Fonds als Möglichkeit für Privatanleger zur Berücksichtigung extrafinanzieller Faktoren bei Anlageentscheidungen


Seminararbeit, 2010

27 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Umsetzung des Nachhaltigkeitsgedankens in Investmentfonds
2.1. Entstehungshintergrund
2.2. Differenzierungsmöglichkeiten
2.3. Fondsmanagementansätze
2.3.1. Best-in-Class-Ansatz
2.3.2. Screening-Ansatz
2.4. Problembetrachtung
2.4.1. Ausschließungsgrad
2.4.2. Nachhaltigkeitsrating
2.4.3. Risikoeffizienz
2.5. Nachhaltigkeit als Vertriebschance für Kreditinstitute
2.6. Zwischenfazit

3. Vereinbarkeit von Nachhaltigkeit und Rendite
3.1. Nachhaltigkeit als Metaziel
3.2. Performance von SRI am Beispiel von Indizes

4. Mögliche Effekte nachhaltiger Investments
4.1. Reputationsgewinne
4.2. Beeinflussung der Unternehmensführung
4.3. Finanzierungsvorteile
4.4. Zwischenfazit

5. Fazit

Quellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1

Markowitz-Effizienzlinie

Quelle:

Fieseler, Christian: Die Kommunikation von Nachhaltigkeit: Gesellschaftliche Verantwortung als Inhalt der Kapitalmarktkommunikation; VS Verlag für Sozialwissenschaften; 2008;

Abbildung 2

Ebenen der Verantwortung nach Carrol

Quelle:

Fieseler, Christian: Die Kommunikation von Nachhaltigkeit: Gesellschaftliche Verantwortung als Inhalt der Kapitalmarktkommunikation; VS Verlag für Sozialwissenschaften; 2008;

Abbildung 3

Chartvergleich MSCI World und Dow Jones Sustainability Index World

Quelle:

o.V. in: http://tinyurl.com/2umkvv2, 28.07

Abbildung 4

Chartvergleich MSCI World und Natur-Aktien-Index

Quelle:

o.V. in : http://tinyurl.com/38e23nl, 28.07.

1. Einleitung

Im 21. Jahrhundert sieht sich die Menschheit mit mannigfaltigen zivilisatorischen Herausforderungen konfrontiert. Naturkatastrophen wie der Hurrikan Katrina 2005 in den USA und die derzeitige Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, aber auch anwachsende soziale Disparitäten, insbesondere zwischen der Nord- und Südhalbkugel, entwickeln eine zunehmend katalytische Wirkung[1] in der Diskussion um intergenerationelle und intragenerationelle Gerechtigkeit.[2]

Gerade das Thema Klimawandel hat in den vergangenen Jahren durch nationale wie internationale Initiativen in der politischen Agenda an Gewicht gewonnen.[3] Nichtregierungsorganisationen betonen dabei vermehrt die Interdependenzen von Kapitalinvestitionen privater sowie institutioneller Anleger und den durch Unternehmen verursachten Negativeffekten auf Mensch und Umwelt.[4]

Viele Jahre fanden bei Investitionsentscheidungen am Kapitalmarkt überwiegend nur die Kernpunkte des konventionellen Renditedreiecks aus Liquidität, Rentabilität und Sicherheit Berücksichtigung.[5] Später wurde es sie durch das Entscheidungskriterium der steuerlichen Behandlung ergänzt. Bedingt durch die zunehmende Sensibilisierung privater und institutioneller Investoren gegenüber den Herausforderungen nachhaltigen wirtschaftlichen Handelns und deren verschiedenen thematischen Ausprägungen, findet bei immer mehr Anlegern die Nachhaltigkeit als Oberbegriff für verantwortliches, zukunftsorientiertes Agieren am Kapitalmarkt Berücksichtigung.

Will man Nachhaltigkeit als ganzheitliches Konzept verstanden wissen, so bezieht sich der Begriff auch auf die Ausgestaltung der volkswirtschaftlichen Aufgaben von Kreditinstituten als Finanzintermediäre. Durch die Bündelung von Geldern und deren aggregierter Investition in verschiedene Anlagevehikel oder durch die Weitergabe in Form von Krediten, lassen sich gezielt Unternehmungen finanzieren, welche sich den ökologischen, sozialen und moralischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts stellen und ihnen mit Lösungsansätzen aktiv begegnen.

Dass es eine Tendenz hin zu Geldanlagen gibt, die neben den klassischen Kriterien des Investitionsvierecks auch die Gerechtigkeitsdimension berücksichtigen, bestätigen zahlreiche Umfragen. Eine Mehrzahl der Privatanleger zeigt sich umfrageübergreifend stets bereit, zu Gunsten der Berücksichtigung sozialer, ökologischer und moralischer Faktoren bei der Geldanlage Gewinneinbußen zu tolerieren.[6] Verbunden damit ist auch das Interesse daran zu erfahren, was mit den angelegten Geldern passiert, d.h. wo und wie sie investiert werden. Von größter Bedeutung ist daher eine rationale Bewertung nachhaltiger Kapitalanlagen hinsichtlich deren tatsächlicher Effekte.

Diese Praxisarbeit wird sich insbesondere mit Fonds als mögliches Anlagevehikel zur Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien befassen. Der Fokus soll dabei auf Investmentfonds mit einem überwiegenden Aktienanteil gelegt werden, da die Untersuchung der Wirkung nachhaltiger Fonds auf Unternehmensentscheidungen eine wichtige Zielsetzung der Arbeit ist. Als Einstieg wird ein kurzer Überblick über die Entstehungsgeschichte der nachhaltig orientierten Investmentfonds dienen. Im weiteren Verlauf wird untersucht, welche Spezifika einzelne Fondsmanagementansätze besitzen und inwiefern sich daraus Chancen oder Probleme für den Vertrieb dieser Anlageprodukte ableiten lassen. Weiterhin soll dezidiert untersucht werden, ob der Wunsch der Anleger nach einer risikoadäquaten Rendite und einer nachhaltigen Ausrichtung einen Zielkonflikt beinhaltet. Gleichzeitig soll zwischen der Priorisierung der renditeorientierten und extrafinanziellen Anlageziele aus Privatanlegersicht differenziert werden. Am Ende der Ausarbeitung werden aus den bis dorthin gesammelten Informationen Schlussfolgerungen hinsichtlich der tatsächlichen Wirkung nachhaltig ausgerichteter Anlageprodukte gezogen.

2. Umsetzung des Nachhaltigkeitsgedankens in Investmentfonds

Eine nachhaltige Ausrichtung lässt sich bei vielfältigen Anlagevehikeln realisieren. Es gibt zahlreiche Beispiele für die Finanzierung von Projekten im Sektor der regenerativen Energien durch direkte Unternehmensbeteiligungen oder spezielle Passivprodukte. Für die breite Masse der Privatanleger sind jedoch meist Investmentfonds das geeignete Anlageprodukt, da sie so von den Entscheidungen eines qualifizierten aktiven Fondsmanagements und der damit einhergehenden Risikodiversifikation durch Streuung der Assetklassen und Einzelwerte profitieren können, ohne sich selbst mit Entscheidungen zu Subpositionen auseinandersetzen zu müssen. Aus diesem Grund soll der Fokus im weiteren Verlauf auf Investmentfonds liegen. Da viele Kernpunkte der Ausarbeitung auch auf die übrigen Anlagevehikel übertragen werden können, wird im Folgenden verallgemeinernd von Socially Responsible Investments (SRI) die Rede sein.

2.1 Entstehungshintergrund

Die Entstehung des ersten SRI lässt sich auf das Jahr 1928 mit dem Investmentfonds „Pioneer“ einer Kirchengruppe aus Boston datieren.[7] In gewisser Weise stellten die ersten SRI eine Möglichkeit für religiös geprägte Menschen dar, Produkte wie Tabak, Alkohol, Rüstungsgüter oder Pornografie von ihren Investitionen auszuschließen, da diese mit ihren persönlichen Überzeugungen bzw. den Reglements ihrer Religion kollidierten.

Während sich das Wachstum dieses Anlagesegments in den ersten Jahrzehnten, sicher auch bedingt durch die Verwerfungen um den 2. Weltkrieg und den folgenden Wiederaufbau in Europa, zurückhaltend gestaltete, erhielten SRI Anfang der 1970er Jahre wieder Aufschwung. Anlass war hier vor allem das Bestreben einer immer größer werdenden Zahl von Anlegern, Unternehmen, welche von der Rassentrennung unter dem südafrikanischen Apartheidregime profitierten, zu boykottieren.[8]

Nachdem die SRI-Bewegung zeitweise stagnierte, gewinnt sie heute vor allem durch zwei Aspekte wieder an Popularität:

1. Vor dem Hintergrund eines drohenden Klimawandels und der damit einhergehenden sozialen und ökonomischen Auswirkungen sind Anleger zunehmend für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisiert. SRI profitieren in hohem Maße von diesen Entwicklungen, da sie durch eine spezifische thematische Ausrichtung auf die Klimawandel-Problematik den Bedarf an ökologisch vertretbaren Investitionsmodellen für Privatanleger bedienen können.[9]

[...]


[1] vgl. von Rosen, Rüdiger: [Katalysator], S. 91;

[2] vgl. Schäfer, Henry: [Gerechtigkeit], S. 65, übereinstimmend: vgl. Fieseler, Christian: [Spannungen],

S. 18

[3] vgl. von Rosen, Rüdiger: [Aufmerksamkeit], S. 91; übereinstimmend: vgl. Fieseler, Christian: [Interesse], S. 18

[4] vgl. Schneeweiß, Antje: [Interdependenzen], S. 126

[5] vgl. von Rosen, Rüdiger: [Anlagedreieck], S. 83

[6] vgl. Baulig, Bianca: [Umfrage], S. 1; übereinstimmend: vgl. von Rosen, Rüdiger: [Gewinnerwartung],

S. 83

[7] vgl. Fieseler, Christian: [Pioneer], S. 43; ergänzend: Schäfer, Henry: [Kirchen], S. 64

[8] vgl. Fieseler, Christian: [Apartheid], S. 43

[9] vgl. Fieseler, Christian: [Klimawandel], S. 18

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Fonds als Möglichkeit für Privatanleger zur Berücksichtigung extrafinanzieller Faktoren bei Anlageentscheidungen
Hochschule
Berufsakademie Sachsen in Leipzig
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
27
Katalognummer
V205546
ISBN (eBook)
9783656319498
ISBN (Buch)
9783656320630
Dateigröße
2047 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nachhaltigkeit, Investment, Fonds, Anleger, Anlage, Sustainability, SRI, Socially Responsible Investment, Grüne Anlage, Ökom
Arbeit zitieren
Oliver Borm (Autor), 2010, Fonds als Möglichkeit für Privatanleger zur Berücksichtigung extrafinanzieller Faktoren bei Anlageentscheidungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205546

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