Der Bibliolog


Hausarbeit, 2011

11 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einführung in den Bibliolog
2.1 Was ist ein Bibliolog
2.2 Die Entstehung des Bibliologs
2.3 Die Leitung des Bibliologs

3. Die einzelnen Schritte des Bibliologs
3.1 Die Textauswahl
3.2 Die Vorbereitung des Bibliologs
3.3 Der Prolog
3.4 Die Hinführung
3.5 Die Techniken im Bibliolog
3.5.1 Das echoing
3.5.2 Das interviewing
3.6 Der Epilog und das Deroling

4. Die Weiterarbeit nach dem Bibliolog

5. Die Unterscheidung zwischen Bibliolog und Bibliodrama

6. Schluss

7. Literaturverzeichnis

8. Ehrenwörtliche Erklärung

1. Einleitung

Schon seit mehreren Jahren kann ein stetig sinkendes Interesse der Gesellschaft an Kirche und somit den Gottesdienstbesuchen festgestellt werden. Zwar gehen nach einer Studie der Konrad Adenauer Stiftung zweidrittel der Bürger, nach eigener Einschätzung, mindestens einmal im Jahr in die Kirche und immerhin zwanzig Prozent mindestens einmal im Monat,[1] dennoch sind diese Zahlen im Vergleich zu früheren Jahren sehr gering. Dabei muss jedoch zwischen den Generationen unterscheiden werden: Vor allem die jugendliche Bevölkerung geht weitaus weniger häufig in die Kirche, als dies die ältere Generation tut. Diese „Kirchenferne“[2] bedeutet allerdings nicht, dass die Menschen unreligiös sind. Häufig ist ein Grund des Fernbleibens vom Gottesdienst lediglich die Langeweile. Dabei muss eine Andacht heut zu tage gar nicht trocken und leblos sein. Ein gutes Beispiel für eine interessante Art der Gestaltung eines Gottesdienstes stellt der Bibliolog dar, der nun im Anschluss vorgestellt wird.

2. Einführung in den Bibliolog

2.1 Was ist ein Bibliolog

„Bibliolog ist ein hermeneutisch-methodischer Zugang zu biblischen Texten, der auf die Begegnung zwischen Mensch und biblischem Text zielt.“[3] Anders als beim traditionellen Zugang, bei dem ein biblischer Text verstanden wird „[...] als ein ‚Objekt’ “[4], wird jener im Bibliolog „[...] zu einem Subjekt, zu einem Du.“[5] Dadurch kann man dem Text wie einem Lebewesen begegnen, welches wiederum auch einem selbst begegnet.[6] Weiterhin wird der Text „zu einem Raum“[7], den man betritt und sowohl entdecken als auch erfahren kann.[8] Indem die Teilnehmer in die Rolle einer biblischen Gestalt schlüpfen und den Text aus ihrer eigenen Perspektive heraus erleben, wird die Geschichte als „aktuell und lebendig“[9] empfunden. „In diesen Rollen füllen sie die ‚Zwischenräume’ der Texte, das ‚weiße Feuer’ mit eigenen Ideen und gewinnen dadurch einen lebendigen Zugang zu dem ‚schwarzen Feuer’ der Buchstaben des Textes.“[10] Damit deutlich zum Vorschein kommt „was erzählt wird, vor allem aber, was nicht erzählt wird, aber in der Szene eigentlich angelegt ist“[11], wird der Text verlangsamt, um auch nebensächlich erscheinende Details wahrzunehmen. „Bibliolog hat damit zum Ziel, das weiße Feuer zum Lodern zu bringen, um einen lebendigen und persönlichen Zugang zum schwarzen Feuer zu erreichen.“[12]

2.2 Die Entstehung des Bibliologs

Entwickelt wurde der Bibliolog von dem amerikanischen Juden Peter Pitzele „auf dem Hintergrund seiner psychodramatischen und literaturwissenschaftlichen Kenntnisse.“[13] „Diese kulturelle und religiöse Herkunft ist sicherlich kein Zufall und in der Praxis des Bibliologs deutlich spürbar.“[14] So wird der Bibliolog von Peter Pitzele als „moderne Form des Midrasch“[15] verstanden, nach der die Toratexte durch das kreative Füllen ihrer Zwischenräume ausgelegt werden. Dies geht auf die Rabbiner zurück, die „[...] zwischen dem ‚schwarzen Feuer’, dem Buchstabengehalt der biblischen Texte, und dem ‚weißen Feuer’ als dem Raum zwischen den Worten“[16] unterscheiden.

Anfangs nannte Peter Pitzele diese Methode noch „Bibliodrama“, erst im Jahr 2000 erfand er das Wort des Biblilog, „[...] das die Assoziationen Bibel, Dialog, möglicherweise auch Logos (griechisch „das Wort“) aufnimmt und Verwandtschaft und Unterschiedenheit zum Bibliodrama signalisiert.“[17]

2.3 Die Leitung des Bibliologs

Die Rolle der Leitung ist für den Biblilog von großer Bedeutung: „Durch ihre sorgfältige, theologisch und methodisch reflektierte Vorbereitung ermöglicht sie den Teilnehmenden eine ertragreiche Begegnung mit dem Bibeltext sowie wichtige Einsichten und Erkenntnisse.“[18] Sie lenkt die Teilnehmer nicht nur in gewissem Maß, sondern gibt aufgrund der vorgegebenen Szenenauswahl, der festgelegten Rollen und der vorbereiteten Fragen, klare Grenzen vor. Deshalb werden Personen, die einen Bibliolog durchführen, von Peter Pitzele „facilitator“ („facilitate“ = „erleichtern“, „ermöglichen“) oder „director“ („Direktor“, „Leitung“) genannt.[19] In ihren Büchern zum Bibliolog vergleicht Uta Pohl-Patalong die Tätigkeit der Leitung des Bibliologs sehr anschaulich mit dem Beruf einer Reiseleitung, schlägt aber letztendlich den plausiblen Begriff der „Bibliologin“ bzw. des „Bibliologen“ vor.[20] Sie ist der Meinung, dass diese Bezeichnung auch zeigt, „dass man gewisse Fähigkeiten erworben hat, wenn man Bibliolog anleitet, und dass man diese braucht, um verantwortlich mit der Methode umzugehen.“[21]

[...]


[1] Sternberg, Thomas: Religion und Religiosität. URL: http://www.kas.de/wf/de/71.7672/ [Stand 17.06.11].

[2] Sternberg, Thomas: Religion und Religiosität. URL: http://www.kas.de/wf/de/71.7672/ [Stand 17.06.11].

[3] Pohl-Patalong, Uta: Bibliolog. URL: http://www.bibelwissenschaft.de/nc/wibilex/das-bibellexikon/details/quelle/WIBI/zeichen/b/referenz/59494/cache/91f8d7d6254e716d474ea6dd655782a5/ [Stand 17.06.11].

[4] Pohl-Patalong, Uta: Bibliolog. Geimeinsam die Bibel entdecken im Gottesdienst, in der Gemeinde, in der Schule, W. Kohlhammer, Stuttgart2 2006. S. 23.

[5] Pohl-Patalong: Bibliolog, S. 23.

[6] vgl. Pohl-Patalong: Bibliolog, S. 23.

[7] Pohl-Patalong: Bibliolog, S. 23.

[8] vgl. Pohl-Patalong: Bibliolog, S. 23f.

[9] Pohl-Patalong: Bibliolog, S. 24.

[10] Pohl-Patalong, Uta / Brandt, Rainer: Bibliolog. URL: http://www.josefstal.de/theologie/bibliolog/ [Stand 17.06.11].

[11] Pohl-Patalong: Bibliolog, S. 25.

[12] Pohl-Patalong: Bibliolog, S. 25.

[13] http://www.bibelwissenschaft.de [Stand 17.06.11].

[14] Pohl-Patalong: Bibliolog, S. 31.

[15] Pohl-Patalong: Bibliolog, S. 31.

[16] http://www.bibelwissenschaft.de [Stand 17.06.11].

[17] Pohl-Patalong: Bibliolog, S. 34.

[18] http://www.bibelwissenschaft.de [Stand 17.06.11].

[19] vgl. Pohl-Patalong: Bibliolog, S. 51.

[20] vgl. Pohl-Patalong: Bibliolog, S. 52.

[21] Pohl-Patalong: Bibliolog, S. 52.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Der Bibliolog
Hochschule
Universität Augsburg  (Evangelische Theologie)
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
11
Katalognummer
V214643
ISBN (eBook)
9783656429722
ISBN (Buch)
9783656435167
Dateigröße
471 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
bibliolog
Arbeit zitieren
Christina Riederer (Autor), 2011, Der Bibliolog, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214643

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