Menschenrechtsverletzung an Frauen - Die weibliche Genitalverstümmelung


Hausarbeit, 2004

16 Seiten, Note: 3.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Definition der weiblichen Genitalverstümmelung

2. Historische Entwicklung
2.1 Herkunft des Rituals
2.2 Rolle der Religion

3. Gründe der Genitalverstümmelung

4. Überblick über die Beschneidung der Frauen
4.1 Arten der Beschneidung
4.2 Durchführung

5. Folgen der Beschneidung
5.1 Körperliche Folgen
5.2 Seelische Folgen

6. Beschneidung und die Menschenrechte

7. Waris Dirie

8. Fazit

9. Literatur- und Quellenverzeichnis

Einleitung

Laut WHO gibt es weltweit zwischen 85 und 115 Millionen Mädchen und Frauen die an den Genitalien verstümmelt wurden.[1] Weiteren 2 Millionen Mädchen jährlich droht ein solcher Eingriff.

Die Genitalverstümmelung an Frauen ist die schlimmste Form der Menschenrechtsverletzung an Frauen.

Ich möchte mich aus diesem Grund mit dem Thema in meiner Hausarbeit auseinander setzen, um einen Einblick in die Praktik der weiblichen Genitalverstümmelung zu geben.

Besonders Augenmerk lege ich auf das Kapitel 7: Waris Dirie, als ein authentisches Beispiel.

Weiterhin möchte ich noch auf die Artikel der Allgemeinen Menschenrechtserklärung eingehen, gegen die meiner Meinung nach dieses Ritual verstößt.

1. Definition der weiblichen Genitalverstümmelung

Als weibliche Genitalverstümmelung wird eine Reihe von Eingriffen bezeichnet, die an den weiblichen Genitalien vorgenommen werden.

In der Fachliteratur wird häufig der Begriff Femal Genital Mulation (FGM) verwendet.

Der Begriff der weiblichen Genitalverstümmelung hat sich an Stelle von weiblicher Bescheidung durchgesetzt. Diese Änderung kommt dadurch zustande, dass die „weibliche Beschneidung“ deutlich schwerere Folgen hat, als die Beschneidung bei Männern. Bei der „männlichen Beschneidung“ wird lediglich die Vorhaut entfernt, wobei bei der weiblichen Genitalverstümmelung die Verletzung des Genitalbereiches wesentlich größer ist.

2. Historische Entwicklung

In diesem Kapitel meiner Hausarbeit möchte ich die historische Entwicklung der weiblichen Genialverstümmelung betrachten. Besondere Beachtung schenke ich der Herkunft des Rituals und der Rolle der Religionen.

2.1 Herkunft des Rituals

Es ist sehr schwer geschichtlich nachzuvollziehen, seit wann es das Ritual der weiblichen Genitalverstümmelung gibt.

Die Ursprünge liegen vermutlich schon Tausende von Jahren zurück. Die Genitalverstümmelung ist als Brauch in der islamisch–arabischen Kultur am bekanntesten. In dieser Kultur wird diese Praktik aus Besessenheit zur Jungfräulichkeit durchgeführt. Es existieren sehr viele historische Funde, die auf diese Tatsache hindeuten.

Bekanntestes Zeugnis ist der Bericht des Historikers Herodot der von der Praxis des Rituals im 5. Jahrhundert vor Christus in Ägypten berichtet.

Von Ägypten, dem Ursprungsland der weiblichen Genialverstümmelung, verbreitete sich das Ritual entlang des Nils mit dem Verkauf von Sklavenmädchen.

Bei diesen Mädchen diente dieser Brauch als Verhütung von Schwangerschaften und dadurch wurde für sie ein sehr hoher Preis auf dem Sklavenmarkt gesichert.

Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit verbreitete sich die weibliche Genital-verstümmelung durch den Verkauf von Sklavenmädchen bis hin zur Küste des Roten Meers.

Bei den Ägyptern wurde das Ritual dazu verwendet, um das soziale Ansehen der Frau zu stärken. Die Praxis der Genitalverstümmelung begrenzt sich keinesfalls nur auf die außer-abendländische Welt.[2]

In der Englisch sprechenden Welt des 19. Jahrhunderts glaubte man z. B., dass durch die Klitorisbescheidung das „Hauptübel“ der Masturbation beseitigen würde.[3]

2.2 Rolle der Religion

Weder der Koran noch die Bibel verlangt die weibliche Genitalverstümmelung, z. B. in Saudi –Arabien ist das Ritual völlig unbekannt.

In erster Linie wird die FGM unter Berufung auf einen bestimmten Hadith (arabisch für Rede, Bericht) vorgenommen[4]. Dieser Bericht bildet neben dem Koran eine weitere wichtige Quelle des islamischen Gesetzes.

Eine der höchsten Werte in diesem Gesetz (Scharia) ist die körperliche Unversehrtheit, die in jeder Hinsicht zu schützen ist. Es ist nur fraglich ob die weibliche Genitalverstümmelung als eine starke Form der Menschenrechtsverletzung

schützend wert ist?

Die weibliche Genitalverstümmelung ist aber keines Falls nur im Islam zu finden. Auch andere religiöse Gruppen, wie Amnimisten, afrikanische koptische Christen und eine kleine Sekte äthiopischer Juden, die Fallashas praktizieren diesen Brauch.[5]

[...]


[1] Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

[2] Schnüll /TERRE DES FEMMES (Hrsg.) S 24

[3] Lightfoot – Klein S.214

[4] Schnüll / TERRE DES FEMMES (Hrsg.) S. 37

[5] Lighfoot – Klein S. 59-60

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Menschenrechtsverletzung an Frauen - Die weibliche Genitalverstümmelung
Hochschule
Hochschule Magdeburg-Stendal; Standort Magdeburg  (FB Sozial und Gesundheitswesen)
Veranstaltung
Menschrechte und Soziale Berufe
Note
3.0
Autor
Jahr
2004
Seiten
16
Katalognummer
V21488
ISBN (eBook)
9783638250993
ISBN (Buch)
9783638747561
Dateigröße
459 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Hausarbeit wurde angefertigt für Soziologie im Grundstudium Heilpädagogik. Titel des Seminars war Menschenrechte und Soziale Beruf
Schlagworte
Menschenrechtsverletzung, Frauen, Genitalverstümmelung, Menschrechte, Soziale, Berufe
Arbeit zitieren
Katy Voigt (Autor), 2004, Menschenrechtsverletzung an Frauen - Die weibliche Genitalverstümmelung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21488

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