Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Germany - National Socialism, World War II

Weimarer Koalition und SPD in Baden

Ein Beitrag zur Geschichte der Partei- und Kulturpolitik in der Weimarer Republik

Title: Weimarer Koalition und SPD in Baden

Doctoral Thesis / Dissertation , 1976 , 355 Pages , Grade: Gut

Autor:in: Jutta Stehling (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Im Mittelpunkt der nachfolgenden Untersuchung steht ein Teilbereich des Fragenkomplexes, der unmittelbar hinlenkt auf die Krisis und das Scheitern der ersten demokratischen deutschen Republik. Am Beispiel des Landes Baden und seiner besonderen politischen Situation soll versucht werden, einige Ursachen und Hintergründe für das Versagen des Parlamentarismus in der Weimarer Republik festzustellen. In der Literatur gilt das von liberalen Monarchen geprägte südwestdeutsche Land weitgehend als Beispiel für die Verwirklichung stabiler und konstruktiver politischer Verhältnisse trotz divergierender Parteiinteressen und somit also als Beispiel für das Gelingen eines demokratischen Parlamentarismus. Der äußere Anschein stützt diese Vermutung: Baden besaß als erstes deutsches Land bereits während der Revolution eine provisorische Regierung, in der die späteren Weimarer Koalitionsparteien vertreten waren, und als einziges deutsches Land bis zum November 1932 ohne Unterbrechung Regierungen, in denen zumindest SPD und Zentrum zusammenarbeiteten.
Es bot sich daher an, der Frage nachzugehen, ob die äußeren Erscheinungen den tatsächlichen Zustand repräsentieren, oder ob sich vielmehr Indizien dafür finden lassen, daß gerade die äußerlich stabilen Regierungsverhältnisse im Freistaat Baden eine in Wahrheit instabile Situation verschleiert oder vielleicht sogar begünstigt haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A Zur Aufgabenstellung

B Zur Quellensituation

I. Die Weimarer Koalition in Baden, ihre Grundlagen und ihre Probleme

1. Wahlergebnisse und Regierungsbildungen

2. Kulturpolitik als Thema der Koalitionspolitik

3. Koalition oder Opposition als Problem der SPD

II. Die Ausgangssituation von SPD und Zentrumspartei in Baden

1. Vorwort

2. Entstehung und Entwicklung der badischen SPD

3. Die kulturpolitischen Vorstellungen der badischen Sozialdemokraten

4. Die badische Zentrumspartei

III. Entstehung und Probleme der ersten beiden Koalitionsregierungen

1. Die Novemberrevolution und ihre Auswirkungen auf Baden

a) Revolutionsverlauf

b) Die Bedeutung der Novemberrevolution für die badische SPD

2. Die badische Nationalversammlung, Wahlkampf und Wahlergebnis

3. Die Entstehung der Artikel 18 und 19 der Verfassung

a) Die Vorarbeiten

b) Die Kirchenfrage

c) Die Schulfrage

d) Die Verabschiedung der Verfassung und ihre Bedeutung

4. Die innerparteiliche Reaktion auf die Verfassungsarbeit der SPD

IV. Die äußeren Bedingungen für die Kulturpolitik Badens

1. Baden und die Kompetenzabgrenzung zwischen Reich und Ländern

2. Das Finanzierungsproblem

V. Das Verhältnis zu "kulturtragenden" Bevölkerungsgruppen als Problem der SPD

1. Vorwort

2. Die Lehrer

3. Die Studenten

4. Die Religiösen Sozialisten

VI. Weimarer Koalition und badische Simultanschule

1. Vorwort

2. Das Verhältnis der badischen SPD zur Grundschulfrage

3. Die Reichsschulgesetzentwürfe und das Land Baden

4. Die Versuche der Sozialdemokraten, auf die Ausgestaltung der Grundschule Einfluß zu nehmen

VII. Die Auseinandersetzung um die Lehrerbildung

1. Der theoretische Standort von SPD und Zentrumspartei in der Frage der Lehrerbildung

a) SPD

b) Zentrum

2. Die reichsgesetzlichen Grundlagen

3. Die Bemühungen der badischen SPD um die Lehrerbildung

4. Das Lehrerbildungsgesetz als Thema der Landtagswahl von 1925

a) Der Entwurf Hellpach

b) Das Lehrerbildungsgesetz in den Koalitionsverhandlungen

5. Das Verhalten der Sozialdemokraten während der parlamentarischen Auseinandersetzungen und dessen Hintergründe

6. Das Lehrerbildungsgesetz als Auslöser für eine erste kulturpolitische Auseinandersetzung innerhalb der badischen SPD

VIII. Die Neuregelung des Verhältnisses von Kirche und Staat. Krise und Bruch der Koalition

1. Die rechtliche Ausgangsposition

2. Die badische Sozialdemokratie in der Auseinandersetzung mit den kirchlichen Bemühungen um eine Vergrößerung ihrer staatlichen Einflußsphäre bis zur Verabschiedung des Kirchenvermögensgesetzes von 1927

3. Das Kirchenvermögensgesetz von 1927

4. Das badische Konkordat von 1932

a) Das badische Konkordat im Rahmen der Landespolitik

b) Das badische Konkordat im Rahmen der Reichspolitik

C Schlußwort: Zum Ergebnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die politische Krisenentwicklung der Weimarer Republik am Beispiel des Landes Baden, mit einem spezifischen Fokus auf die Koalitionsbeziehungen zwischen der SPD und der Zentrumspartei. Das Hauptziel besteht darin zu klären, warum Baden als vermeintlich stabiles Beispiel demokratischer Regierungsbildung galt und ob diese Stabilität die tatsächliche politische Instabilität hinter der Fassade eher maskierte oder förderte.

  • Analyse der Rolle der Kulturpolitik als zentrales Spannungsfeld zwischen SPD und Zentrumspartei.
  • Untersuchung der Entstehungsgeschichte und der problematischen Koalitionsregierungen in Baden.
  • Kritische Beleuchtung der Bildungs- und Kirchenpolitik unter dem Einfluss kirchlicher Interessen und staatlicher Vorgaben.
  • Erforschung der innerparteilichen Reaktionen innerhalb der badischen SPD auf die Koalitionspolitik.

Auszug aus dem Buch

Die Ausgangssituation von SPD und Zentrumspartei in Baden

Beim Versuch, die Frage zu lösen, weshalb in Baden über eine so lange Zeit hinweg eine konstruktive Zusammenarbeit zweier so unterschiedlicher Parteien wie der SPD und der Zentrumspartei überhaupt gelang, werden eine Reihe von Erscheinungen deutlich, die sich allein aus der Situation Badens während der Weimarer Republik wohl kaum befriedigend erklären lassen. Es schien daher geboten, die Vorgeschichte beider Parteien daraufhin zu untersuchen, ob sie das spätere Verhalten ihrer Mitglieder abweichend von dem im Reich dominierende Einfluß der Liberalen Anteil daran hatte, dass beide Parteien gerade den zur Mitte hin tendierenden Flügeln ihrer Gesamtparteien zuzurechnen waren. Außerdem soll versucht werden, festzustellen, inwieweit es der badischen SPD gelungen ist, eigene kulturpolitische Vorstellungen zu entwickeln, da sich wohl nur so der Stellenwert ihres möglichen republikanischen Opferganges in etwa beurteilen lässt.

Zusammenfassung der Kapitel

A Zur Aufgabenstellung: Die Einleitung definiert das Untersuchungsziel, die Krisen des Parlamentarismus am Beispiel Badens zu analysieren und die Rolle der stabil erscheinenden badischen Koalition zu hinterfragen.

B Zur Quellensituation: Dieses Kapitel erläutert die schwierige Quellenlage durch den Verlust von Parteiunterlagen und die Protokollierungspraxis in Archiven.

I. Die Weimarer Koalition in Baden, ihre Grundlagen und ihre Probleme: Das Kapitel befasst sich mit der Analyse der Wahlergebnisse und der daraus resultierenden schwierigen Koalitionsverhältnisse.

II. Die Ausgangssituation von SPD und Zentrumspartei in Baden: Hier werden die historischen Ursprünge und die soziale Struktur der badischen SPD sowie der Zentrumspartei gegenübergestellt.

III. Entstehung und Probleme der ersten beiden Koalitionsregierungen: Dieses Kapitel thematisiert die Auswirkungen der Novemberrevolution auf die badische Politik und die Verfassungsgebung.

IV. Die äußeren Bedingungen für die Kulturpolitik Badens: Hier wird der Konflikt zwischen der badischen Landespolitik und dem Einfluss des Reiches in Kompetenz- und Finanzfragen dargestellt.

V. Das Verhältnis zu "kulturtragenden" Bevölkerungsgruppen als Problem der SPD: Es wird untersucht, wie die SPD versuchte, Gruppen wie Lehrer oder Studenten in ihre Politik einzubinden, und warum dies oft scheiterte.

VI. Weimarer Koalition und badische Simultanschule: Dieses Kapitel beleuchtet das Spannungsfeld zwischen dem bewährten badischen Simultanschulwesen und den Reformforderungen der Parteien.

VII. Die Auseinandersetzung um die Lehrerbildung: Es wird die Debatte um die theoretische und praktische Reform der Lehrerbildung und die Rolle der Koalitionsparteien analysiert.

VIII. Die Neuregelung des Verhältnisses von Kirche und Staat. Krise und Bruch der Koalition: Abschließend wird der schwierige Weg zur Konkordatsregelung und der daraus folgende Bruch der Koalition beschrieben.

Schlüsselwörter

Weimarer Republik, Baden, Sozialdemokratie, Zentrumspartei, Kulturpolitik, Koalitionspolitik, Konkordat, Simultanschule, Lehrerbildung, Novemberrevolution, Verfassungsarbeit, Kirche und Staat, Parlamentarismus, Wahlergebnisse, Bildungsreform

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Geschichte der Weimarer Koalition in Baden, insbesondere die politischen Konflikte im Bereich der Kultur- und Schulpolitik zwischen SPD und Zentrumspartei.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Koalitionsdynamik, die Auseinandersetzungen um die Simultanschule, die Lehrerbildung sowie das Verhältnis von Kirche und Staat im badischen Landeskontext.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage ist, warum Baden als politisch stabil galt und ob diese Stabilität die instabile Lage der Republik eher überdeckte oder gar begünstigte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine historisch-kritische Untersuchung auf Basis von Archivmaterial, Protokollen und zeitgenössischen Zeitungsquellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt detailliert die Regierungsbildungen, die Verfassungsprozesse, die Bildungs- und Kulturkonflikte und die schließlich zum Bruch der Koalition führenden Konkordatsverhandlungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Weimarer Republik, badische Sozialdemokratie, Zentrumspartei, Kulturpolitik, Konkordat und Simultanschulwesen.

Welche Rolle spielte das "badische Konkordat" für den Koalitionsbruch?

Das Konkordat markierte den endgültigen Bruch, da die SPD-Basis und Teile der Landtagsfraktion den zunehmenden Zugeständnissen an die Kirche nicht länger zustimmen konnten.

Warum war die badische SPD in kulturpolitischen Fragen so zögerlich?

Die SPD war durch ihre Koalition mit dem Zentrum stark eingeschränkt und wollte den Zusammenhalt der Regierung zur Sicherung der Republik nicht durch radikale kulturpolitische Forderungen gefährden.

Excerpt out of 355 pages  - scroll top

Details

Title
Weimarer Koalition und SPD in Baden
Subtitle
Ein Beitrag zur Geschichte der Partei- und Kulturpolitik in der Weimarer Republik
College
University Karlsruhe (TH)  (Institut für Geschichte)
Grade
Gut
Author
Jutta Stehling (Author)
Publication Year
1976
Pages
355
Catalog Number
V206416
ISBN (eBook)
9783656341352
ISBN (Book)
9783656341475
Language
German
Tags
Weimarer Koalition SPD 1932
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jutta Stehling (Author), 1976, Weimarer Koalition und SPD in Baden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206416
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  355  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint
  • Withdraw Contract