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Die Rollenverweigerung von Kaiserin Elisabeth von Österreich

Title: Die Rollenverweigerung von Kaiserin Elisabeth von Österreich

Seminar Paper , 2013 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Mette Bartels (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Summary Excerpt Details

Bereits am Tag ihrer Hochzeit mit Kaiser Franz Joseph am 24. April 1854 fühlte sich die 16-
jährige Elisabeth in ihrer neuen Rolle unwohl, versuchte aber dennoch, die in sie gesetzten
Erwartungen zu erfüllen. Doch ihre kaiserlichen Pflichten wurden ihr von Tag zu Tag unangenehmer:
Repräsentation und das strenge spanische Hofzeremoniell in Wien waren der jungen
Kaiserin, die in Bayern fern jeglicher aristokratischer Etikette erzogen wurde lästig.
Sie verabscheute die Intrigen des Wiener Hofes und die dort starren hierarchischen Strukturen.
Sich ständigen kritischen Blicken ausgesetzt fühlend und unter permanenter Beobachtung
stehend, verlor Elisabeth zunehmend ihre gewohnte persönliche Freiheit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vita

1. Quellen- und Forschungslage

2. Rollenverweigerung

2.1. Monarchische Rolle

2.2. Mutterrolle, Ehefrau, Frauenrolle

3. Verweigerungsstrategien

3.1. Flucht

3.1.1. Reisen als räumliche Flucht

3.1.2. Dichtung und Phantasiewelten als emotionale Flucht

3.2. Selbstgewähltes Umfeld

3.3. Schönheitskult

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die verschiedenen Strategien, mit denen Kaiserin Elisabeth von Österreich den ihr gesellschaftlich und politisch zugedachten Rollen als Monarchin, Ehefrau und Mutter bewusst entgegenwirkte. Ziel der Analyse ist es, aufzuzeigen, wie sie durch Fluchtbewegungen, die Wahl ihres persönlichen Umfelds und die Inszenierung ihrer Schönheit versuchte, ein selbstbestimmtes Leben außerhalb der höfischen Zwänge zu führen.

  • Die monarchische Rolle und deren demonstrative Verweigerung
  • Die Flucht als räumliche und emotionale Bewältigungsstrategie
  • Der Einfluss von Dichtung und Mythologie auf die Identitätsfindung
  • Die Instrumentalisierung des Schönheitskults zur Behauptung von Eigenständigkeit
  • Die Abgrenzung von der habsburgischen Hofetikette durch ein selbstgewähltes Umfeld

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Reisen als räumliche Flucht

Je weiter Elisabeth sich räumlich von Wien entfernte, desto wohler fühlte sie sich. Unter dem offiziellen Vorwand ihres labilen Gesundheitszustandes führte sie ausgedehnte Reisetätigkeiten, die ihr ein selbstbestimmtes Leben ohne höfische Verpflichtungen ermöglichten. Obwohl Elisabeth die Rolle der Kaiserin demonstrativ verweigerte, nahm sie vor allem die damit verbundenen finanziellen Vorteile mit einer egoistischen Selbstverständlichkeit in Anspruch. Das Recht, selbstbestimmt auf Reisen gehen zu können, forderte Elisabeth 1865 durch ein schriftliches Ultimatum an den Kaiser ein:

„[…] Ferner wünsche ich, daß, was immer meine persönlichen Angelegenheiten betrifft, wie unter anderem die Wahl meiner Umgebung, den Ort meines Aufenthaltes, alle Anordnungen im Haus p.p. mir allein zu bestimmen vorbehalten bleibt. Elisabeth. Ischl, 27. August 1865.“

Franz Joseph, von dem Elisabeth wusste, das er ihr keinen Wunsch abschlagen konnte, willigte ein. Diese Art schriftliche „Unabhängigkeitserklärung“ ermöglichte es der Kaiserin fortan quer durch Europa bis nach Nordafrika und in den Vorderen Orient zu reisen.

Besonders ab Mitte der 1870er Jahre bis zu ihrem Tod 1898 befand sich Elisabeth die überwiegende Zeit auf privaten Reisen (siehe hierzu Graphik im Anhang). Repräsentative Auftritte fanden nicht statt; Besuche bei Monarchen wurden soweit wie möglich vermieden, was freilich nicht sonderlich zu Festigung der österreichischen Beziehungen zu den anderen Herrscherhäusern beitrug. Besonders Queen Victoria war verstimmt, als Elisabeth ihr nach mehreren ausgeschlagenen Einladungen und ohne Vorankündigung einen halbstündigen Besuch abstatte. Bei der Auswahl ihrer Reiseländer nahm Elisabeth keinerlei politische Rücksicht. Die Reisen nach Irland beispielsweise waren eine offene Provokation für die Queen, da sich England und Irland in einem relativ angespannten Verhältnis befanden.

Zusammenfassung der Kapitel

Vita: Kurze biografische Übersicht über die Lebensdaten und prägenden Stationen von Elisabeth Amalie Eugenie.

1. Quellen- und Forschungslage: Analyse der wissenschaftlichen Rezeption und der verfügbaren Primärquellen, wobei besonders die Bedeutung der Publikationen von Brigitte Hamann hervorgehoben wird.

2. Rollenverweigerung: Untersuchung der Konflikte zwischen den Erwartungen an die Rolle als Kaiserin, Mutter und Ehefrau und Elisabeths persönlichem Freiheitsdrang.

3. Verweigerungsstrategien: Detaillierte Darstellung der Mittel, wie Flucht, Rückzug in die Poesie und die Kultivierung der eigenen Person, zur Abgrenzung vom Wiener Hof genutzt wurden.

4. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Einordnung von Elisabeths Handeln als Streben nach individueller Freiheit ohne politische Ambitionen, welches nach ihrem Tod zur Grundlage ihres Mythos wurde.

Schlüsselwörter

Kaiserin Elisabeth, Sisi, Rollenverweigerung, Wien, Hofzeremoniell, Flucht, Reisetätigkeit, Dichtung, Schönheitskult, Selbstbestimmung, Habsburger, Monarchie, Marie Valerie, Reiseultimatum, Identitätsfindung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert, wie Kaiserin Elisabeth von Österreich durch verschiedene Strategien bewusst ihre zugedachten gesellschaftlichen und monarchischen Rollen ablehnte und eigene Freiräume schuf.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die Verweigerung der höfischen Etikette, die Flucht als Lebensprinzip sowie die Instrumentalisierung von Schönheit und Dichtung zur Selbstbehauptung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Elisabeth keine politische Rebellin war, sondern primär den Kampf um ein selbstbestimmtes, exzentrisches Privatleben fernab der kaiserlichen Pflichten führte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Analyse von biographischer Fachliteratur, Tagebuchaufzeichnungen der Kaiserin sowie zeitgenössischen Briefen und Dokumenten.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Mittelpunkt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Rollenkonflikten, die räumliche Flucht durch Reisen, die emotionale Flucht durch Dichtung und die exzessive Pflege des Schönheitsideals.

Was sind die wichtigsten Schlüsselwörter der Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Kaiserin Elisabeth, Rollenverweigerung, Selbstbestimmung, Monarchie und Schönheitskult.

Welche Bedeutung hatte das „Reiseultimatum“ von 1865?

Es stellte eine schriftliche „Unabhängigkeitserklärung“ gegenüber Kaiser Franz Joseph dar, die es Elisabeth ermöglichte, fortan frei über ihren Aufenthaltsort zu bestimmen.

Wie ist Elisabeths Verhältnis zur ungarischen Bevölkerung zu werten?

Elisabeth inszenierte sich als ungarische Königin und förderte ungarische Interessen, was primär als bewusste Abgrenzung gegen die verhasste Wiener Hocharistokratie und nicht als politischer Aktivismus zu verstehen ist.

Welche Rolle spielte die Tochter Marie Valerie?

Marie Valerie bildete eine Ausnahme in Elisabeths lebenslangem Desinteresse an ihren Kindern und war ihr erklärtes Lieblingskind, was jedoch zu familiären Spannungen führte.

Wann begann die stärkere Flucht in die Isolation?

Besonders ab der Mitte der 1860er Jahre intensivierte Elisabeth ihre Fluchtstrategien, was sich nach dem Suizid ihres Sohnes Rudolf 1889 durch den Rückzug in eine „Mater dolorosa“-Rolle weiter manifestierte.

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Details

Title
Die Rollenverweigerung von Kaiserin Elisabeth von Österreich
College
University of Göttingen
Grade
1,0
Author
Mette Bartels (Author)
Publication Year
2013
Pages
18
Catalog Number
V214252
ISBN (eBook)
9783656426110
ISBN (Book)
9783656438502
Language
German
Tags
Habsburg k.u.k. Monarchie Sisi Monarchie Machtinszenierung Österreich-Ungarn
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mette Bartels (Author), 2013, Die Rollenverweigerung von Kaiserin Elisabeth von Österreich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214252
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