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Musik und Literatur als Sprachrohr in der dritten Welle des Feminismus

Pornographie: Feminismus oder doch nur Provokation?

Titel: Musik und Literatur als Sprachrohr in der dritten Welle des Feminismus

Seminararbeit , 2009 , 17 Seiten , Note: Sehr gut

Autor:in: Stephanie Müller (Autor:in)

Soziologie - Beziehungen und Familie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Jede Welle des Feminismus hatte ihre deklarierten Ziele, für die die Frauen der damaligen Bewegungen einstanden. Sie sind heute historisch abgrenzbare Perioden, die sich in einem nachhaltigen Blickwinkel analysieren lassen können. Anders verhält es sich bei der sogenannten dritten Welle des Feminismus. Natürlich haben die Akteure des Weiteren ihre Ziele, jedoch lässt sich keine zeitliche Abgrenzung schaffen, da wir uns grad inmitten dieser Welle befinden. „The third wave generally refers to the period
from the Clinton Presidency (1992) to the present.“ Sie legt dabei das Augenmerk in ihrer Definition der dritten Welle auf den Multikulturalismus und die Vielfältigkeit.
Neben so einem großen Rahmen muss man allerdings auch die im ersten Moment
vielleicht sekundären Entwicklungen betrachten, die vielleicht am Ende dieser dritten Welle ein entscheidender Faktor sein können, was genau die dritte Welle ausgemacht hat. Meiner Meinung nach ist es heutzutage nicht nur die Botschaft an sich, die im Vordergrund steht, sondern auch die Art und Weise, wie diese vermittelt wird. Meinen Schwerpunkt lege ich dabei auf die Sprache, also die Ausdrucksweise. Hierbei dienen zwei Kernbereiche der Untersuchung: Die Musik und die Literatur. Diese zwei Ausdrucksformen sind besonders geeignet dafür, die Sprache genauer zu analysieren.
Der Terminus ‚Frauenliteratur’ lässt sich in Metzlers Lexikon der Geschlechterforschung schon finden und wird definiert als eine ‚von Frauen für Frauen’ geschriebene Literatur, die eventuell auch kritisch und emanzipatorisch wirken kann oder will. Ein vergleichbarer Terminus für etwa ‚Frauenmusik’ lässt sich jedoch nicht finden. Welche sprachlichen Besonderheiten lassen sich in der Musik finden? Wie kann sich emanzipatorische Literatur äußern? Wie verhält sich dies in der Musik? Diesen und anderen Fragen möchte ich in meiner Arbeit auf den Grund
gehen.
Ebenfalls in Metzlers Lexikon lässt sich der Begriff der Pornographie finden, der der bürgerlichen Sexualmoral entgegen steht und auch durch sprachliche Deutlichkeit Grenzen überschreiten kann. In der Ihnen vorliegenden Arbeit soll auch diesem Aspekt Beachtung geschenkt werden, indem man die Sprache diesbezüglich in der kontemporären Musik und Literatur analysiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichte des Feminismus

2.1. Erste und Zweite Welle

2.2. Die Dritte Welle

3. Musik als Sprachrohr

3.1. Musik im Feminismus

3.2. Lady Bitch Ray

4. Exkurs: Literatur als Sprachrohr

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Musik und Literatur als sprachliche Ausdrucksmittel im Kontext der dritten Welle des Feminismus, wobei der Fokus insbesondere auf der bewussten Nutzung von Provokation und pornographischen Inhalten als Werkzeuge zur Infragestellung gesellschaftlicher Normen liegt.

  • Historische Entwicklung der Frauenbewegung von der ersten bis zur dritten Welle
  • Analyse von Musik als Medium für feministische Botschaften am Beispiel von Madonna
  • Untersuchung der künstlerischen Strategien von Lady Bitch Ray und deren feministische Relevanz
  • Literarische Provokation und die Darstellung von Sexualität durch Charlotte Roche
  • Reflexion über die Wirkungskraft und politische Dimension moderner Ausdrucksformen

Auszug aus dem Buch

Lady Bitch Ray

Wie schon bei Madonna in 3.1 ausgeführt, scheint Provokation auch das Hauptwerkzeug dieser jungen Künstlerin zu sein, die ihren Gymnastikübungen den Titel ›Votzensport‹ gibt, von ihr kreierte Kleidungsstücke als ›Ford Phallus‹ oder ›Fotzenmantel‹ bezeichnet und ein Label gründet, das den Namen ›Vagina Records‹ trägt. Lady Bitch Ray baut ein Imperium auf, das ›Vagina Imperium‹, dessen Parole ›Veni Vidi Ficki‹ lautet (vgl. Lady Bitch Ray 2009: o.S.).

Hinter diesen Begriffen verbirgt sich Reyhan Şahin, eine Anfang der 80er Jahre in Bremen geborene Deutsch-Türkin (vgl. Poplexikon o.J.: o.S.). Gleicherorts absolvierte Şahin ihr Abitur und studierte an der Universität Bremen Linguistik, Germanistik und Sexualpädagogik (ebd.). Ihre Magisterarbeit befasste sie sich mit der Jugendsprache in der Jugendkultur HipHop, zudem arbeitet sie an ihrer Doktorarbeit mit dem Thema der Semiotik der Kleidung (vgl. Irler 2006: o.S.). Ebenfalls an der Universität Bremen bekleidete sie im Wintersemester 2007/2008 die Rolle einer Dozentin in der Lehrveranstaltung ‚Einführung in die Kleidungssemiotik’ (vgl. Uni-Bremen o.J., o.S.). Das Besondere daran ist laut Irler (2006: o.S.), dass sie als Hardcore-Rapperin drei Eigenschaft aufweist, die bisher unvereinbar schienen: Bitch, Türkin und Akademikerin.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert den zeitlichen Rahmen der dritten Welle des Feminismus und erläutert den Fokus auf Sprache, Musik und Literatur als Analysemittel.

2. Geschichte des Feminismus: Dieses Kapitel bietet einen historischen Überblick über die erste und zweite Welle des Feminismus und leitet zu den Charakteristika der aktuellen dritten Welle über.

3. Musik als Sprachrohr: Hier wird das Potenzial von Musik zur Normüberschreitung untersucht, wobei der Schwerpunkt auf Madonna und Lady Bitch Ray als kontroversen Akteurinnen liegt.

4. Exkurs: Literatur als Sprachrohr: Der Exkurs erweitert die Analyse auf die Literatur, insbesondere auf Charlotte Roches Roman ‚Feuchtgebiete’, und dessen provokative Wirkung.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert, inwiefern die untersuchten Akteurinnen durch Provokation neue feministische Impulse setzen.

Schlüsselwörter

Dritte Welle Feminismus, Provokation, Musik, Literatur, Sprache, Lady Bitch Ray, Madonna, Charlotte Roche, Pornographie, Geschlechterrollen, Feminismus, Normbruch, Emanzipation, Identität, Sex-positive Feminism.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Musik und Literatur in der dritten Welle des Feminismus als Sprachrohr dienen, um gesellschaftliche Normen zu hinterfragen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Geschichte des Feminismus, die Rolle von Provokation in der Kunst, sexuelle Selbstbestimmung und die Dekonstruktion von Geschlechterbildern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Künstlerinnen und Autorinnen mittels drastischer Sprache und Provokation politische Botschaften vermitteln und neue Räume für die Selbstbestimmung der Frau schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung der Feminismus-Geschichte und verbindet diese mit einer medienanalytischen Betrachtung ausgewählter Beispiele aus Popmusik und zeitgenössischer Literatur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf Madonna als Pionierin der Provokation, die künstlerische Arbeit von Lady Bitch Ray und einen Exkurs über Charlotte Roches ‚Feuchtgebiete’.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Dritte Welle Feminismus, Provokation, Geschlechterrollen, Identität und Emanzipation.

Warum wird Madonna in dieser Analyse als Referenzpunkt genutzt?

Madonna dient als Beispiel für eine Künstlerin, die bereits vor über 20 Jahren durch bewusste Normbrüche und Provokation mediale Aufmerksamkeit für feministische Themen generierte.

Wie unterscheidet sich der Ansatz von Lady Bitch Ray von dem der zweiten Welle?

Im Gegensatz zu Strömungen der zweiten Welle, die Pornographie oft als Unterdrückungsinstrument sahen, nutzt Lady Bitch Ray explizite Inhalte bewusst als Mittel zur Provokation und politischen Artikulation, ähnlich dem ‚sex-positive feminism’.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Musik und Literatur als Sprachrohr in der dritten Welle des Feminismus
Untertitel
Pornographie: Feminismus oder doch nur Provokation?
Hochschule
Universität Salzburg  (GendUp - Zentrum für Gender Studies und Frauenforschung)
Veranstaltung
Geschichte, Medien und Inhalte des Third Wave Feminism
Note
Sehr gut
Autor
Stephanie Müller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
17
Katalognummer
V210037
ISBN (eBook)
9783656382010
ISBN (Buch)
9783656382911
Sprache
Deutsch
Schlagworte
musik literatur sprachrohr welle feminismus pornographie provokation
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stephanie Müller (Autor:in), 2009, Musik und Literatur als Sprachrohr in der dritten Welle des Feminismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210037
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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