Gesundheitsbericht
4.1.2 Arbeitskreis Gesundheit
4.1.3 Gesundheitszirkel
4.2 Präventionsmaßnahmen
4.2.1 Verhaltensprävention
4.2.2 Verhältnisprävention
4.3 Interventionsansätze
4.3.1 Gesundheitserhaltende Intervention
4.3.1.1 Arbeitszeit- bzw. Schichtplangestaltung
4.3.1.2 Arbeitsplatz- und Umgebungsgestaltung
4.3.2 Gesundheitsfördernde Interventionen
4.3.2.1 Gestaltung des Arbeitsinhalts
4.3.2.2 Organisationale Gestaltung der Arbeit
5. Evaluation: Struktur-, Prozess-, Ergebnisevaluation
6. Schlussbetrachtung
7. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit befasst sich mit den gesundheitlichen und sozialen Belastungen von Nacht- und Schichtarbeitern und untersucht, wie Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) dazu beitragen können, diese Beanspruchungen zu mindern. Die zentrale Forschungsfrage lautet, welche Ansätze und Instrumente im Rahmen der BGF geeignet sind, um die Gesundheit der Beschäftigten zu erhalten und ihre Lebensqualität trotz der Herausforderungen durch unregelmäßige Arbeitszeiten nachhaltig zu verbessern.
- Analyse der gesundheitlichen Folgen von Nacht- und Schichtarbeit
- Bedeutung der biologischen und sozialen Desynchronisation
- Methoden der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF)
- Gestaltungsmöglichkeiten für Schichtpläne und Arbeitsbedingungen
- Evaluationsmöglichkeiten für betriebliche Interventionsmaßnahmen
Auszug aus dem Buch
1.1 Einleitung
Nacht- und Schichtarbeit gibt es schon seit jeher. Früher waren Berufe wie die des Nachtwärters oder Arztes als Beispiele zu nennen. Im Industriezeitalter stehen eine hohe Kapazitätsauslastung von Maschinen sowie hohe Produktivität im Unternehmen im Vordergrund. Um dies zu erreichen, erscheint die Nacht- und Schichtarbeit als ein geeignetes Mittel. Doch neben den wirtschaftlichen Nutzen, die die Nacht- und Schichtarbeit mit sich bringt, gibt es auch die Schattenseiten.
Sie führt zu gesundheitlichen und sozialen Problemen bei den Nacht- und Schichtarbeitern, was für Diskussionsstoff sorgt. Schließlich arbeiten 10 – 20 % aller Erwerbstätigen als Nacht- und/oder Schichtarbeiter.
Und genau hier kommt die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) zum Einsatz. Sie betrifft als gesundheitspolitische Strategie sowohl die Unternehmen als auch ihre Mitarbeiter. So kann die BGF als wichtiger Bestandteil eines Strategischen Personalmanagements bezeichnet werden. Um dauerhaft hohe Leistungsfähigkeit der Arbeiter zu ermöglichen ist es wichtig, dass diese gesund sind und sich wohlfühlen. Das ist allerdings nicht so einfach, denn Nacht- und Schichtarbeiter sind den Belastung, die die Nacht- und Schichtarbeit mit sich bringt, ständig ausgesetzt. Die zeitliche Verschiebung der Arbeitszeiten von der Normalschicht zur Früh-, Spät- oder Nachtschicht, stehen im ständigen Gegensatz zum biologischen Rhythmus des Menschen. Die häufigsten Folgen sind Schlafstörungen und Appetitlosigkeit. Doch auch die Familie, Freunde und Freizeitaktivitäten bleiben auf der Strecke. Dies wiederum führt auf Dauer zur sozialen Desynchronisation und schlimmstenfalls zur gesellschaftlichen Isolation.
Im Rahmen dieser Arbeit sollen Möglichkeiten dargestellt werden, wie mit Hilfe der BGF gegen die Auswirkungen und Belastungen der Nacht- und Schichtarbeit vorgegangen werden kann, auf welche Schwierigkeiten dabei gestoßen wird und wie diese gelöst werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Diese Einleitung erläutert die Relevanz der Nacht- und Schichtarbeit im Industriezeitalter sowie die Notwendigkeit der Betrieblichen Gesundheitsförderung zur Abmilderung gesundheitlicher und sozialer Belastungen.
2. Begriffe und theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Gesundheit und Gesundheitsförderung und erläutert das Salutogenese-Modell sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen.
3. Auswirkungen und Folgen von Nacht- und Schichtarbeit: Hier werden die biologische und soziale Desynchronisation sowie spezifische gesundheitliche Beschwerden, wie Schlaf- und Magen-Darm-Probleme, detailliert analysiert.
4. Ansätze zur Minderung gesundheitsgefährdender Beanspruchung bei Nacht- und Schichtarbeitern: Das Kapitel beschreibt Instrumente wie den Gesundheitsbericht und verschiedene Präventionsansätze, um Arbeitsbedingungen gesundheitsgerecht zu gestalten.
5. Evaluation: Struktur-, Prozess-, Ergebnisevaluation: Hier wird dargelegt, wie die Wirksamkeit von BGF-Maßnahmen durch verschiedene Evaluationsebenen und betriebswirtschaftliche Analysen gemessen werden kann.
6. Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel resümiert die Bedeutung der BGF als strategisches Instrument für Unternehmen und betont die Notwendigkeit einer mitarbeiterorientierten Arbeitsgestaltung.
Schlüsselwörter
Nachtarbeit, Schichtarbeit, Betriebliche Gesundheitsförderung, BGF, Salutogenese, Kohärenzgefühl, Arbeitszeitgestaltung, Verhältnisprävention, Verhaltensprävention, biologische Desynchronisation, soziale Desynchronisation, Arbeitsschutz, Leistungsfähigkeit, Evaluation, Stressmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorthesis grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen von Nacht- und Schichtarbeit auf die Gesundheit der Beschäftigten und zeigt auf, wie diese durch Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung abgemildert werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die arbeitswissenschaftliche Betrachtung der Nachtarbeit, das Salutogenese-Modell, die soziale und biologische Desynchronisation sowie konkrete betriebliche Präventionsansätze.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Ansätze und Handlungsempfehlungen herauszuarbeiten, mit denen Unternehmen die gesundheitlichen Belastungen von Nacht- und Schichtarbeitern im Rahmen der BGF reduzieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Arbeit, die auf Basis umfangreicher Fachliteratur, Studien und arbeitswissenschaftlicher Erkenntnisse Empfehlungen für die betriebliche Praxis ableitet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die negativen Folgen der Schichtarbeit (wie Schlaf- und Verdauungsprobleme) und stellt Instrumente zur Gestaltung von Arbeitszeit und -umfeld sowie Evaluationsmöglichkeiten vor.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF), Nacht- und Schichtarbeit, Salutogenese, Präventionsmaßnahmen sowie Arbeitszeit- und Schichtplangestaltung.
Warum wird das Modell der Salutogenese nach Antonovsky so detailliert betrachtet?
Das Modell ist zentral, da es den Fokus weg von der reinen Pathogenese (Krankheitsorientierung) hin zur Stärkung der Ressourcen und zur Förderung der Gesundheit verschiebt, was essenziell für die BGF ist.
Wie gehen Unternehmen mit dem Interessenkonflikt bei der BGF-Umsetzung um?
Die Arbeit verdeutlicht, dass eine erfolgreiche Umsetzung nur durch eine kooperative Durchführung zwischen Management, Mitarbeitern und Interessenvertretungen (Betriebsrat) gelingen kann, wobei der langfristige Nutzen die initialen Kosten rechtfertigt.
- Quote paper
- Aynur Arpaci (Author), 2012, Die Betriebliche Gesundheitsförderung unter besonderer Beachtung von Nacht- und Schichtarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204338