Die Frau als Tauschobjekt. Über den Handel materieller und immaterieller Güter im Florisroman


Hausarbeit (Hauptseminar), 2012

16 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ― Objekt-Subjektcharakter der Frau beim Tauschhandel

2. Der Wert der Frau am Beispiel Blanscheflurs
2.1 Der Verkaufsakt bis nach Babylon
2.2 Der Rückkauf Blanscheflurs durch den Pokal

3. Der Gabenbegriff
3.1 Materielle Gaben
3.2 Immaterielle Gaben
3.3 Das feudale Gabensystem im fremden kulturellen Kontext

4. Zusammenführung ― Die Frau als Handelsobjekt im Gabensystem

5. Quellenverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle.1: Wertvergleich Pokal ― Blanscheflur

Tabelle 2: Gabendeutung

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Gabenverhältnis Flore ― Wächter

1. Einleitung ― Objekt-Subjektcharakter der Frau beim Tauschhandel

„ [...] die Frau selbst kann vom Mann angeeignet und als Gut geteilt oder als Ware verkauft werden ― sie ist Eigentum des Mannes.“[1]

Die antike und mittelalterliche Literatur zeichnet sehr häufig das Bild der Frau als Ware oder Gut, über welches der Mann frei verfügen kann. Die Frau ist dem Mann als sein Eigentum untergeordnet, sei sie in einer Vater-Tochter Beziehung, im Bräutigam-Braut Verhältnis oder in einer Bruder-Schwester Konstellation.¹ Dabei dient die Frau als ökonomisches Gut mit einem bestimmten Wert, das durch ein anderes Gut mit einem bestimmten Wert eingetauscht werden kann; beispielsweise bei einem Verkaufsakt, wenn der Vater die Tochter aus Geldnöten verkaufen muss und gegen eine bestimmte Geldsumme eintauscht, oder die Tochter durch eine Verheiratung mit einem Mann gegen ökonomische oder politische Vorteile eingetauscht wird.

Dieses Prinzip funktioniert allerdings nur dann, wenn die Frau als reines Objekt des Handels und der Sexualität gesehen wird. Sobald die Vorstellung idealer Liebe hinzukommt, verändert sich der Objektcharakter und wandelt sich in einen hohen Subjektwert um. Umgekehrt ist die Frau dann ein begehrtes Objekt, welches im Tauschhandel einen hohen Wert besitzt, wenn ihr Subjektwert gering ist.[2] Wenn also die Frau aus der Sicht der Liebe begehrenswert ist, steigt ihr Wert als menschliches Individuum, wobei der Wert als begehrtes Tauschobjekt stark sinkt. Sobald die Frau aber einen geringen „Liebeswert“ und somit auch einen geringen individuellen, personellen Wert besitzt, steigt ihr Wert als Gut und Objekt und kann im Handel verwendet werden.

Im Minne- und Aventiureroman „Flore und Blanscheflur“ von Konrad Fleck lassen sich Parallelen zum obig beschriebenen Tauschsystem feststellen. In den folgenden Kapiteln wird auf den Wert der Frau in der Figur Blanscheflurs einge-

[...]


[1] Vgl. Wedekind, Katy (2007): Literarische Konstruktionen weiblicher Identität. Eine Untersuchung zum Werk Elfriede Jelineks Examensarbeit. GRIN Verlag. Norderstedt. S.19.

[2] Vgl. Gallas, Helga (1996): Sexualität und Begehren. In: Methoden in der Diskussion. Königshausen & Neumann. Würzburg. S.187-194.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die Frau als Tauschobjekt. Über den Handel materieller und immaterieller Güter im Florisroman
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Autor
Jahr
2012
Seiten
16
Katalognummer
V210356
ISBN (eBook)
9783656388166
ISBN (Buch)
9783656388487
Dateigröße
518 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Florisroman, Flore und Blanscheflur, Hybridität, Tauschobjekt, Frau, Mediavistik, höfischer Roman, Kinderminne
Arbeit zitieren
Stefanie Breitsameter (Autor:in), 2012, Die Frau als Tauschobjekt. Über den Handel materieller und immaterieller Güter im Florisroman, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210356

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