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Ständeproblematik in Molières Komödie George Dandin où le mari confondu

Titel: Ständeproblematik in Molières Komödie George Dandin où le mari confondu

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2003 , 20 Seiten , Note: 2,0 (gut)

Autor:in: Volker Joachim Wallerang (Autor:in)

Französische Philologie - Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Grundlage für Molières Komödie 'George Dandin ou le mari confondu' bildet das von Molière bereits schon einmal in einer seiner frühen Komödien, der 'Jalousie du Barbouillé', verarbeitete Hahnreimotiv. Ein Ehemann versucht auf vergebliche Weise seine Frau eines besonders schweren Falles der Untreue zu überführen. Im Unterschied zum tradierten Hahnreimotiv, sind jedoch in der hier zu besprechenden Komödie die Ehepartner von unterschiedlicher sozialer Herkunft, was - wie noch zu zeigen sein wird - erhebliche Probleme mit sich bringt. Molière kombiniert in 'George Dandin ou le mari confondu' das Motiv der Hahnreischaft mit einem sozialen Phänomen des Ancien Regime, nämlich dem der undurchlässigen Ständegesellschaft. George Dandin, ein glücklos seinen sozialen Stand verlassender, reich gewordener und verbürgerlichter Bauer, wird durch seine Heirat mit der adligen Angélique de Sotenville zum betrogenen Ehemann und befindet sich damit in einer zweifach problematischen Situation. Allein steht er zwei Fronten gegenüber, zum einem der des Adels, welche in der Komödie durch die Eltern Sotenville und den 'gentilhomme' Clitandre repräsentiert werden, und zum anderen der seiner Frau, Angélique de Sotonville.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Mesalliance und Konvenienzehe

II. Das Problem der undurchlässigen Ständegesellschaft

II.1 Die Fehleinschätzung George Dandins

II.2 Die Behandlung des unterprivilegierten Bauern durch die Sotonville

II.3 Ohnmächtige Auflehnung und ironische Überlegenheit

III. Die Hahnreithematik

III.1 Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Molières George Dandin und der tradierten Hahnreikomödie

III.2 Die prozesshafte Aufklärung von George Dandins Ehrverletzung und deren Folgen

III.3 Die von Angélique propagierte neue Eheauffassung

III.4 Die Ursachen der ehelichen Krise im Hause Dandin

III.5 George Dandins bürgerliche Borniertheit und sein Festgefahrensein als ausschlaggebende Faktoren für seine Niederlage

Schlussbetrachtungen

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Molières Komödie "George Dandin ou le mari confondu" unter dem Fokus der Ständeproblematik und der Hahnreithematik im Ancien Regime. Das primäre Ziel ist es, den Scheiterprozess des Protagonisten George Dandin als Konsequenz seiner bürgerlichen Borniertheit und seines starren Festhaltens an überkommenen ehelichen Konventionen zu analysieren, während er gleichzeitig versucht, soziale Schranken zu durchbrechen.

  • Die Ständeproblematik und die soziale Immobilität im Ancien Regime.
  • Die Transformation von der Konvenienzehe hin zum neuen Eheideal der Neigungsehe.
  • Die prozesshafte, juristisch-legalistische Aufarbeitung der persönlichen Ehrverletzung.
  • Das Spannungsfeld zwischen traditioneller Hahnreikomödie und soziologischer Charakterstudie.
  • Der Einfluss der bürgerlichen Borniertheit des Protagonisten auf sein Scheitern.

Auszug aus dem Buch

3.2 Die prozesshafte Aufklärung von George Dandins Ehrverletzung und deren Folgen

In Bezug auf Angéliques Seitensprung ist George Dandin keinesfalls gekränkt oder gar eifersüchtig, sondern betreibt zur Aufklärung seiner „deshonneur“ in juristisch-legalistischer Manier eine Art Prozess, bei dem Angélique und Clitandre als Angeklagte und die Eltern Sotonville als Zeugen fungieren sollen. So führt er Klage („[…]faire mes plaintes[…]“(I.3;S.193)) möchte beweisen, dass das Recht auf seiner Seite steht („[…]désabuser le père et la mère[…]“(I.7;S.204); „[…]mais cette fois, Dieu merci, les choses vont être éclaircies […]“(III.7;S.226)), möchte seine Frau und ihr falsches Spiel überführen („[…] convaincre mon effrontée ?“ (II.8;S.218); „Je veux qu’on soit détrompé de vous et que votre confusion éclate“(III.6;S.228)), will nicht immer der Unterlegene sein („[…] la subtile adresse de ma carogne de femme pour se donner toujours raison , et me faire avoir tort. Est-il possible que j’ai toujours du dessous avec elle; que le apparences toujours tourneront contre moi[…]?“(II.8;S.218)) und diese Auseinandersetzung auf gar keinen Fall verlieren („Je ne veux point perdre cette aventure, et il m’importe qu’on soit une fois éclairci à fond de vos déportements“ (III.6;S.227)). All dies betreibt George Dandin nur mit dem einen Ziel, sich von seiner Frau trennen zu können und somit aus dem schlechten Geschäft der Heirat mit ihr aussteigen zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in das Hahnreimotiv und die Problematik der Ständegesellschaft in Molières Stück.

I. Mesalliance und Konvenienzehe: Erläuterung der Verbindung zwischen Dandin und dem verarmten Adel als klassische Interessengemeinschaft des 17. Jahrhunderts.

II. Das Problem der undurchlässigen Ständegesellschaft: Analyse der gescheiterten Versuche des Protagonisten, den sozialen Aufstieg zu erzwingen und seine daraus resultierende Ohnmacht.

III. Die Hahnreithematik: Untersuchung der Modifikationen des klassischen Komödientypus sowie der prozesshaften, juristischen Aufarbeitung des Ehebruchs durch Dandin.

Schlussbetrachtungen: Einordnung der Komödie als Werk zwischen Farce und Aufklärung, beeinflusst durch den Auftragskontext des höfischen Publikums.

Schlüsselwörter

Molière, George Dandin, Ancien Regime, Ständegesellschaft, Hahnreithematik, Konvenienzehe, Mesalliance, Soziale Immobilität, Neigungsehe, Prozesshafte Aufklärung, Ehekrise, Bürgerliche Borniertheit, Satire, Klassik, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Molières Komödie "George Dandin ou le mari confondu" und beleuchtet das Scheitern des bürgerlichen Protagonisten an den starren ständischen Strukturen des Ancien Regime sowie an den sich wandelnden Eheidealen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die soziale Immobilität der Ständegesellschaft, der Konflikt zwischen Konvenienzehe und Neigungsehe sowie die Darstellung des Hahnreimotivs als Ausgangspunkt einer juristisch-legalistischen Auseinandersetzung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist aufzuzeigen, wie George Dandins Unfähigkeit, sich flexibel auf die neuen Bedürfnisse seiner Ehefrau einzustellen, und sein stures Festhalten an patriarchalen Machtstrukturen seinen Untergang in der Komödie besiegeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext durch den Rückgriff auf zeitgenössische gesellschaftshistorische Hintergründe und fachspezifische Sekundärliteratur interpretiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Mesalliance, das Problem der ständischen Undurchlässigkeit, die Analyse der Hahnreithematik und das konkrete Verhalten Dandins in seiner Ehekrise, einschließlich seiner prozesshaften Vorgehensweise.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Molière, George Dandin, Ancien Regime, Ständegesellschaft, Konvenienzehe, soziale Immobilität und bürgerliche Borniertheit.

Warum ist Dandins prozesshafte Vorgehensweise fatal?

Indem Dandin den Ehebruch öffentlich macht, um rechtliche Satisfaktion zu erlangen, missachtet er die gesellschaftliche Norm, geheime Angelegenheiten nicht öffentlich auszutragen, und macht sich damit selbst der Lächerlichkeit preis.

Welche Rolle spielt der höfische Auftragskontext für den Ausgang der Komödie?

Da das Stück als Auftragsarbeit für den französischen König und ein höfisches Publikum konzipiert wurde, war es dramaturgisch ausgeschlossen, dass ein "Bauerntölpel" gegenüber seinen adligen Widersachern obsiegt.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ständeproblematik in Molières Komödie George Dandin où le mari confondu
Hochschule
Universität Trier  (Fachbereich II: Französische Philologie)
Veranstaltung
Literatur und Gesellschaft in der französischen Klassik; Leitung: Prof. Dr. Karl Hölz
Note
2,0 (gut)
Autor
Volker Joachim Wallerang (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
20
Katalognummer
V20533
ISBN (eBook)
9783638243858
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ständeproblematik Molières Komödie George Dandin Literatur Gesellschaft Klassik Leitung Prof Karl Hölz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Volker Joachim Wallerang (Autor:in), 2003, Ständeproblematik in Molières Komödie George Dandin où le mari confondu, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20533
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Leseprobe aus  20  Seiten
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