Scientific Management von F. W. Taylor - Darstellung und kritische Analyse von Konzeption, Methode und Anwendungsmöglichkeiten


Bachelorarbeit, 2011
30 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einführung in die Problemstellung
1.1. Zunehmender Bedarf von Effizienzoptimierung unternehmensinterner Abläufe im Kontext der Globalisierung
1.2. Zielsetzung und Gang der Arbeit

2. Konzeptionelle Grundlage und Begriffsbestimmung
2.1. Einordnung des Scientific Managements in den theoretischen und historischen Gesamtkontext
2.2. Definition und Abgrenzung wesentlicher Begrifflichkeiten

3. Grundprinzipien und kritische Würdigung des Scientific Managements
3.1. Darstellung der Grundüberlegungen des Scientific Managements
3.1.1. Vertikale und horizontale Arbeitsteilung
3.1.2. Standardisierung von Arbeitsabläufen und -instrumenten
3.1.3. Entlohnungssystem mit finanziellen Leistungsanreizen
3.1.4. Systematische Auswahl und Qualifizierung von Arbeitern
3.2. Kritische Würdigung inhaltlicher und methodischer Aspekte

4. Analyse der Aktualität des Scientific Managements in der Praxis im Hinblick auf die Globalisierung am Beispiel der Systemgastronomie
4.1. Aktuelle Anwendung der Grundüberlegungen des Scientific Managements am Beispiel von McDonald’s
4.2. Kritische Diskussion der vorgestellten Ergebnisse

5. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Funktionsmeisterprinzip

Abb. 2: Evaluationsbogen eines Fast-Food-Restaurants (Auszug)

1. Einführung in die Problemstellung

1.1. Zunehmender Bedarf von Effizienzoptimierung unternehmensinterner Abläufe im Kontext der Globalisierung

Weltweit kann ein Anstieg grenzüberschreitender Geschäftstätigkeit von Unternehmen und eine damit verbundene internationale Verflechtung von Märkten beobachtet werden. So stiegen die globalen Im- und Exporte von jeweils rund 2 Billionen US-Dollar im Jahr 1980 auf jeweils über 16 Billionen US-Dollar im Jahr 2008.[1] Kein Unternehmen kann sich dem Prozess der Globalisierung, welcher zahlreiche Chancen, aber auch Risiken mit sich bringt, mehr verweigern. Insbesondere der durch die steigende Anzahl von Konkurrenten erhöhte Wettbewerbs- und Kostendruck ist eine der Kehrseiten der Globalisierung. Ein wichtiger Faktor zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit sowie zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens ist die Optimierung interner Abläufe hinsichtlich ihrer Effizienz.

Dies erkannte bereits Ende des 19. Jahrhunderts Frederick Winslow Taylor, dessen vorrangiges Ziel die Auflösung des Konflikts zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern war.[2] In seinem 1911 erschienenen Werk „The Principles of Scientific Management“ weist er auf bestehende Ineffizienzen in der Produktion hin und erarbeitet entsprechende Lösungsansätze.[3] Taylor entwickelte Methoden und Vorgehensweisen zur Optimierung der Ablauforganisation[4] und legte damit die Grundlage für Rationalisierungs- und Standardisierungspraktiken, wie sie noch heute in der Wirtschaft angewendet werden.

1.2. Zielsetzung und Gang der Arbeit

Aufgrund dieser Entwicklungen ist das Ziel der vorliegenden Arbeit die Darstellung und kritische Analyse der Grundprinzipien des Scientific Managements sowie die Untersuchung der Aktualität des Ansatzes am Beispiel der Systemgastronomie im Kontext der Globalisierung.

Dazu erfolgt zunächst eine Analyse der konzeptionellen Grundlage der Theorie. Hierbei wird das Scientific Management in den Rahmen der Organisationstheorien eingeordnet. Die sich anschließende historische Einordnung des Ansatzes untersucht gesellschaftliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen in der Entstehungszeit der Theorie. Daraufhin wird der Begriff „Scientific Management“ definiert und von verwandten Bezeichnungen abgegrenzt. Im dritten Kapitel wird der inhaltliche Aufbau des Scientific Managements dargestellt sowie Methoden und Vorgehensweisen Taylors näher untersucht. Obwohl er zu den Gründern der Organisationslehre zählt,[5] wird sein Werk seit dessen Entstehung kontrovers diskutiert. Im zweiten Teil des Kapitels erfolgt daher eine kritische Würdigung des Ansatzes im Hinblick auf inhaltliche und methodische Aspekte. Noch heute sind viele Ideen Taylors in Organisationsformen zahlreicher Unternehmen erkennbar. Insbesondere am Beispiel der Systemgastronomie wird die aktuelle Relevanz des Scientific Managements deutlich. Aus diesem Grund wird im vierten Kapitel die Aktualität des Ansatzes anhand dieser Branche überprüft. Am Beispiel des weltweit tätigen Fast-Food-Unternehmens McDonald’s wird im Hinblick auf Globalisierungsentwicklungen untersucht, inwieweit die Prinzipien des Scientific Managements noch heute in der Wirtschaft Anwendung finden. Im Anschluss werden die Ergebnisse der Analyse kritisch diskutiert. Das fünfte Kapitel fasst die zentralen Aussagen der Arbeit zusammen.

2. Konzeptionelle Grundlage und Begriffsbestimmung

2.1. Einordnung des Scientific Managements in den theoretischen und historischen Gesamtkontext

In der Organisationslehre gibt es im Gegensatz zu anderen Disziplinen der Wirtschaftswissenschaften keine allgemeingültige Theorie. Grund dafür ist die hohe Komplexität und Vielschichtigkeit von Organisationen, was eine Integration aller Teilaspekte in eine einzige Theorie unmöglich macht. Des Weiteren betrachten Forscher Organisationen aus verschiedenen theoretischen Perspektiven, was dazu führt, dass sich deren Ergebnisse zum Teil deutlich voneinander unterscheiden.[6] Theorien in der Organisationslehre beschreiben demnach den Organisationsbegriff nicht vollständig, sondern decken jeweils bestimmte Teilaspekte und Perspektiven ab. Darüber hinaus entstehen sie im Rahmen einer bestimmten Epoche und werden somit von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten beeinflusst, was eine Betrachtung der Theorien im jeweiligen historischen Bedingungsrahmen erfordert.[7] Daher wird im Folgenden sowohl der theoretische, als auch der historische und gesellschaftliche Kontext des Scientific Managements erörtert.

Zur sinnvollen Einordnung der großen Zahl von Theorien wurden verschiedene Strukturierungskonzepte entwickelt, wobei in der Literatur meist eine chronologische Gliederung vorzufinden ist.[8] Als eine der ersten Theorien der Organisationslehre zählt das von F. W. Taylor entwickelte Scientific Management folglich zu den klassischen Organisationstheorien.[9] Hauptziel dieses Ansatzes ist die Effizienzoptimierung von Produktionsabläufen und einer Produktivitätssteigerung des Faktors Arbeit.[10] Taylors Werk „The Principles of Scientific Management“, das alle zentralen Aussagen der Theorie enthält, legte wichtige Grundlagen für die Organisations- und Managementlehre. Der Ansatz findet in der Praxis noch heute Berücksichtigung, worauf in Kapitel 4 ausführlich eingegangen wird. Die Theorie ist eine Weiterentwicklung der „klassischen“ Managementlehre, in der bewährte Vorgehensweisen der Praxis identifiziert und als Regel verfasst anderen Menschen zur Verfügung gestellt werden.[11] Das Scientific Management geht einen Schritt weiter: Statt die gängige Praxis nur zu beobachten und schriftlich festzuhalten, führte Taylor wissenschaftliche Studien durch, um den optimalen Arbeitsablauf zu ermitteln.[12] Damit stellte er dem Management nicht nur allgemeine Regeln zur Verfügung, sondern auch eine wissenschaftliche Methode, die eine Anpassung dieser Regeln an die jeweiligen Bedingungen ermöglichte.[13] Daher wird dieser Ansatz auch als „Verwissenschaftlichung“ der Managementlehre bezeichnet.[14]

Die Idee des Scientific Managements entstand Ende des 19. Jahrhunderts und damit in einer Zeit des wirtschaftlichen Umbruchs. Der technische Fortschritt ermöglichte den verstärkten Einsatz von Maschinen und somit eine zunehmende Steigerung der Produktion.[15] Entsprechend vergrößerte sich die Anzahl der Großbetriebe. Um der steigenden Nachfrage nach Arbeitskräften gerecht zu werden, musste zunehmend auf unqualifizierte Arbeiter zurückgegriffen werden, die im Gegensatz zu qualifizierten Arbeitskräften in großer Anzahl verfügbar waren.[16] Ungeachtet des kraftvollen Wachstums und technischen Wandels passte sich die Organisation in den Betrieben zunächst nicht an diese Entwicklung an. Der Produktionsbereich war weiter handwerklich organisiert, was zu großen Koordinationsproblemen führte.[17] Zudem hatte die Unternehmensleitung wenig Einblick in den Produktionsprozess. Dies hatte häufig willkürliche Entscheidungen und eine mangelhafte Betriebsführung zur Folge.[18] Die Verantwortung für den Produktionsbereich lag bei den Vorarbeitern, die eine Aufgabenfülle zu erledigen hatten, die kaum zu bewältigen war: Sie legten Produktionszeiten und ‑methoden fest, ermittelten Arbeitskosten und ‑qualität, kümmerten sich um Anstellung, Anlernung und Kündigung von Arbeitskräften und hatten für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen.[19] Damit übernahmen die Vorarbeiter einen Großteil der Managementaufgaben und hatten eine für ihre Position überaus große Machtfülle.[20]

Das Menschenbild dieser Zeit war von einer technischen Sichtweise geprägt, die auch Taylor teilte. Aufgrund des Angebotsüberschusses am Arbeitsmarkt und des geringen Qualifikationsniveaus waren Arbeitskräfte kostengünstig, ihr Lohn bewegte sich nahe am Existenzminimum.[21] Sie galten als preiswerte Bestandteile des Produktionsprozesses mit niedrigen Bedürfnissen,[22] weshalb sie nur durch finanzielle Anreize zu motivieren waren und kontrolliert werden mussten. Diese Aufgabe übernahm das Management, welches sich von den Eigenschaften der Arbeiterklasse positiv abhob (z. B. durch angeborene Intelligenz) und daher zu deren Führung berufen war.[23] Damit war nach diesem Menschenbild die Bevölkerung in zwei Klassen eingeteilt: Eine große Anzahl von einfachen Arbeitern und eine kleine, intelligente Elite, die das Recht und die Pflicht zur Führung und Kontrolle der Masse hatte.[24] Das Scientific Management kann somit auch als ein Ansatz zur Optimierung des ineffizienten Produktionsfaktors Mensch und seiner bestmöglichen Integration in den Produktionsprozess interpretiert werden.[25]

[...]


[1] Vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.) (2010), S. 712.

[2] Vgl. Taylor, F. W. (1998), S. 1, 75.

[3] Vgl. Taylor, F. W. (1998), S. 13.

[4] Vgl. Taylor, F. W. (1998), S. 61.

[5] Vgl. Kieser, A., Kubicek, H. (1992), S. 38.

[6] Vgl. Scherer, A. G. (2003), S. 311 f.

[7] Vgl. Hill, W., Fehlbaum, R., Ulrich, P. (1998), S. 405.

[8] Vgl. bspw. Kieser, A., Ebers, M. (Hrsg.) (2006); Sanders, K., Kianty, A. (2006).

[9] Vgl. Schreyögg, G. (2004), Sp. 1070 ff.

[10] Vgl. Hungenberg, H., Wulf, T. (2007), S. 37.

[11] Vgl. Kieser, A. (2006), S. 93; Kieser, A., Walgenbach, P. (2010), S. 30.

[12] Vgl. Drucker, P. F. (1974), S. 53, 308 ff.

[13] Vgl. Kieser, A. (2006), S. 105.

[14] Vgl. Kieser, A. (2006), S. 104.

[15] Vgl. Frese, E. (1992), S. 37.

[16] Vgl. Bonazzi, G. (2008), S. 26.

[17] Vgl. Wolf, J. (2011), S. 81.

[18] Vgl. Bonazzi, G. (2008), S. 27.

[19] Vgl. Taylor, F. W. (1903), S. 94 f.

[20] Vgl. Dunkerley, D. (1975), S. 98.

[21] Vgl. Hill, W., Fehlbaum, R., Ulrich, P. (1998), S. 408.

[22] Vgl. Spitzley, H. (1980), S. 74 f.

[23] Vgl. Taylor, F. W. (1998), S. 60; Bea, F. X., Göbel, E. (2010), S. 73.

[24] Vgl. Bea, F. X., Göbel, E. (2010), S. 73.

[25] Vgl. Hughes, T. P. (2004), S. 187.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Scientific Management von F. W. Taylor - Darstellung und kritische Analyse von Konzeption, Methode und Anwendungsmöglichkeiten
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften)
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
30
Katalognummer
V206525
ISBN (eBook)
9783656336525
ISBN (Buch)
9783656337782
Dateigröße
498 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Besondere Anerkennung des Fachbereichs Rechts- und Wirtschaftswissenschaften für die mit der Note "sehr gut (1,0)" bewertete Bachelorarbeit.
Schlagworte
Scientific Management, Taylor, Globalisierung, Vertikale und horizontale Arbeitsteilung, Standardisierung, Systemgastronomie, McDonald’s, Fast-Food Industrie, Organisationslehre, Organisation, Unternehmen, Effizienzoptimierung, The Principles of Scientific Management, optimaler Arbeitsablauf, Wissenschaftliche Betriebsführung, Taylorismus, Franchise, Rationalisierung, Spezialisierung
Arbeit zitieren
Christof Glaser (Autor), 2011, Scientific Management von F. W. Taylor - Darstellung und kritische Analyse von Konzeption, Methode und Anwendungsmöglichkeiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206525

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