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Nationale Identität und Demokratiekonsolidierung in Mittel- und Osteuropa, insbesondere in Russland

Titel: Nationale Identität und Demokratiekonsolidierung in Mittel- und Osteuropa, insbesondere in Russland

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 18 Seiten

Autor:in: Andrej Richter (Autor:in)

Politik - Region: Osteuropa
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Zu Beginn der Politikwissenschaft setzte man sich bei der Untersuchung politischer Systeme vorwiegend mit den Institutionen und systemischen Rahmenbedingungen politischen Handels auseinander (Makroebene). Der Bürger kam in diesen Analysen nur am Rande vor und spielte für das politische Geschehen eine untergeordnete Rolle, da er laut diesen Theorien hauptsächlich von Außenbedingungen determiniert und folglich handlungsbeschränkt war. Diese Sichtweise veränderte sich erst in den 1950er und 1960er Jahren, als angelsächsische Politikwissenschaftler wie Gabriel Almond, David Easton, Seymour M. Lipset und Sidney Verba Konzepte entwickelten, die den Bürgern eine größere Einflussnahme auf die Stabilität und Entwicklung politischer Systeme zuwiesen. Dabei kommt dem Wertegerüst der Bürger, ihren Einstellungen zum politischen System und somit den subjektiven Rahmenbedingungen eine bedeutende Rolle zu (Mikroebene). Diese Konzepte werden unter dem Begriff der politischen Kulturforschung zusammengefasst.
Nach einer Phase, in der Ansätze der Makroebene das Gebiet der Politikwissenschaft beherrschten, kommt es in den letzten Jahren zu einer Revitalisierung der politischen Kulturforschung und somit zu einer Auferstehung von Ansätzen der Mikroebene. Ein Grund für diese Renaissance ist die „unzureichende Erklärungskraft rein ökonomisch-struktureller, institutioneller oder auf die Eliten der Länder ausgerichteter Ansätze der internationalen Transformationsforschung für Fragen der Konsolidierung“, vor allem in Bezug auf die Länder Lateinamerikas und Mittel- und Osteuropas seit Beginn der dritten Demokratisierungswelle ab den 1970er Jahren.
Diese Arbeit knüpft hier an und befasst sich mit der nationalen Identität als einem Teilas-pekt der Mikroebene und deren Auswirkungen auf den Prozess der demokratischen Konsolidierung in Mittel- und Osteuropa. Außerdem wird weitergehend speziell auf die Besonderheiten der nationalen Identität in Russland eingegangen. Dabei sucht die Arbeit auf Grundlage der Artikel von Gaber (2006) und Brudny/Finkel (2011) folgende zwei Leitfragen zu beantworten:
1. Unterstützt die nationale Identität die Festigung der Demokratien in Mittel- und Osteuropa?
2. Welche Besonderheiten stellen sich in Russland in Bezug auf die nationale Identität und Demokratisierung ein?
Nach diesen Leitfragen ist die vorliegende Arbeit auch gegliedert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Heutige Relevanz subjektiver Rahmenbedingungen in der Politikwissenschaft

2. Zusammenhang zwischen nationaler Identität und Demokratiekonsolidierung

2.1. Theoretisches Analyse

2.1.1. Definition von nationaler Identität und Demokratiekonsolidierung

2.1.2. Konzept der politischen Unterstützung nach Easton

2.1.3. Modell der Demokratieunterstützung nach Fuchs

2.2. Empirische Analyse

2.2.1. Gang der Untersuchung

2.2.2. Ausprägung des Nationalstolzes in Mittel- und Osteuropa

2.2.3. Zusammenhang zwischen Nationalstolz und Demokratieunterstützung

2.3. Vergleichende kritische Analyse

3. Besonderheiten der nationalen Identität und Demokratisierung in Russland

3.1. Historisches Erbe der Sowjetunion auf die nationale Identität Russlands

3.2. Fehlende Alternative zum historischen Erbe im postsowjetischen Russland

4. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Einfluss der nationalen Identität auf den Prozess der Demokratiekonsolidierung in Mittel- und Osteuropa, wobei ein besonderer Fokus auf die spezifische Entwicklung und die Besonderheiten in Russland gelegt wird.

  • Politische Kulturforschung als Analyseansatz
  • Zusammenhang zwischen nationaler Identität und Demokratiekonsolidierung
  • Empirische Überprüfung theoretischer Modelle in postkommunistischen Staaten
  • Historisches Erbe der Sowjetunion und dessen Auswirkungen auf die Identitätsbildung
  • Rolle liberaler Kräfte und deren Scheitern im postsowjetischen Russland

Auszug aus dem Buch

3.1. Historisches Erbe der Sowjetunion auf die nationale Identität Russlands

Befasste sich der obere Teil noch allgemein mit den Auswirkungen der nationalen Identität im gesamten Raum Mittel- und Osteuropas, so wird im folgenden Teil konkret auf die Besonderheiten im Zusammenhang mit der nationaler Identität und Demokratisierung in Russland eingegangen. Betrachtet man die Entwicklung der russischen Identität in der Vergangenheit, so stellt man fest: „no other state has gone so far in sponsoring, codifying, institutionalizing, even (in some cases) inventing nationhood and nationality on the substate level, while at the same time doing nothing to institutionalize them on the level of the state as a whole“ (Brubaker, 1996, 29). Gemeint ist damit die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken. Diese Praxis geht auf das ethno-territoriale Prinzip des sowjetischen Föderalismus zurück, welcher zum Teil aus dem Zugeständnis der Bolschewisten an die nationalistischen Kräfte der Peripherie des riesigen Sowjetreiches während des Bürgerkriegs resultiert (vgl. Brudny/Finkel, 2011, 816-819).

Dadurch entstand in der Sowjetunion eine besondere Konzeption, in der die Regionen eine nominelle Nation und eine Kernnation aufweisen. So offenbarten die Unionsrepubliken der Sowjetunion mit Ausnahme der russischen Republik zumindest nominell alle Charakteristika eines unabhängigen Staates: eine eigene Verfassung, Flagge, Nationalhymne, Nationalsprache, ein eigenes Parlament, eigene Minister samt einem Außenminister, eigene Radio- und Fernsehanstalten in der eigenen Nationalsprache und viele weitere eigene kulturelle Einrichtungen. In der gesamten Union agierten die Russen als Kernnation um als eine Art Bindemittel den zentrifugalen Kräften des Vielvölkerstaates entgegen zu wirken (vgl. Suny, 1993, 112).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Heutige Relevanz subjektiver Rahmenbedingungen in der Politikwissenschaft: Einleitung in die Bedeutung der politischen Kulturforschung und Mikroebene für die Transformationsforschung.

2. Zusammenhang zwischen nationaler Identität und Demokratiekonsolidierung: Theoretische Fundierung und empirische Prüfung des Einflusses nationaler Identität auf die demokratische Festigung.

3. Besonderheiten der nationalen Identität und Demokratisierung in Russland: Analyse des sowjetischen Erbes und des Scheiterns liberaler Kräfte bei der Identitätsbildung in Russland.

4. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der Ergebnisse und Diskussion der aktuellen Tendenzen einer russländisch-sowjetischen Mischidentität.

Schlüsselwörter

Nationale Identität, Demokratiekonsolidierung, Russland, Sowjetunion, Politische Kultur, Transformation, Nationalstolz, Politische Unterstützung, Demokratisierung, Osteuropa, Politisches System, Liberale Kräfte, Identitätsbildung, Autoritäre Entwicklung, Historisches Erbe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie die nationale Identität die Konsolidierung von Demokratien in Mittel- und Osteuropa beeinflusst, mit einem speziellen Fokus auf die historischen und politischen Besonderheiten Russlands.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind politische Kulturforschung, Konzepte der politischen Unterstützung, die Empirie der Demokratiefestigung sowie der Zusammenhang zwischen Identität und Regierungsform.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Leitfragen lauten: Unterstützt nationale Identität die Festigung von Demokratien in Mittel- und Osteuropa und welche spezifischen Besonderheiten ergeben sich dabei in Russland?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine Kombination aus theoretischer Analyse (basierend auf Easton und Fuchs) und der Auswertung empirischer Umfragedaten zur nationalen Identität und Demokratieunterstützung angewandt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretische Definition, die empirische Korrelationsanalyse in verschiedenen Ländern sowie eine vertiefende historische Analyse der russischen Identitätsentwicklung nach 1991.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen zählen Nationale Identität, Demokratiekonsolidierung, sowjetisches Erbe, politische Kultur, Transformation und autoritäre Entwicklung.

Wie erklärt der Autor die russische Ausnahmeerscheinung?

Der Autor führt dies auf das historische Erbe der Sowjetunion zurück, in dem die russische Identität mit dem Kommunismus verschmolz, und auf das Versäumnis liberaler Kräfte, eine überzeugende demokratische Alternative anzubieten.

Welches Fazit zieht die Arbeit zur Demokratisierung in Russland?

Das Fazit lautet, dass die Besonderheiten des sowjetischen Erbes und die mangelnde demokratische Identitätsbildung in Russland zu einer negativen Beeinflussung der Demokratisierung und einer Entwicklung hin zu einer defekten Demokratie geführt haben.

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Details

Titel
Nationale Identität und Demokratiekonsolidierung in Mittel- und Osteuropa, insbesondere in Russland
Hochschule
Universität Passau  (Philosophische Fakultät, Lehrstuhl für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Demokratie in Mittel- und Osteuropa. Geschichte und Gegenwart
Autor
Andrej Richter (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
18
Katalognummer
V215398
ISBN (eBook)
9783656441250
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Demokratie Demokratiekonsolidierung Zusammenhang Nationale Identität Nationalstolz Russland Makroebene Mikroebene Politische Kulturforschung Easton Fuchs Demokratiefestigung Demokratisierung Politische Unterstützung Demokratieunterstützung Mittel- und Osteuropa Sowjetunion Putin Sowjetisierung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andrej Richter (Autor:in), 2013, Nationale Identität und Demokratiekonsolidierung in Mittel- und Osteuropa, insbesondere in Russland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215398
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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