Die Geographie in "Sir Gawain and the Green Knight"


Hausarbeit, 2002

12 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Wortschatz

3. Vermutungen zum Verhältnis von Geographie und Realität

4. Die Geographie als Schlüssel zur Interpretation (?)
4.1 Romantische Welt - Reale Welt
4.2 Keltisches Bezugssystem – Skandinavisches/ Nordisches Bezugssystem
4.3 Die Grüne Kapelle als Ironie

5. Fazit

Textausgabe

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die mittelenglische Romanze Sir Gawain and the Green Knight wurde im 14. Jahrhundert n.Chr. von einem bis heute unbekannten Autor verfasst.

Das Werk ist berühmt für seine ausführlichen und sehr genauen Beschreibungen. So zeichnet es sich auch besonders durch seine geographischen Beschreibungen aus. Es gibt in Sir Gawain and the Green Knight (SGGK) drei sehr ausführliche geographische Beschreibungen: Gawains Reise zum Castle Hautdesert[1], die Jagdszenen Bertilaks, insbesondere die Jagd auf den Eber[2], und die Beschreibung der Grünen Kapelle[3]. Letzterer wurde von der Forschung am meisten Aufmerksamkeit gewidmet und auch in dieser Arbeit soll der Schwerpunkt auf der Beschreibung der Grünen Kapelle und deren Bedeutung für das Gesamtwerk liegen.

Bemerkenswert in SGGK sind die akkuraten Landschaftsbeschreibungen, bei denen teilweise authentische Ortsnamen verwendet werden, und der sehr differenzierte Wortschatz, mit dem dies alles beschrieben wird.

Durch die Genauigkeit der geographischen Beschreibungen angeregt und auf der Suche nach der Identität des Autors wurde immer wieder versucht, die in SGGK beschriebenen Orte zu lokalisieren. In dieser Arbeit sollen einige dieser Versuche kurz vorgestellt werden.

Hauptsächlich soll es aber um die Frage gehen, ob die Geographie als ein Schlüssel zur Interpretation des Werkes genutzt werden kann und zu welchen bemerkenswerten Ergebnissen die Forschung hier gekommen ist.

2. Der Wortschatz

Wenn man den für die geographischen Beschreibungen benutzten Wortschatz untersucht, stellt man fest, dass der Autor eine große Menge an allgemeinen, aber auch sehr speziellen Bezeichnungen für Landschaftsformen kennt und verwendet. Viele dieser Worte sind selten und zum Teil aus dem Nordischen entlehnt.

Allgemeine Bezeichnungen für Berge und Täler sind zum Beispiel clyffe, hille und bonke. Diese sind aus dem Skandinavischen entlehnt und waren bzw. sind in Ortsnamen und Dialekten des Danelaws und nördlichen Gebieten Englands gebräuchlich. Speziellere Bezeichnungen sind dagegen cragge, scowte und valay.[4]

In den Nordwestmidlands, der vermuteten Heimat des Autors, waren zum Beispiel lawe, felle und cragge als Bezeichnungen für besondere Bergformen bekannt.

Lawe kommt von dem altenglischen hlaw und beschreibt einen künstlichen Berg, meist einen Grabhügel. Das Wort felle hat skandinavischen Ursprung und hat sich aus dem altnordischen fell oder fjall entwickelt. Fell meint einen einzelnen Berg, während fjall Gebirge oder bergige Landschaft beschreibt.

Von den norwegischen Wikingern im Nordwesten Englands eingeführt wurde die aus dem Keltischen stammende Bezeichnung cragge für einen steilen, zerklüfteten Felsen.[5]

Im Vergleich zu der großen Anzahl an Bergbezeichnungen gibt es relativ wenige Talbezeichnungen. In den Midlands waren bache, clough, gille und hope am verbreitesten. Bache kommt vom altenglischen bece oder auch baece und beschreibt ein Bachtal. Clough war in Personennamen des 14. Jahrhunderts und in Ortsnamen nördlich von Staffordshire und Derbyshire sehr geläufig. Es hat seinen Ursprung wahrscheinlich im Altenglischen und bedeutet tiefes Tal, Schlucht.

Seltener sind dagegen die Bezeichnungen slade, dale, vale und valay.[6]

Die aufgeführten Beispiele sind nur eine kleine Auswahl aus dem in SGGK verwendeten Wortschatz. Die Forschung geht davon aus, dass der Autor die von ihm beschriebene Gegend gekannt hat und wahrscheinlich auch aus dem Teil Englands kam, aus dem die meisten der benutzten Worte stammen: Den Nordwestmidlands.[7]

Die aus dem verwendeten Wortschatz gezogenen Rückschlüsse über die Herkunft des Autors konzentrieren sich auf die Sumpfgebiete an den südlichen Pennines, wo die Grafschaften Cheshire, Staffordshire und Derbyshire zusammentreffen. Diese Gegend ist unter der Bezeichnung Staffordshire Peak Country bekannt.[8]

[...]


[1] J.J. Anderson: SGGK, Z. 691-784.

[2] Ders., Z. 1421-1467; 1561-1600.

[3] Ders., Z. 2074-2090; 2160-2205.

[4] Vgl. R.W.V. Elliott, S. 87.

[5] Ders., S. 88-91.

[6] Ders., S. 102-106.

[7] Ders., S. 37.

[8] Vgl. R.W.V. Elliott, S. 2; 111; 152

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Die Geographie in "Sir Gawain and the Green Knight"
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Veranstaltung
Die mittelenglische Romanze "Sir Gawain and the Green Knight" in ihrem sprachlichen und literarischen Kontext
Note
2,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
12
Katalognummer
V209252
ISBN (eBook)
9783656368106
ISBN (Buch)
9783656369080
Dateigröße
474 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
geographie, gawain, green, knight
Arbeit zitieren
Dr. phil. M.A. Stephanie Günther (Autor), 2002, Die Geographie in "Sir Gawain and the Green Knight", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209252

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