Die Bestimmungen des Westfälischen Friedens im Hinblick auf Konfessionen und die Reichsverfassung


Hausarbeit, 2002

14 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Die Entwicklung bis 1648

Der Passauer Vertrag und der Augsburger Religionsfrieden

Die Bestimmungen des Augsburger Religionsfriedens

Die Bestimmungen des Westfälischen Friedens hinsichtlich der Konfessionen

Die Bestimmungen des Westfälischen Friedens für die Reichsorgane

Der Westfälische Frieden und das Verhältnis von Kaiser und Reichsständen zum Reich

Die Bedeutung des Westfälischen Friedens

Quellenverzeichnis

Literaturverzeichnis

Die Entwicklung bis 1648:

Am 24. Oktober 1648 wurde offiziell in Münster der Westfälische Frieden unterzeichnet.[1] Mit ihm sollte zur Beendigung des Dreißigjährigen Krieges nicht nur das zukünftige Verhältnis des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation zum Ausland, insbesondere Schweden und Frankreich, sondern vor allem reichsinterne Probleme geregelt werden. Der Westfälische Friede ist also als „Religions-, National- und Völkerfrieden in einem“ zu sehen.[2]

Er sollte eine äußerst unruhige Phase in der Geschichte des Reiches, die mit Luthers Thesenanschlag 1517 begonnen hatte, beenden. Die von Luther in Bewegung gesetzte Reformation sorgte für Auseinandersetzungen zwischen Staaten, Landständen und ihren Fürsten und zwischen Reichsstädten und dem Kaiser. Die Reformation wurde zu einer politischen Bewegung, deren Parteien immer stärker in Konflikt zueinander gerieten. 1531 bildeten die evangelischen Reichsstände den Schmalkaldischen Bund und traten damit in offene Opposition zum Kaiser. Dies führte 1546/7 zum sogenannten Schmalkaldischen Krieg in Süd- und Mitteldeutschland, den der Kaiser für sich entscheiden konnte.

Mit dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 hatte man versucht, die zwischen den Konfessionen herrschenden Spannungen in den Griff zu bekommen. Dies war nicht gelungen.

Aber in der Zeit von 1555 bis zum Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges 1618 spitzte sich die Lage weiter zu. Der Protestantismus verbreitete sich immer mehr und spaltete sich selbst wiederum in Lutheraner und Calvinisten. Der Katholizismus reagierte darauf mit der Gegenreformation. Während dieser Entwicklungen schafften es die Landesherren unbehelligt vom Reich ihre Territorialherrschaft zu festigen. Die lutherische Auffassung der Landesfürsten als weltliche Obrigkeit stützte ihre Position.[3]

Die zunehmenden Spannungen zwischen den Konfessionsparteien entluden sich im Dreißigjährigen Krieg.

Mit dem Westfälischen Frieden sollte 1648 eine Regelung getroffen werden, die einerseits akzeptiert und eingehalten wurde und andererseits dafür sorgte, dass die Ordnung im Reich wieder hergestellt wurde und das Leben normal weitergehen

konnte.

Die in Münster und Osnabrück ausgehandelten Teilverträge sollten die Konfessionsstreitigkeiten im Reich beenden und das Verhältnis der Stände zum Reich und zum Kaiser festlegen. Damit waren Veränderungen in der Verfassung des Reiches verbunden.

Er wurde und wird deshalb auch als Grundgesetz bzw. Verfassung des Reiches bezeichnet.[4]

Der Passauer Vertrag und der Augsburger Religionsfrieden:

Man hatte bereits 1552 und 1555 versucht, die zwischen den Konfessionen herrschenden Spannungen in den Griff zu bekommen. Durch den Passauer Vertrag und den Augsburger Religionsfrieden sollte der Konflikt rechtlich beigelegt werden.

Der Passauer Vertrag von 1552 legte fest, dass alle Kirchengüter, die bis 1552 eingezogen worden waren, den Protestanten zugesprochen wurden. Im Gegenzug verloren die Reichsstände, die zum Protestantismus übertraten, ihr Amt, Gebiet und ihre Einkünfte an die Katholiken.[5]

Ebenso versuchte der Augsburger Religionsfriede von 1555 das Verhältnis der Konfessionen zu regeln. Das Augsburger Bekenntnis wurde offiziell als Konfession anerkannt. Mit „cuius regio, eius religio“[6] war festgelegt worden, dass die Landesfürsten die Religionszugehörigkeit ihrer Untertanen bestimmten. Dazu gehörte auch das Recht, ihre Gebiete zu reformieren, das bedeutete, dass ihre Untertanen gezwungen waren, jeden Konfessionswechsel mitzumachen oder ihren Besitz zu verkaufen und auszuwandern.[7]

Mit den genannten Verträgen bekam man aber die Konfessionsstreitigkeiten nicht in den Griff, im Gegenteil sie spitzten sich noch weiter zu. Die unterschiedlichen Vorstellungen der Konfessionen über ihre Stellung im Reich und die Reichspolitik waren unvereinbar und an die getroffenen Vereinbarungen hielt sich kaum einer.[8]

Die Bestimmungen des Augsburger Religionsfriedens:

Der Augsburger Religionsfriede stellte in der Reichsverfassung einen Einschnitt dar, der durch den Westfälischen Frieden bestätigt und erweitert wurde. 1555 wurde aus dem einheitlich katholischen Reich ein Staat mit zwei Konfessionen. Diese Neuheit war nötig geworden, weil das Zusammenleben in einem gemeinsamen Reich weitergehen musste. Man entschied sich dem Reich zuliebe dazu, den Protestantismus neben dem Katholizismus anzuerkennen, zumal ersterer in den Jahren seit der Reformation durch Luther 1517[9] immer mehr an Einfluss gewonnen hatte.[10]

[...]


[1] Datum siehe P. Volk, S. 128.

[2] E. W. Zeeden, S.118.

[3] Daten zur Überblicksdarstellung wurden aus dem dtv-Atlas. Weltgeschichte entnommen.

[4] Vgl. F. Dickmann, in: Forschungen und Studien, S. 8 f; Instrumentum Pacis Osnabrugense (IPO) Art.XVII, § 2 ( = Instrumentum Pacis Monasteriense (IPM) § 112). Im Folgenden wird immer nach dem IPO zitiert.

[5] Vgl. H. Adler, S. 7.

[6] Lateinisch für „Wessen Gebiet, dessen Religion“.

[7] Vgl. H.Adler, S. 7.

[8] Vgl. F. Dickmann, in: Forschungen und Studien, S. 10f.

[9] 1517 schlug Luther seine 95 Thesen in Wittenberg an; der Durchbruch der Reformation folgte in den Jahren 1521 –1525.

[10] Zum Beispiel der Zusammenschluss der protestantischen Reichsstände zum Schmalkaldischen Bund (1531) als Ausdruck antikaiserlicher Politik.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Die Bestimmungen des Westfälischen Friedens im Hinblick auf Konfessionen und die Reichsverfassung
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Veranstaltung
Der Westfälische Friede von Münster und Osnabrück
Note
1,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
14
Katalognummer
V209254
ISBN (eBook)
9783656368083
ISBN (Buch)
9783656369233
Dateigröße
464 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bestimmungen, westfälischen, friedens, hinblick, konfessionen, reichsverfassung
Arbeit zitieren
Dr. phil. M.A. Stephanie Günther (Autor:in), 2002, Die Bestimmungen des Westfälischen Friedens im Hinblick auf Konfessionen und die Reichsverfassung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209254

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