Segmentberichterstattung nach IFRS 8


Seminararbeit, 2012
15 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen der Segmentberichterstattung nach IFRS 8
2.1 Die Zielsetzung der Segmentberichterstattung
2.2 Der Anwendungsbereich der Segmentberichterstattung

3. Segmentberichterstattung nach IFRS 8
3.1 Der Management Approach
3.2 Kriterien zur Segmentierung
3.3 Berichtspflichtige Segmente
3.4 Auszuweisende Segmentinformationen
3.4.1 Segmentbilanzierungs- und Segmentbewertungsmethoden
3.4.2 Überleitungsrechnung
3.5 Segmentübergreifende Angaben

4. Kritische Würdigung und Fazit

5. Literaturverzeichnis

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

International agierende kapitalmarktorientierte Unternehmen sind darauf angewiesen, ihre wirtschaftliche Situation beziehungsweise ihre Ertragslage innerhalb des Jahresabschlusses gegenüber ihren Jahresabschlussinteressenten möglichst transparent und informativ darzustellen. Die geforderte Transparenz kann allerdings nur dann erzeugt werden, wenn ein möglichst umfassendes Bild des gesamten Unternehmens geboten wird.

Doch wird weder durch die herkömmliche Konzernbilanz, noch durch die Konzern-GuV ein Eindruck davon vermittelt, wie sich die Vermögensgegenstände und Schulden, beziehungsweise die Aufwendungen und Erträge, auf die einzelnen Konzernsegmente verteilen. Dadurch ist die Analyse der Konzernbilanz und der Konzern-GuV im Hinblick auf die Mittelherkunft und –verwendung, sowie der Erfolgsquellen einzelner Segmente für externe Jahresabschlussinteressenten nicht möglich.[1]

Um diesem aktuellen Problem der Internationalen Rechnungslegung entgegenzutreten, wurde im November 2006 der Rechnungslegungsstandard IFRS 8 „Geschäftssegmente“ (Operating Segments) durch das IASB veröffentlicht, der den bis zu diesem Zeitpunkt gültigen IAS 14 „Segmentberichterstattung“ (Segment Reporting) ersetzte.[2]

Durch die Schaffung eines verbindlichen Regelwerks zur Abbildung einzelner Segmente innerhalb des Abschlusses kapitalmarktorientierter Unternehmen, ergibt sich nun die Möglichkeit für externe Bilanzanalysten, den Jahresabschluss detailliert zu analysieren und somit eine Beurteilung der Situation des Unternehmens mit größerer Aussagekraft zu erstellen.

In der vorliegenden Arbeit soll dargestellt werden, wie die Segmentberichterstattung nach IFRS 8 zu erfolgen hat und welche Maßstäbe bei der Anwendung des Standards gesetzt werden müssen, um die durch das IASB gesetzten Anforderungen zu erfüllen.

2. Grundlagen der Segmentberichterstattung nach IFRS 8

Um einen Eindruck von den theoretischen Grundlagen der Segmentberichterstattung nach IFRS 8 zu vermitteln, wird in den nächsten beiden Unterkapiteln die Zielsetzung und der Anwendungsbereich des Standards näher erläutert.

2.1 Die Zielsetzung der Segmentberichterstattung

Die grundlegende Funktion der Konzernbilanz und der Konzern-GuV, den Jahresabschlussinteressenten durch die im Jahresabschluss dargebotenen Daten ein detailliertes Abbild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu bieten, kann urch die zunehmende Diversifikation und Globalisierung von Unternehmen nicht mehr erfüllt werden.[3] Um diese Funktion wieder herzustellen und das damit zusammenhängende Informationsdefizit aufzuheben, soll die Segmentberichterstattung spezifische Daten der bedeutsamsten Geschäftssegmente wiedergeben, um die Aussagekraft und die Nützlichkeit des Abschlusses bei der Entscheidungsfindung zu stärken.[4]

Dabei bezieht sich die Erhöhung der Aussagekraft entscheidungsrelevanter Informationen durch die Disaggregation der vorhandenen segmentabhängigen Daten bei der Entscheidungsfindung nicht nur auf interne Entscheidungsprozesse, sondern auch auf Entscheidungsprozesse externer Anspruchsgruppen.

2.2 Der Anwendungsbereich der Segmentberichterstattung

Zur Anwendung des IFRS 8 sind vor allem solche Unternehmen verpflichtet, deren Eigenkapital- und Schuldinstrumente auf öffentlich zugänglichen Märkten gehandelt werden.[5]

Bei Konzernen ist dabei die Darstellung segmentbezogener Informationen nur innerhalb des Konzernabschlusses erforderlich, falls der Finanzbericht des Konzerns sowohl den Konzernabschluss, als auch den Einzelabschluss des Mutterunternehmens enthält.[6]

3. Segmentberichterstattung nach IFRS 8

In den folgenden Kapiteln werden Maßstäbe und spezifische Anforderungen der Segmentberichterstattung dargestellt.

3.1 Der Management Approach

Die Neueinführung des Standards IFRS 8 stellt eine Abkehr vom dem bis zu diesem Zeitpunkt gültigen, durch den IAS 14 gegebenen, Risk and Reward Approach dar.

Der zwar schon im IAS 14 angedeutete, doch erst durch die Einführung des IFRS 8 konkret zur Geltung gebrachte Management Approach trat an die Stelle des Risk and Reward Approach und nimmt die Segmentierung des Unternehmens nicht nach Chancen- und Risikogesichtspunkten vor, sondern segmentiert anhand der internen Organisations- und Berichtsstrukturen.[7]

Konkret soll sich nach dem Management Approach die externe Segmentabgrenzung nach den vom Management intern verwendeten Berichtssystemen richten. Demnach setzt die Identifikation eines Geschäftssegmentes voraus, dass es sich dabei um eine Organisationseinheit handelt, deren Betriebsergebnisse regelmäßig überwacht werden und, dass zu dieser Organisationseinheit konkrete Finanzinformationen vorliegen.[8]

Des Weiteren verlangt der Management Approach, dass die durch das interne Reporting für die Segmentbewertung verwendeten Daten auch durch das externe Rechnungswesen verwendet werden. Hierdurch steigt der Informationsgehalt der Daten des externen Rechnungswesens und der Informationsgrad der internen Entscheidungsträger und der Jahresabschlussinteressenten wird synchonisiert.[9]

3.2 Kriterien zur Segmentierung

Durch die strikte Anwendung des Management Approach, wonach sich die Segmentberichterstattung nach den internen Berichtsstrukturen zu richten hat, sind die einzelnen Segmente eines Unternehmens nach bestimmten Kriterien zu bilden.

Dieser Anspruch wird insbesondere in IFRS 8.4 deutlich. So sind nur operative Segmente mit einzubeziehen. Dabei bildet ein operatives Segment eine Teileinheit eines Unternehmens, durch deren Geschäftstätigkeit Aufwendungen und Erträge entstehen. Die operativen Ergebnisse werden dabei auf der einen Seite durch einen so genannten Chief Operating Decision Maker überwacht und bilden auf der andern Seite die Grundlage für die Steuerung und Kontrolle des Unternehmens.[10] Der Begriff des Chief Operating Decision Maker ist dabei nicht als Personenbezeichnung zu verstehen, sondern vielmehr als funktional zu verstehendes Tätigkeitfeld, worunter zum Beispiel die Positionen des Chief Executive Officer (CEO) oder auch des Chief Operating Officer fallen.

Zu beachten ist, dass auch dann ein operatives Segment besteht, wenn bis zum Zeitpunkt der Bilanzierung noch keine Umsatzerlöse erwirtschaftet wurden, was zum Beispiel bei neugegründeten Teilbereichen eines Unternehmens der Fall sein kann.[11] Diese Bereiche werden auch zu den operativen Segmenten gezählt, da die Generierung von Erträgen in der Zukunft erwartet wird und somit die Erzielung von Erträgen nicht aktuell sein muss.

Doch nicht jeder Teilbereich eines Unternehmens stellt zwingend ein operatives Segment im Sinne des IFRS 8 dar. Als Beispiel für so einen Bereich kann die Konzernzentrale, bestehend aus dem Finanz- und Rechnungswesen, Shared Services oder der Forschungs- und Entwicklungsabteilung, gesehen werden, die regelmäßig keine Erlöse beziehungsweise nur Nebenerlöse zur Hauptgeschäftstätigkeit eines Unternehmens erwirtschaften und aus diesem Grund nicht zu den operativen Segmenten gezählt werden.[12]

Kann im Zuge der Segmentierung keine eindeutige Abgrenzung der Segmente vorgenommen werden, so sind bestimmte Wesensmerkmale der Segmente hinzuzuziehen. Dazu gehören insbesondere:

- die Art der Geschäftstätigkeit eines Teilbereiches
- die Existenz eines Segmentverantwortlichen für den Teilbereich (Segmentmanagement)
- die Art der an die Unternehmensleitung weitergeleiteten Informationen

Ähnlich wie der Begriff des Chief Operating Decision Maker ist auch der Begriff des Segmentmanagements funktional zu verstehen. Das heißt, dass im Falle des IFRS 8 unter dem Begriff Segmentmanagement ein gesondertes Management zu sehen ist, das der verantwortlichen Instanz gegenüber berichtspflichtig ist.[13]

[...]


[1] Vgl. Baetge, J. u.a. (2011), S. 475.

[2] Vgl. Pellens, B. u.a. (2011), S. 933.

[3] Vgl. Blase, S. u.a. (2010), S. 119.

[4] Vgl. Brösel, G. u.a. (2009), S. 269.

[5] Vgl. Buchholz, R. (2011), S. 211.

[6] Vgl. Lüdenbach, N. u.a. (2010), S. 505.

[7] Vgl. Erbach, S. (2012), S. 7.

[8] Vgl. Koelen, P. Diss. (2009), S. 220.

[9] Vgl. Eberlein, J. (2010), S. 289.

[10] Vgl. Funk, W. u.a. (2008), S. 412.

[11] Vgl. Pellens, B. u.a. (2011), S. 934.

[12] Vgl. Lüdenbach, N. u.a. (2010), S. 505.

[13] Vgl. Buschhüter, M. u.a. (2011), S. 243.

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Details

Titel
Segmentberichterstattung nach IFRS 8
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Veranstaltung
Financial Reporting
Note
2,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
15
Katalognummer
V209939
ISBN (eBook)
9783656378693
ISBN (Buch)
9783656380146
Dateigröße
490 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
segmentberichterstattung, ifrs
Arbeit zitieren
Tim Schebler (Autor), 2012, Segmentberichterstattung nach IFRS 8, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209939

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