Das Essay behandelst die Pro- und Contraseiten zum Problem, ob das Internet unsere Grundrechte beeinflusst oder sogar in Frage stellt.
Im 21. Jahrhundert angekommen, ist das Internet aus dem Alltag der Menschen nicht mehr wegzudenken. Es ist selbstverständlich geworden, rund um die Uhr zu wissen, was auf der Welt passiert, den Tag mit „Tweets“ und „Gefällt mir“- Buttons zu untermalen. Man teilt sein Leben mit Anderen, oft auch mit fremden Menschen. Die Konsequenzen sind den meisten nicht bewusst. Die gedachte Anonymität im Netz existiert bei Weitem nicht so wie wir denken. Mit jedem Klick geben wir Informationen von uns preis, meist auch völlig unbewusst.
Vor über 60 Jahren entstand unsere noch heute gültige Verfassung. Mit ihr traten auch die Grundrechte in Kraft. Rechte, die jeder deutsche Staatsbürger hat, verbunden mit Pflichten. Wer sich an die Regelungen hält, kann anscheinend ein freies Leben in der Bundesrepublik Deutschland führen. Doch beim Internet beginnt die Problematik. Wie sicher bewegen wir uns wirklich im Netz? Ist in Zeiten von Cybermobbing und Datenspeicherung die Würde des Menschen noch geschützt? Meinungs- und Pressefreiheit werden ausgelebt, doch wo wird eine Grenze zwischen Meinungsäußerung und Beleidigung gezogen?
Als unsere Grundrechte niedergeschrieben wurden, hat wohl keiner geahnt, welche „Gefahren“ die Entdeckung Internet für genau diese Rechte mit sich bringt.
Esther Dyson stellte schon in ihrem Essay „Das zuverlässige Netz“ fest, dass das Internet eigentlich sicherer sein sollte als die reale Welt und, dass man nichts mit Fremden zu tun haben müsse, wenn man es nicht will. Doch weit gefehlt.
Bei der weltweit erfolgreichsten Social Media Website Facebook werden beispielsweise eingegebene Daten zu Wohnort, Schule, Uni oder Arbeitsstelle analysiert. Menschen, die wir kennen könnten, werden uns vorgeschlagen. Plötzlich hat man „Freunde“, die eigentlich gar keine echten sind- zumindest nicht in der realen Welt. Sind wir erst einmal per Webfreundschaft mit ihnen verbunden, erfahren sie alles, was wir von uns preisgeben. Wenn wir etwas „posten“, dann natürlich freiwillig. In Artikel 5 des Grundgesetzes steht, dass in Deutschland Meinungsfreiheit herrscht. Auch im Internet dürfen wir unsere Meinung frei äußern, diskutieren oder erörtern. Doch was passiert, wenn aus der Meinung eine Beleidigung oder eine Äußerung wird, die unser Gesetz als verfassungs- oder jugendgefährdend ansehen würde. Es gibt keinen „Aufpasser“, der rund um die Uhr darauf achtet, was wir im Netz schreiben. Ist unsere Meinungsfreiheit also im Netz grenzenlos und nur in der Realität eingeschränkt?
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Häufig gestellte Fragen
Sind unsere Grundrechte im Internet ausreichend geschützt?
Das Essay diskutiert, dass die Anonymität im Netz oft nur Schein ist und Datenspeicherung sowie Cybermobbing neue Herausforderungen für den Schutz der Menschenwürde darstellen.
Gilt die Meinungsfreiheit im Internet grenzenlos?
Nein, auch im Netz ziehen Beleidigungen, Volksverhetzung oder jugendgefährdende Inhalte rechtliche Grenzen, auch wenn die Durchsetzung im digitalen Raum schwieriger ist.
Welche Gefahren birgt Social Media für die Privatsphäre?
Plattformen wie Facebook analysieren private Daten (Wohnort, Bildung, Kontakte), wodurch Nutzer oft unbewusst Informationen preisgeben, die kommerziell oder anderweitig genutzt werden können.
Gibt es einen „Aufpasser“ für das Internet?
Es gibt keine globale Instanz, die das Netz rund um die Uhr überwacht. Die Regulierung erfolgt meist durch nationale Gesetze und die Nutzungsbedingungen der Plattformbetreiber.
Ist das Internet sicherer als die reale Welt?
Obwohl manche Theoretiker wie Esther Dyson dies anfangs hofften, zeigt die Realität, dass Cyber-Kriminalität und Datenmissbrauch erhebliche Risiken darstellen, die über die reale Welt hinausgehen.
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- Franziska Schmidt (Author), 2011, Herausforderungen für den Grundrechtsschutz im Internet, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229480