Das Green-Logistics Konzept zur nachhaltigen und energieschonenden Ressourcennutzung

Konzeption und Bewertung anhand des Logistikdienstleisters Hermes


Hausarbeit, 2013
21 Seiten, Note: 1,3
Alexander Gronauer (Autor)

Leseprobe

I Inhaltsverzeichnis

II Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Modetrend oder Nachhaltigkeit?
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

2 Grüne Logistik
2.1 Definition
2.2 Teilbereiche
2.3 Notwendigkeit

3 WE DO!-Konzept von Hermes
3.1 Standorte und Niederlassungen
3.2 Fuhrpark
3.3 Touren

4 Bewertung von Green Logistics bei Hermes
4.1 Wirtschaftlichkeitsanalyse
4.2 CO2-Bilanz
4.3 Stärken
4.4 Schwächen

5 Soll-Analyse

6 Fazit und Ausblick

III Literaturverzeichnis

II Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Vier Optimierungsbereiche für Green Logistics

Abbildung 2: Gütertransport vs. BIP

Abbildung 3: WE DO!-Logo

Abbildung 4: CO2-Bilanz der Distributionskette (2004-2010)

Abbildung 5: CO2-Bilanz auf der letzten Meile (2004-2010)

1 Einleitung

1.1 Modetrend oder Nachhaltigkeit?

Green Logistics ist ein aktuelles und wichtiges Thema, das nach wie vor heiß diskutiert ist und zunehmend an Beachtung gewinnt.[1] Handelt es sich um einen Modetrend, auf den die Logistikdienstleister aufspringen um wettbewerbsfähig zu bleiben, oder geht es ihnen tatsächlich um Nachhaltigkeit in Form von Umwelt- und Ressourcenschutz?

Die Kundenseite hat zu diesem Thema klar Stellung bezogen und legt immer mehr Wert auf die Umweltverträglichkeit von Produkten. Auch die CO2-Bilanz der Unternehmen gewinnt durch den Carbon Footprint[2] in der Öffentlichkeit immer mehr an Bedeutung. Weiterhin werden durch staatliche Regulierungen mittels Emissionszertifikate Unternehmen zur Kasse gebeten, deren Umweltbelastung groß ist, wohingegen umweltfreundlichere Unternehmen belohnt werden. Der Druck von Nachfragern und Staat auf die Logistikbranche ist demnach sehr groß. Auch die deutlichen klimatischen Veränderungen und zahlreichen Umweltkatastrophen in jüngster Vergangenheit demonstrieren die Notwendigkeit eines Umdenkens in sämtlichen Bereichen der Wirtschaft.

Vieles deutet darauf hin, dass auch die Logistikdienstleister Green Logistics nicht nur für eine Modeerscheinung halten, sondern ebenfalls die Unumgänglichkeit des nachhaltigen Umwelt- und Ressourcenschutzes erkannt haben. So zeigt die Befragung einer Stichprobe im Jahr 2010, dass nur 16% der befragten Unternehmen „Grüne Logistik“ für ein Modethema halten, während 84% eine dauerhafte Änderung in der Logistik erwarten.[3] Über 50% der Unternehmen forcierten bereits zum Umfragezeitpunkt aktiv Maßnahmen zur nachhaltigeren Logistik, wobei als treibende Kräfte Eigenmotivation, Kundenwünsche und gesetzliche Auflagen wirkten. Die restlichen Unternehmen nannten damals noch zu hohe Investitionen und fehlendes Wissen als Hinderungsgründe.[4] Mittlerweile sind die Hürden beseitigt, da finanzielle Anreize und Förderungsmaßnahmen des Staates die hohen Investitionskosten egalisieren und nötiges Wissen in der Branche vorhanden ist. Der Anteil, der grünen Logistikdienstleister hat demnach stark zugenommen, weshalb Green Logistics alles andere als ein Modetrend, sondern viel mehr bereits zu einer nachhaltigen Selbstverständlichkeit geworden ist.

Sämtliche großen Logistikdienstleister mit deutschlandweitem Transportnetz haben sich mittlerweile Green Logistics auf die Fahnen geschrieben und treiben das Thema aktiv voran. Während der Großteil bisher nur einzelne Teilbereiche in seine grüne Strategie integriert hat, ist das Unternehmen Hermes mit seinem ganzheitlichen WE DO!-Konzept zum Branchenprimus in Sachen Umwelt- und Ressourcenschonung aufgestiegen.

1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

Ziel der Ausarbeitung ist es, ein Grundverständnis zur Thematik Grüne Logistik zu vermitteln, die Charakteristika des WE-DO!-Konzepts von Hermes zu verstehen und zu bewerten, sowie nach Ausarbeitung einer Soll-Analyse ein Fazit zu ziehen.

Die Grüne Logistik stellt die Ausgangsbasis der Arbeit dar und ist somit erster Haupt-Gliederungspunkt. Hier erfolgt zunächst eine Definition, bevor unterschiedliche Teilbereiche von Green Logistics unterschieden werden. Weiter wird die Notwendigkeit der Grünen Logistik herausgearbeitet.

Im nächsten Teil wird auf das grüne WE-DO!-Logistikkonzept des Transportunternehmens Hermes eingegangen. Es erfolgt hierbei eine detaillierte Beschreibung der Pläne und Auswirkungen für Standorte und Niederlassungen, den Fuhrpark, sowie die Tourenplanung.

In einem weiteren Abschnitt folgt eine kritische Bewertung der Green Logistics Bemühungen bei Herme. Hier rücken mit der Wirtschaftlichkeitsanalyse und der CO2-Bilanz zunächst quantifizierbare Kriterien in den Mittelpunkt der Betrachtung, bevor weitere Stärken und Schwächen qualitativer Art eruiert werden.

Im Punkt Soll-Analyse ist die vorangegangene Bewertung Grundlage für Vorschläge zu einer Verbesserung des Hermes Konzepts, welches den Idealfall darstellen soll.

Abgerundet wird die Arbeit mit einem Fazit, welches das Hermes-Konzept mit der Eingangsfrage in Verbindung bringen soll, und einen Ausblick liefert.

2 Grüne Logistik

2.1 Definition

Der Ausdruck Grüne Logistik ist aus dem englischen Green Logistics entstanden und kam erstmals Mitte der 90er Jahre auf. Zunächst als Konzept aufgefasst, konnte eine einheitliche Bedeutung bis heute nicht gefasst werden, weshalb es nach wie vor an einer eindeutigen Definition mangelt.[5] Inhaltlich wird eine beträchtliche Bandbreite an Sachverhalten mit dem Begriff verbunden, was beinahe zu einem inflationären Gebrauch dessen führt. Sowohl in der Wissenschaft, als auch in der Praxis geht das in manchen Fällen mit inhaltlicher Anspruchslosigkeit einher.[6]

Um den Begriff Grüne Logistik zu präzisieren und somit eine einheitliche Verwendung zu garantieren, hat der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DLSV) eine Studie bei Logistikunternehmen durchgeführt, um so zu erfahren, was mit Grüner Logistik konkret verbunden wird. Dabei wurden folgende drei Definitionsmöglichkeiten zur Auswahl gestellt:

a. „‘Grüne Logistik‘ umfasst alle Maßnahmen zur Auslastungsoptimierung, Bündelung und Tourenoptimierung, um so Verkehr und verkehrsbedingte Emissionen zu reduzieren.“[7]
b. „‘Grüne Logistik‘ umfasst zusätzlich zu a) weitere Maßnahmen zur Reduzierung verkehrsbedingter und stationärer Umweltbelastungen der Logistik, wie z.B. die Nutzung von Geothermie im Lager oder eine gezielte Veränderung des Modal Split.“[8]
c. „‘Grüne Logistik‘ bezeichnet die bewusste Gestaltung umweltfreundlicher Logistikprodukte, die für die Kunden im Vergleich zu klassischen Logistikprodukten einen umweltrelevanten Mehrwert bieten.“[9]

Die drei Definitionen repräsentieren unterschiedliche betrachtete Reichweiten Grüner Logistik, wobei Definition a. mit 92% vor b. (87%) und c. (86%) die meiste Zustimmung erhielt. Obwohl nach a. bereits „grün“ gearbeitet wird, wenn eine gleichzeitige Steigerung der ökonomischen und ökologischen Effizienz vorliegt, zeigt die große Zustimmung für b. und c., dass dies allein nicht genügt, um von Grüner Logistik zu sprechen. Vielmehr spielen für viele Unternehmen auch darüber hinausgehende ökologische Aktivitäten eine wichtige Rolle.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass die Grundvoraussetzung für die Praktizierung Grüner Logistik in der Harmonisierung von ökonomischen und ökologischen Zielsetzungen liegt und dass ein Großteil der als grün bezeichneten Maßnahmen bereits aus ökonomischen Gründen forciert wird.[10] Deshalb kann Grüne Logistik als nachhaltiger und systematischer Prozess verstanden werden, der zur Erfassung und Reduzierung der Ressourcenverbräuche und Emissionen dient, die aus Transport- und Logistikprozessen in und zwischen Unternehmen resultieren.[11]

2.2 Teilbereiche

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Abbildung 1: Vier Optimierungsbereiche für Green Logistics, Quelle: Fraunhofer IML 2010

In den Bereich Transport fallen sämtliche Tätigkeiten der Standortveränderung von Gütern außerhalb des Unternehmens via Straße, Schiene, Luft und Wasser. In diesem Sektor können Treibhausgasemissionen beispielsweise durch erhöhte Transporteffizienz, reduziertes Transportaufkommen, Routenoptimierung, Transportverlagerung auf umweltfreundlichere Verkehrsträger, Nutzung energieeffizienterer Fahrzeuge oder Fahrerschulungen verringert werden. Insbesondere die Schulung des Personals besitzt großes Einsparpotential, da eine wirtschaftlichere Fahrweise eine acht- bis zehnprozentige Reduktion des Kraftstoffverbrauchs ermöglichen kann.[12]

[...]


[1] Vgl. Rausch,/Kadow/Elbert 2010, S. 684

[2] Carbon Footprint = Treibhausgasemissionen eines Produkts

[3] Vgl. IHK Cottbus 2010

[4] Vgl. ebd.

[5] Vgl. Baldauf 2010, S. 6

[6] Vgl. Lohre/Bernecker/Gotthardt 2011, S. 19

[7] Lohre/Herschlein 2010, S. 4

[8] ebd.

[9] ebd.

[10] Vgl. Lohre/Bernecker/Gotthardt 2011, S. 20

[11] Vgl. Wittenbrink 2011, S. 149

[12] Vgl. Fraunhofer IML 2010

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Das Green-Logistics Konzept zur nachhaltigen und energieschonenden Ressourcennutzung
Untertitel
Konzeption und Bewertung anhand des Logistikdienstleisters Hermes
Hochschule
Fachhochschule Südwestfalen; Abteilung Meschede
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
21
Katalognummer
V213277
ISBN (eBook)
9783656420576
ISBN (Buch)
9783656420958
Dateigröße
633 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Logistik, Logistikdienstleister, Hermes, Nachhaltigkeit, Grüne Logistik, Green Logistics, Umweltschutz, Ressourcenschonung, Fuhrpark, Tourenplanung, Konzept
Arbeit zitieren
Alexander Gronauer (Autor), 2013, Das Green-Logistics Konzept zur nachhaltigen und energieschonenden Ressourcennutzung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213277

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