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Peter J. Denning - Computing the Profession

Titel: Peter J. Denning - Computing the Profession

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2003 , 27 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Katharina Strohmeier (Autor:in)

Didaktik - Informatik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Es erscheint fast wie eine rhetorische Frage, wenn man Studierende der Informatik darauf
anspricht, ob sie während ihres Studiums je das Gefühl hatten, dass sie das, was sie an der
Universität lernen, nie im Berufsleben gebrauchen würden. Allgemein verbreitet ist der Eindruck,
an den Universitäten würde am Bedarf vorbei gearbeitet und ausgebildet. Informatiker
scheinen eher ihren eigenen Interessen nachzugehen als nach denen potenzieller Kunden zu
fragen. Traditionell befassen sie sich eher mit theoretischen Entwürfen und Modellen als mit
praktischen Anwendungen.
Umgekehrt beklagen sowohl Anwender als auch Arbeitgeber in der Industrie die mangelhafte
Unterstützung, die ihnen im Umgang mit Computern von Seiten der Universitäten entgege ngebracht
wird. Studenten prangern an, dass sie an den Instituten für Informatik keine praxisnahe
Ausbildung erhalten und dass sie umgekehrt die Dinge, die sie lernen, später im Berufsleben
nur bedingt anwenden können. Die akademische Informatik, so scheint es, hat sich weit
entfernt vom tatsächlichen Bedarf.
Die akademische Arbeitsweise entbehrt jedoch nicht einer gewissen Logik. Ihrem Anspruch
und ihren Wurzeln nach ist die Informatik eine wissenschaftliche Disziplin. Ihre Wurzeln liegen
in Mathematik, Maschinenbau und Ingenieur wesen sowie den Naturwissenschaften. Als
in den 40er Jahren Menschen dieser Fachrichtungen zusammen kamen, um die ersten elektronischen
Rechner zu bauen, gingen viele davon aus, dass die neu entstandene Disziplin „Computer
Science“ nur eine Modeerscheinung sei, die irgendwann in einer der drei Ursprungsdisziplinen
aufgehen würde1.
Dies ist jedoch nicht geschehen. Und damit stellt sich die Frage, ob die Forschung in Zukunft
stärker mit dem Anwendungsbereich kooperieren und sich an ihm ausrichten sollte, um dem
steigenden Bedarf an problemorientierten Lösungen begegnen zu können. Zudem muss die
akademische Ausbildung einer eingehenden Prüfung auf Zweckmäßigkeit unterzogen werden.
Dieser Aufgabe hat sich im Jahr 2000 der amerikanische Informatiker Peter J. Denning gewidmet.
In seinem Aufsatz „Computing the Profession“ spürt er dem historisch gewachsenen
Berufsverständnis der akademischen Informatik nach und entwirft ein Modell für die Refo rmierung
der Forschung und Ausbildung in diesem Bereich. [...]
1 Vgl. Denning, Peter J., Computing the Profession, in: Greening, Tony (Hrsg.), Computer Science Education in
the 21st Century, New York 2000, S. 27-46, hier: S. 29.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Ausgangslage

1.1 Der Bedarf

1.2 Die historische Entwicklung

1.2.1 Die experimentelle Informatik

1.2.2 Computational Science

1.2.3 Software Engineering

1.3 Der Ist-Zustand und seine Probleme

2. Theoretisches Modell eines Berufsstandes von Computerfachleuten

2.1 Ein allgemeines Modell mit Beispielen

2.1.1 Die Medizin

2.1.2 Das Gesetz

2.1.3 Bibliotheken

2.2 Übertragung des Modells auf die Informatik

2.2.1 Dauerhafte Interessen

2.2.2 Übergreifende Institutionen

2.2.3 Verhaltensstandards

2.2.4 Kompetenzzertifizierung

3. Kompetenzen und Kriterien, die Berufsanfängern künftig vermittelt werden sollten

3.1 Praktiken

3.2 Applikationen

3.3 Innovation

3.4 Grenzbereiche

3.5 Ein renoviertes akademisches Modell

4. Zusammenfassung: Die Informatik richtet sich neu aus

4.1 Zwiespälte lösen sich auf

4.2 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit Peter J. Dennings Aufsatz „Computing the Profession“ auseinander, um zu untersuchen, wie die akademische Informatik ihr Berufsverständnis und ihre Ausbildung reformieren muss, um den steigenden Anforderungen an problemorientierte Lösungen in der Praxis gerecht zu werden.

  • Historische Entwicklung und aktuelle Probleme der akademischen Informatik
  • Entwicklung eines theoretischen Modells für Berufsstände
  • Reformbedarf in der Informatikausbildung hinsichtlich Praxisnähe und Kompetenzvermittlung
  • Die Rolle von Innovation und Interdisziplinarität an den Schnittstellen der Informatik
  • Vergleich des amerikanischen Modells mit der Situation in Deutschland

Auszug aus dem Buch

1.2.2 Computational Science

Unter Computational Science versteht man Informatikanwendungen in den Naturwissenschaften. Computational Science bildet quasi die dritte Säule der modernen Naturwissenschaft. Traditionell besteht naturwissenschaftliches Arbeiten aus drei Schritten: 1. Erstellung einer Hypothese. 2. Daten sammeln, die diese Hypothese entweder bestätigen oder widerlegen. 3. Die Daten auswerten.

Hypothesen werden meist als mathematische Modelle formuliert. Diese können anschließend benutzt werden, um interessante Werte zu berechnen. Es gibt drei Möglichkeiten, mit diesen Daten wissenschaftlich umzugehen: 1. Theoretiker konzentrieren sich darauf, Theorien und passende mathematische Modelle von realen Prozessen zu formulieren. 2. Experimentell arbeitende Wissenschaftler bauen Instrumente und nutzen diese, um weitere Daten für spätere Analysen zu erhalten. 3. Computation wird immer mehr zum dritten Angang: Ein Modell des Prozesses wird erstellt und ausgemessen, ohne dass dafür ein hochspezialisiertes Instrument gebaut und in eine komplizierte Umwelt integriert werden muss.

Bis zur Mitte der 80er Jahre hatte die Wissenschaftswelt weitgehend akzeptiert, dass Computing sich zur dritten Säule wissenschaftlichen Arbeitens entwickeln würde. Große Erfolge beim Einsatz von Computern in Aeronautik, Astronomie, Kosmologie, Erdbebenvorhersage und vielen weiteren Disziplinen führten dazu, dass die Anstrengungen, Supercomputer mit millionenfacher Rechengeschwindigkeit zu entwickeln, vor allem in den USA massiv vorangetrieben wurden. Die meisten Informatiker waren an all dem allerdings nicht beteiligt. Fast alle Informatiker betrachteten die Disziplin als Anwendung, die auf die Entwicklung der Informatik an sich wenig Einfluss haben würde. Umgekehrt stellten zahlreiche Informatiker, die mit Wissenschaftlern anderer Disziplinen in entsprechenden Projekten zusammenarbeiteten, fest, dass sie von diesen nicht als gleichwertige Wissenschaftler, sondern als Programmierer betrachtet wurden. All dies führte dazu, dass der Computational Science in den späten 80er Jahren von Seiten der Informatik derartige Gleichgültigkeit entgegen gebracht wurde, dass ihre wichtigen Vertreter forderten, sich vollständig aus der Informatik herauszulösen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Ausgangslage: Analyse des bestehenden Missverhältnisses zwischen akademischer Ausbildung und den praktischen Anforderungen der Wirtschaft, illustriert durch historische Teilbereiche.

2. Theoretisches Modell eines Berufsstandes von Computerfachleuten: Herleitung eines allgemeinen Berufsmodell-Konzepts und dessen Anwendung auf die Informatik inklusive der Untersuchung ethischer Standards und Zertifizierungen.

3. Kompetenzen und Kriterien, die Berufsanfängern künftig vermittelt werden sollten: Definition von vier essenziellen Säulen für eine reformierte Ausbildung: Praktiken, Applikationen, Innovationen und das Arbeiten in Grenzbereichen.

4. Zusammenfassung: Die Informatik richtet sich neu aus: Synthese der Ergebnisse mit dem Fazit, dass eine strukturelle Neuausrichtung und stärkere Interdisziplinarität für die Zukunft der Disziplin unumgänglich sind.

Schlüsselwörter

Informatik, Berufsverständnis, akademische Ausbildung, Praxisnähe, Computational Science, Software Engineering, Innovation, Kompetenzzertifizierung, Interdisziplinarität, Forschungsmodell, Anwendungsbezug, Peter J. Denning, Ethische Leitlinien, Informatik-Ausbildung, Problemlösung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch das von Peter J. Denning entworfene Modell für die Zukunft des Informatik-Berufsstandes und dessen Übertragbarkeit auf den deutschen Bildungs- und Wirtschaftskontext.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernpunkten gehören die Diskrepanz zwischen theoretischer Forschung und praktischer Anwendung, das Berufsverständnis von Informatikern sowie die notwendige Reform der universitären Lehre.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Informatikausbildung durch die Integration von praktischen Kompetenzen und interdisziplinären Ansätzen zukunftsfähiger und anwendungsorientierter gestaltet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse des Aufsatzes „Computing the Profession“ von Peter J. Denning und einer kritischen Evaluation von dessen Thesen im Vergleich zur Situation in Deutschland.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Ausgangslage, die Übertragung eines theoretischen Berufsmodells auf die Informatik sowie die Darstellung konkreter Kompetenzkriterien für Berufsanfänger.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind unter anderem Informatik, Berufsverständnis, Praxisnähe, Innovation, Kompetenzzertifizierung und die strukturelle Neuausrichtung der akademischen Ausbildung.

Wie unterscheidet sich die Situation in Deutschland von der in den USA?

Laut der Autorin sind die berufsübergreifenden Strukturen wie die Gesellschaft für Informatik (GI) in Deutschland bereits gut entwickelt, während Denning für die USA eine mangelnde Standardisierung beklagt.

Warum hält die Autorin die Einrichtung spezieller "Colleges of Computing" für unnötig?

Sie argumentiert, dass die notwendigen Fachbereiche an deutschen Universitäten bereits existieren und es sinnvoller sei, eine interdisziplinäre Kooperation innerhalb der bestehenden Strukturen zu fördern.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Peter J. Denning - Computing the Profession
Hochschule
Universität Potsdam  (Insitut für Informatik)
Veranstaltung
Didaktische Grundlagen der Informatik
Note
1,0
Autor
Katharina Strohmeier (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
27
Katalognummer
V20993
ISBN (eBook)
9783638247184
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Peter Denning Computing Profession Didaktische Grundlagen Informatik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katharina Strohmeier (Autor:in), 2003, Peter J. Denning - Computing the Profession, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20993
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Leseprobe aus  27  Seiten
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