Können Strukurreformen das Wirtschaftswachstum fördern?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2012

25 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen ausgewählter Strukturreformen
2.1 Die Ausgestaltung eines effizienten Steuersystems
2.2 Theoretische Grundlagen von Arbeitsmarktreformen
2.3 Theoretische Grundlagen von Produktmarktreformen

3. Empirische Erkenntnisse zu Strukturreformen
3.1 Empirische Erkenntnisse zu Steuerreformen
3.2 Der Effekt von Arbeitsmarktreformen auf Wachstum und Beschäftigung
3.3 Empirische Erkenntnisse zu Produktmarktreformen

4. Deutschland als Vorbild? Die Agenda 2010

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Entscheidungen über Ressourcenaufteilung

Abb. 2: Lohnpreissetzungsmodell und Beschäftigung

Abb. 3: Beveridge-Kurve und Lohnpreissetzungsgleichgewicht

Abb.4: Entwicklung Unternehmenssteuersätze in OECD-Ländern

Abb. 5: OECD-Indikatoren zur Entwicklung des Regulierungsniveaus

Abb. 6: OECD-Indikatoren zur Entwicklung des Privatisierungsniveaus

1. Einleitung

Vor dem Hintergrund der seit 2007 grassierenden Finanzkrise, die sich mittlerweile in eine Schuldenkrise vieler europäischer Staaten gewandelt hat, stellen sich Politik und Ökonomen die Frage, wie in dieser Situation wirtschaftliches Wachstum als Ausweg aus der Misere erzeugt werden kann.[1] Der Vertrauensverlust in ihre Schuldentilgungsfähigkeit, den einige Staaten wie Griechenland, Spanien, Portugal und Italien erlitten haben, macht sich in Form von hohen Zinsaufschlägen für ihre Anleihen bemerkbar und stellt diese Staaten vor immense Probleme.[2] So liegen derzeit die Anleihezinsen griechischer Staatsanleihen ca. 15 Prozentpunkte, die Anleihen spanischer Anleihen knapp 5 Prozentpunkte über den (als vermeintlich sicher eingestuften) zehnjährigen deutschen Anleihen.[3] Dies ist zu hoch, um mittelfristig Staatsdefizite abzubauen und damit das Vertrauen der Marktteilnehmer wieder zu gewinnen.[4]

Um Empfehlungen aussprechen zu können, mit welchen Maßnahmen die genannten Probleme gelöst werden können, bedarf es zunächst einer Analyse der Gründe für die hohen Staatsdefizite. So kann am Beispiel Griechenland als das von der Krise am stärksten betroffene Land gezeigt werden, dass das Land über Jahre hinweg über seine Verhältnisse gelebt hat, was sich in hohen Konsumquoten, Leistungsbilanzdefiziten und zu hohen Reallöhnen widerspiegelt.[5] Ferner schränkt ein unflexibler Arbeitsmarkt die Wettbewerbsfähigkeit des Landes – insbesondere im Hinblick auf sich verstärkenden Wettbewerb durch den Einbezug osteuropäischer Staaten in die EU –ein.[6] Portugal hat ähnliche Probleme, da auch hier ein Verlust an Wettbewerbsfähigkeit durch Lohnerhöhungen, die über dem Produktivitätszuwachs liegen, eingetreten ist.[7]

Problematisch ist auch, dass die betroffenen Staaten Teil der Euro-Währungsgemeinschaft sind und so die Möglichkeit der Währungsabwertung entfällt. Mit einer eigenen Währung wäre es ihnen möglich, mittels geldpolitischer Interventionen abzuwerten und so die eigenen Produkte im Ausland günstiger zu machen. Da diese Option entfällt bleibt lediglich die reale Abwertung in Form sinkender Löhne.[8]

Als Folge dieser Analyse fordern nicht zuletzt OECD und IWF tiefgreifende Strukturreformen, um wieder an Wettbewerbsfähigkeit zu gewinnen. Arbeitsmarktreformen, Steuerreformen, Liberalisierung bestimmter Industriezweige und Investitionen in die Bildung sind nur einige der Maßnahmen, die hier angeführt werden.[9] Ob diese ein Allheilmittel sind, ist jedoch fraglich. Auch die von den EU-Partnern verordnete rigide Sparpolitik kann kritisch gesehen werden, da sie die Inlandsnachfrage stark einschränkt und Wachstumsimpulse ausbleiben.[10]

Ziel dieser Arbeit ist, die Frage zu beantworten ob und wenn ja wie Strukturreformen das Wirtschaftswachstum begünstigen können. Dazu sollen theoretische und empirische Erkenntnisse vorgestellt werden. Ferner soll diskutiert werden, ob Deutschland, das sich in den 1990er Jahren in einer Phase permanent schwachen Wachstums befand und als Reaktion Reformen im Bereich Konjunktur, Arbeitsmarkt, Steuern und Bildung getätigt hat („Agenda 2010“), als Vorbild dienen kann.[11]

Der Aufbau der Arbeit lautet wie folgt:

Kapitel 2 befasst sich mit dem theoretischen Hintergrund einiger ausgewählter Strukturreformen und analysiert, durch welche Wirkungskanäle sich die Maßnahmen auf die Realwirtschaft übertragen. Kapitel 3 liefert empirische Erkenntnisse zu den Reformen. In Kapitel 4 wird diskutiert, ob die Agenda 2010-Reformen als Vorbild für die verschuldeten Staaten dienen können. Zuletzt schließt Kapitel 5 mit einem Fazit.

2. Theoretische Grundlagen ausgewählter Strukturreformen

Da die Anzahl an Strukturreformen sehr groß ist, soll sich im Folgenden auf die Reformbereiche Steuern, Arbeitsmarkt und Produktmärkte beschränkt werden. Dazu werden in diesem Kapitel zunächst theoretische Überlegungen angestellt, die die Wirkung dieser Reformen auf das volkswirtschaftliche Wachstum untersuchen.

2.1 Die Ausgestaltung eines effizienten Steuersystems

In diesem Kapitel wird sich primär auf die Arbeit von Lucas (1990) gestützt, der ein Modell entwirft, in dem die Besteuerung von Einkommen aus Kapitalvermögen aus Gründen der effizienten Ressourcenallokation abgelehnt wird.[12] Ziel ist, eine Besteuerung zu entwerfen, die bei gegebenem Staatskonsum und bei vom Markt vorgegebenen Güterpreisen und –mengen den Nutzen der Konsumenten maximiert.[13]

Das Modell beschäftigt sich mit Flat-Rate-Steuern auf Kapital- und Arbeitseinkommen. Annahmegemäß müssen die Subjekte in der Volkswirtschaft Entscheidungen in den folgenden Bereichen tätigen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Entscheidungen über Ressourcenaufteilung, vgl. Lucas (1990), S. 295, Quelle: Eigene Darstellung

Die Frage ist, wie die Entscheidungen durch Besteuerung beeinflusst werden. Unter Bezugnahme auf Chamley (1981) verwendet Lucas (1990) den Gedanken einer (Familien-)Dynastie, um ein unendliches Entscheidungsverhalten abbilden zu können, indem die Vermögen von Generation zu Generation weitergegeben werden und die Entscheidungen nicht von dem eigenen Lebensende beeinflusst werden.[14]

Das Ziel eines Haushaltes ist, den Barwert seines Nutzens aus dem Konsum eines einzelnen Gutes zu maximieren. Die Nebenbedingungen bestehen dabei aus

[...]


[1] Vgl. u. a. Welfens (2011), S. 9; Arnold et al. (2011), S. 59; OECD „Going for Growth” (2012), S. 17.

[2] Vgl. Schrader/Laaser (2012), S. 3.

[3] Vgl. Zinsaufschläge zu zehnjährigen Bundesanleihen (23.11.2012).

[4] Vgl. Boysen-Hogrefe (2010), S. 2.

[5] Vgl. Schrader/Laaser (2012), S. 12 ff.

[6] Vgl. OECD (2007), S. 85ff.

[7] Vgl. OECD (2008), S. 34-36.

[8] Vgl. Schrader/Laaser (2012), S. 26.

[9] Vgl. OECD (2012), S. 20; IMF (2011), S. 10.

[10] Vgl. Bofinger (2012).

[11] Vgl. Blum (2008), S. 151.

[12] Vgl. Lucas (1990), S. 293.

[13] Vgl. Lucas (1990), S. 296. Lucas bezieht sich dabei auf die Arbeit von Ramsey (1927).

[14] Vgl. Lucas (1990), S. 296.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Können Strukurreformen das Wirtschaftswachstum fördern?
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Lehrstuhl für VWL, Geld und internationale Wirtschaftsbeziehungen, Lehrstuhlinhaber: Prof. Dr. Peter Bofinger)
Veranstaltung
Seminar Aktuelle Fragen der Wirtschaftspolitik
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
25
Katalognummer
V214516
ISBN (eBook)
9783656427544
ISBN (Buch)
9783656437888
Dateigröße
897 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Strukturreformen, Reformen, Wachstum, Wirtschaftswachstum, Arbeitsmarktreformen, Produktmarktreformen, Steuerreformen, Eurokrise
Arbeit zitieren
Jens Rosenthal (Autor), 2012, Können Strukurreformen das Wirtschaftswachstum fördern?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214516

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