Seit Urzeiten ist das Geschichten erzählen und Geschichten hören ein Bedürfnis der Menschheit. Das Buch war lange Zeit das übertragende Medium für Erzählungen. Die Erfindung des Buchdrucks bot die Möglichkeit, Bücher in Massen herzustellen. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich das Buch immer mehr zu einem öffentlichen Medium, verbreitete neue Ideen und bot Wissen sowie Unterhaltung. Im 20.Jahrhundert beginnt eine langsame Veränderung: Der Film und das Kino beginnen das Buch als Leitmedium abzulösen. Weder Literatur noch Film lassen sich als Medium einzeln betrachten: seit jeher besteht eine Beziehung zwischen diesen Medien, sie beeinflussen sich gegenseitig. Dabei greift das neue Medium schon zu Beginn seiner Entstehung auf Altbewährtes zurück: Der Adaption von Literatur. Das Zurückgreifen auf literarische Vorlagen ist bereits in der Frühzeit des Kinos zu sehen. Dass Literatur und Film sich gegenseitig beeinflussten, steht also außer Frage. Dieses Zusammenspiel der verschiedenen Medien hat in den letzten Jahren zu unterschiedlichen Untersuchungen unter dem Schlagwort Intermedialität geführt. Die Wechselwirkungen von Literatur und Film sind Teil eines Diskurses, der bis heute anhält.
Inhaltsverzeichnis
1 Forschungsbericht
2 Theoretische Aspekte
2.1 Intermedialität
2.2 Literaturverfilmung – Ein problematischer Begriff
3 Literatur und Film
3.1 Formen der Adaption
3.2 Filmsprache
3.3 Narration in Film und Roman
4 Vermittelnde Funktionen
4.1 Messbare Kommunikation: Verkaufszahlen
4.2 Literaturverfilmungen im Unterricht
5 Das Buch im Medienverbund
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das komplexe Wechselverhältnis zwischen Literatur und Film unter besonderer Berücksichtigung der Intermedialität sowie der medienübergreifenden Vermittlungsfunktionen von Literaturstoffen.
- Intermediale Diskurse und Transformationen zwischen Text und Bild.
- Theoretische Abgrenzung und Problematik des Begriffs "Literaturverfilmung".
- Vergleichende Analyse der Narration in Roman und Film.
- Ökonomische Auswirkungen von Adaptionen auf Buchverkaufszahlen.
- Didaktische Potenziale von Literaturverfilmungen im Bildungsbereich.
Auszug aus dem Buch
Literatur und Film
Um die Beziehung zwischen Literatur und Film zu verstehen, ist es wichtig sich mit dem Entstehungskontext des jungen Mediums Film auseinanderzusetzen. Paech beschreibt eingehend, wie Umstände und die schnelle Verbreitung von Filmen zur Literarisierung und Fiktionalisierung führten. Des Weiteren gibt es verschiedene Adaptionsformen, die eingehender zu klären sind. Ferner gilt es, die spezifische Sprache von Roman und Film sowie die unterschiedlichen Möglichkeiten der Narration näher zu betrachten, um danach auf die Vermittlungsmöglichkeiten zu kommen.
Vergleicht man die in Kapitel 2.2 bereits erläuterten Definitionen zum Begriff der Literaturverfilmung, stößt man unweigerlich auf die Termini Veränderung und Bearbeitung. Diese Veränderungen resultieren aus der Unterschiedlichkeit der beiden Medien: auf der einen Seite ein sprachlich fixierter poetischer oder prosaischer Text, auf der anderen Seite das visuelle bewegte Bild. In Angela Mieths Aufsatz Eine Betrachtung findet sich folgende zentrale Feststellung: „Es gibt sie nicht, DIE LITERARISCHE ADAPTION. Es gibt keinen gültigen Film zu einem Roman oder einer Erzählung, Es gibt Romane, die mehrmals verfilmt wurden. Eine weitere Version ist niemals auszuschließen. Es gibt Möglichkeiten, Annäherungen, Auseinandersetzungen mit einem Stoff, immer aber ist die Erschaffung einer neuen Wirklichkeit in einem anderen Medium.“
Dennoch lässt sich feststellen, dass der Film verschiedene Möglichkeiten bietet, Prosawerke zu adaptieren. Zunächst ist hier das „reine Dokumentationswerk“ zu nennen, ein Beispiel wäre das Filmen einer Theateraufführung. Des Weiteren ist hier der auf „literarischen Impulsen basierende“ Kunstfilm zu nennen. Hier bedient sich ein Filmschaffen an literarischen Vorlagen, schafft im Grunde aber durch die Bedienung an der Filmsprache ein völliges neues Werk, in dem oftmals keine Vorlage zu erkennen ist. Oft wird sich dabei an epischen Stoffen orientiert. Die wohl am häufigsten anzutreffende Art ist die „Transposition auf die Leinwand“, also das Bestreben, einen narrativen Text in Filmsprache umzuwandeln und dabei die Aussage des Originaltextes zu transportieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Forschungsbericht: Einführung in die medienwissenschaftliche Thematik und den aktuellen Diskurs zur Intermedialität.
2 Theoretische Aspekte: Definition des Begriffs der Intermedialität und theoretische Einordnung der Problematik von Literaturverfilmungen.
3 Literatur und Film: Untersuchung der verschiedenen Adaptionsformen, der spezifischen Filmsprache und der narrativen Unterschiede zwischen Text und Film.
4 Vermittelnde Funktionen: Analyse der messbaren Auswirkungen von Verfilmungen auf den Buchmarkt sowie der didaktischen Nutzung von Filmen im Unterricht.
5 Das Buch im Medienverbund: Reflexion über die heutige Rolle des Buches als Teil eines multimedialen Verbunds und die Chancen intermedialer Literaturvermittlung.
Schlüsselwörter
Intermedialität, Literaturverfilmung, Adaption, Filmsprache, Narration, Medienverbund, Literaturvermittlung, Literaturwissenschaft, Filmwissenschaft, Transformationsprozess, Buchmarkt, didaktische Vermittlung, Medienwechsel, Bildsprache, Transformation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt das komplexe Beziehungsgeflecht zwischen literarischen Vorlagen und deren medialer Umsetzung in Form von Literaturverfilmungen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die Medientheorie (Intermedialität), die ästhetischen Unterschiede zwischen Literatur und Film sowie die ökonomischen und didaktischen Aspekte von Verfilmungen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt nach den Möglichkeiten und Grenzen der Literaturvermittlung durch das Medium Film und beleuchtet dabei, wie sich Literatur und Film gegenseitig beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methodik kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine literatur- und medienwissenschaftliche Untersuchung, die auf der Analyse von Fachliteratur und dem Vergleich bestehender medientheoretischer Konzepte basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zur Intermedialität, eine Analyse der Adaptionsformen und Filmsprache sowie eine Untersuchung der vermittelnden Funktionen von Film in ökonomischen und pädagogischen Kontexten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Wichtige Schlagworte sind Intermedialität, Literaturverfilmung, Adaption, Medienverbund und Transformation.
Warum wird der Begriff "Literaturverfilmung" als problematisch eingestuft?
Der Begriff ist unscharf, da er unterschiedlichste Bearbeitungsgrade beschreibt – von textgetreuer Adaption bis hin zu einer völlig neuen künstlerischen Gestaltung, die sich lediglich auf ein literarisches Motiv stützt.
Welchen Einfluss haben Verfilmungen nachweislich auf den Buchverkauf?
Anhand von Beispielen wie "Jurassic Park" oder "Harry Potter" wird gezeigt, dass erfolgreiche Verfilmungen die Aufmerksamkeit auf die literarische Vorlage lenken und somit die Absatzzahlen signifikant steigern können.
Wie verändert sich die Rezeption von Literatur im Unterricht durch den Einsatz von Filmen?
Der Film ermöglicht einen zeitgemäßen Zugang zu Literatur, der besonders bei Jugendlichen auf Resonanz stößt, indem er eine gemeinsame Rezeption und analytische Auseinandersetzung in der Gruppe erlaubt.
- Arbeit zitieren
- Linda Meier (Autor:in), 2011, Intermedialität – Wechselwirkungen zwischen Literatur und Film, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209874