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Liquiditätsrisikomanagement

Theorien und Steuerung

Title: Liquiditätsrisikomanagement

Seminar Paper , 2012 , 22 Pages , Grade: 2

Autor:in: Waldemar Kessel (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Bankenkrisen sind ein bekanntes Problem der Finanzmärkte. Sie lassen sich nicht geografisch eingrenzen und können in jeder Volkswirtschaft unabhängig dessen Entwicklungsstand auftreten. Historisch gesehen erfolgte eine der ersten Bankenkrisen bereits im Jahre 1720 in der sogenannten Berner Bankenkrise. Die erste moderne Weltwirtschaftskrise ereignete sich nach dem Zusammenbruch des Aktienmarktes im Oktober 1929 und führte zu einer weltweiten Rezession. Die Subprime-Krise im Jahr 2007 welche zu der Finanzmarktkrise in den Jahren 2008-2009 führte zeigt, dass Bankenkrisen auch heute nicht an Aktualität verlieren. Trotz der vielen Unterschiede haben Bankenkrisen ein gemeinsames Muster. Banken gehen bei Ihren Geschäften Risiken ein und erleiden dadurch Verluste. Sind die Verluste zu hoch können Banken in Refinanzierungsschwierigkeiten geraten. Weiter tragen Banken durch die Finanzierung illiquider Anlagen mit kurzfristigen Depositen ein Liquiditätsrisiko. Entstehen durch die Risikogeschäfte Verluste bei gleichzeitigem Abzug von Einlagen geraten Banken in eine Liquiditätskrise. Tatsächliche oder vermutete Liquiditätsengpässe gefährden die Existenz eines Kreditinstituts. Dabei führen Einlagenabzüge sowohl von Banken als auch von Privatanlegern zur tatsächlichen Liquidierung einer Bank. Die Insolvenz von Lehman ist ein aktuelles Beispiel für die Überlagerung der beiden Krisenmuster. Zunächst gab es auf dem Markt Gerüchte über Verluste aus riskanten Geschäften. Daraufhin waren andere Finanzinstitute nicht mehr bereit Lehman Geld für die Refinanzierung zu leihen. Aufgrund des vernetzten Interbankenhandels sind damals auch andere Kreditinstitute als auch das gesamte Finanzsystem in Schwanken geraten

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Inhaltsverzeichnis

1. Grundlagen des Liquiditätsrisikos

1.1 Bankenkrisen und Liquiditätsrisiko

1.2 Definition von Liquidität und Risiko

1.3 Einordnung des Liquiditätsrisikos in das Gesamtbankrisiko

2. Liquiditätstheorien als Ausgangspunkt des Liquiditätsmanagements

2.1 Goldene Bilanzregel und die Bodensatztheorie

2.2 Shiftability Theorie

2.3 Bank-Runs und Maximalbelastungstheorie

2.4 Liquidity at Risk

3. Liquiditätsmanagement der Banken

3.1 Ansätze zur Messung des Liquiditätsrisikos

3.2 Liquiditätsrisiko-Stresstests

3.3 Methoden zur Messung des Liquiditätsrisikos

3.3.1 Liquiditätsablaufbilanz

3.3.2 Liquidity at Risk und Liquidity Value at Risk

4. Liquiditätsrisikosteuerung

4.1 Möglichkeiten zur Liquiditätsrisikosteuerung

4.2 Risikokontrolle

5. Resümee und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Management von Liquiditätsrisiken in Kreditinstituten, insbesondere vor dem Hintergrund der Finanzkrisen und der Notwendigkeit einer ertragsorientierten Steuerung. Ziel ist es, Methoden zur Messung und Steuerung dieses Risikos kritisch zu untersuchen und deren Anwendbarkeit zu bewerten.

  • Grundlagen und Definition von Liquiditätsrisiken
  • Wirtschaftstheoretische Ansätze und deren Relevanz für das Liquiditätsmanagement
  • Analyse moderner Messmethoden (LAB, LaR, LVaR)
  • Stresstests als ergänzendes Instrumentarium
  • Strategien zur aktiven Liquiditätsrisikosteuerung und -kontrolle

Auszug aus dem Buch

3.2 Liquiditätsrisiko-Stresstests

Um spezielle kritische Marktsituationen einzuschätzen und extreme Ereignisse abzubilden sind Stresstest erforderlich. Typischerweise werden die von einer Bank definierten Stressszenarien auf eine der folgenden Weisen generiert:

- Betrachtung von extremen historischen Ereignissen wie der Börsencrash 1987, Terrorangriffe des 11. Septembers 2001 sowie die Subprime Krise 2007.

- Festlegung von hypothetischen Szenarien in Bezug auf das eigene Kreditinstitut. Beispielsweise durch Veränderungen der Bonität sowie durch Fusionen.

- Analyse möglicher zukünftiger Szenarien wie die Europäische Schuldenkrise, Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone.

Bei der Durchführung der jeweiligen Szenarien müssen geeignete Annahmen getroffen werden. Die Schwierigkeit bei der Definition der Stresstestszenarien besteht darin, adäquate Annahmen hinsichtlich der Auswirkungen auf die Liquiditätssituation des Kreditinstituts zu treffen. Diese Annahmen könnten beispielsweise sein:

Verlust eines Anteils von Kundeneinlagen, Einschränkung des geplanten Emissionsvolumens für ein bestimmten Zeitraum um einen festgelegten Nominalbetrag, Reduktion der eigenen Kreditlinien durch eine andere Bank sowie zusätzliche Sicherheiten an Kontrahenten.

Neben dieser szenarioorientierten Vorgehensweise können Stresstest auch rein statistisch abgeleitet werden. In diesem Zusammenhang können die Ansätze der Extremwertstatistik herangezogen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Grundlagen des Liquiditätsrisikos: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung von Bankenkrisen, definiert zentrale Begriffe wie Liquidität und Risiko und bettet das Liquiditätsrisiko in das übergeordnete Gesamtbankrisiko ein.

2. Liquiditätstheorien als Ausgangspunkt des Liquiditätsmanagements: Hier werden historische und theoretische Konzepte wie die Goldene Bilanzregel, die Shiftability Theorie sowie der Bank-Run-Ansatz dargestellt und in Bezug auf das moderne Management kritisch hinterfragt.

3. Liquiditätsmanagement der Banken: Der Hauptteil konzentriert sich auf die Messung des Liquiditätsrisikos durch Stresstests, die Liquiditätsablaufbilanz sowie statistische Verfahren wie Liquidity at Risk und Liquidity Value at Risk.

4. Liquiditätsrisikosteuerung: Dieses Kapitel behandelt Maßnahmen zur aktiven Steuerung, unterteilt in ursachen- und wirkungsbezogene Ansätze, sowie die abschließende Risikokontrolle als Teil des Managementprozesses.

5. Resümee und Ausblick: Das Fazit fasst die Relevanz der behandelten Methoden zusammen und betont die Notwendigkeit, diese zu einem einheitlichen Modell zu kombinieren.

Schlüsselwörter

Liquiditätsrisiko, Bankenkrise, Liquiditätsmanagement, Liquiditätsablaufbilanz, Liquidity at Risk, Stresstests, Fristentransformation, Risikosteuerung, Risikokontrolle, Finanzintermediäre, Refinanzierung, Marktliquidität, Extremwertstatistik, bankaufsichtliche Regulierung, MaRisk.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Management von Liquiditätsrisiken in Banken, beleuchtet die Entstehung von Liquiditätskrisen und zeigt auf, wie Institute durch Messung und Steuerung ihre Zahlungsfähigkeit sichern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Liquidität, den verschiedenen theoretischen Modellen, der praktischen Anwendung von Messinstrumenten wie der Liquiditätsablaufbilanz und der aktiven Steuerung von Risikopositionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, verschiedene Methoden zur Messung und Steuerung von Liquiditätsrisiken darzustellen und deren Eignung für ein ertragsorientiertes Bankmanagement zu bewerten.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es werden Literaturanalysen, die Auswertung regulatorischer Anforderungen (LiqV, MaRisk) sowie die Beschreibung quantitativer Methoden wie der Extremwertstatistik und stochastischer Analysen verwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil stehen die Messung des Liquiditätsrisikos (Stresstests, LAB, LaR/LVaR) sowie die verschiedenen Maßnahmen zur Risikosteuerung und der abschließende Prozess der Risikokontrolle im Vordergrund.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Liquiditätsrisikomanagement, Liquiditätsablaufbilanz, Liquidity at Risk, Stresstests und die bankaufsichtlichen Vorgaben wie LiqV und MaRisk.

Warum ist die Liquiditätsablaufbilanz für Banken von Bedeutung?

Sie dient als Instrument zur strukturierten Darstellung erwarteter Zahlungsströme und hilft dabei, Liquiditätsengpässe über verschiedene Laufzeitbänder hinweg frühzeitig zu erkennen.

Wie unterscheidet sich der Liquidity at Risk (LaR) von anderen Methoden?

Im Gegensatz zu rein statischen Kennzahlen versucht der LaR, mittels statistischer Verfahren und der Extremwerttheorie eine fundierte Schätzung für zukünftige, unerwartete Liquiditätsbelastungen zu liefern.

Welche Rolle spielen Stresstests bei der Liquiditätsrisikosteuerung?

Stresstests sind essenziell, um extreme, aber plausible Szenarien – wie Marktzusammenbrüche oder plötzliche Vertrauenskrisen – abzubilden, für die Standardmodelle oft nicht ausreichen.

Wie wird eine wirkungsbezogene Risikosteuerung in der Bank umgesetzt?

Dies geschieht durch Maßnahmen wie die Risikoüberwälzung auf Kunden (z.B. Provisionen) oder die Risikokompensation mittels interner Verrechnungsmechanismen, um die negativen Folgen eines eingetretenen Risikos zu minimieren.

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Details

Title
Liquiditätsrisikomanagement
Subtitle
Theorien und Steuerung
College
University of Hohenheim
Grade
2
Author
Waldemar Kessel (Author)
Publication Year
2012
Pages
22
Catalog Number
V212305
ISBN (eBook)
9783656400622
ISBN (Book)
9783656401230
Language
German
Tags
Risiko Liquidität Risikomanagement Bankenkrise Krise
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Waldemar Kessel (Author), 2012, Liquiditätsrisikomanagement, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212305
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