Das Interesse an alternativen Wohnformen wie gemeinschaftlich orientierten
Wohnprojekten steigt seit den 1980er Jahren. Unter dem Begriff des
gemeinschaftlichen Wohnens werden eine Vielzahl unterschiedlicher Projekte
verstanden. Im Volksmund ist der Begriff des Mehrgenerationenhauses der weitaus
verbreiterte Begriff.
Diese Arbeit geht dem Erkenntnisinteresse nach, warum sich Menschen dazu
entscheiden, mit für sie nicht verwandten Menschen in ein Haus zu ziehen und für die Gemeinschaft einen Teil ihrer Freizeit zu „opfern“. Warum geben sie ihr ursprüngliches, eigenes, selbstbestimmtes Heim auf, um mit anderen Menschen ein Wohnprojekt zu realisieren? Auf dieser Frage nach den Motiven von Bewohnern von Wohnprojekten liegt der Fokus dieser Arbeit. Die Motive sollen mithilfe von Erkenntnissen aus Sekundärstudien sowie durch eine eigene schriftliche Befragung beantwortet werden.
Im Rahmen der eigenen empirischen Erhebung soll ferner zwei weiteren Fragen
nachgegangen werden: Welche Erfahrungen machen die Bewohner eines solchen Projektes im Alltag? Welchen Aktivitäten gehen sie gemeinsam nach?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Gemeinschaftlich orientierte Wohnprojekte als alternative Wohnform
- Soziale Gemeinschaften
- Merkmale gemeinschaftlicher Wohnprojekte
- Entstehung gemeinschaftlich orientierter Wohnformen
- Bedeutung des gesellschaftlichen Strukturwandels auf den Wandel der Wohnformen in Deutschland
- Gemeinschaftliche Wohnprojekte: Resultat gesellschaftlicher Veränderungen
- Motive
- Untersuchungsdesign
- Stichprobe
- Der Fragebogen
- Datenauswertung und Ergebnisse
- Beschreibung der Stichprobe
- Auffassungen über den Begriff der Gemeinschaft
- Zusammenfassung: Motive für den Einzug
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit den Motiven von Bewohnern gemeinschaftlich orientierter Wohnprojekte. Sie untersucht, warum Menschen sich dazu entscheiden, mit für sie nicht verwandten Menschen in ein Haus zu ziehen und einen Teil ihrer Freizeit für die Gemeinschaft zu investieren. Die Arbeit analysiert die Motive anhand von Sekundärstudien und einer eigenen schriftlichen Befragung. Des Weiteren erforscht die Arbeit die Alltagserfahrungen der Bewohner in solchen Projekten, insbesondere im Hinblick auf ihre gemeinsamen Aktivitäten.
- Definition des Begriffs der sozialen Gemeinschaft und Merkmale gemeinschaftlicher Wohnprojekte
- Analyse des gesellschaftlichen Strukturwandels als treibende Kraft für das wachsende Interesse an gemeinschaftlich orientierten Wohnformen
- Identifizierung von Motivkategorien für den Einzug in ein Wohnprojekt
- Empirische Untersuchung der Motive und Alltagserfahrungen der Bewohner mithilfe eines Fragebogens
- Auswertung der Ergebnisse der Befragung im Hinblick auf die Bewohner-Auffassung von Gemeinschaft und deren Alltagsaktivitäten
Zusammenfassung der Kapitel
- Das erste Kapitel führt in das Thema gemeinschaftlich orientierte Wohnprojekte ein und beleuchtet deren steigende Popularität. Es wird auf verschiedene Arten von Wohnprojekten und deren Gemeinsamkeiten eingegangen.
- Kapitel zwei definiert den Begriff der sozialen Gemeinschaft und beschreibt die charakteristischen Merkmale gemeinschaftlich orientierter Wohnprojekte. Es werden Themen wie Partizipation, Selbstverwaltung, Gemeinschaftlichkeit und soziale Kontakte näher betrachtet.
- Kapitel drei erklärt die Entstehung gemeinschaftlich orientierter Wohnformen und ihre Verwurzelung im gesellschaftlichen Strukturwandel. Es werden Motive für den Einzug in ein Wohnprojekt aus der bestehenden Forschungsliteratur vorgestellt.
- Das vierte Kapitel beschreibt das Untersuchungsdesign der Arbeit, einschließlich der Stichprobe und des verwendeten Fragebogens.
- Kapitel fünf präsentiert die Ergebnisse der Datenauswertung. Es wird die Auffassung der Bewohner über den Begriff der Gemeinschaft beleuchtet und die Gründe für ihren Einzug in das Wohnprojekt analysiert. Die Ergebnisse werden im Hinblick auf die Alltagserfahrungen der Bewohner interpretiert.
Schlüsselwörter
Gemeinschaftlich orientierte Wohnprojekte, soziale Gemeinschaft, gesellschaftlicher Strukturwandel, Motive, Alltagserfahrungen, Befragung, empirische Forschung.
Häufig gestellte Fragen
Warum entscheiden sich Menschen für gemeinschaftliche Wohnprojekte?
Hauptmotive sind der Wunsch nach sozialen Kontakten, gegenseitiger Unterstützung im Alltag und die Überwindung von Anonymität. Viele suchen eine Alternative zum klassischen, oft isolierten Wohnen in Kleinfamilien.
Was sind die Merkmale eines gemeinschaftlich orientierten Wohnprojekts?
Typische Merkmale sind Partizipation bei der Planung, Selbstverwaltung, geteilte Gemeinschaftsräume und eine bewusste Entscheidung für eine verbindliche Nachbarschaft mit nicht verwandten Personen.
Was ist der Unterschied zum herkömmlichen Mehrgenerationenhaus?
Während Mehrgenerationenhäuser oft öffentlich geförderte Begegnungszentren sind, bezeichnen Wohnprojekte meist private Gemeinschaften, in denen Menschen unterschiedlichen Alters tatsächlich unter einem Dach zusammenleben.
Welchen Einfluss hat der gesellschaftliche Strukturwandel auf diese Wohnformen?
Durch den Wandel familiärer Strukturen, die Zunahme von Single-Haushalten und die demografische Alterung suchen immer mehr Menschen nach neuen Formen des sozialen Zusammenhalts jenseits der Kernfamilie.
Welche Aktivitäten unternehmen Bewohner gemeinsam?
Die Aktivitäten reichen von gemeinsamen Mahlzeiten und Gartenarbeit bis hin zu kulturellen Veranstaltungen, Kinderbetreuung oder gegenseitiger Hilfe bei handwerklichen Aufgaben.
Ist das Wohnen in einer Gemeinschaft mit einem Verlust an Selbstbestimmung verbunden?
Die Bewohner geben zwar einen Teil ihrer Freizeit für die Gemeinschaft auf, gewinnen aber oft durch die geteilten Ressourcen und die soziale Absicherung an Lebensqualität und neuen Freiräumen.
- Quote paper
- Denise Fritsch (Author), 2011, Gemeinschaftliche Wohnprojekte - Motive und Alltagserfahrungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206591