Wie kann man Abfall entsorgen? Ein Problem, das jeher die Menschheit beschäftigte.
Zu Urzeiten noch einfach gelöst, wurde das Problem Abfall mit Zunahme der Bevölkerungsdichte
eine immer größere Aufgabe.
So gab es schon während der Zeit der Römer ein ausgeklügeltes System zum einen
für Versorgung mit frischem Wasser wie auch für die Entsorgung von Abfällen und Fäkalien.
Im antiken Rom oblag die Abfallentsorgung des öffentlichen Raumes zwei untergeordneten
Behörden, die unter anderem auch dazu ermächtigt waren, Unternehmen
mit der Reinigung der Straßenfront, welche eigentlich den Hausbesitzern oblag,
zu beauftragen, wenn deren Besitzer Ihren Pflichten nicht nachkamen. Die Kosten
konnten anschließend den entsprechenden Bürgern auferlegt werden.
Allerdings war die damalige Aussage der „Müllberge“ nicht kohärent zur heutigen
Sicht. Je höher der Abfallberg im antiken Rom, so die damalige Sichtweise, desto
wohlhabender war die entsprechende Stadt.
Doch nicht nur im antiken Rom war Abfall und dessen Entsorgung ein zu lösendes
Problem. Auch im europäischen Spätmittelalter wurden erste Erlasse beschlossen,
welche die Bürger verpflichteten Ihren Müll nicht sich selbst zu überlassen. In Potsdam
wurde beispielsweise 1587 die Stadtreinigung erstmals urkundlich erwähnt.
Mit Beginn des 19. Jahrhundert wurde aufgrund der zunehmenden Bevölkerung eine
weiterreichende Entsorgung nötig. Durch den steigenden Konsum an Verbrauchsgütern
wurde nach und nach eine Entsorgungswirtschaft aufgebaut.Bereits 1893
das Kommunalabgabengesetz für Preußen beschlossen, welches den Kommunen ermöglichte
für ihre Dienstleistungen Gebühren einzufordern.
Mit einher ging das Wissen, dass Müll schädlich für die Gesundheit der Bevölkerung ist
und somit entgegengesteuert werden musste.
Heutzutage ist Deutschland schon viele Schritte weiter. Mit der steigenden Rohstoffverknappung
weiten sich die Anforderungen an die Entsorgung aus und in diesem Zusammenhang
auch an die Entsorgungslogistik. „Eine moderne Kreislaufwirtschaft gewinnt
Ressourcen, schützt das Klima und die Umwelt – und ist gleichzeitig ein Paradebeispiel
für ökologisches Wirtschaften.“
Im Folgenden wird die Entsorgungslogistik an sich und ihre Aufgaben kurz vorgestellt.
In Kapitel 3 wird auf die aktuellen Anforderungen an die Entsorgungslogistik eingegangen.
Hierbei handelt es sich um ausgewählte Beispiele, da der Rahmen dieser Arbeit
für eine umfassende Darstellung nicht ausreichend ist.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Begriffsklärung
1.1 Abfall
1.2 Entsorgungslogistik
2. Aufgaben der Entsorgungslogistik
2.1 Sammlung und Sortierung
2.2 Transport und Umschlag
2.3 Lagerung
2.4 Behandlung
2.5 Information
3. Aktuelle Anforderungen an die Entsorgungslogistik
3.1 Gesellschaftliche und staatliche Anforderungen
3.2 Marktanforderungen
3.3 Innerbetriebliche Rahmenbedingungen
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die gegenwärtigen Herausforderungen und Anforderungen, denen sich die Entsorgungslogistik in einem sich wandelnden ökologischen und ökonomischen Umfeld gegenüber sieht, und analysiert, wie Unternehmen und Gesellschaft diesen begegnen können.
- Historische Entwicklung der Abfallentsorgung und Entsorgungswirtschaft
- Strukturelle Einordnung der Entsorgungslogistik in die betriebliche Logistik
- Die wesentlichen Aufgabenbereiche: Sammlung, Transport, Lagerung, Behandlung und Information
- Einflussfaktoren durch staatliche Vorgaben, gesellschaftlichen Wertewandel und ökonomische Marktanforderungen
- Strategien zur Ressourcenrückgewinnung und nachhaltigen Kreislaufwirtschaft
Auszug aus dem Buch
3.1 Gesellschaftliche und staatliche Anforderungen
Die staatlichen Rahmenbedingungen sind in Deutschland im Vergleich zu anderen Industrieländern auf einem außerordentlich hohen Niveau angesiedelt. Zum einen beeinflussen heutzutage die Gesetzlichkeiten der EU und der BRD mit dem aktuellen Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG) wie auch mit der Verpackungsverordnung u.a. die Entsorgungslogistik. Zum anderen wandeln sich die Werte der deutschen Gesellschaft von einer reinen Konsumgesellschaft hin zu einem umweltbewussten Miteinander bei dem jedem seine ökologische Verantwortung aufgezeigt und aktiviert wird. Diesen Wertewechsel erkannte man auch in der Politik. Diese hat durch die im Jahr 1991 gesetzliche Verankerung des Dualen Systems in Deutschland in der Verpackungsverordnung diesen Anforderungen Rechnung getragen. Durch die Sammlung und Sortierung von Verpackungen mit dem „Grünen Punkt“ wurde die Organisation auf ein privatwirtschaftliches Unternehmen übertragen, welches neben der kommunalen Abfallentsorgung das zweite Standbein des Dualen Systems bildet. Der Verbraucher wird dabei über das Zertifikat der „Grüne Punkt“ an den Kosten der Sammlung und Sortierung indirekt beteiligt. Der Grüne Punkt zeigt somit an, dass Sammlung, Sortierung und Verwertung der Verkaufsverpackungen eines bestimmten Produktes durch Industrie und Handel finanziert, die Kosten aber über das Produkt an den Kunden weitgegeben werden.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen historischen Abriss über die Entwicklung der Abfallentsorgung von der Antike bis zur Entstehung einer modernen Entsorgungswirtschaft.
1. Begriffsklärung: Hier werden grundlegende Definitionen für Abfall gemäß dem Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz sowie der Entsorgungslogistik als eigenständiges Aufgabengebiet in Unternehmen erläutert.
2. Aufgaben der Entsorgungslogistik: Dieses Kapitel beschreibt die operativen Kernfunktionen wie Sammlung, Transport, Lagerung, Behandlung und den Informationsfluss innerhalb der Logistikkette.
3. Aktuelle Anforderungen an die Entsorgungslogistik: Es erfolgt eine detaillierte Analyse der Einflussfaktoren auf die Entsorgungslogistik, unterteilt in gesellschaftliche/staatliche Anforderungen, Marktanforderungen und innerbetriebliche Rahmenbedingungen.
Fazit: Das abschließende Kapitel resümiert die Notwendigkeit, ökologische Verantwortung bereits in der Produktentwicklung zu verankern, und unterstreicht die Rolle der Kreislaufwirtschaft bei der Schonung knapper Ressourcen.
Schlüsselwörter
Entsorgungslogistik, Abfallwirtschaft, Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschonung, Verpackungsverordnung, Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz, Wertstofftonne, Sekundärrohstoffe, Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein, Schadstoffreduzierung, Recycling, Siedlungsabfälle, innerbetriebliche Logistik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die aktuellen Rahmenbedingungen und logistischen Herausforderungen der Entsorgung von Abfällen in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung, den operativen Aufgaben der Entsorgungslogistik sowie den Anforderungen durch Staat, Markt und Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie moderne Entsorgungslogistik dazu beitragen kann, Ressourcen zu gewinnen und ökologische Nachhaltigkeit zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung bestehender Gesetze und aktueller Entwicklungen in der Entsorgungswirtschaft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Entsorgungslogistik insbesondere die gesellschaftlichen, staatlichen und marktwirtschaftlichen Treiber für Veränderungen analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Entsorgungslogistik, Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit stehen im Zentrum der Untersuchung.
Warum ist die Pufferfunktion in der Entsorgungslogistik so wichtig?
Die Zwischenlagerung ermöglicht die Ansammlung wirtschaftlicher Transportmengen und sorgt für eine konstante Auslastung der Behandlungsanlagen.
Welchen Einfluss hat das Duale System auf den Verbraucher?
Der Verbraucher trägt über den Kauf von Produkten mit dem „Grünen Punkt“ indirekt zur Finanzierung der Kosten für die Sammlung und Sortierung von Verpackungen bei.
Wie unterscheidet sich der direkte vom indirekten Umschlag?
Beim direkten Umschlag wird der Abfall unmittelbar vom Sammelfahrzeug in einen Großbehälter entleert, während beim indirekten Umschlag Zwischenschritte wie die Entladung in einen Bunker durchlaufen werden.
Welche Bedeutung hat die REACH-Verordnung für die Entsorgungslogistik?
Die Verordnung ermöglicht durch einheitliche Informationen über Gefahrstoffe eine bessere Selektion und Substitution, was die Entsorgung sicherer und kostengünstiger gestaltet.
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- Diplom-Betriebswirtin Cathrin Huber (Author), 2012, Aktuelle Anforderungen an die Entsorgungslogistik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/211337