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Christan Hoffmann von Hoffmannswaldaus „Vergänglichkeit der Schönheit“. Analyse der Struktur, Antithetik und Stilmittel

Titel: Christan Hoffmann von Hoffmannswaldaus „Vergänglichkeit der Schönheit“. Analyse der Struktur, Antithetik und Stilmittel

Hausarbeit , 2012 , 12 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Jesse Bochert (Autor:in)

Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der literaturwissenschaftlichen Arbeit ist das Interpretieren der zentrale Bereich und zugleich ihr problematischster. Die Ergebnisse sind konstitutionell vorläufig und daher stets revisionsbedürftig. Da es die für immer geltende Interpretation nicht gibt,
„müssen literarische Texte, sollen sie im kulturellen Gedächtnis, d.h. für das Selbstbild eine Gesellschaft erhalten bleiben, immer neu interpretiert werden.“1
Ich widme mich in dieser Arbeit dem Gedicht „Vergänglichkeit der Schönheit“ von dem schlesischen Dichter Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau, einer der bedeutendsten Barocklyriker der sogenannten „galanten Lyrik“2. Als Vorlage diente ihm das italienische Gedicht „Verrà la morte e con la man possente“ von Giuseppe Salomonis.3 Wann das Gedicht genau entstanden ist, konnte bis jetzt noch nicht eruiert werden, der Erstdruck (1965) ist jedoch erst zwanzig Jahre nach dem Tode des Verfassers erschienen.4
Das Gedicht handelt von der Vergänglichkeit der Schönheit einer hartherzigen Frau. Für die damalige Zeit der Dichtung gewiss nichts Originelles, was es jedoch so besonders macht, ist die formale Eleganz mit der Hoffmannswaldau dieses Thema behandelt und darüber hinaus liegt es
„auch an der zwanglosen Virtuosität, mit der zwei Grundthemen der Dichtung Hoffmannswaldaus und seiner Zeit, Carpe diem und Memento mori, mit schon leicht parodistisch anmutender Metaphorik dargestellt und aufeinander bezogen werden.“5
Gegenstand dieser Hausarbeit soll sein, als erstes die Struktur und die Begrifflichkeiten zu erläutern. Anschließend zeige ich, wie Hoffmannswaldau die Antithetik und andere Stilmittel nutzt, um die spitzfindige Pointe zu isolieren, damit im abschließenden Kapitel eben dieser Höhepunkt ins richtige Licht gestellt werden kann.
[...]
1 Laufhütte, Hartmut: Mit der Grenze spielen. Zu Christan Hofmann von Hoffmannswaldaus Sonett Vergänglichkeit der Schönheit; In: Frank, Gustav/ Lukas, Wolfgang (Hrsg.): Norm-Grenze-Abweichung. Kultursemiotische Studien zu Literatur, Medien und Wirtschaft, Passau 2004, S. 31.
2 Vgl. Szyrocki, Marian: Die deutsche Literatur des Barock. Eine Einführung, Stuttgart 1997, S. 200.
3 Vgl. Noack, Lothar: Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau, (1616 - 1679). Leben und Werk, Tübingen 1999, S. 226.
4 Vgl. Laufhütte S. 32.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Struktur und Begrifflichkeit

3. Die Schönheiten der Frau und der Griff des Todes

3.1 Die Antithetik im Gedicht

3.2 Die auffällige Zurückhaltung für die Schlusspointe

4. Das Herz aus Diamant als Schlusspointe

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert das Gedicht „Vergänglichkeit der Schönheit“ von Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau, mit dem Ziel, die formale Struktur, die Verwendung rhetorischer Stilmittel und die Bedeutung der abschließenden Pointe im Kontext barocker Literaturtraditionen zu ergründen.

  • Analyse des sonett-spezifischen Aufbaus und Metrums nach Martin Opitz.
  • Untersuchung der Antithetik und bildlicher Schönheitsdarstellungen.
  • Gegenüberstellung der Vanitas-Motivik mit Hoffmannswaldaus distanzierterer Herangehensweise.
  • Interpretation des „Herzens aus Diamant“ als Schlusspointe.
  • Einordnung des Werkes in den zeitgenössischen literarischen Kontext der galanten Lyrik.

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Antithetik im Gedicht

In einer bildreich bespickten Darstellung wird das Dahinschwinden des schönen Scheins einer Frau, jeweils eng verbunden mit erotischen Anspielungen verbunden, beschrieben. Die hierbei beschriebenen Partien des weiblichen Körpers sind sowohl erotische Zonen als auch sinnbildlicher Ausdruck elementarer Lebenskräfte. So verschmilzt förmlich das Erotisch mit dem Vitalen. Die Schönheiten der Frau werden, wie nach Tradition der petrarkistischen Schönheitsdarstellung üblich, in disparate Glieder aufgeteilt und vom Dichter mit Stilmitteln der acutezza durch scharfsinnige Vergleiche angereichert. Der Mund wird mit Korallen verglichen, golden ist das Haar und „der schultern warmer Schnee“ (Oxymoron). Auch die sprachlichen Figuren entsprechen der Konvention: Genitiv-Metapher („corall der lippen“) und Cedat-Formel („kann des goldenes glantz erreichen“).

Schon in den ersten beiden Versen wird mit aller Deutlichkeit beschrieben, dass der Tod der letzte Liebhaber sein wird. An dieser Aussage reihen sich mehrere an, die jeweils mit der Aufzählung der wichtigsten Schönheitsattribute: Lippen, Schultern, Augen, Hand, Haar, und Fuß verbunden sind. Es wird deutlich gemacht, dass alles mit der Zeit dem Tod zufällt, was den Vanitas-Gedanken wiederspiegeln soll, denn hinter der schönen Maske lauert immer der Tod. Die mit diesen Aufzählungen verbundene Antithetik durchzieht das ganze Gedicht. Jedoch stellt sie sich in jeder Einzelaussage ein wenig anders da.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Gedichts „Vergänglichkeit der Schönheit“ und Einbettung in den Kontext der barocken galanten Lyrik bei gleichzeitiger Darlegung der methodischen Vorgehensweise.

2. Struktur und Begrifflichkeit: Analyse der formalen Kriterien des Sonetts nach den Vorgaben von Martin Opitz sowie Klärung sprachlicher Besonderheiten des 17. Jahrhunderts zur Erleichterung der Paraphrasierung.

3. Die Schönheiten der Frau und der Griff des Todes: Untersuchung der eingesetzten Stilmittel und der Antithetik sowie Analyse der für die Zeit ungewöhnlich zurückhaltenden Darstellung des Vergänglichkeitsthemas.

4. Das Herz aus Diamant als Schlusspointe: Interpretation des zentralen Schlussbildes als ironisch-blasphemische Wendung, die den erotischen Werbecharakter des Gedichts gegenüber der traditionellen Memento-mori-Lyrik betont.

Schlüsselwörter

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau, Barocklyrik, Sonett, Vergänglichkeit der Schönheit, Vanitas, Memento mori, Carpe diem, Antithetik, Argutezza, Pointe, galante Lyrik, Metrik, Alexandriner, literarische Analyse, Herz aus Diamant.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?

Die Arbeit widmet sich der Interpretation des Gedichts „Vergänglichkeit der Schönheit“ von Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau und beleuchtet dessen formale und inhaltliche Besonderheiten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die barocken Topoi von Memento mori und Carpe diem, die formale Struktur eines Sonetts sowie die rhetorische Gestaltung der Vergänglichkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, zu zeigen, wie Hoffmannswaldau durch geschickte Antithetik und die formale Eleganz seines Stils die Pointe des Gedichts isoliert und deren Funktion im Kontext zeitgenössischer Dichtung bestimmt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Analyse, inklusive der Prüfung von Wortverständnis, Metrik, rhetorischen Figuren und dem Vergleich mit anderen zeitgenössischen Dichtern wie Andreas Gryphius.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Struktur und Sprache, die Analyse der antithetischen Bildsprache sowie die Interpretation des Schlusses als pointierter „Scherz“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Barocklyrik, Vergänglichkeit, Herz aus Diamant, Pointe, Vanitas und galante Lyrik.

Wie unterscheidet sich die Darstellung des Todes bei Hoffmannswaldau von anderen Barockdichtern?

Im Gegensatz zu schockierenden Darstellungen, etwa bei Gryphius, wählt Hoffmannswaldau eine auffällige Zurückhaltung, um den Tod nicht als plötzliche Bedrohung, sondern als schleichenden Prozess einzuführen.

Welche Bedeutung hat das „Herz aus Diamant“ am Ende des Gedichts?

Es dient nicht als Lob der Unsterblichkeit, sondern als geschickte, ironische Pointe, die das harte, unzugängliche Herz der Geliebten tadelt und zur Erwiderung der Liebe auffordert.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Christan Hoffmann von Hoffmannswaldaus „Vergänglichkeit der Schönheit“. Analyse der Struktur, Antithetik und Stilmittel
Hochschule
Universität Rostock
Note
1,3
Autor
Jesse Bochert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
12
Katalognummer
V215762
ISBN (eBook)
9783656442950
ISBN (Buch)
9783656443339
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hoffmannswaldau Barock Gedichtinterpretation Vergänglichkeit der Schönheit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jesse Bochert (Autor:in), 2012, Christan Hoffmann von Hoffmannswaldaus „Vergänglichkeit der Schönheit“. Analyse der Struktur, Antithetik und Stilmittel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215762
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Leseprobe aus  12  Seiten
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