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Standardisierung von Dienstleistungen am Beispiel des Reiseveranstalters Frosch Sportreisen

Titel: Standardisierung von Dienstleistungen am Beispiel des Reiseveranstalters Frosch Sportreisen

Diplomarbeit , 2009 , 130 Seiten

Autor:in: Elisabeth Baron (Autor:in)

BWL - Unternehmensforschung, Operations Research
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Standardisierung von Dienstleistungen eines Reiseveranstalters“ – was zunächst paradox klingt, will doch der Reisende gerade in seiner Freizeit nichts Standardisiertes und kein wiederkehrendes Allerlei, wird genauer betrachtet zu einer brisanten betriebswirtschaftlichen Fragestellung.
Durch meine langjährige Tätigkeit für den Reiseveranstalter Frosch Sportreisen habe ich verschiedene Reiseziele ähnlicher inhaltlicher Ausrichtung kennen gelernt, die dennoch gravierende Unterschiede hinsichtlich Unterkunft, Sportprogramm und dem Mitarbeiterengagement aufwiesen. Bei zahlreichen Gesprächen mit Gästen stellte sich heraus, dass diese ähnliche Differenzen wahrnahmen. Bei meinen Überlegungen zu den Hintergründen dieses Themas stieß ich auf eine Aussage, welches mein Interesse an einer vertieften inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Thema verstärkten.
„Unternehmungen, insbesondere wissensintensive Dienstleister, stehen vor einem Dilemma:
Auf der einen Seite müssen sie ihre Leistungen individualisieren, um spezifischen Kundenanforderungen gerecht zu werden und die Kundenbindung zu erhöhen; auf der anderen Seite sollten sie Angebot und/ oder Prozesse nach produktionsökonomischen Erfordernissen standardisieren, um Skaleneffekte zu erzielen, Koordinationskosten zu verringern, etc.“1
In Anlehnung an diese aktuelle wissenschaftliche Fragestellung entwickelte ich das Interesse, am deutschen Reiseunternehmen Frosch Sportreisen, eine Untersuchung über den Standardisierungsgrad in unterschiedlichen Bereichen durchzuführen. Die Zielsetzung dieser Arbeit besteht darin, herauszufinden, welche Handlungsmöglichkeiten und Chancen es für das Unternehmen gibt, um sowohl unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten als auch unter dem Aspekt der Kundenzufriedenheit Zukunftsperspektiven zu schaffen. Bei der Betrachtung soll die Fragestellung leitend sein, wie ein Unternehmen seinen Mitarbeitern einerseits Freiraum bei der Ausübung ihrer Arbeit geben, andererseits aber wichtige Standards gewährleisten kann. Es sollen, unter Beachtung der Unternehmensphilosophie, Standardisierungspotenziale aufgedeckt und Handlungsmöglichkeiten für das Unternehmen aufgezeigt werden. Idealerweise können damit auch für vergleichbare Reiseveranstalter Möglichkeiten im Umgang mit dem beschriebenen Dilemma aufgezeigt und vorgeschlagen werden.
1 Van Well B., Standardisierung und Individualisierung 2001, Geleitwort.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

1.2 Aufbau der Arbeit

2 Betrachtung erlebnisorientierter, nachhaltiger Bildung

2.1 Nachhaltigkeit und reflektierter Lebensstil

2.2 Bildung für nachhaltige Entwicklung

2.3 Erlebnispädagogik, Naturpädagogik und Bildung für nachhaltige Entwicklung

2.4 Erlebnisorientierte Bildung für nachhaltige Entwicklung

3 Klettern als möglicher Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung

3.1 Klettern im Allgemeinen

3.2 Klettern als Natursport

3.3 Klettern und die Beziehung zum Naturschutz

3.4 Risiko und Sicherheit beim Klettern

3.5 Betrachtung des Kletterns als Möglichkeit für eine erlebnisorientierte Bildung für nachhaltige Entwicklung

3.5.1 Merkmale einer erlebnisorientierten Bildung für nachhaltige Entwicklung beim Klettern

3.5.2 Förderung der Gestaltungskompetenz beim Klettern

3.6 Methodische Überlegungen und theoretisches Zwischenfazit

4 Erlebnisorientierte Bildung für nachhaltige Entwicklung in Form von Felskletterangeboten

4.1 Aktuelle Angebote und Konzeptionen in Deutschland

4.1.1 Freizeitbereich

4.1.2 Outdoor-Trainings

4.1.3 Weiterbildung

4.2 Best-Practice-Beispiele

4.2.1 Schulsport von Kindern und Jugendlichen

4.2.2 Freizeitbereich von Kindern und Jugendlichen

4.2.3 Felskletterangebote in anderen Ländern

5 Erhebung von Expertenmeinungen

5.1 Forschungsfragen der empirischen Untersuchung

5.2 Methode und Rahmenbedingungen der Befragung

5.3 Vorstellung der beteiligten Experten

5.4 Datenerhebung

5.5 Datenanalyse und Ergebnisse der empirischen Untersuchung

5.5.1 Förderung der Teilkompetenzen der Gestaltungskompetenz beim Felsklettern

5.5.2 Weitere Aspekte des Felskletterns in Bezug zur Förderung der Gestaltungskompetenz

5.5.3 Transfer erworbener Teilkompetenzen der Gestaltungskompetenz in den Alltag

5.5.4 Felsklettern im Erwachsenenbereich als Beitrag zu einem reflektierten Lebensstil

5.5.5 Bedingungen für Felskletterangebote mit Bezug zur BNE

5.6 Zusammenfassung der empirischen Befunde und Beantwortung der Forschungsfragen

5.7 Kritische Diskussion des methodischen Vorgehens

6 Schlussfolgerungen: Handlungsempfehlungen für Felskletterangebote im Sinne der erlebnisorientierten Bildung für nachhaltige Entwicklung

6.1 Gesellschaftliche Einflussfaktoren auf die Handlungsempfehlungen

6.2 Handlungsempfehlungen für Felskletterangebote

7 Zusammenfassung und Ausblick

7.1 Zusammenfassung der Ergebnisse

7.2 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob Felsklettern im Erwachsenenbereich einen substanziellen Beitrag zu einer erlebnisorientierten Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) leisten kann und ob es Individuen dabei unterstützt, einen reflektierten Lebensstil zu entwickeln. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, inwieweit durch Felskletteraktivitäten die Gestaltungskompetenz gefördert und in den Alltag transferiert werden kann.

  • Erlebnispädagogik als pädagogischer Rahmen für nachhaltige Bildung
  • Klettern als Natursport im Kontext von Naturschutz und Risikomanagement
  • Analyse und Förderung der Teilkompetenzen der Gestaltungskompetenz nach de Haan
  • Empirische Expertenbefragung zur aktuellen Angebotssituation in Deutschland
  • Handlungsempfehlungen für zukünftige Felskletterangebote im Sinne der BNE

Auszug aus dem Buch

3.3 Klettern und die Beziehung zum Naturschutz

Zwischen Kletterern und Naturschützer existiert ein Spannungsverhältnis, da die Sportart in der Natur ausgeübt wird (vgl. Alber 2009, S. 1). Auf den ersten Blick scheint es so, als wäre es eine schier unlösbare Aufgabe „Natursport und Naturschutz miteinander zu vereinbaren“ (Heckmair; Michl 2012, S. 126f.). Doch das Klettern bietet eine pädagogische Herausforderung und Chance, denn „nur wer den Wert der Natur am eigenen Leibe erfährt, nur wer sie schätzt, schützt sie auch. Nirgendwo kann die ökologische Problematik deutlicher vor Augen geführt, nirgendwo können die ökologisch-praktischen Fertigkeiten besser eingeübt werden“ (Heckmair; Michl 2012, S. 126f.). Nach der Meinung von Heckmair und Michl (2012) kann Naturfremdheit zu Naturnähe werden und Interesse für Natur kann durch sorgsame und umsichtige Nutzung zu Naturschutz werden. Die Kletterer können lernen, Verantwortung für sich selbst, für die anderen und für ihre Umwelt zu übernehmen (vgl. Heckmair; Michl 2012, S. 126f.). Zwar existiert kaum eine Studie die bestätigt, dass ökologisches Wissen auch ökologisches Handeln auslöst, dennoch ist es nach Ansicht von Schmidt (2009) wahrscheinlich, dass hohes konkretes Wissen über die Umwelt und eine ökologische Einstellung zu ökologischem Handeln führen kann (vgl. Schmidt 2009, S. 37f.). Da die meisten Kletterer sich spontan an der Schönheit der Natur erfreuen, sollte es Aufgabe aller Organisationen des Klettersports sein, diese Wahrnehmung zu einem differenzierten Umweltbewusstsein weiterzuentwickeln (vgl. DAV 2011, S. 16f.).

Die Naturschützer kritisieren, dass der Mensch immer Spuren in der Natur hinterlässt und fordern aufgrund dessen den Rückzug aus der Natur. Alber (2009) findet in vielen Bereichen schädigende Aktivitäten. Dazu können die Anfahrt zum Klettergebiet mit dem PKW, das anschließende Parken und auch das Begehen des Weges zum Fels gehören. Das Umfeld des Felsfußes kann durch abgelegtes Gepäck, durch die Bewegung während des Sicherns, durch Ausscheidung von Exkrementen und durch zelten oder biwakieren geschädigt werden. Gelegentlich wird Feuerholz für ein Lagerfeuer gesammelt oder Müll liegengelassen. Durch die Benutzung von Magnesia, das Anbringen von Haken oder durch polierte Abriebstellen am Fels kommt es zu optischen Beeinträchtigungen. Während des Kletterns wird sich zwischen den Kletterpartnern durch Zurufen von Seilkommandos verständigt, wodurch Lärm entsteht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit stellt das Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) vor und definiert das Ziel, den Beitrag des Felskletterns zur Förderung eines reflektierten Lebensstils zu untersuchen.

2 Betrachtung erlebnisorientierter, nachhaltiger Bildung: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Nachhaltigkeit, BNE und erlebnispädagogischer Ansätze dargelegt und deren Merkmale identifiziert.

3 Klettern als möglicher Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung: Das Kapitel analysiert das Felsklettern unter Aspekten des Natursports, Naturschutzes und der Sicherheit und prüft dessen Eignung als erlebnisorientierte BNE-Maßnahme.

4 Erlebnisorientierte Bildung für nachhaltige Entwicklung in Form von Felskletterangeboten: Diese Sektion untersucht bestehende Angebote und Konzepte in Deutschland und stellt Best-Practice-Beispiele vor.

5 Erhebung von Expertenmeinungen: Die Ergebnisse der qualitativen Expertenbefragung zur Förderung und zum Transfer von Gestaltungskompetenzen werden ausgewertet und kritisch reflektiert.

6 Schlussfolgerungen: Handlungsempfehlungen für Felskletterangebote im Sinne der erlebnisorientierten Bildung für nachhaltige Entwicklung: Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen werden konkrete Empfehlungen für die Gestaltung zukunftsorientierter Kletterangebote abgeleitet.

7 Zusammenfassung und Ausblick: Die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit werden resümiert und ein Ausblick auf zukünftige Forschung und praktische Implementierungen gegeben.

Schlüsselwörter

Bildung für nachhaltige Entwicklung, Felsklettern, Erlebnispädagogik, Gestaltungskompetenz, Natursport, Naturschutz, reflektierter Lebensstil, Expertenbefragung, Nachhaltigkeit, Transfer, Outdoor-Training, Umweltbewusstsein, Persönlichkeitsentwicklung, Handlungsfähigkeit, Kletterangebote

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob und wie Felsklettern im Erwachsenenbereich als erlebnisorientierte Bildungsmaßnahme dazu beitragen kann, eine Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu fördern und bei Teilnehmenden einen reflektierten, nachhaltigen Lebensstil anzustoßen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder sind die erlebnispädagogische Theorie, das Konzept der Gestaltungskompetenz im Sinne der BNE sowie die sportwissenschaftliche und ökologische Auseinandersetzung mit dem Sportklettern am Fels.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, welche Teilkompetenzen der Gestaltungskompetenz beim Felsklettern erworben werden können, wie diese in den Alltag transferierbar sind und welche Bedingungen an moderne, BNE-orientierte Kletterangebote gestellt werden müssen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Autorin führte eine schriftliche Expertenbefragung durch, bei der sowohl offene als auch geschlossene Fragen zur Förderung von Teilkompetenzen der Gestaltungskompetenz durch Felsklettern erhoben und analysiert wurden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Herleitung, der Analyse aktueller Felskletterangebote in Deutschland, der Darstellung und Auswertung einer empirischen Expertenstudie sowie der Formulierung von Handlungsempfehlungen zur Integration von BNE-Aspekten.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie "Bildung für nachhaltige Entwicklung", "Gestaltungskompetenz", "Felsklettern", "Erlebnispädagogik" und "Transfer in den Alltag" charakterisieren.

Welche Rolle spielt die Gestaltungskompetenz bei der Kletterpraxis?

Die Gestaltungskompetenz nach de Haan ist der Maßstab der Arbeit; sie beschreibt die Fähigkeit, Wissen über nachhaltige Entwicklung anzuwenden und aktiv an gesellschaftlichen Veränderungsprozessen teilzuhaben, was durch reflektierte Klettersettings gezielt gefördert werden soll.

Warum ist der Expertenblick auf die "institutionelle" vs. "persönliche" Sichtweise relevant?

Diese Differenzierung erlaubt es, zwischen den Anforderungen von Institutionen (wie dem DAV), die oft mit strukturellen und Naturschutz-Vorgaben arbeiten, und der individuellen Erfahrungswelt von Freizeitsportlern zu unterscheiden, um so ganzheitliche Handlungsempfehlungen zu entwickeln.

Ende der Leseprobe aus 130 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Standardisierung von Dienstleistungen am Beispiel des Reiseveranstalters Frosch Sportreisen
Hochschule
Private Fachhochschule Göttingen
Autor
Elisabeth Baron (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
130
Katalognummer
V214976
ISBN (eBook)
9783656431244
ISBN (Buch)
9783656435853
Sprache
Deutsch
Schlagworte
standardisierung dienstleistungen beispiel reiseveranstalters frosch sportreisen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Elisabeth Baron (Autor:in), 2009, Standardisierung von Dienstleistungen am Beispiel des Reiseveranstalters Frosch Sportreisen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214976
Blick ins Buch
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