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Das Floß der Medusa. Über das Erhabene in der Katastrophe

Titel: Das Floß der Medusa. Über das Erhabene in der Katastrophe

Seminararbeit , 2003 , 17 Seiten , Note: 2.3

Autor:in: Carola Felber (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Allgemeines und Begriffe
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Einleitung

Den Anstoß für meine Hausarbeit lieferte das Bild "Das Floß der Medusa" von Theodore Gericault. Auch ohne Wissen um die reale Katastrophe, die sich hinter dem darauf abgebildeten Schiffbruch verbirgt, erweckte das Bild sofort eine Neugier in mir.

Der Schiffbruch ist ein Symbol für das Scheitern. Vor allem zu einer Zeit, in der sich die Menschen unfehlbar glaubten. Die Welt war entdeckt, die Kolonien waren verteilt und es ging nun darum, den Reichtum der Kolonien für sich auszubeuten. Das Bild erzählt von dem Irrglauben, der hinter der vermeintlichen Sicherheit steckt, aber auch der persönlichen Katastrophe, die die Passagiere zu durchleiden hatten. Über die Beschäftigung mit dem Bild kam ich zu dem Roman "Die Ästhetik des Widerstands" von Peter Weiß, der das Thema aus einem anderen Zeitbezug heraus aufgreift. Die Menschheit hat zwei Weltkriege hinter sich, die Zeit der Kolonien ist vorbei - die Fehlbarkeit ist längst bewiesen. Dieser andere Blickwinkel, der ja auch der Blick des Schriftstellers auf die Katastrophe ist, interessierte mich.

Meine Hausarbeit beginnt mit einer verkürzten Darstellung der historischen Ereignisse um 1816, die später die Anregung zu dem Gemälde wurden. Es kann dabei nur ungenügend auf die politischen und gesellschaftlichen Umstände, in denen sich die Katastrophe ereignete sowie das Gemälde entstand, eingegangen werden. Obwohl die äußeren Umstände großen Einfluss auf die Art der Darstellung hatten, wird der Schwerpunkt meiner Arbeit auf einem anderen Fokus liegen, der einer ausführlicheren Darstellung bedarf, so dass weniger relevante Themen zwangsläufig weniger Platz finden. Nach der historischen Darstellung beschreibe ich das Vorgehen Gericaults bei der Übertragung der Katastrophe auf die Leinwand. Dieser Prozess ist bei dem "Floß der Medusa" sehr lang und aufreibend und kann hier auch nur verkürzt dargestellt werden. Dafür erhält die Beschreibung des Bildes viel Raum und schließt die Frage ein, ob eine ästhetisch annehmbare Darstellung des Leidens das Erhabene in der Katastrophe für den Betrachter erst sichtbar werden lässt oder es ihm vorenthält.
[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Ein Bild und seine Geschichte "Das Floß der Medusa"

Das Bild - Aus einer Katastrophe wird Kunst

Das Floß der Medusa in Peter Weiß’ Ästhetik des Widerstands

"Das Floß der Medusa" – und das Erhabene 150 Jahre nach der Katastrophe?

Ausführung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, ob die persönliche Erfahrung einer Katastrophe notwendig ist, um das Gefühl des Erhabenen beim Betrachten eines Kunstwerks zu erfahren, wobei der Roman "Die Ästhetik des Widerstands" von Peter Weiß als zentrale Analysegrundlage dient.

  • Historische Aufarbeitung des Schiffbruchs der "Medusa"
  • Künstlerische Genese und Bildanalyse des Gemäldes von Théodore Géricault
  • Rezeption des Floß-Motivs in der Literatur, insbesondere bei Peter Weiß
  • Interdependenz von Katastrophenerfahrung und ästhetischer Wahrnehmung
  • Verhältnis von historischer Wissensaneignung und emotionaler Identifikation

Auszug aus dem Buch

Das Bild - Aus einer Katastrophe wird Kunst

"Man kommt sich vor, wie mit einem Fuß im Wasser." So beschrieb der Maler Eugene Delacroix die Wirkung des Bildes, für das er selbst Modell gestanden hatte, auf sich.

Das Gemälde verfügt mit seinen Maßen von 491*716 cm über monumentale Größe. Es sind 18 Menschen, zum Teil bereits tot, auf dem Floß, und es ist in der Ferne - nur durch einen Pinselstrich angedeutet - ein Schiff zu sehen. Die Überlebenden versuchen verzweifelt, die Aufmerksamkeit der Besatzung des Bootes auf sich und ihre Situation zu ziehen. Die scheinbar aussichtslose Situation der Menschen auf dem Floß wird angesichts der stürmenden und unruhigen Wetterlage noch verstärkt, das Floß befindet sich in Schieflage und wird von Wellen umspült.

Es lassen sich vier thematisch voneinander getrennte Hauptgruppen auf dem Floß erkennen. Den Eckpfeiler des Bildes bildet eine Gruppe bereits toter oder sterbender verzweifelter Männer am Heck des Floßes. Der Rettung durch das Schiff abgewandt, wird die Szene beherrscht von Resignation und Tod. Die zweite Gruppe bilden vier Männer, die stehend und in Alarmbereitschaft erscheinen und als Aufpasser oder Beobachter fungieren.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung motiviert die Fragestellung zur ästhetischen Wirkung von Katastrophendarstellungen und führt in die Bedeutung des Gemäldes sowie des Romans von Peter Weiß ein.

Ein Bild und seine Geschichte "Das Floß der Medusa": Dieses Kapitel rekapituliert die historischen Fakten des Schiffbruchs der Fregatte "Medusa" von 1816 und beschreibt Géricaults aufwendigen Entstehungsprozess des Gemäldes.

Das Bild - Aus einer Katastrophe wird Kunst: Hier erfolgt eine detaillierte formale und inhaltliche Bildanalyse unter Berücksichtigung der Komposition, der Figurenkonstellation und der beabsichtigten Dramatik.

Das Floß der Medusa in Peter Weiß’ Ästhetik des Widerstands: Das Kapitel untersucht die literarische Adaption und Reflexion des Gemäldes im Roman von Peter Weiß sowie die Bedeutung der historischen Einbettung für den Protagonisten.

"Das Floß der Medusa" – und das Erhabene 150 Jahre nach der Katastrophe?: Hier wird die philosophische Kategorie des Erhabenen auf die zeitliche Distanz zwischen dem historischen Ereignis und der späteren künstlerischen Verarbeitung durch Peter Weiß hin geprüft.

Ausführung: Der abschließende Teil synthetisiert die Ergebnisse und beantwortet die Ausgangsfrage hinsichtlich der notwendigen Identifikation des Betrachters mit dem dargestellten Leiden.

Schlüsselwörter

Théodore Géricault, Das Floß der Medusa, Peter Weiß, Ästhetik des Widerstands, Das Erhabene, Katastrophe, Schiffbruch, Kunstgeschichte, Literaturanalyse, Bildkomposition, Identifikation, Rezeptionsgeschichte, Historische Ereignisse, Malerei, Existenzielle Krise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der historischen Katastrophe des Schiffsuntergangs der "Medusa" und der ästhetischen Erfahrung des Erhabenen, vermittelt durch Géricaults Gemälde und Peter Weiß' Roman.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Genese des Bildes, seiner bildnerischen Struktur und der spezifischen Interpretation durch Peter Weiß im Kontext seiner "Ästhetik des Widerstands".

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit klärt, ob ein Betrachter die Erfahrung der Katastrophe benötigt, um ein Gefühl von Erhabenheit angesichts eines Kunstwerks zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine kunst- und literaturwissenschaftliche Analyse, die historische Quellen, Bildbeschreibungen und textnahe Analysen des Romans kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Entstehungsprozess des Gemäldes, die visuelle Inszenierung des Leids sowie die psychologische und politische Rezeption bei Peter Weiß.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Géricault, Medusa-Floß, Erhabenheit, Ästhetik des Widerstands und Katastrophenerfahrung.

Wie verändert sich die Wahrnehmung des Gemäldes für den Protagonisten im Roman?

Die Wahrnehmung entwickelt sich von einer bloßen historischen Wissensaneignung über eine emotionale Identifikation hin zu einer ernüchterten Distanzierung beim Betrachten des Originals.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen Reproduktion und Original eine Rolle?

Für den Erzähler im Roman ist die Reproduktion der Ausgangspunkt seiner Gedankenwelt; das reale Bild im Louvre enttäuscht ihn zunächst, da es eine andere, subjektive Ebene des Malers offenbart.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Floß der Medusa. Über das Erhabene in der Katastrophe
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Seminar für Kulturwissenschaft)
Veranstaltung
PS: Über das Erhabene
Note
2.3
Autor
Carola Felber (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
17
Katalognummer
V20869
ISBN (eBook)
9783638246316
ISBN (Buch)
9783640860920
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Floß Medusa Erhabene Katastrophe Erhabene
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Carola Felber (Autor:in), 2003, Das Floß der Medusa. Über das Erhabene in der Katastrophe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20869
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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