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Aggression und Gewalt - Eine Untersuchung auf vier Erklärungsebenen

Titel: Aggression und Gewalt - Eine Untersuchung auf vier Erklärungsebenen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2002 , 42 Seiten , Note: sehr gut

Autor:in: Mag. Marc Hollenstein (Autor:in)

Psychologie - Sozialpsychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Heutzutage sind wir nahezu immer und überall mit Gewalt und Aggression konfrontiert. Es fängt im Fernsehen an, zieht sich in der Schule oder am Arbeitsplatz fort und endet in der Familie. Ein besonders erschütterndes Beispiel für Gewaltausübung war der Terror der Nazis in Konzentrationslagern. Aus psychologischer Sicht haben dazu eine Reihe von Faktoren beigetragen. Unter anderem fehlten beispielsweise die üblichen externen negativen Sanktionen für Gewaltausübung; Brutalität wurde sogar vom System noch besonders anerkannt. Auch fehlten die internen moralischen Standards – Selbstbewertungsprozesse sind durch kognitive Umstrukturierungen neutralisiert worden (Bandura, 1983, 1991). Eine weitere wesentliche Rolle in diesem Zusammenhang spielten euphemistische Begriffe, mit denen das Ausmaß an Gewalt vernebelt wurde (Bsp.: „Kristallnacht“, „Ethnische Säuberung“). Auch wurde das Gefühl der eigenen Verantwortlichkeit für sein Handeln vermindert, indem die Verantwortung auf Autoritäten verschoben wurde.
Doch abgesehen von diesem schrecklichen geschichtlichen Ereignis finden wir Gewalt und Aggression – wie schon vorhin erwähnt – auch alltäglich in unserem gesellschaftlichen Umfeld. So wird zum Beispiel die Gewalt in Familien (insbesondere die Gewalt gegen Frauen und Kinder) häufig unterschätzt. Ein Grund dafür liegt im privaten Charakter solcher aggressiven Handlungen, der den Einsatz von exteren Sanktionen schwierig macht. Auch die traditionellen Rollenbilder fügen ihren Teil dazu, indem sie dem Manne („dem Hausherr“) nahezu unbegrenzte Machtausübung ermöglichen.

Aus diesen beiden Beispielen kann man schon die unterschiedlichen Ausdrucksformen von Gewalt und Aggression erahnen. Willem Doise (1986) spricht deshalb von vier Erklärungsebenen, die bei der Erklärung menschlichen Verhaltens auseinandergehalten werden sollten:
1) Intraindividuelle Erklärungen
2) Interpersonale Erklärungen
3) Intergruppale Ebene
4) Ideologische Ebene

Die folgenden Theorien und Modelle lassen sich den vier Erklärungsebenen zuordnen. Aggression und Gewalt sind jedoch in der Regel nicht auf einen einzelnen Erklärungsfaktor zurückzuführen, fast immer kommt es zum Zusammenwirken von Ursachen, die auf unterschiedlichen Erklärungsebenen anzusiedeln sind.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 – Aggression: Definition, Theorie und Themen (Hans W. Bierhoff und Ulrich Wagner)

1 Einführung

2 Definitionen

3 Theorien und Erklärungsansätze

4 Frustrations-Aggressions-Hypothese

5 Aggressive Hinweisreize und andere Randbedingungen

5.1 Katharsis

5.2 Die soziale Lerntheorie und Aggressionslernen bei Kindern

5.3 Erregungstransfer und Attribution

5.4 Ein Prozessmodell der Aggression

5.5 Aggression als Ausdruck von Machtausübung durch Zwang

5.6 Aggression in und zwischen Gruppen

6 Zusammenfassung

Der Einfluss von willkürlicher Provokation und unspezifischer Aktivierung auf aggressives Verhalten (Manfred Bornewasser – Westfälische Wilhelms-Universität Münster)

1 Theorie

2 Methoden

3 Ergebnisse

4 Diskussion

The Facilitation of Aggression by Aggression: Evidence Against the Catharsis Hypothesis (Geen Russell G., Stonner David, and Shope Gary L. – University of Missouri, Columbia)

1 Theorie

2 Methode

3 Ergebnisse

4 Diskussion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, das komplexe Phänomen menschlicher Aggression und Gewalt aus sozialpsychologischer Perspektive zu durchleuchten, theoretische Erklärungsmodelle zu diskutieren und anhand zweier empirischer Studien zu prüfen.

  • Multidimensionale Erklärungsansätze für aggressives Verhalten
  • Theoretische Grundlagen von Frustration, Erregung und Aggressionslernen
  • Empirische Untersuchung des Erregungstransfers und der Missattribution
  • Kritische Analyse der Katharsishypothese in der psychologischen Forschung
  • Strukturierung von Aggressionsphänomenen auf unterschiedlichen Ebenen

Auszug aus dem Buch

1 Einführung

Heutzutage sind wir nahezu immer und überall mit Gewalt und Aggression konfrontiert. Es fängt im Fernsehen an, zieht sich in der Schule oder am Arbeitsplatz fort und endet in der Familie. Ein besonders erschütterndes Beispiel für Gewaltausübung war der Terror der Nazis in Konzentrationslagern.

Aus psychologischer Sicht haben dazu eine Reihe von Faktoren beigetragen. Unter anderem fehlten beispielsweise die üblichen externen negativen Sanktionen für Gewaltausübung; Brutalität wurde sogar vom System noch besonders anerkannt. Auch fehlten die internen moralischen Standards – Selbstbewertungsprozesse sind durch kognitive Umstrukturierungen neutralisiert worden (Bandura, 1983, 1991). Eine weitere wesentliche Rolle in diesem Zusammenhang spielten euphemistische Begriffe, mit denen das Ausmaß an Gewalt vernebelt wurde (Bsp.: „Kristallnacht“, „Ethnische Säuberung“).

Zusammenfassung der Kapitel

Kapitel 1 – Aggression: Definition, Theorie und Themen: Dieses Kapitel führt in die Begriffsdefinition von Aggression ein und erläutert verschiedene psychologische Theorien sowie Erklärungsebenen für aggressives Verhalten.

Der Einfluss von willkürlicher Provokation und unspezifischer Aktivierung auf aggressives Verhalten: Diese empirische Studie untersucht, ob physiologische Erregung in Kombination mit Provokation die Aggressionsbereitschaft durch einen Erregungstransfer steigert.

The Facilitation of Aggression by Aggression: Evidence Against the Catharsis Hypothesis: Diese Studie setzt sich kritisch mit der Katharsishypothese auseinander und prüft experimentell, ob die Ausübung von Aggression tatsächlich zu einer Reduktion nachfolgender Aggressivität führt.

Schlüsselwörter

Aggression, Gewalt, Sozialpsychologie, Frustrations-Aggressions-Hypothese, Katharsis, Erregungstransfer, Attribution, Attributionstheorie, Machtausübung, Deindividuation, Gruppenkonflikt, Intergruppenaggression, Soziale Lerntheorie, Missattribution, Provokation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Phänomen von Aggression und Gewalt aus verschiedenen theoretischen und empirischen Blickwinkeln der Sozialpsychologie.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Aggression, Erklärungsansätzen wie der Frustrations-Aggressions-Theorie, dem Erregungstransfer und der Überprüfung der Katharsishypothese.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für die Entstehung und Bedingungen aggressiven Verhaltens zu schaffen und durch empirische Belege zu untermauern oder kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der detaillierten Vorstellung und Diskussion zweier empirischer, experimenteller Studien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Aggressionsformen sowie die detaillierte Darstellung und Auswertung von zwei Experimenten zur Provokation und zur Katharsishypothese.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Aggression, Gewalt, Erregungstransfer, Katharsis, Attribution und Gruppendynamik.

Welches Ergebnis liefert die Untersuchung von Bornewasser zum Erregungstransfer?

Die Studie zeigt, dass ein Erregungstransfer nur unter sehr spezifischen Bedingungen eintritt und eine Missattribution bei zu starker Aktivierung ausbleiben kann.

Was sagen Geen et al. zur Katharsishypothese aus?

Die Ergebnisse widerlegen die Katharsishypothese; sie deuten stattdessen darauf hin, dass die Ausübung von Aggression die Wahrscheinlichkeit für weiteres aggressives Verhalten eher erhöht als senkt.

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Details

Titel
Aggression und Gewalt - Eine Untersuchung auf vier Erklärungsebenen
Hochschule
Universität Wien  (Sozialpsychologisches Institut)
Note
sehr gut
Autor
Mag. Marc Hollenstein (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
42
Katalognummer
V21596
ISBN (eBook)
9783638251730
ISBN (Buch)
9783638647168
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Aggression Gewalt Eine Untersuchung Erklärungsebenen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mag. Marc Hollenstein (Autor:in), 2002, Aggression und Gewalt - Eine Untersuchung auf vier Erklärungsebenen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21596
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Leseprobe aus  42  Seiten
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