Die Transmission monetärer Impulse aus portfoliotheoretischer Sicht soll in dieser Ausarbeitung das Thema sein. Die portfoliotheoretische Sicht geht auf James Tobin (1969) zurück und wird daher auch als Tobin’s Sicht bezeichnet.
Bei der Transmission monetärer Impulse geht es darum den „Brückenschlag“ zwischen dem monetären Bereich einer Volkswirtschaft, wo Geldnachfrage und Geldangebot aufeinandertreffen, und dem real- bzw. güterwirtschaftlichen Bereich zu vollziehen. Es wird versucht zu klären, ob und über welche Kanäle die Konsum- und Investitionsnachfrage auf monetäre Impulse reagiert. Im portfoliotheoretischen Ansatz wird allerdings auf die Betrachtung von Konsumgütern verzichtet und auch das Humankapital wird außer Acht gelassen. Trotzdem erhalten wir Aufschlüsse darüber, in welchem Maße geldpolitische Maßnahmen für die Erreichung wirtschaftspolitischer Ziele angewendet werden können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Transmission monetärer Impulse im traditionellen, keynesianischen IS/LM-Modell
1.2 Überblick über die Transmissionskonzepte
2. Portfoliotheoretischer Transmissionsprozess
2.1 Tobin’s q – der entscheidende Hebel
2.2 Effekte innerhalb des Transmissionsprozesses
2.2.1 Vermögensstruktur- oder Risikoeffekt
2.2.2 Vermögensniveaueffekt
2.2.3 Substitutions- oder Zinseffekt
3. Beispielhafte Transmissionsprozesse
3.1 Monetäre Impulse
3.1.1 Steigerung der korrigierten Basis
3.1.2 Senkung des Refinanzierungssatzes
3.1.3 Offenmarktgeschäfte
3.2 Staatsschuldenpolitik
3.2.1 Staatsschuldenniveaupolitik
3.2.2 Staatsschuldenstrukturpolitik
4. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung und Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Erläuterung des portfoliotheoretischen Transmissionsprozesses monetärer Impulse, wobei insbesondere die Rolle von Tobin's q und die Einbeziehung von Risiken untersucht werden, um den Brückenschlag zwischen dem monetären Bereich und der realwirtschaftlichen Investitionsnachfrage aufzuzeigen.
- Kritische Analyse des traditionellen IS/LM-Modells
- Bedeutung von Tobin’s q als Investitionskriterium
- Einfluss des Vermögensstruktur-, Risiko- und Vermögensniveaueffekts
- Wirkungsweise monetärer Impulse auf den Sachkapitalbestand
- Untersuchung von Staatsschuldenpolitik innerhalb des Portfoliomodells
Auszug aus dem Buch
2.1 Tobin’s q – der entscheidende Hebel
James Tobin, der der Begründer des portfoliotheoretische Ansatzes ist, formulierte es so: „Ein monetärer Impuls beeinflusst die ökonomische Aktivität dadurch, dass er einen Abstand zwischen zwei Ertragsraten auf Realkapital erzeugt oder verändert.“ Die beiden Ertragsraten, von denen Tobin spricht, sind die Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals R und die Ertragsrate für vorhandenes Sachkapital rSV. Mit anderen Worten, das Verhältnis zwischen diesen beiden Ertragsraten wird als das entscheidende Kriterium für Investitionen gesehen.
Investitionen sind der Kauf von neu zu produzierendem Sachvermögen und R ist dessen Ertragsrate. Es werden also die Ertragsraten von bereits vorhandenem Sachvermögen und neu zu produzierendem Sachvermögen ins Verhältnis gesetzt. Ist die Ertragsrate für Investitionen R größer als die für vorhandenes Sachvermögen rSV, dann ist die Durchführung von Investitionen lohnend und es besteht für Unternehmen ein Anreiz zu investieren. Im umgekehrten Fall R < rSV ist das bestehende Sachvermögen ertragreicher und es gibt keinen Anreiz dieses durch neu zu produzierendes Sachvermögen zu ersetzen oder zu ergänzen, d.h. es gibt keinen Anreiz zum Investieren.
Das Verhältnis dieser beiden Ertragsraten auf Realkapital wird als q bezeichnet, oder auch Tobin’s q.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die portfoliotheoretische Sichtweise der Geldpolitik ein und grenzt sie vom traditionellen, keynesianischen IS/LM-Modell ab.
2. Portfoliotheoretischer Transmissionsprozess: Dieses Kapitel erläutert Tobin's q als zentrales Entscheidungskriterium für Investitionen sowie die Auswirkungen verschiedener Portfolioeffekte.
3. Beispielhafte Transmissionsprozesse: Hier werden konkrete geldpolitische Maßnahmen und deren Übertragungsmechanismen auf die reale Güterwirtschaft analysiert.
4. Zusammenfassung und Fazit: Der abschließende Teil resümiert die theoretischen Erkenntnisse und betont die Komplexität der Transmission durch das Zusammenwirken mehrerer Konzepte.
Schlüsselwörter
Transmission, Monetäre Impulse, Portfoliotheorie, Tobin’s q, Sachvermögen, Finanzaktiva, Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals, Risikoaversion, Vermögensstruktureffekt, Vermögensniveaueffekt, Substitutionseffekt, Investitionsnachfrage, Geldpolitik, Staatsschuldenpolitik, IS/LM-Modell
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Transmission monetärer Impulse auf den realwirtschaftlichen Bereich aus der spezifischen Perspektive der Portfoliotheorie nach James Tobin.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Abkehr von der Risikoneutralität, die Analyse von Substitutionsbeziehungen zwischen Finanz- und Sachvermögen sowie die Wirkung geldpolitischer Impulse auf Investitionsentscheidungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu erklären, über welche Kanäle monetäre Impulse die Investitionsnachfrage beeinflussen, wenn man nicht mehr von perfekten Substituten ausgeht, sondern Risikoaspekte einbezieht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Literaturanalyse basierender Konzepte (wie Tobin's q) und dem Vergleich mit dem traditionellen IS/LM-Modell basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Mechanismen hinter Tobin's q, verschiedene Portfolioeffekte (Risiko-, Vermögensniveau- und Substitutionseffekt) sowie deren Anwendung auf geldpolitische Impulse und Staatsschuldenpolitik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Portfoliotheorie, Transmission, Tobin's q, Risikoaversion und Investitionsnachfrage charakterisiert.
Warum ist Tobin's q für den Transmissionsprozess so wichtig?
Tobin's q fungiert als entscheidender Hebel, da es das Verhältnis zwischen der Ertragsrate neuen Sachkapitals und vorhandenen Sachkapitals misst und somit direkt anzeigt, ob sich Investitionen lohnen.
Welche Rolle spielt das Risiko in der portfoliotheoretischen Sichtweise?
Risiko ist zentral, da Wirtschaftssubjekte als risikoavers modelliert werden, was bedeutet, dass die Struktur des Portfolios maßgeblich von den Risikoeigenschaften der Anlageformen abhängt.
- Arbeit zitieren
- Arne Ahrens (Autor:in), 2003, Transmission monetärer Impulse aus portfoliotheoretischer Sicht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20876