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Die Angst vor dem Ende

Pietistischer Chiliasmus

Title: Die Angst vor dem Ende

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: B.A. Alexander Batzke (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Die Angst vor dem Ende. Eine Emotion, die sich durch die Geschichte zieht, wie ein roter Faden. Ob die Sintflut oder die Offenbarung des Johannes in der Bibel oder ganz konkrete Ängste vor dem Ende der bekannten Welt in Mittelalter und (Früher-)Neuzeit, ausgelöst durch Naturkatastrophen oder Wetterphänomene. Stets finden sich Prognosen, Prophetien und Deutungen, die die Angst vor einem bevorstehenden Ende der Welt schüren. Eine besondere Gruppe jedoch grenzte sich komplett von dieser gängigen Angst vor dem Ende ab. Stattdessen erwartete man es sehnlichst: Eine Hoffnung auf bessere Zeiten der Kirche auf Erden.
Denn zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert bildete sich im deutschen Protestantismus, vor allem in Halle und Württemberg, jedoch auch in Skandinavien, den Niederlanden, der Schweiz, England und Amerika, eine Frömmigkeitsbewegung heraus, die sich in vielen Punkten von den Lehren der Reformatoren abgrenzte. Die Anhänger dieser Gruppe wurden Pietisten genannt. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dieser Frömmigkeitsbewegung und deren Eschatologie.
Zuerst wird in einem historischen Abriss erklärt, worum es sich dabei handelte, und die wichtigsten Vertreter der Bewegung vorgestellt. Danach wird im Hauptteil der Arbeit anhand der Wochenbücher der Beate Paulus darauf eingegangen, wie sich die Vorstellungen der Pietisten explizit auf eine Biographie auswirkten. Zum Schluss wird noch kurz die Frage erörtert, ob es sich bei der Eschatologie der Pietisten um eine Jenseitsvorstellung oder eine Endzeitvorstellung handelt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kontext

2.1. Pietismus

2.2. Chiliasmus

2.3. Johann Valentin Andreae

2.4. Philipp Jakob Spener

2.5. Gottfried Arnold

2.6. Das Ehepaar Petersen

2.7. Johann Albrecht Bengel

2.8. Friedrich Christoph Oetinger

3. Hauptteil

3.1. Biographie

3.2. Pietistische Vorstellungen

4. Abschlussfragen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Frömmigkeitsbewegung des Pietismus sowie deren spezifische Eschatologie, wobei der Fokus auf der Abgrenzung von der herkömmlichen Angst vor dem Ende hin zu einer hoffnungsvollen Erwartung eines tausendjährigen Reiches auf Erden liegt. Anhand des persönlichen Fallbeispiels der Beate Paulus wird analysiert, wie diese religiösen Vorstellungen das tägliche Leben und Handeln einer bürgerlichen Pietistin konkret beeinflussten.

  • Historischer Abriss des Pietismus und Identifikation zentraler Vertreter
  • Analyse der pietistischen Endzeiterwartung (Chiliasmus)
  • Untersuchung der biographischen Anwendung pietistischer Lehren durch Beate Paulus
  • Kritische Reflexion der Verknüpfung von Alltagsleben und Transzendenz

Auszug aus dem Buch

3.2. Pietistische Vorstellungen

Nachdem nun ein kurzer Abriss ihres Lebens dargestellt wurde, soll nun konkreter und anhand von Textstellen, auf den Pietismus der Beate Paulus eingegangen werden. Wie schon erwähnt, wuchs Beate Paulus in zwei pietistischen Haushalten auf. Ganz besonders interessant ist dabei zu erkennen, in welcher pietistischen Tradition ihr Vater beziehungsweise ihr Großvater standen. Ihr Vater Philipp Matthäus Hahn war Vikar bei Oetinger, ihr Großvater Johann Friedrich Flattich war Schüler Bengels gewesen. Beate Paulus stand also in direkter Tradition zu den wichtigsten Verfechtern des württembergischen Pietismus.

Demnach bedeutete dies für Beate Paulus, wenn sie von der Berechnung Bengels ausging, dass die angekündigte Heilszeit im Jahre 1836 ziemlich unmittelbar bevorstand. Deshalb musste sie sich so würdig und tüchtig erweisen, wie sie nur konnte, um zu den in der Offenbarung erwähnten „Erwählten“ zu gehören, die mit Christus in diesem Reich regieren würden. Die akademische Bildung ihrer Söhne war für sie die Prämisse, um als Auserwählte im Reich Gottes arbeiten zu können. Sie selbst und ihre Töchter sah sie als keine adäquaten Diener im Reich Gottes an, da sie Frauen waren. Nur ihre Söhne, wenn sie einen Universitätsabschluss bekamen, konnten im Dienste des Herrn arbeiten. Aus diesem Grund finden die Töchter in ihren Wochenbüchern auch kaum Erwähnung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Themas und Hinführung zur pietistischen Frömmigkeitsbewegung sowie zur konkreten Fragestellung bezüglich der Eschatologie.

2. Kontext: Historische Einordnung des Pietismus und des Chiliasmus unter Vorstellung bedeutender Vertreter wie Spener, Bengel und Oetinger.

3. Hauptteil: Detaillierte Untersuchung der Biografie von Beate Paulus und der praktischen Anwendung pietistischer Lebensvorstellungen im familiären Alltag.

4. Abschlussfragen: Zusammenfassende Reflexion über die Kontinuität pietistischer Vorstellungen und die Bedeutung der Endzeiterwartung als diesseitige Hoffnung.

Schlüsselwörter

Pietismus, Chiliasmus, Eschatologie, Beate Paulus, Württemberg, Endzeiterwartung, Johann Albrecht Bengel, Philipp Jakob Spener, Friedrich Christoph Oetinger, Wochenbücher, Frömmigkeit, Millennium, radikaler Pietismus, Reform, Religion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der protestantischen Frömmigkeitsbewegung des Pietismus und untersucht, wie die Anhänger dieses Glaubens das nahende Ende der Welt betrachteten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Pietismus, der Chiliasmus bzw. die Endzeiterwartung und die historische Bedeutung bedeutender pietistischer Persönlichkeiten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass der pietistische Chiliasmus keine bloße Angst vor dem Weltuntergang war, sondern eine hoffnungsvolle Erwartung eines besseren, diesseitigen Zeitalters darstellte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein historischer Abriss der Bewegung erstellt und anschließend eine quellenkritische Analyse der Wochenbücher der Beate Paulus durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Biografie von Beate Paulus und der Frage, wie ihre pietistischen Überzeugungen ihre Erziehungsziele und den Konflikt mit ihrem Ehemann prägten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Pietismus, Chiliasmus, Eschatologie, Württemberg, Beate Paulus und die Hoffnung auf ein tausendjähriges Reich.

Warum spielt die Ausbildung der Söhne in Beate Paulus' Wochenbüchern eine so zentrale Rolle?

Die Ausbildung der Söhne war für sie essenziell, da sie diese als notwendige Vorbereitung sah, um als Auserwählte im bevorstehenden Reich Gottes zu dienen.

Wie unterschied sich die pietistische Endzeitvorstellung von der allgemeinen Angst vor dem Weltende?

Während die allgemeine Angst oft durch Naturkatastrophen geschürt wurde, sahen die Pietisten in der Endzeit eine positive "Hoffnung auf bessere Zeiten" und eine notwendige moralische Erneuerung.

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Details

Title
Die Angst vor dem Ende
Subtitle
Pietistischer Chiliasmus
College
Ruhr-University of Bochum  (Historisches Institut)
Grade
2,0
Author
B.A. Alexander Batzke (Author)
Publication Year
2010
Pages
20
Catalog Number
V229821
ISBN (eBook)
9783656456612
ISBN (Book)
9783656457251
Language
German
Tags
Beate Paulus Prämillenarismus Postmillenarismus Spener Bengel Arnold Petersen Luther Martin Luther Millenarismus Endzeitvorstellung Jenseitsvorstellung Apokalypse Offenbarung Johannes Protestantismus Pietisten Frömmelei Tausendjähriges Reich Jüngstes Gericht Das Jüngste Gericht Ego-Dokumente Ego-Dokument Tagebuch Eschatologie Jenseits
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. Alexander Batzke (Author), 2010, Die Angst vor dem Ende, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229821
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