Die folgende Arbeit wurde im Rahmen des Seminars ,,Orthodoxie und Alternative Religiosität in Südosteuropa“ erstellt. Das Thema dieser Arbeit lautet ,,Mystik im Islam“. Als erstes wird eine ausführliche Begriffsdefinition über das Wort Mystik gegeben, danach beschäftigt sich die vorliegende Arbeit ausgiebig mit dem Sufismus, wie die islamische Mystik hauptsächlich benannt wird und als letzten Punkt beinhaltet diese Arbeit die Derwisch-Orden. Der Sufismus beinhaltet viele Lehren, Orden und besitzt viele Anhänger. Diese Anhänger nennt man Sufis oder Derwische. Der Sufismus ist ein teilweise sehr umstrittenes Thema in der islamischen Welt und aus diesem Grund wird oftmals Kritik an ihm geübt. Ein zentrales Thema ist der Koran, die Musik, die Literatur und der Tanz. Auf diese und einige andere Themen wird die Arbeit im Folgenden näher eingehen. Der Sufismus wird noch heute im Islam ausgeübt und ist stets ein aktuelles Thema. Bereits in Deutschland ist er in manchen Städten zu finden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was versteht man unter dem Begriff ,,Mystik‘‘?
2.1 Der Sufismus als islamische Mystik
2.2 Der Derwisch- Orden
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den Begriff der Mystik zu definieren und das Phänomen des Sufismus innerhalb des Islams sowie die Rolle der Derwisch-Orden wissenschaftlich zu untersuchen und einzuordnen.
- Definition und Herleitung des Begriffs Mystik
- Der Sufismus als esoterische und innere Dimension des Islam
- Die historische Entwicklung und Lehren des Sufismus
- Die Rolle von Musik, Tanz und Meditation in sufischen Praktiken
- Struktur und Bedeutung der Derwisch-Orden
Auszug aus dem Buch
2.1 Der Sufismus als islamische Mystik
Die islamische Mystik ist vor allem unter dem Begriff Sufismus bekannt. Dieser Begriff stammt dem arabischen Wort suf ab. Suf bedeutet Wolle. Die islamischen Mystiker trugen ein Gewand aus Wolle, was der Kleidung christlicher Mönche ähnelte. Die Anhänger des Sufismus nennt man Sufi, was übersetzt: Träger eines Wollkleides, bedeutet. Neben den Wollgewändern kleideten sich die ersten Sufis auch in Reinheit. Für die damalige Zeit war die Reinheit ein sehr wichtiger Aspekt, es galt als wichtigste Haltung für das Leben im Sufismus. Man miss der Reinheit eine beträchtliche Rolle zu. Nämlich, das Herz sollte von Unkenntnis, Aberglauben, Dogmatismus, Egoismus, sowie Fanatismus gereinigt werden. Das Herz sollte ebenso gereinigt werden von Beschränkungen, die von der sozialen Schicht ausgehen, von politischen Überzeugungen, der Rasse, sowie von der Nation.
Ähnlich wie bei der Mystik gibt es auch bei dem Sufismus verschiedene Auslegungen über die Bedeutung. So sagte der Leiter der irakischen Schule der Mystik, dessen Name Abu’l- Qasim Muhammad Junaid war, dass Sufismus nicht nur aus dem Beten und Fasten besteht, sondern dass es die Sicherheit des Herzens und der Großmut der Seele ist. Der islamische Gelehrte Azyumardi Azra wiederum interpretierte den Sufismus als einen esoterischen oder inneren Aspekt im Islam, welcher unterschieden werden muss von einem exoterischen oder äußeren Aspekt. Eine ganz allgemeine Definition geht wieder auf das Wort suf zurück, welches bisher erklärt wurde. Kennzeichnend für einen Sufi ist, dass er das Gleichnishafte hinter sich lässt und sich auf die Wirklichkeit einlässt. Ein Sufi geht immer den Pfad der Wirklichkeit, dieser Pfad führt in die innere Erfahrung der Wirklichkeit. Man versteht unter der sufischen Mystik auch die Wirklichkeitserfahrung. Im Koran werden die Propheten erwähnt, diese stellen für den Sufi ein Vorbild dar. Aus diesem Grund identifiziert er sich mit diesem oder mit seinem Geist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Mystik im Islam ein und erläutert den Aufbau der Arbeit, die sich mit dem Sufismus und den Derwisch-Orden beschäftigt.
2. Was versteht man unter dem Begriff ,,Mystik‘‘?: Hier erfolgt eine etymologische und inhaltliche Klärung des Mystik-Begriffs unter Berücksichtigung religiöser und philosophischer Perspektiven.
2.1 Der Sufismus als islamische Mystik: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung, die spirituellen Grundlagen, die Bedeutung von Reinheit sowie das Verhältnis der Sufis zu Gott und zum orthodoxen Islam.
2.2 Der Derwisch- Orden: Das Kapitel erläutert die Struktur der Bruderschaften, die Rolle des Scheichs, das Vertrauensverhältnis zum Schüler sowie die rituellen Praktiken wie Tanz und Meditation.
3. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass aufgrund der Vielfalt der Auslegungen keine allgemeingültige Definition für islamische Mystik existiert und das Thema ein weites Forschungsfeld bietet.
Schlüsselwörter
Mystik, Islam, Sufismus, Sufi, Derwisch, Orden, Gotteserkenntnis, Koran, Schari’a, Dhikr, Tanz, Meditation, Heiligenverehrung, Religion, Spiritualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Phänomen der islamischen Mystik, bekannt als Sufismus, und analysiert deren Lehren, Praktiken und die Organisation in Derwisch-Orden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den zentralen Themen gehören die Begriffsdefinition von Mystik, das Selbstverständnis von Sufis, der Stellenwert von Musik und Tanz sowie die Organisation und Hierarchie der sufischen Bruderschaften.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die islamische Mystik zu vermitteln, die sich als Gegenströmung oder innerer Aspekt des orthodoxen Islams versteht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse, um verschiedene Interpretationen und historische Hintergründe des Sufismus aufzuarbeiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die theoretische und historische Darstellung des Sufismus sowie eine detaillierte Betrachtung der Derwisch-Orden und ihrer Riten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Sufismus, Mystik, Derwisch, Gotteserkenntnis und islamische Tradition charakterisieren.
Welche Rolle spielt der Tanz in der sufischen Praxis?
Der Tanz gilt als Weg, um den Körper zu disziplinieren und durch eine ekstatische Erfahrung, oft als kosmischer Reigen bezeichnet, eine Annäherung an das Göttliche zu suchen.
Wie unterscheidet sich die Auffassung vom Gottesverhältnis zwischen Sufis und orthodoxen Muslimen?
Sufis sehen das Verhältnis zu Gott als eine Bewegung von unten nach oben (Mensch zu Gott), während der orthodoxe Islam das Verhältnis als Weg von oben nach unten (Gott zu Mensch) definiert.
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- Sarah Langosch (Author), 2012, Mystik im Islam, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/210561