Durch das Auftreten neuer Risiken und Bedrohungen in den vergangenen Jahren entstehen immer wieder neue, größer werdende Krisen. Diese können unterschiedlichster Herkunft sein und werden oftmals durch strategische Fehler verschärft. Studien - sowie die steigende Anzahl gesetzliche Mindestanforderungen an das operationelle Risikomanagement bestätigen zudem die steigende Bedeutung von Risiken.
Ein äußerst wichtiges Instrument in derartigen Krisensituationen stellt das Betriebliche Kontinuitätsmanagement dar.
Um Krisen genauer verstehen zu können, werde ich, im Rahmen des BKM in dieser Arbeit die Erscheinungsformen von Ausfallzeiten untersuchen, sowie geeignete Maßnahmen zur Reduzierung dieser aufzeigen.
Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, an Fallbeispielen Ausfallzeiten zu analysieren, Besonderheiten, sowie Gemeinsamkeiten unterschiedlicher Ausfälle herauszufinden und geeignete Maßnahmen zur Reduzierung dieser aufzustellen.
Dies geschieht anhand des folgenden Fragenkatalogs:
• Gibt es typische Abläufe einer Ausfallzeit?
• Kann man diese Abläufe in ein Schema einordnen?
• Wodurch können Besonderheiten beim Verlauf einer Ausfallzeit entstehen?
• Gibt es ursachentypische Verläufe von Ausfallzeiten?
• Wie und wann kann man Ausfallzeiten reduzieren/eliminieren?
• Ist eine komplette Vermeidung von Ausfallzeiten überhaupt möglich?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Vorwort
1.2. Kernfragen dieser Arbeit
2. Betriebliches Kontinuitätsmanagement
2.1. Entstehung
2.2. Heutiger Begriff
2.3. Lebenszyklus
3. Ausfallzeit
3.1. Definition
3.2. Grafische Darstellung
3.3. Einteilung der Ausfallzeit in Phasen
4. Maßnahmen zur Reduzierung der Ausfallzeit
4.1. Zeitliche Einordnung der Maßnahmen
4.2. Risikofaktoren, ihre Indikatoren und geeignete Maßnahmen
4.2.1. Interne Risikofaktoren
4.2.2. Externe Risikofaktoren
5. Fallbeispiele
5.1. Produktionsausfall – BMW und Mercedes-Benz
5.2. EDV-Ausfall – Lufthansa
5.3. Stromausfall – RWE
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Bachelor-Thesis besteht in der Analyse von Ausfallzeiten anhand von realen Fallbeispielen, um Besonderheiten und Gemeinsamkeiten unterschiedlicher Ausfallszenarien zu identifizieren sowie geeignete Maßnahmen zu deren Reduzierung oder Vermeidung abzuleiten.
- Grundlagen des Betrieblichen Kontinuitätsmanagements (BKM) und dessen Lebenszyklus.
- Systematisierung von Ausfallzeiten in definierte Phasenmodelle.
- Identifikation interner und externer Risikofaktoren als Ursachen für Betriebsstörungen.
- Empirische Untersuchung von Fallbeispielen aus der Automobilindustrie, der Luftfahrt und der Energiewirtschaft.
- Entwicklung von Handlungsempfehlungen zur Optimierung der Krisenintervention und Prävention.
Auszug aus dem Buch
3.1. Definition
Eine Ausfallzeit ist ein zeitlicher Abschnitt, in dem eine Leistung erbracht wird, die unter der Normalleistung liegt. Die Differenz zwischen der tatsächlich erbrachten Leistung und der Normalleistung stellt die Ausfallfläche dar. Ziel sollte es immer sein, die Ausfallfläche so gering wie möglich zu halten. Dies kann sowohl durch die zeitliche Reduzierung (horizontal), als auch die mengenmäßige Reduzierung (vertikal) des Ausfalls geschehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die zunehmende Relevanz von Krisenbewältigung in Unternehmen und definiert die zentralen Forschungsfragen der Arbeit.
2. Betriebliches Kontinuitätsmanagement: Das Kapitel führt in das Konzept des BKM ein, beschreibt dessen Entstehung sowie den strategischen Lebenszyklus zur Aufrechterhaltung der Geschäftsfähigkeit.
3. Ausfallzeit: Hier werden Ausfallzeiten theoretisch definiert, grafisch veranschaulicht und in vier spezifische Phasen unterteilt.
4. Maßnahmen zur Reduzierung der Ausfallzeit: Dieses Kapitel liefert einen Katalog an Maßnahmen, unterteilt in Prävention, Intervention und Review, sowie eine detaillierte Analyse interner und externer Risikofaktoren.
5. Fallbeispiele: Anhand praktischer Ereignisse wie dem BMW/Mercedes-Produktionsstopp, dem Lufthansa-EDV-Ausfall und dem RWE-Stromausfall werden theoretische Erkenntnisse auf die Realität angewendet.
6. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Ergebnisse zusammen und betont, dass Ausfallmuster zwar identifizierbar sind, jedoch in der Praxis stets individuell und durch Maßnahmen nur begrenzt beeinflussbar bleiben.
Schlüsselwörter
Kontinuitätsmanagement, BKM, Ausfallzeit, Risikomanagement, Krisenmanagement, Produktionsstopp, Betriebsstörung, Business Impact Analysis, Notfallplanung, Krisenkommunikation, Prozessoptimierung, Unternehmenssicherheit, Resilienz, Schadensminimierung, Automobilindustrie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von betrieblichen Ausfallzeiten, ihren Erscheinungsformen und Strategien zu ihrer Reduzierung im Rahmen des Kontinuitätsmanagements.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind das Risikomanagement, die Definition von Ausfallphasen, die Untersuchung realer Unternehmenskrisen sowie die Identifikation von Präventions- und Interventionsmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, durch die Untersuchung von Fallbeispielen Gemeinsamkeiten bei Ausfällen zu finden und aufzuzeigen, wie Unternehmen Ausfallflächen durch gezielte Maßnahmen minimieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Analyse und grafische Aufarbeitung von Fallbeispielen aus der Praxis (Automobilbau, Luftfahrt, Energieversorgung) sowie eine theoretische Einordnung in das BKM-Schema.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Definition von Ausfallzeiten, die Darstellung von Risikofaktoren inklusive Gegenmaßnahmen und eine empirische Fallstudienanalyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Kontinuitätsmanagement, Krisenmanagement, Ausfallzeit, Risikofaktoren und Prozesssicherheit definieren.
Wie unterscheidet sich der Umgang von BMW und Mercedes bei dem Dieseleinspritzpumpen-Problem?
Während BMW die Produktion für fünf Tage komplett stoppte, wählte Mercedes eine Strategie aus zweitägigem Stillstand und anschließender achttägiger Halbtagsproduktion durch verstärkten Benzinmotorenbau.
Warum war beim Lufthansa-EDV-Ausfall die Tiefpunkt-Phase so kurz?
Die Tiefpunkt-Phase war nur kurzzeitig präsent, da die manuelle Boardkarten-Erstellung einen sofortigen, wenn auch reduzierten, Leistungsanstieg ermöglichte und somit ein Totalausfall der Abfertigung vermieden wurde.
- Arbeit zitieren
- Benjamin Decker (Autor:in), 2010, (Betriebliches) Kontinuitätsmanagement. Ausfallzeiten, Erscheinungsformen und Reduzierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208739