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Das Kurzwort im Deutschen

Eine empirische Untersuchung in der deutschen Jugendpresse

Titel: Das Kurzwort im Deutschen

Zwischenprüfungsarbeit , 2000 , 29 Seiten , Note: 1

Autor:in: Bozena Esskali (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Kurzwörter sind ein Phänomen, das mit der Entwicklung der Sprache entstanden ist. Die ersten Kurzwörter benutzte man in der gesprochenen Sprache um Personennamen abzukürzen.Mit der Entstehung der Alphabetschrift wurden vor allem Kurzwörter verbreitet, die aus den Anfangsbuchstaben (Initialen) von einzelnen Wörter gebildet waren. Aber die bedeutsame Zunahme und Ausbreitung von Kurzwörtern fing erst mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts an. Erst in diesem Jahrhundert hat man angefangen, die Kurzwörter zu untersuchen und zu typologisieren. Einer der ersten Sprachwissenschaftler, der die Problematik der Kürzung im Deutschen behandelte, war E. Rode. 1907 behauptete er, daß vor allem die Studenten-,Rechts- und Zeitungssprache zur Vermehrung der Kurzwörter beitrage.1 Zu den bedeutsamen Sprachforschern unseres Jahrhunderts auf diesem Gebiet gehören unter anderem: W.Hofrichter, W. Vieregge, G. Bellmann und H. Wellmann.In der vorliegenden Arbeit möchte ich mich mit den Kurzwörtern im Deutschen befassen. Indem heutigen Deutsch treten oft verschiedene Arten der Wortkürzung auf, die aber nicht zu den Kurzwörtern gezählt werden können. Ich möchte diese Kürzungserscheinungen von meinem Untersuchungsgegenstand ausgrenzen und kurz erläutern.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einführung

1. Die Relationen zwischen Kurzwort und Basislexem

2. Kriterien zur Beschreibung und Typologisierung der Kurzwörter.

3. Haupttypen der Kurzwörter

3.1. Unisegmentale Kurzwörter

3.1.1. Kopfwörter

3.1.2. Endwörter

3.1.3. Rumpfwörter

3.2. Partielle Kurzwörter

3.3. Multisegmentale Kurzwörter

3.3.1. Silbenkurzwörter

3.3.2. Mischkurzwörter

3.3.3. Initialkurzwörter

3.3.3.1. Mit dem Lautwert realisierte Initialwörter.

3.3.3.2. Initialkurzwörter mit dem Buchstabennamen realisiert.

4. Homonymenbildende Kurzwortvarianten

5. Die Integration der Kurzwörter in das Sprachsystem

6. Zum Gebrauch einiger Kurzworttypen anhand einer Untersuchung

7. Schlußwort.

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Kurzwörter im heutigen Deutsch, grenzt diese von anderen Kürzungserscheinungen wie Abkürzungen oder phonologischen Lautwegfällen ab und analysiert deren Integration in das Sprachsystem sowie ihre Verwendung in der studentischen Presse.

  • Typologisierung und Klassifizierung verschiedener Kurzwortarten (unisegmental, partiell, multisegmental).
  • Untersuchung der semantischen und syntaktischen Relationen zwischen Kurzwort und Basislexem.
  • Analyse des Flexionsverhaltens von Kurzwörtern innerhalb des deutschen Sprachsystems.
  • Empirische Untersuchung der Gebrauchshäufigkeit unterschiedlicher Kurzworttypen in hannoverschen Hochschulmagazinen.
  • Erläuterung der sprachökonomischen Funktion von Kurzwörtern in der modernen Kommunikation.

Auszug aus dem Buch

3. 1. 1. Kopfwörter

Kopfwörter gehören zu der ersten Unterklasse der unisegmentalen Kurzwörter. Sie zeichnen sich dadurch aus, daß sie aus einem Anfangsmorphem (vor allem Kernmorphem) gebildet sind, der in der Funktion der gesamten Morphemkombination verwendet wird. Ein Kopfwort kann sowohl aus einen gebundenen, als auch einem freien Morphem entstehen:

(1 a) /Dia/: /Diapositiv/

(1 b) /Tele/: /Teleobjektiv/

(2 a) /Ober/: /Oberkellner/

(2 b) /Hoch/: /Hochdruckgebiet/

Wenn die Morphemstruktur eines Wortes für den Sprecher schwer zu erkennen ist (z.B. Fremdwörter), werden die Morphemengrenzen oft über- oder unterschritten. Die Kurzwörter werden dann aus Sprechsilben gebildet. In dem Wort ‘Lokomotive’ heißt das erste Morphem ‘loko’, aber das Kurzwort dagegen /Lok/. Dieses Phänomen kann auch an anderen Beispielen verdeutlicht werden:

(3 a) /Lok/ aus {loko} + {mot} + {ive}

(4 a) /Akku/ aus{akkumul} + {ator}

(5 a) /Limo/ aus{limon} + {ade}

Auch Personennamen können auf das Anfangssegment gekürzt werden, und in der Umgangssprache sogar Nachnamen. Oft wird diesen Personenbezeichnungen bei ihrer Entstehung ein Suffix -i eingehängt, das nicht aus dem Basiswort stammt:

(6 a) /Stef/: /Stefan/

(7 a) /Wolfi/:/Wolfgang/

(8 a) /Gorbi/: /Gorbatschow/

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung: Definition des Kurzwortes und Abgrenzung von anderen Kürzungsphänomenen wie Abkürzungen, phonologischen Kürzungen und der Haplologie.

1. Die Relationen zwischen Kurzwort und Basislexem: Erläuterung der Variationbeziehung und der Synonymie zwischen Kurzwort und Basislexem sowie deren Abhängigkeitsverhältnis.

2. Kriterien zur Beschreibung und Typologisierung der Kurzwörter.: Festlegung der Merkmale zur Bestimmung von Kurzwortklassen, insbesondere Umfang, Position der Segmente und Aussprache.

3. Haupttypen der Kurzwörter: Systematische Einteilung in unisegmentale, partielle und multisegmentale Kurzwörter basierend auf der Anzahl der Kurzwortsegmente.

4. Homonymenbildende Kurzwortvarianten: Analyse der bewussten oder zufälligen Bildung von Homonymen durch Kurzwörter und deren kommunikative Wirkung.

5. Die Integration der Kurzwörter in das Sprachsystem: Untersuchung des morphologischen und syntaktischen Verhaltens von Kurzwörtern bei der Flexion und im Satzbau.

6. Zum Gebrauch einiger Kurzworttypen anhand einer Untersuchung: Empirische Analyse der Verwendungsfrequenz verschiedener Kurzwortklassen in drei hannoverschen Hochschulmagazinen.

7. Schlußwort.: Zusammenfassende Betrachtung der sprachökonomischen Funktion von Kurzwörtern und deren zunehmender Verbreitung im modernen Sprachgebrauch.

Schlüsselwörter

Kurzwort, Wortbildung, Basislexem, Initialkurzwort, Kopfwort, Endwort, Sprachsystem, Flexion, Morphologie, Synonymie, Sprachökonomie, Studentenpresse, Typologisierung, Kürzung, Homonymie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem linguistischen Phänomen der Kurzwörter im Deutschen, deren Bildung, Klassifizierung und Integration in das Sprachsystem sowie deren Gebrauch in der studentischen Presse.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Abgrenzung von Kurzwörtern gegenüber Abkürzungen, die formale Typologisierung nach Segmenten, die morphologische Integration und eine empirische Analyse der Häufigkeit verschiedener Typen in Hochschulmagazinen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein systematisches Inventar der Kurzwörter darzustellen, die verschiedenen Kürzungsverfahren theoretisch zu fundieren und mittels einer empirischen Untersuchung aufzuzeigen, wie diese in der studentischen Presse verwendet werden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Autorin kombiniert eine deskriptive linguistische Analyse der Wortbildungsstruktur mit einer quantitativen empirischen Untersuchung, bei der das Vorkommen von Kurzwörtern in ausgewählten Printmedien (Hochschulmagazinen) statistisch erfasst wurde.

Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Klassifikation nach unisegmentalen, partiellen und multisegmentalen Kurzwörtern, die Analyse der homonymenbildenden Varianten und die Untersuchung des Flexionsverhaltens (Genus und Kasus) sowie der syntaktischen Einsetzbarkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Wortbildung, Kurzworttypen wie Kopfwörter, Initialkurzwörter, die sprachökonomische Funktion sowie die Integration in das deutsche Flexionssystem.

Welche Rolle spielen Initialkurzwörter laut der empirischen Untersuchung?

Die Untersuchung zeigt, dass Initialkurzwörter zwar einen wesentlichen Teil des Kurzwortgebrauchs ausmachen, jedoch keine absolut dominierende Klasse darstellen, da auch Kopfwörter und andere Typen regelmäßig und signifikant vorkommen.

Wie unterscheidet die Autorin zwischen Abkürzungen und Kurzwörtern?

Die Autorin grenzt Kurzwörter dadurch ab, dass sie phonisch realisierbar sind und als eigenständige Lexikoneinheiten fungieren, während Abkürzungen primär rein graphische Formen darstellen, die beim Lesen in ihre Vollform aufgelöst werden.

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Details

Titel
Das Kurzwort im Deutschen
Untertitel
Eine empirische Untersuchung in der deutschen Jugendpresse
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Seminar für deutsche Literatur und Sprache)
Note
1
Autor
Bozena Esskali (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2000
Seiten
29
Katalognummer
V21268
ISBN (eBook)
9783638249225
ISBN (Buch)
9783638701099
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kurzwort Deutschen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bozena Esskali (Autor:in), 2000, Das Kurzwort im Deutschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21268
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Leseprobe aus  29  Seiten
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