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Die Bilanzierung latenter Steuern nach HGB und IAS im Vergleich - dargestellt an einem eigenen Beispiel zur Bilanzierung bei einer grossen Kapitalgesellschaft

Title: Die Bilanzierung latenter Steuern nach HGB und IAS im Vergleich - dargestellt an einem eigenen Beispiel zur Bilanzierung bei einer grossen Kapitalgesellschaft

Term Paper , 2004 , 33 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Marc Schünemann (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Summary Excerpt Details

Die Internationalisierung der Güter-, Dienstleistungs- und Kapitalmärkte spiegelt sich seit den letzten Jahrzehnten in einem exportorientierten Land wie der Bundesrepublik Deutschland immer stärker wider. Dieser Trend zeichnet sich gleichermaßen auch in der Rechnungslegung der einzelnen Unternehmen ab.
Der Börsengang der damaligen Daimler-Benz AG im Jahr 1993 an der New Yorker Börse, der New York Stock Exchange, zeigte schon damals auf, dass Jahresabschlüsse nach der deutschen Rechnungslegung bei der zunehmenden Globalisierung nicht mehr ausreichend sind, da Abschlüsse nach deutschem Handelsrecht in den USA nicht akzeptiert werden. Mit weiteren Börsengängen deutscher Unternehmen im vergangenen Jahrzehnt gewinnen Jahresabschlüsse, die nach internationalen Standards erstellt werden, zunehmend an Bedeutung.

Diese Arbeit hat die Zielsetzung, die Rechnungslegung des deutschen Handelsrechtes mit den internationalen Rechnungslegungsstandards, den „International Accounting Standards“ (IAS), im Bereich der latenten Steuern zu vergleichen.
Dabei werden zunächst die Rechnungslegungen hinsichtlich ihrer Normen und Institutionen sowie allgemeine Bilanzierungsgrundsätze nach dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) und nach den internationalen Standards kurz dargestellt. Im weiteren Gang der Arbeit wird die Bilanzierung latenter Steuern ausführlich dargestellt und bezüglich der unterschiedlichen Rechnungslegungen nach HGB bzw. IAS ein Vergleich vorgenommen. Zur besseren Veranschaulichung wird dieser Vergleich anhand eines selbstgewählten Praxisbeispiels bei einer großen Kapitalgesellschaft verdeutlicht. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt bei der Bilanzierung des Einzelabschlusses, Besonderheiten und Regelungen des Konzernabschlusses werden nur kurz dargestellt. Abschließend werden die wichtigsten Punkte dieses Vergleichs noch einmal zusammengefasst und dabei kritisch gewürdigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und Zielsetzung der Arbeit

2 Grundlegender Vergleich der Rechnungslegungssysteme nach HGB und IAS

2.1 Gesetzliche Normen versus organisatorisches Regelwerk

2.2 Grundzüge der Rechnungslegungen und wichtige Bilanzierungsgrundsätze

2.3 Der Einfluss der IAS auf die deutsche Rechnungslegung in näherer Zukunft

3 Die Bilanzierung latenter Steuern nach HGB und IAS

3.1 Definition und Wesen latenter Steuern

3.2 Bilanzierung nach HGB

3.2.1 Konzeption und Geltungsbereich des § 274 HGB

3.2.2 Ansatz nach HGB

3.2.2.1 Das Timing-Konzept als Ansatzinstrument des HGB

3.2.2.2 Passive Steuerabgrenzung nach HGB

3.2.2.3 Aktive Steuerabgrenzung nach HGB

3.2.2.4 Steuerlatenzen bei Verlustvorträgen

3.2.3 Bewertung der Steuerabgrenzung nach HGB

3.2.4 Ausweis der Steuerabgrenzung nach HGB

3.2.5 Besonderheiten beim Konzernabschluss

3.3 Bilanzierung nach IAS

3.3.1 Konzeption und Geltungsbereich des IAS 12

3.3.2 Ansatz nach IAS

3.3.2.1 Das Temporary-Konzept als Ansatzinstrument der IAS

3.3.2.2 Die Bedeutung von Vermögensgegenständen und Schulden

3.3.2.3 Passive Steuerabgrenzung nach IAS

3.3.2.4 Aktive Steuerabgrenzung nach IAS

3.3.2.5 Steuerlatenzen bei Verlustvorträgen

3.3.3 Bewertung der Steuerabgrenzung nach IAS

3.3.4 Ausweis der Steuerabgrenzung nach IAS

3.3.5 Besonderheiten beim Konzernabschluss

4 Die Verdeutlichung der Bilanzierung latenter Steuern nach HGB und IAS anhand eines Praxisbeispieles bei einer grossen Kapitalgesellschaft

4.1 Allgemeines

4.2 Bilanzierung nach HGB

4.3 Bilanzierung nach IAS

5 Fazit und kritische Würdigung

5.1 Zusammenfassung

5.2 Kritische Würdigung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit vergleicht die Bilanzierung latenter Steuern nach dem deutschen Handelsrecht (HGB) mit den internationalen Rechnungslegungsstandards (IAS), um die Unterschiede in Ansatz, Bewertung und Ausweis darzustellen und anhand eines Praxisbeispiels zu verdeutlichen.

  • Vergleich der Systemgrundsätze der HGB-Rechnungslegung und der IAS
  • Detaillierte Analyse des Ansatzes und der Bewertung latenter Steuern (Timing-Konzept vs. Temporary-Konzept)
  • Gegenüberstellung der Behandlung von aktiven und passiven Steuerlatenzen
  • Praxisorientierte Anwendung der Bilanzierungsmethoden an einem Unternehmensbeispiel
  • Kritische Würdigung der Eignung beider Systeme für eine moderne, international orientierte Rechnungslegung

Auszug aus dem Buch

3.2.2.1 Das Timing-Konzept als Ansatzinstrument des HGB

Bezüglich des Ansatzes latenter Steuern lehnt sich der § 274 HGB an das ergebnisorientierte Timing-Konzept an. Ziel des Konzeptes ist es, die Ertragslage des bilanzierenden Unternehmens richtig darzustellen. Zur Veranschaulichung dieses Konzeptes sind Ergebnisdifferenzen zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz in drei Kategorien einzuteilen:

• Ergebnisdifferenzen, die aus einem Geschäftsjahr resultieren und sich in folgenden Geschäftsjahren voraussichtlich wieder ausgleichen, werden als zeitliche Ergebnisdifferenzen definiert

• Unter permanenten Differenzen versteht man jene Erfolgskomponenten, die entweder nur bei der handelsrechtlichen oder nur bei der steuerrechtlichen Gewinnermittlung auftreten. Diese können sich dadurch in folgenden Geschäftsjahren nicht ausgleichen

• Die sog. quasi-permanenten Differenzen gleichen sich zwar zu einem späteren Zeitpunkt aus, es wird allerdings davon ausgegangen, dass dieser Ausgleich erst bei Veräußerung eintritt

Permanente Differenzen können entstehen, wenn Erfolgskomponenten in die handelsrechtliche Gewinn- und Verlustrechnung einbezogen werden und auf steuerrechtlicher Seite den Gewinn nicht beeinflussen. Auf der Aufwandsseite können dies beispielsweise nichtabzugsfähige Betriebsausgaben sein, die zwar den handelsrechtlichen Gewinn mindern, aber das steuerrechtliche Ergebnis nicht berühren (z.b. Bewirtungskosten, welche zu 80 Prozent abzugsfähig bzw. zu 20 Prozent nichtabzugsfähig sind). In bezug auf die Ertragsseite kommen steuerfreie Erträge in Betracht, welche das handelsrechtliche Ergebnis erhöhen, aber auf steuerrechtlicher Seite nicht zu Erträgen führen. Andererseits können auch permanente Differenzen auftreten, wenn Geschäftsvorfälle den steuerrechtlichen Gewinn beeinflussen, das handelsrechtliche Jahresergebnis aber nicht berühren. All diese Fälle führen in zukünftigen Jahren zu keinem Ausgleich.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung und Zielsetzung der Arbeit: Einführung in die Thematik der Internationalisierung der Rechnungslegung und Festlegung des Untersuchungsziels.

2 Grundlegender Vergleich der Rechnungslegungssysteme nach HGB und IAS: Gegenüberstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen und der Bilanzierungsgrundsätze beider Systeme.

3 Die Bilanzierung latenter Steuern nach HGB und IAS: Ausführliche Analyse der Konzepte (Timing vs. Temporary) sowie der Ansatz- und Bewertungsmethoden für latente Steuern.

4 Die Verdeutlichung der Bilanzierung latenter Steuern nach HGB und IAS anhand eines Praxisbeispieles bei einer grossen Kapitalgesellschaft: Anwendung der theoretischen Grundlagen auf die Geschäftsvorfälle der beispielhaften AM GmbH.

5 Fazit und kritische Würdigung: Synoptische Zusammenfassung der Ergebnisse und kritische Bewertung der Eignung der IAS-Konzepte.

Schlüsselwörter

Latente Steuern, HGB, IAS, Rechnungslegung, Timing-Konzept, Temporary-Konzept, Steuerabgrenzung, Bilanzierung, Jahresabschluss, Steuerlatenzen, Verbindlichkeitsmethode, Kapitalgesellschaft, Einzelabschluss, Konzernabschluss, Steueränderung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt den Vergleich der Bilanzierung latenter Steuern zwischen dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) und den internationalen Rechnungslegungsstandards (IAS).

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf den Ansatz-, Bewertungs- und Ausweisvorschriften für latente Steuern sowie den unterschiedlichen Grundkonzepten, namentlich dem Timing-Konzept (HGB) und dem Temporary-Konzept (IAS).

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Bilanzierungssysteme die Darstellung latenter Steuern beeinflussen und welche Vorteile das IAS-System im Kontext zunehmender Globalisierung bietet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse der gesetzlichen und standardisierten Bilanzierungsvorschriften, ergänzt durch eine praktische Veranschaulichung anhand einer Beispiel-GmbH.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Bilanzierung von Steuerlatenzen nach HGB und IAS sowie die konkrete Anwendung dieser Regeln auf ein Praxisbeispiel mit zwei Produktionsmaschinen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Latente Steuern, HGB, IAS, Timing-Konzept, Temporary-Konzept und Bilanzierung.

Was ist der wesentliche Unterschied zwischen dem HGB-Ansatz und dem IAS-Ansatz bei Steuerlatenzen?

Während das HGB auf zeitliche Ergebnisdifferenzen (Timing-Konzept) fokussiert, basiert der IAS-Ansatz auf temporären Differenzen zwischen Bilanzwerten (Temporary-Konzept), was zu einer umfassenderen Erfassung führt.

Warum wird im deutschen Handelsrecht die Abzinsung latenter Steuern untersagt?

Das deutsche Handelsrecht sieht für die Bewertung latenter Steuern prinzipiell kein Abzinsungsgebot vor, um die Konsistenz der handelsrechtlichen Bewertungsmethodik zu wahren.

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Details

Title
Die Bilanzierung latenter Steuern nach HGB und IAS im Vergleich - dargestellt an einem eigenen Beispiel zur Bilanzierung bei einer grossen Kapitalgesellschaft
College
University of Applied Sciences and Arts Hildesheim, Holzminden, Göttingen  (Institut Prüfungs- und Steuerwesen)
Grade
1,3
Author
Marc Schünemann (Author)
Publication Year
2004
Pages
33
Catalog Number
V22767
ISBN (eBook)
9783638260343
ISBN (Book)
9783638647625
Language
German
Tags
Bilanzierung Steuern Vergleich Beispiel Bilanzierung Kapitalgesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marc Schünemann (Author), 2004, Die Bilanzierung latenter Steuern nach HGB und IAS im Vergleich - dargestellt an einem eigenen Beispiel zur Bilanzierung bei einer grossen Kapitalgesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22767
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