In Deutschland steigt der Anteil der Senioren in der Bevölkerung kontinuierlich an. Knapp ein Viertel der Gesamtpopulation (23 %) stellen bereits heute die über 60jährigen. Darüber hinaus nahm die durchschnittliche Lebenserwartung in den letzten Jahrzehnten immer weiter zu. Für die Männer, die zurzeit geboren werden, beträgt sie 74,4 und für die Frauen 80,5 Jahre. Das statistische Bundesamt ermittelte dazu eine Prognose für das Jahr 2050. Demnach soll dann jeder Dritte (35,8 %) in Deutschland über 60 Jahre alt sein (vgl. Statistisches Bundesamt 2000). Ein längeres Leben bedeutet jedoch nicht zwangsläufig hinzugewonnene gesunde Lebensjahre. Körperliche Beschwerden und Behinderungen können ebenfalls zunehmen, so dass die Versorgung und Pflege alter Menschen längerfristig in unserer Gesellschaft ein bedeutendes Problem sein wird. In diesem Sinn kann der Seniorensport zur Bewältigung von Aufgaben, die durch das Alter gestellt werden, beitragen.
Früher war dieser Sport fast ausschließlich auf Turnvereine beschränkt. Erst seit einiger Zeit findet man Gymnastikprogramme für ältere Menschen auch in Sport- und Wohlfahrtsverbänden. Altenheime und geriatrische Einrichtungen erkannten ebenfalls das Potential für Prävention, Rehabilitation und Therapie, das der Seniorensport leisten kann und begannen mit Vereinen zusammenzuarbeiten (Kruber 1999, 3).
Inhaltsverzeichnis
1 Aufgaben und Ziele des Seniorensports
2 Spezielle Probleme im Alten- und Pflegeheim
3 Charakterisierung der Gruppe
3.1 Rahmenbedingungen
3.2 Indikationen
3.3 Gruppendynamik, soziale Probleme, materielle Voraussetzungen
4 Didaktisch methodische Vorüberlegungen
4.1 Allgemeine pädagogische Leitlinien
4.2 Aufbau und Gestaltung einer Seniorensportstunde
4.3 Begründung des Stundenthemas und Einordnung in ein längerfristiges Konzept
4.4 Stundenverlauf
4.4.1 Einleitung
4.4.2 Hauptteil
4.4.3 Schlussteil
5 Literaturverzeichnis
Anhang: Tabellarische Stundenkonzeption
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Konzeption einer Seniorensportstunde im Alten- und Pflegeheim, wobei das primäre Ziel die Gesundheitsförderung durch die Stärkung physischer, kognitiver und psychosozialer Ressourcen ist. Im Zentrum der Forschungsüberlegungen steht die Frage, wie durch gezielte Bewegungsangebote, insbesondere Sitztänze, die Rhythmisierungsfähigkeit sowie die geistige Fitness und Selbstständigkeit älterer Menschen aktiv erhalten und gefördert werden können.
- Ganzheitliche Gesundheitsförderung im Alter
- Methodik des Seniorensports in der stationären Altenhilfe
- Bedeutung der Rhythmisierung und Kognitionsschulung
- Praktische Gestaltung von Bewegungsstunden (Hockergymnastik)
- Umgang mit heterogenen Leistungsniveaus und Indikationen
Auszug aus dem Buch
4.4.2 Hauptteil
In meiner Übungsstunde ist der Hauptteil in mehrere Schwerpunkte gegliedert. Um die Rhythmisierungsfähigkeit der Teilnehmer zu schulen, werde ich im ersten Teil mit den Senioren einen kleinen Sitztanz erarbeiten. Als Musikstück habe ich mir den „Neuen Klapptanz“ von der CD „Gesellige Tänze und Mixer“ ausgesucht.
Zu Beginn versuche ich mit den Senioren den 4/4 Takt des Liedes mit den Händen zu klatschen bzw. mit den Füßen zu stampfen. Wird dies von den Senioren beherrscht, beginne ich mit der Erarbeitung der ersten 4 Takte. Dies erfolgt zunächst ohne Musik.
Im ersten Takt werden die Füße abwechselnd gestampft. Begonnen wird dabei mit dem linken Fuß. Im zweiten Takt wird viermal in die Hände geklatscht. Der dritte Takt ist in der Bewegungsausführung mit dem ersten identisch; beim vierten Takt wird mit den Händen auf die Oberschenkel geklatscht. Im Anschluss daran werden die ersten 16 Schläge, also 4 Takte, zur Musik geübt. Es folgen in der Erarbeitung die nächsten 4 Takte, welche wiederum zuerst ohne, dann mit Musik geübt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Aufgaben und Ziele des Seniorensports: Dieses Kapitel erläutert die demografische Relevanz des Seniorensports und dessen Bedeutung für die Erhaltung der Lebensqualität und Gesundheit im Alter.
2 Spezielle Probleme im Alten- und Pflegeheim: Hier werden die besonderen Herausforderungen der Bewegungsförderung in stationären Einrichtungen und die negativen Auswirkungen des „Altsein“-Stigmas thematisiert.
3 Charakterisierung der Gruppe: Dieses Kapitel beschreibt die spezifischen Rahmenbedingungen, gesundheitlichen Indikationen und sozialen Voraussetzungen der Seniorensportgruppe im Altenheim.
4 Didaktisch methodische Vorüberlegungen: Hier werden die pädagogischen Leitlinien, der Aufbau der Sportstunde sowie die Begründung für das spezifische Stundenthema dargelegt.
5 Literaturverzeichnis: Ein Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literatur zur Fundierung der Arbeit.
Schlüsselwörter
Seniorensport, Gesundheitsförderung, Rhythmisierungsfähigkeit, Hockergymnastik, Altenheim, Kognitionsschulung, Sturzprophylaxe, Motorik, Bewegungsarmut, Lebensqualität, Motogeragogik, psychosoziale Ressourcen, Bewegungstherapie, Altersdemenz, Feinmotorik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption und didaktischen Planung einer Sportstunde für Senioren in einem Alten- und Pflegeheim.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Gesundheitsförderung durch Sport, den Erhalt der Selbstständigkeit im Alter sowie die methodische Umsetzung von Bewegungsangeboten wie Sitztänzen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, durch eine ganzheitliche Bewegungsstunde sowohl körperliche Ressourcen zu mobilisieren als auch kognitive Fähigkeiten der Bewohner aktiv zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse der motorischen und kognitiven Bedürfnisse älterer Menschen, um daraus ein praxistaugliches, freudbetontes Übungsprogramm abzuleiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in konkrete Übungsschritte, insbesondere einen Sitztanz zur Rhythmisierung, ein kognitives Memory-Spiel und verschiedene Tuchübungen zur Beweglichkeits- und Koordinationsförderung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Seniorensport, Rhythmisierungsfähigkeit, Kognitionsschulung, Hockergymnastik und Gesundheitsförderung.
Warum wurde speziell die "Hockergymnastik" als Form gewählt?
Die Hockergymnastik ermöglicht es, alle Bewohner unabhängig von ihrem individuellen Leistungsstand – vom Rollstuhlfahrer bis zur gehhilfenfreien Person – in die Übungen einzubeziehen, ohne eine Ausgrenzung durch Leistungsgruppen zu provozieren.
Welchen Stellenwert nimmt die Musik in der Arbeit ein?
Musik dient als zentrales Element zur Motivation und zur Förderung der Rhythmisierungsfähigkeit; sie schafft eine positive Grundstimmung und hilft den Senioren, einen besseren Zugang zu den Bewegungsabläufen zu finden.
- Quote paper
- Uwe Schwender (Author), 2004, Aufgaben und Ziele des Seniorensports, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20882