Durch Manipulationen der Statistiken konnte Griechenland jahrelang verschleiern wie hoch es wirklich verschuldet ist, das änderte sich mit dem Regierungswechsel im Oktober 2009. Die Staatsverschuldung ist so hoch wie in kaum einem anderen Staat in der EU. Ohne Hilfe durch die EU und den IWF steht Griechenland vor einem Staatsbankrott. Die Folgen wären nicht nur für das Land katastrophal. Diese Arbeit soll ihnen einen Überblick über griechische Finanzkrise verschaffen. Für einen passenden Einstieg in die Thematik wird bei verschiedenen Ursachen die zur Krise führten begonnen. Dabei wird auf die gefälschten Statistiken und auf die Spekula-tionen mit den Staatsanleihen eingegangen, sowie auf die Probleme der griechischen Wirtschaft die zu den enormen Staatsausgaben führten. Anschließend setzt sich der mit den Maßnahmen die zur Bekämpfung der Krise auseinander. Hierbei wird sich besonders auf die Sparmaßnah-men Griechenlands und das Rettungspaket der EU und des IWF konzentriert. Anschließend werden die Konsequenzen erläutert, die die Krise für den Euroraum, den Euro und die griechi-sche Bevölkerung hat und haben kann. Danach werden weitere Problemstaaten genannt, die ebenfalls von einer Finanzkrise bedroht sind. In kurzen Absätzen wird die Situationen dieser Länder geschildert und die dort getroffenen Maßnahmen zur Abwendung dieser Krise erläutert. In einem abschließenden Fazit werden dann noch einmal die wichtigsten Aspekte der Arbeit aufgenommen und Stellung zu ihnen bezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ursachen und Beschleuniger der Krise
2.1 Gefälschte Statistiken
2.2 Wetten gegen Griechenland
2.3 Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit
2.4 Staatsausgaben
3. Maßnahmen zur Bekämpfung der Krise
3.1 Rettungspaket der EU und des IWF
3.2 Sparpaket
3.3 Griechische Proteste gegen das Sparprogramm
4. Folgen der Finanzkrise
4.1 Folgen für die griechische Wirtschaft
4.2 Folgen für die EU und den Euro
5. Weitere Problemstaaten (PIIGS)
5.1 Portugal
5.2 Irland
5.3 Italien
5.4 Spanien
6. Aktuelle Daten zur Finanzkrise
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die Ursachen, den Verlauf und die Folgen der Finanzkrise in Griechenland sowie deren Auswirkungen auf die Europäische Union. Im Zentrum steht die Untersuchung, wie gefälschte Statistiken, hohe Staatsausgaben und Spekulationen zur drohenden Staatspleite führten und welche Gegenmaßnahmen von der EU und dem IWF ergriffen wurden.
- Ursachen der griechischen Finanzkrise und Manipulation von Statistiken
- Finanzspekulationen durch Credit Default Swaps
- Sparmaßnahmen und gesellschaftliche Reaktionen in Griechenland
- Wirtschaftliche Folgen für Griechenland und die Stabilität des Euros
- Vergleichende Analyse weiterer PIIGS-Staaten
Auszug aus dem Buch
2.2 Wetten gegen Griechenland
Durch die gefälschten Statistiken konnte Griechenland jahrelang verschleiern wie schlecht es wirklich um den Staat steht. Wie bereits im vorigen Abschnitt erwähnt, liegt nach Schätzungen von Eurostat das Staatsdefizit bei 13,6 Prozent und man geht von einem Schuldenanteil in Höhe von 125 Prozent des BIP aus.10 Verschlimmert wird das Ganze durch Spekulationen von Großbanken und Hedge Fonds. Diese Spekulanten schließen regelrecht Wetten auf die Zahlungsunfähigkeit Griechenlands ab. Sie nutzen dafür besonders ein bestimmtes Finanzinstrument. Das sind die so genannten Credit Default Swaps (CDS), oder auch Kreditausfallversicherungen. Wie genau das funktioniert soll im folgenden Abschnitt erläutert werden.
Griechenland benötigt Geld. Ein einfacher Weg dieses zu bekommen ist, in dem es Staatsanleihen verkauft. Der Staat leiht sich damit Geld und verspricht dem Käufer Zinsen und die vollständige Rückzahlung des geliehenen Geldes. Da es Griechenland finanziell sehr schlecht geht, sind die Zinsen sehr hoch. Das Vertrauen in die Bonität des Staates sinkt und die Investoren verlangen so genannte Risikoprämien. Die Renditen für die Staatsanleihen werden immer größer und das nutzen die Spekulanten zu ihrem Vorteil.11 Die Kreditausfallversicherungen werden von den Anlegern erworben, um sich vor möglichen Zahlungsschwierigkeiten oder gar einem Bankrott des Staates zu versichern. Die Anleger zahlen dem Anbieter für den Schutz gegen den Kreditausfall eine Prämie. Der Markt für die CDS hat sich in den Jahren weiterentwickelt, was für die Geldbeschaffung von Griechenland ein wirkliches Problem darstellen könnte. Um nämlich eine solche Versicherung zu erwerben muss man nicht zwangsläufig auch eine Staatsanleihe besitzen. Des Weiteren findet der Handel mit den CDS nicht an der Börse statt, weshalb er eher weitestgehend intransparent ist. Die bereits erwähnten Banken und Hedge Fonds kaufen die CDS und spekulieren damit auf eine Verschlechterung der griechischen Situation. Durch fehlende gesetzliche Regelungen steigen dadurch die Preise der CDS weiter an, was wiederum potentielle Käufer von Staatsanleihen abschrecken könnte.12 Für Griechenland erschwert sich somit die Geldbeschaffung an öffentlichen Finanzmärkten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der griechischen Finanzkrise ein, benennt die Hintergründe der Entstehung des Portfolios und erläutert die methodische Herangehensweise auf Basis von Presseberichten.
2. Ursachen und Beschleuniger der Krise: Dieses Kapitel untersucht die zentralen Treiber der Krise, darunter manipulierte statistische Daten, spekulative Angriffe gegen Staatsanleihen sowie strukturelle Probleme wie Steuerhinterziehung und exzessive Staatsausgaben.
3. Maßnahmen zur Bekämpfung der Krise: Hier werden die Rettungspakete der EU und des IWF sowie das griechische Sparprogramm vorgestellt und der gesellschaftliche Widerstand gegen diese Maßnahmen thematisiert.
4. Folgen der Finanzkrise: Der Fokus liegt auf den negativen Auswirkungen für die griechische Realwirtschaft sowie den systemischen Risiken für den Euroraum und die Stabilität der Gemeinschaftswährung.
5. Weitere Problemstaaten (PIIGS): Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die wirtschaftliche Situation in Portugal, Irland, Italien und Spanien und bewertet deren jeweiliges Krisenpotenzial.
6. Aktuelle Daten zur Finanzkrise: Es werden statistische Entwicklungen zur Krise nach Verabschiedung der Rettungspakete bis September 2010 betrachtet.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, kritisiert die politischen Versäumnisse bei der Überwachung der Eurozone und stellt die Wirksamkeit der Rettungsmaßnahmen zur Diskussion.
Schlüsselwörter
Finanzkrise, Griechenland, Euro, Staatsdefizit, Sparpaket, Europäische Union, IWF, Spekulation, Credit Default Swaps, Staatsanleihen, PIIGS, Wirtschaftskrise, Bonität, Haushaltsdefizit, Rettungspaket
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und den Auswirkungen der Finanzkrise in Griechenland im Jahr 2010 sowie deren Bedeutung für die Eurozone.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Neben den Ursachen wie Statistikmanipulation und hohen Staatsausgaben werden Rettungsmaßnahmen, gesellschaftliche Proteste und die Situation anderer gefährdeter EU-Staaten analysiert.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, einen Überblick über die Ursachen und Konsequenzen der griechischen Krise zu geben und die Rolle der EU bei der Bewältigung dieser Krise zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Aufgrund der Aktualität des Themas stützt sich die Arbeit primär auf die Auswertung und Synthese von Berichten renommierter Tageszeitungen und offizieller Datenquellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Krisenursachen, die Darstellung der Rettungspakete, die Untersuchung wirtschaftlicher Folgen und einen Vergleich mit anderen PIIGS-Staaten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Staatsdefizit, Sparpaket, Rettungspaket, Spekulation, PIIGS-Staaten und Stabilität der Währungsunion geprägt.
Warum spielt die Manipulation von Statistiken eine so große Rolle?
Die Manipulation ermöglichte Griechenland den Beitritt zur Währungsunion unter falschen Voraussetzungen und verzögerte notwendige Gegenmaßnahmen, was die Krise verschärfte.
Welche Bedeutung haben Credit Default Swaps für Griechenland?
Diese Finanzinstrumente wurden für Wetten auf die Zahlungsunfähigkeit Griechenlands genutzt, was die Refinanzierungskosten des Staates durch steigende Risikoprämien massiv in die Höhe trieb.
- Citar trabajo
- René Kordes (Autor), 2010, Die Finanzkrise in Griechenland, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204721