Demografischer Wandel

Über die Herausforderungen für eine alternde Gesellschaft


Hausarbeit, 2011
17 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1 Begriffsklärung - der Terminus des demografischen Wandels
2.2 Folgen des demografischen Wandels im Hinblick auf das Leben in einer alternden Gesellschaft
2.2.1 Eine neue Vorstellung von Alter(n)
2.2.2 Die Frage nach der Rente
2.2.3 Herausforderungen für die Personalentwicklung
2.2.4 Gesundheit im Alter

3. Schlussbetrachtung

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Ich bin ein Paradebeispiel für Überalterung.[1]

Mit diesen Worten äußerte sich Altkanzler Helmut Schmidt (damals 89 Jahre alt) im Januar 2008 zu den Herausforderung durch den demographischen Wandel. Schmidt nahm dabei zu einem Thema Stellung, das in den vergangenen Jahren immer mehr in der Wahrnehmung unserer Gesellschaft angekommen ist: der demografische Wandel. Eine Umfrage aus dem Jahr 2003 belegt, dass der besagter Terminus bei der Erstellung der Umfrage noch 52 % der Deutschen gänzlich unbekannt war.[2] In den vergangenen Jahren ist der Begriff jedoch nicht nur verstärkt in der Politik und den Medien, sondern auch in der Wahrnehmung der breiten Gesellschaft angekommen, sodass jener Ausdruck heutzutage der Mehrheit der Erwachsenen bekannt sein dürfte. Darüber hinaus ist der demografische Wandel natürlich auch Gegenstand der soziologischen Forschung, welche (teilweise auch in interdisziplinären Arbeiten) ein besonderes Augenmerk auf das Phänomen des demografischen Wandels legt. Zahlreiche Publikationen wie beispielsweise Alter(n) als ‚ gesellschaftliches Problem ‘ ? von Gertrud M. Backes, Ä lterwerden neu denken. Interdisziplin ä re Perspektiven auf den demografischen Wandel herausgegeben von Sylvia Buchen und Maja S. Maier, Demographischer Wandel und Naturschutz von Bernd Demuth, Demographischer Wandel in Unternehmen. Herausforderungen für die strategische Personalplanung herausgegeben von Melanie Holz und Patrick Da-Cruz, oder Demographic Banking herausgegeben von Klaus Juncker illustrieren die Bedeutung des demografischen Wandels in der Forschung sowie für die Gesellschaft.[3] Besonders deutlich wird anhand der erwähnten Titel von Forschungsliteratur, dass der demografische Wandel nicht ausschließlich ein soziologische interessantes Phänomen ist, sondern weitreichende Folgen für die gesamte Gesellschaft und sämtliche Bereiche des menschlichen Lebens mit sich bringt und bringen wird, weshalb das große Interesse an diesem Forschungsthema durchaus nachvollziehbar ist.

In der vorliegenden Hausarbeit sollen nun der demografische Wandel und daraus resultierende Folgen für die Gesellschaft näher beleuchtet werden. Im folgenden Text gilt es zuerst die theoretischen Grundlagen der demografische Forschung zu erläutern. In diesem Zusammenhang soll im Rahmen einer Begriffsklärung auf den äußerst vielschichtigen Terminus des demografischen Wandels eingegangen werden, um den Gegenstand der Arbeit klar einzugrenzen. In einem nächsten Schritt werden das Phänomen des demografischen Wandels sowie seine Ursachen und die daraus resultierende Folgen für die Gesellschaft näher betrachtet werden. In diesem Zuge wird exemplarisch auf Folgen und Herausforderungen, die der demografische Wandel im Hinblick auf die Gesellschaft und das Individuum mit sich bringt, eingegangen werden. Das Forschungsfeld der demografischen Entwicklung ist immens und kann daher im Rahmen einer Hausarbeit de facto nicht vollständig aufgerollt werden, weshalb in der vorliegende Arbeit folgende Schwerpunkte gesetzt werden: Der Fokus der Begriffsklärung sowie der anschließenden Analyse der Folgen des demografischen Wandels liegt explizit auf dem demografischen Wandel und seinen Auswirkungen in Deutschland. Der Fokus der Analyse der Folgen des demografischen Wandels wird dabei auf das Leben in einer alternden Gesellschaft gelegt werden, wobei allerdings auch die Analyse über das Leben in einer alternden Gesellschaft exemplarischen Charakter aufweist und keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann. Weitreichendere Aspekte des Forschungsfeldes um den demografischen Wandel wie die Veränderung der Zusammensetzung der Weltbevölkerung oder der Anteil der Deutschen an der Weltbevölkerung[4] werden nicht thematisiert werden. Abschließend sollen die vorgestellten Ergebnisse knapp zusammengefasst werden.

Wie bereits ansatzweise erwähnt, ist die Forschungsliteratur zu dem Thema der demografische Wandel aufgrund der hohen Relevanz des demografischen Wandels für die Gesellschaft und aufgrund von interdisziplinären Verflechtungen in der Forschung äußerst umfangreich, sodass die vorliegende Arbeit, bedingt durch ihren Umfang, definitiv keinen Anspruch auf eine vollständige Bibliographie erheben kann. Hinsichtlich der Forschungsliteratur stützt sich die Arbeit in weiten Teilen auf Thomas Druyens Werk Goldkinder. Die Welt des Vermögens. Sehr wichtig waren zudem das von Sylvia Buchen und Maja S. Maier herausgegebene Werk Ä lterwerden neu denken. Interdisziplin ä re Perspektiven auf den demografischen Wandel und die Zeitschrift Demografischer Wandel. Wir werden ä lter und wir werden weniger aus der Reihe Zeitschrift für die Praxis der politischen Bildung. Politik & Unterricht. Darüber hinaus wurde das Werk Alter(n) als ‚ gesellschaftliches Problem ‘ ? Zur Vergesellschaftung des Alter(n)s im Kontext der Modernisierung von Gertrud M. Backes besonders zur Aneignung von Hintergrundwissen herangezogen.

2. Hauptteil

2.1 Begriffsklärung - der Terminus des demografischen Wandels

Laut Judith Ernst-Schmidt lässt sich die Demografie als Wissenschaft folgendermaßen definieren: Gegenstand der Demografie ist die Auseinandersetzung mit dem Leben, Werden und Vergehen menschlicher Bevölkerungen,[5] sowie mit ihrer Zahl und Verteilung im Raum und mit den für Ver ä nderungen notwendigen Faktoren.[6] Die Demografie per se ist folglich sowohl das mathematische Ergebnis individuellen und gesellschaftlichen Verhaltens als auch Ausdruck eines persönlichen Lebens- und Generationsbewusstseins.[7]

Das zentrale Hilfsmittel der demografischen Forschungen sind Statistiken und grafische Darstellungen,[8] woraus sich Veränderungen zuverlässig ablesen lassen und welche folglich die Basis für sämtliche Interpretationen und Erkenntnissen bilden, die im Rahmen des demografischen Arbeitens gewonnen werden können. Zentrale Statistiken sind in diesem Kontext die Geburten-, Fruchtbarkeits-, Sterbe- und Migrationsraten sowie die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen.[9]

Demografischer Wandel - wir werden ä lter und weniger - dieser plakative Titel der Zeitschrift für die Praxis der politischen Bildung. Politik & Unterricht aus dem Jahre 2007[10] umschreibt die Kernaussagen des demografischen Wandels in den Industrieländern zwar knapp, aber zugleich äußerst prägnant. Das mit jenen Worten umschriebene Phänomen lässt sich auf zwei Hauptursachen zurückführen: einerseits nehmen besonders in den Industrieländern die Kinderzahlen pro Frau ab, andererseits erhöht sich die Lebenserwartung der Menschen[11] stetig (und es gibt keine Anhaltspunkte, dass dieser Prozess in naher Zukunft enden wird),[12] sodass es zu diversen Verschiebungen und Umschichtungen in der Bevölkerungspyramide kommt und kommen wird:[13] Die Bevölkerungspyramide wird in Zukunft ihre klassische Pyramidenform verlieren und zunehmend die Form einer auf dem Kopf stehenden Pyramide annehmen,[14] da sich die Zusammensetzung der Bevölkerung dementsprechend verändert.[15]

Im Hinblick auf Deutschland bedeutet diese Entwicklungstendenz in konkreten Zahlen, dass, wie das Statistische Bundesamt berechnet hat, die Bevölkerung in Deutschland bis zum Jahre 2050 voraussichtlich um circa sieben Millionen Menschen auf insgesamt 75 Millionen schrumpfen wird.[16] Bemerkenswert ist, dass die Pro-Kopf-Geburtenzahlen abnehmen, je höher die Pro-Kopf-Einkommen ausfallen.[17]

[...]


[1] http://www.focus.de/politik/zitate/zitat_aid_235151.html<01.02.2011, 11.17>

[2] Vgl. Steffen Kröhnert: Demografischer Wandel in Deutschland: Wege in die demografische Zukunftsfähigkeit. Die 17 Thesen der Studie Deutschland 2020, unter: http://www.bpb.de/themen/XRJZHO,0,0,Wege_in_die_demografische_Zukunftsf%E4higkeit.html, <26.01.2011, 13.35>

[3] Die besagten Buchtitel wurden lediglich ausgewählt, um die vielschichtigen Auswirkungen des demografischen Wandels aufzuzeigen. Diese Titel bilden jedoch nicht die Literaturgrundlage für die vorliegende Hausarbeit.

[4] Vgl. Thomas Druyen: Goldkinder. Die Welt des Vermögens, Hamburg 2007 [2] , S. 81f.

[5] Zitiert nach: Judith Ernst-Schmidt: Deutschland braucht mehr Kinder (Fertilitätsaspekte), in: Demografischer Wandel. Wir werden älter und wir werden weniger, (Zeitschrift für die Praxis der politischen Bildung. Politik & Unterricht 2007, 1), S. 7f.

[6] Zitiert nach: ebd.

[7] Zitiert nach: Druyen, (wie Anm. 4) S. 80f.

[8] Vgl. Ernst-Schmidt, (wie Anm. 5), S. 7f.

[9] Vgl. ebd.

[10] Demografischer Wandel. Wir werden älter und wir werden weniger, (Zeitschrift für die Praxis der politischen Bildung. Politik & Unterricht 2007, 1).

[11] Vgl. Druyen, (wie Anm. 4), S. 75: Druyen erläutert, dass sich die durchschnittliche Lebenserwartung pro Jahr um circa drei Monate verlängert. Im vergangenen Jahrhundert ist die durchschnittliche Lebenserwartung bereits um mehr als dreißig Jahre gestiegen ist.

[12] Vgl. ebd.

[13] Vgl. Ernst-Schmidt, (wie Anm. 5), S. 7f.

[14] Vgl. ebd..

[15] Vgl. Cornelia Helfferich: Alles beim Alten? Wie der demografische Wandel Lebenslaufmuster von Frauen und Männern und das Alter übermorgen beeinflusst, in: Sylvia Buchen, Maja S. Maier (Hrsg.): Älterwerden neu denken. Interdisziplinäre Perspektiven auf den demografischen Wandel, Wiesbaden 2008, S. 31.

[16] Vgl. o. A.: Demografischer Wandel in Deutschland, unter: http://www.bpb.de/themen/OTVK4U,0,0,Demografischer_Wandel_in_Deutschland.html<27.01.2011, 15.24>

[17] Vgl. Druyen, (wie Anm. 4), S. 80.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Demografischer Wandel
Untertitel
Über die Herausforderungen für eine alternde Gesellschaft
Hochschule
Pädagogische Hochschule Freiburg im Breisgau
Veranstaltung
Soziologie im Rahmen des Studiengangs Gesundheitspädagogik
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
17
Katalognummer
V205469
ISBN (eBook)
9783656331018
ISBN (Buch)
9783656331247
Dateigröße
552 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
demografischer, wandel, über, herausforderungen, gesellschaft
Arbeit zitieren
Verena Caroline Wernet (Autor), 2011, Demografischer Wandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205469

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