Gruppenarbeit und Frontalvortrag. Vor- und Nachteile


Hausarbeit, 2011
13 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gruppenunterricht
2.1 Die Bedeutung der Gruppe für den Menschen
2.2 Die Vorteile von Gruppenunterricht
2.3 Die Nachteile von Gruppenunterricht
2.4 Anforderungen an den Gruppenleiter

3. Frontalvortrag
3.1 Frontalvortrag ist besser als sein Ruf
3.2 Vorteile des Frontalunterrichts
3.3 Nachteile des Frontalunterrichts
3.4 Anforderungen an den Gruppenleiter

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Eine sehr häufig vorkommende Debatte bezüglich des inhaltsorientierten Arbeitens ist die Frage welche Methode sich am besten eignet um die Lerninhalte im Gedächtnis der Lernenden möglichst effektiv und für lange Zeit oder besser für immer zu verankern. Dabei werden zwei didaktische Methoden besonders häufig genannt: der frontale Lehrvortrag und die Gruppenarbeit.

Im deutschen Schulunterricht ist der Frontalunterricht die am häufigsten genutzte Unterrichtsform und wird zu 77% von den Lehrern verwendet (vgl. Gudjons 2007, S. 39). Lehrer und Schüler wünschen sich laut Umfragen aber mehr Gruppenarbeit (vgl. ebd. S. 42).

In meiner Arbeit möchte ich erörtern wieso der Frontalunterricht immer noch so weit verbreitet ist und was die Vor- und Nachteile von Frontalunterricht bzw. Gruppenarbeit sind. Dabei gehe ich zunächst auf den Gruppenunterricht ein. Nach einer kurzen Erläuterung der Bedeutung, welche die Gruppe für den Menschen hat, werde ich die Vor- und Nachteile der Gruppenarbeit beschreiben. Ich beziehe mich hier mehr auf den Schulunterricht, allerdings soll die Abwägung der Vor- und Nachteile für alle Formen der Inhaltsvermittlung gelten, nicht nur für die Schule, sondern auch für Seminare, Kurse und andere inhaltsvermittelnde Veranstaltungen. Dies gilt auch für die Anforderungen an den Gruppenleiter, welche ich als nächstes nennen werde. Danach behandle ich den Frontalunterricht, bzw. den Frontalvortrag. Auch hier gehe ich auf die Vor- und Nachteile, sowie auf die Anforderungen an den Gruppenleiter ein, nachdem ich kurz erläutere wieso der Frontalunterricht immer noch gern genutzt wird. Zum Schluss werden im Fazit noch einmal die jeweiligen Vor- und Nachteile der beiden Unterrichtsformen gegeneinander abwägen.

Zur Vereinfachung verwende ich die Begriffe Vortrag und Unterricht synonym, ebenso wie Lehrer und Dozent bzw. Schüler, Teilnehmer und Rezipienten.

2. Gruppenunterricht

2.1 Die Bedeutung der Gruppe für den Menschen

„Das Menschengeschlecht muss in Gruppen gesehen werden, wie sie immer bestanden haben“

Die Gruppe ist eines der wichtigsten Phänomene im Alltag des Menschen. Da auch die Familie eine Gruppe darstellt (vgl. Schäfers 2010, S. 137), ist der Mensch durch seine Geburt schon vom ersten Lebenstag an Mitglied einer sozialen Gruppe Das bedeutet, er ist Mitglied einer Ansammlung von Menschen die über einen längeren Zeitraum hinweg in einem fortwährenden Prozess der Kommunikation und Interaktion stehen, wobei ein gemeinsames Ziel, das sogenannte Gruppenziel erreicht werden soll. Außerdem besteht jede soziale Gruppe aus Menschen mit verschiedenen sozialen Rollen, die aber gemeinsame Werte und Normen teilen. Besonders wichtig in diesem Zusammenhang ist das Wir-Gefühl, dass dadurch in einer sozialen Gruppe entsteht. Allerdings ist Gruppe nicht gleich Gruppe. Man unterscheidet z. B. zunächst einmal zwischen Klein- und Großgruppen. Eine Kleingruppe besteht aus 3 bis ca. 25 Mitgliedern, während eine Großgruppe ab 26 bis ca. 1000 Mitglieder umfassen kann. Des weiteren wird zwischen formellen und informellen Gruppen unterschieden. Bei einer informellen Gruppe wird die Beziehung der einzelnen Gruppenmitglieder nicht durch einen systematisierten Vorgang definiert, wie dies bei der formellen Gruppe der Fall ist, sondern bildet sich von allein. Die formelle Gruppe ist also organisiert, wobei auch die Mitgliedschaft erkennbar ist, wie z. B. eine Schulklasse oder ein Sportverein, während die informelle Gruppe eher auf persönliche Interessen und Wünsche der Mitglieder abgestimmt ist und auf freiwilliger Mitgliedschaft basiert, z. B. Freundschaftscliquen (vgl. Meyer 1987, S. 238). Ebenso wichtig ist die Unterscheidung zwischen Primär- und Sekundärgruppen, wobei eine Primärgruppe dadurch gekennzeichnet ist, dass sie eine besondere Kleingruppenform ist, die fünf Merkmale zu erfüllen hat: ein unmittelbarer persönlicher Kontakt zwischen den einzelnen Gruppenmitgliedern, der von relativer Dauer sein muss und nicht spezialisiert sein darf. Außerdem muss die Zahl der Mitglieder relativ gering sein, wobei diese in einer intimen Beziehung zueinander stehen sollten (vgl. Schäfers 2010, S. 135). Eine Sekundärgruppe dagegen ist das Ziel der jeweiligen Gruppe von größerer Bedeutung als die Beziehung der Gruppenmitglieder untereinander. In ihr gibt es eher wenige persönliche enge Kontakte, die Identifikation des Individuums mit ihr ist eher schwach und die Kontakte sind eher oberflächlich (vgl. Joas 2007, S. 238). Somit ist z. B. die Familie eine Primärgruppe, während die Schulklasse eine Sekundärgruppe darstellt.

2.2 Die Vorteile von Gruppenunterricht

Die Gruppe, welche für den Vergleich von Gruppenunterricht und Frontalunterricht relevant ist, ist zunächst die formelle, sekundäre Kleingruppe. Formell deshalb, weil z. B. eine Schulklasse sich nicht freiwillig zusammenfügt, sondern von der Institution Schule gebildet wird. Auch die Kleingruppen innerhalb der Klasse, welche zum Zweck der Gruppenarbeit gebildet werden sind meist zunächst informell, weil sie in den meisten Fällen nicht von den Schülern selbst gebildet, sondern von der Lehrkraft, bzw. durch Zufallsprinzip zusammengestellt werden, z. B. durch Losentscheidungen. Sekundär deshalb, weil bei einer inhaltsorientierten Betrachtung der Gruppenunterricht das Ziel des Lernprozesses gegenüber der zwischenmenschlichen Beziehung innerhalb der Gruppe Vorrang hat.

Trotzdem hat der Gruppenunterricht auch auf sozialer Ebene einige Vorteile gegenüber dem Frontalunterricht. Z. B. können sich mehr Schüler aktiv im Unterricht einbringen und auch selbstständiger arbeiten. Außerdem können sie sich mehr trauen und ohne Schüchternheit Beiträge zum Unterricht äußern. Auch die Neugier der Schüler kann durch Gruppenarbeit eher ausgelebt werden, auch weil diese evtl. neue Wege des Lernens ausprobieren können. Gruppenarbeit hat auch den Vorteil, dass der Lehrer die Schüler aus einer anderen Perspektive beobachten und sich auch ein besseres Bild über deren Rollenverhalten machen kann (vgl. Meyer 1987, S. 245). Allerdings ist es hierfür wichtig, dass zwischen den Gruppen ein gutes soziales Klima herrscht und die richtigen Lernvoraussetzungen gegeben sind (vgl. ebd., S. 245).

Gruppenunterricht kann auch für die Solidaritätsbildung sinnvoll sein, da diese normalerweise dort entsteht „wo Menschen gemeinsam arbeiten, interagieren und sprechen“ (Meyer 1987, S. 248). Besonders das durch das gemeinsame meistern schwieriger Aufgaben entstehende Glücksgefühl wird als Antrieb für die Entstehung von Solidarität gegolten (vgl. ebd., S. 248).

Einer der großen Vorteile des Lernens in der Gruppe gegenüber dem Frontalunterricht ist, dass die Lernprozesse besser auf die einzelnen Schüler zugeschnitten werden können. Bei jedem einzelnen Menschen sind die Möglichkeiten des Verständnis, die Lerngeschwindigkeit, die Motivation etc. verschieden (vgl. Gudjons 2007, S. 30). Beim Unterricht in Gruppen ist es eher Möglich verschiedene Lernwege anzuwenden und ausprobieren zu können. Ebenso haben die Schüler im Gruppenunterricht die Möglichkeit sich kreativer und selbstständiger Einzubringen, was auch den Lernprozess vereinfacht.

Weitere zentrale Effekte in der Gruppenarbeit sind das „Prinzip der Addition der Kräfte“ und das „Prinzip des Fehlerausgleichs“. Mit dem Prinzip der Addition der Kräfte, welches auch als Vorteil der Gruppe im „Tragen und Heben“ bezeichnet wird, wird die Akkumulation der verschiedenen Kräfte bzw. Fähigkeiten der Individuen einer Gruppe beschrieben. Im Englischunterricht könnte das z. B. eine Schülergruppe darstellen, in welcher einer über einen guten Wortschatz verfügt, während ein anderer Schüler besser in der Grammatik ist und der dritte die englische Rechtschreibung gut beherrscht. Das Prinzip des Fehlerausgleichs kann auch als Vorteil im „Suchen und Beurteilen“ verstanden werden. Die Anzahl der Fehler die eine Gruppe machen kann wird also durch seine verschiedenen Mitglieder verringert, sie sollten sich sogar ausgleichen. Ein evtl. falsches Ergebnis einzelner Individuen wird so durch das Mehr an Erfahrungen bzw. Wissen der gesamten Gruppe nivelliert. (vgl. Edding; Schattenhofer 2009, S. 124). Somit haben auch schwächere Schüler die Möglichkeit gute Leistungen im Unterricht zu bringen und können unbeschwerter und mit weniger Scheu am Unterrichtsgespräch teilnehmen. So wird auch die Motivation zum Aneignen von Lerninhalten gestärkt. Ebenso wichtig ist der kreative Aspekt, der bei Gruppenarbeit zustande kommt. Je mehr Individuen an einer Arbeit beteiligt sind, desto mehr Ideen, unterschiedliche Ansichten und Meinungen sind vorhanden. Somit ist eine Gruppe besonders dann erfolgreicher, wenn die Aufgaben, die es zu lösen gilt, nach einem hohen Maß an Können und Wissen verlangen (vgl. ebd. 2009, S. 124).

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Gruppenarbeit und Frontalvortrag. Vor- und Nachteile
Hochschule
Universität Augsburg
Veranstaltung
Gruppenleitung
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
13
Katalognummer
V213864
ISBN (eBook)
9783656421924
ISBN (Buch)
9783656422587
Dateigröße
441 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gruppenarbeit, frontalvortrag, vor-, nachteile
Arbeit zitieren
Regina Marsch (Autor), 2011, Gruppenarbeit und Frontalvortrag. Vor- und Nachteile, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213864

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