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Verfassungs- und verwaltungsrechtliche Probleme der Novellierung des Atomgesetzes 2011

Title: Verfassungs- und verwaltungsrechtliche Probleme der Novellierung des Atomgesetzes 2011

Seminar Paper , 2011 , 62 Pages , Grade: 12

Autor:in: Lukas Zanzinger (Author)

Law - Public Law / Constitutional Law / Basic Rights
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Diese Seminararbeit behandelt das Thema „Verfassungs- und verwaltungsrechtliche Probleme der Novellierung des Atomgesetzes 2011“. Die auf sechs Wochen befristete Bearbeitungszeit hierfür begann am 08. August 2011, zwei Tage nach Inkrafttreten des Gesetzes am 06. August 2011. Die Bearbeitung erfolgte somit als eine Erstbearbeitung der Thematik, ohne Rückgriff auf hierzu bereits veröffentlichte rechtliche Gutachten. Es bietet sich hierbei an, den Schwerpunkt der Betrachtungen auf einen möglichen Verstoß gegen das Verfassungsrecht zu legen. Der Aufbau gleicht daher einem rechtliches Gutachten, anhand dessen die Vereinbarkeit der dreizehnten Atomgesetznovelle mit dem Verfassungsrecht geprüft wird.

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Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Entwicklung des Atomgesetzes

A. Entstehungsgeschichte

B. Rot-grüner Atomkonsens 2002

C. Laufzeitverlängerung 2010

III. Überblick: Die 13. Änderungsnovelle

IV. Formelle Verfassungsmäßigkeit

A. Gesetzesinitiativrecht (Art. 76 Abs. 1 GG)

B. Zustimmungspflicht des Bundesrates (Art. 87c GG)

V. Materielle Verfassungsmäßigkeit in Bezug auf Verfassungsprinzipien

A. Demokratieprinzip (Art. 20 Abs. 1 und 2 GG)

1. Ethikkommission

a) Vergleich: „Deutscher Ethikrat“

b) Ethikkommission „Sichere Energieversorgung“

2. Beteiligung des Parlaments

3. Zwischenergebnis

B. Rechtsstaatsprinzip

VI. Materielle Verfassungsmäßigkeit in Bezug auf die Grundrechte

A. Der Gleichheitssatz (Art. 3 Abs. 1 GG)

1. Grundrechtsfähigkeit der Betreiber (Art. 19 Abs. 3 GG)

a) Grundsätzliches

b) „HEW-Entscheidung“ des BVerfG

c) Entscheidender Einfluss auf die Geschäftsführung

d) Wahrnehmung öffentlicher Aufgaben

e) Zwischenergebnis

2. Ungleichbehandlung

a) gemeinsamer Oberbegriff

b) Unterscheidungsmerkmal

aa) das AKW Krümmel

bb) die restlichen AKWs im Vergleich

c) Zwischenergebnis

3. Rechtfertigung

a) Intensität der Ungleichbehandlung

b) Verhältnismäßigkeit hinsichtlich des AKW Krümmel

aa) legitimer Zweck

bb) Geeignetheit

cc) Erforderlichkeit

dd) Angemessenheit

c) sachlicher Grund

d) Zwischenergebnis

B. Die Berufsfreiheit (Art. 12 Abs. 1 GG)

1. Schutzbereich

2. Eingriff

3. Rechtfertigung

4. Zwischenergebnis

C. Die Eigentumsgarantie (Art. 14 GG)

1. Schutzbereich

a) geschützte Eigentumspositionen

aa) mit der Anlage verbundene Nutzungsbefugnis

bb) eingerichteter und ausgeübter Gewerbebetrieb

cc) Betriebsgenehmigungen

dd) Reststrommengen

2. Eingriff

a) in welche Positionen wurde eingegriffen?

b) Enteignung oder Inhalts- und Schrankenbestimmung?

aa) Vergleich mit Ausstiegsgesetz 2002

bb) Qualifizierung als Inhalts- und Schrankenbestimmung

3. Rechtfertigung

a) Verhältnismäßigkeit

aa) legitimer Zweck

bb) Geeignetheit

cc) Erforderlichkeit

dd) Angemessenheit

VII. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die verfassungs- und verwaltungsrechtlichen Probleme, die sich aus der 13. Novelle des Atomgesetzes im Jahr 2011 ergeben haben. Ziel ist es, in Form eines juristischen Gutachtens zu prüfen, ob der durch die schnelle politische Reaktion auf die Katastrophe von Fukushima ausgelöste Gesetzgebungsprozess sowie die materiellen Neuregelungen mit den geltenden verfassungsrechtlichen Vorgaben, insbesondere dem Demokratieprinzip und den Grundrechten der betroffenen Energiekonzerne, vereinbar sind.

  • Verfassungsrechtliche Prüfung des Gesetzgebungsverfahrens (u.a. Rolle der Ethikkommission).
  • Analyse des Gleichheitssatzes in Bezug auf unterschiedliche Laufzeiten für Kernkraftwerke.
  • Untersuchung der Berufsfreiheit der Kraftwerksbetreiber als Grundrechtsposition.
  • Rechtliche Einordnung des Entzugs von Reststrommengen im Rahmen der Eigentumsgarantie.
  • Bewertung der Verhältnismäßigkeit der gesetzgeberischen Maßnahmen.

Auszug aus dem Buch

b) Ethikkommission „Sichere Energieversorgung“

Die Ethikkommission „Sichere Energieversorgung“ musste mit der Frage inwiefern die Kernenergienutzung weiterhin ethisch vertretbar sei, ähnlich wie der Ethikrat, auf eine die Wissenschaft und ihre Auswirkungen auf den Menschen umfassende Thematik eingehen. Eine unmittelbare demokratische Legitimation durch Wahl (Art. 38 Abs. 1 GG) liegt hier nicht vor. Die Ethikkommission wurde auch nicht durch ein Gesetz, sondern durch eine Anweisung der Bundesregierung beauftragt. Dahingehend müssen mit Hinblick auf demokratische Legitimation und Gesetzesvorbehalt die Auswirkungen, welche Handlungen dieser Kommission nach sich ziehen, umso kritischer beurteilt werden, fordert doch das „Wesentlichkeitsgebot“, dass insbesondere für Ausübung der Grundrechte wesentliche Entscheidungen, ausschließlich vom Parlament getroffen werden. Eine Legitimation für die Ethikkommission könnte sich allenfalls daraus ergeben, dass durch ein unabhängiges Gremium dem Gesetzgeber gesellschaftliche Überzeugungen vermittelt werden können. Diese integrative und informelle Funktion kann insofern auch demokratisierend wirken, indem der Gesetzgeber in einer, auch in der Bevölkerung intensiv diskutierten Fragestellung wie dem Atomausstieg den Kontakt sucht.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die rechtlichen Folgen der 13. Atomgesetznovelle, die infolge der Nuklearkatastrophe von Fukushima erlassen wurde.

II. Die Entwicklung des Atomgesetzes: Es werden die historischen Grundlagen der Kernenergienutzung in Deutschland, der Atomkonsens von 2002 und die Laufzeitverlängerung von 2010 dargestellt.

III. Überblick: Die 13. Änderungsnovelle: Dieses Kapitel erläutert die inhaltlichen Kernpunkte der 13. Gesetzesänderung sowie die Einberufung der Ethikkommission.

IV. Formelle Verfassungsmäßigkeit: Hier wird geprüft, ob die formellen Anforderungen des Gesetzgebungsverfahrens, insbesondere das Gesetzesinitiativrecht und die Zustimmungsbedürftigkeit, eingehalten wurden.

V. Materielle Verfassungsmäßigkeit in Bezug auf Verfassungsprinzipien: Der Fokus liegt auf der Vereinbarkeit der Einberufung einer Ethikkommission mit dem Demokratieprinzip.

VI. Materielle Verfassungsmäßigkeit in Bezug auf die Grundrechte: Dieses Kapitel analysiert umfassend die Eingriffe in den Gleichheitssatz, die Berufsfreiheit und die Eigentumsgarantie der Betreiber.

VII. Zusammenfassung: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Novelle trotz verfassungsrechtlicher Bedenken im formellen Bereich und in der Zusammensetzung der Kommission einer Überprüfung standhält.

Schlüsselwörter

Atomgesetz, 13. AtÄndG, Energiewende, Fukushima, Verfassungsmäßigkeit, Demokratieprinzip, Ethikkommission, Gleichheitssatz, Berufsfreiheit, Eigentumsgarantie, Reststrommengen, Laufzeitverlängerung, Atomausstieg, Grundrechte, Verhältnismäßigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der verfassungs- und verwaltungsrechtlichen Prüfung der 13. Atomgesetznovelle von 2011, die nach der Katastrophe in Fukushima den Atomausstieg in Deutschland neu regelte.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind das formelle Gesetzgebungsverfahren, die Rolle der Ethikkommission im demokratischen Prozess sowie die materiellen Grundrechtsverletzungen, speziell bei Gleichheitssatz, Berufsfreiheit und Eigentumsgarantie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Vereinbarkeit des 13. AtÄndG mit dem Grundgesetz zu bewerten und zu klären, ob die getroffenen Maßnahmen als Inhalts- und Schrankenbestimmung oder als entschädigungspflichtige Enteignung zu qualifizieren sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine gutachterliche Prüfung durch, anhand derer die Vereinbarkeit der Gesetzesnovelle mit dem Verfassungsrecht systematisch analysiert wird.

Was behandelt der Hauptteil?

Der Hauptteil analysiert die formelle Verfassungsmäßigkeit, die Vereinbarkeit mit Verfassungsprinzipien wie dem Demokratieprinzip und die Prüfung einzelner Grundrechte der betroffenen Energiekonzerne.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Atomausstieg, Eigentumsgarantie, Grundrechtsfähigkeit, Verhältnismäßigkeit und die 13. Atomgesetznovelle.

Welche Rolle spielt das AKW Krümmel in der Argumentation?

Das AKW Krümmel dient als zentrales Fallbeispiel für die Ungleichbehandlung, da dessen Laufzeit im Vergleich zu anderen Kraftwerken deutlich stärker verkürzt wurde.

Wie bewertet der Autor die Einbindung der Ethikkommission?

Der Autor hält die Einbindung der Kommission hinsichtlich der demokratischen Legitimation für bedenklich, sieht jedoch keinen Verstoß gegen das Demokratieprinzip, da das Parlament die finale Entscheidungsgewalt behielt.

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Details

Title
Verfassungs- und verwaltungsrechtliche Probleme der Novellierung des Atomgesetzes 2011
College
University of Würzburg
Grade
12
Author
Lukas Zanzinger (Author)
Publication Year
2011
Pages
62
Catalog Number
V215127
ISBN (eBook)
9783656432104
ISBN (Book)
9783656436232
Language
German
Tags
verfassungs- probleme novellierung atomgesetzes
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lukas Zanzinger (Author), 2011, Verfassungs- und verwaltungsrechtliche Probleme der Novellierung des Atomgesetzes 2011, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215127
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