Pippi Langstrumpf. Kritik am stereotypen Frauenbild


Seminararbeit, 2009

14 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Pippi Langstrumpf- Das Buch
1.2 These
1.3. Zielsetzung und Vorgehensweise

2. Die weiblichen Hauptfiguren im Buch
2.1 Pippi Langstrumpf
2.2 Annika Settergren

3. Vergleich der repräsentierten Frauenbilder

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung und Zielsetzung

1.1. Pippi Langstrumpf – Das Buch

In Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf Büchern werden die Abenteuer von Pippi Langstrumpf und ihren Freunden, den Geschwistern Thomas und Annika Settergren erzählt. Die Figur „Pippi Langstrumpf“ entstand 1941. Astrid Lindgrens Tochter Karin lag mit einer Lungenentzündung im Bett und bat sie, etwas über Pippi Langstrumpf zu erzählen, ein Name den sie sich gerade ausgedacht hatte. Die Geschichten der Pippi Langstrumpf, und damit die Person wurde auch im Freundeskreis der Tochter sehr beliebt. So entstanden über die Jahre viele Geschichten über Pippi und die Geschwister Settergren. 1945 schickte Astrid Lindgren ihr Manuskript von Pippi Langstrumpf zu einem Wettbewerb für Mädchenbücher und gewann den ersten Preis.[1]

In dieser phantastischen Erzählung sind vier kinderliterarische Motive verbunden: das Motiv des ,fremden Kindes‘, die Lausbubengeschichte, das Mädchenbuch und die englische Nonsens- Dichtung. Es entsteht ein ,Gegengenre‘, da die literarische Gattungsform durch die parodistische Überzeichnung der Figuren und Handlungen gesprengt wird.[2]

1.2. These

Ein bekanntes Zitat von Astrid Lindgren lautet: „Ich habe mich immer darüber geärgert, wie man Frauen behandelt. Oft hatte man das Gefühl, es gäbe nur ein Geschlecht, die Männer.“[3]

In Interviews über die Entstehungsgeschichte von Pippi Langstrumpf berichtete Astrid Lindgren über die Begeisterung ihrer weiblichen Zuhörer.

Als Karins Schulkameraden zu Besuch kamen, wollten sie nichts anderes als Geschichten von Pippi hören. Es lag sicher daran, dass hier nicht ein Junge, wie gewöhnlich, sondern ein Mädchen so mächtig war.[4]

Astrid Lindgrens Ärger über den Umgang mit Frauen verdeutlicht ihre emanzipierte Haltung. Die Begeisterung der Freundinnen ihrer Tochter für die starke Pippi bestärkt sie in ihrer Annahme, dass sich Mädchen weibliche Helden wünschen. Dies führt zu der These, dass Pippi Langstumpf als Kontrast zur stereotypen Mädchenfigur der damaligen Zeit zu verstehen ist.

1.3. Zielsetzung und Vorgehensweise

Zur Untermauerung dieser These werde ich die beiden weiblichen Hauptfiguren in den Pippi Langstrumpf Büchern gegenüber stellen. Als Grundlage dienen die drei Hauptwerke: Pippi Langstrumpf, Pippi Langstrumpf geht an Bord und Pippi in Taka-Tuka-Land. Nach einer Darstellung der wichtigsten Eigenschaften von Pippi und Annika, erfolgt eine Analyse und ein Vergleich der von ihnen repräsentierten Frauenbilder.

2. Die weiblichen Hauptfiguren im Buch

2.1 Pippi Langstrumpf

Mit vollem Namen heißt die neunjährige Pippi Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf. Die Namensgebung der Protagonistin mit den zahlreichen klangvollen und bedeutungstragenden Beinamen verfestigt den geradezu majestätischen Eindruck und spiegelt sich in ihrem Selbstentwurf als Prinzessin und stärkstem Mädchen der Welt wider. Sie nimmt durch den Vornamen Pippi, was auf schwedisch ,verrückt‘ bedeutet, eine große Handlungsfreiheit für sich in Anspruch.[5]

Pippi ist schon wegen ihrer äußeren Merkmale auffallend: rote Zöpfe, Sommersprossen, breiter Mund, selbstgenähtes Kleid, verschiedene Strümpfe und zu große Schuhe. Außerdem lebt sie zusammen mit dem Affen ,Herr Nilsson‘ und dem Schimmel ,Kleiner Onkel‘ in der verwilderten ,Villa Villekulla‘ am Rande einer schwedischen Kleinstadt. Ihre Lebensweise strahlt auf das von ihr bewohnte Haus ab, das so zu einem Gegenbild der bürgerlichen Villa gestaltet wird und durch seinen Namen Verrücktheit signalisiert. ,Villa‘ klingt im Schwedischen etwas weniger vornehm als im Deutschen, weil die Redewendung att vara åt Villekulla‘ etwas völlig verrücktes zu tun oder zu sagen bezeichnet.[6]

Pippis Herkunft bleibt ungewiss; sie erzählt von einer bewegten Vergangenheit auf hoher See, mit der sie ihre mangelnde Erziehung entschuldigt. Ihre Mutter ist schon lange tot, und ihr Vater, der jahrelang als Piratenkapitän die Weltmeere umsegelte, lebt nach ihren Angaben als ,Negerkönig‘ auf einer Südseeinsel. So fungiert teilweise die traditionell bürgerliche Familie der Settergrens, deren bürgerliche Rituale Pippi jedoch teils unfreiwillig, teils beabsichtigt torpediert. Auch ihre Haustiere lassen sich als eine umgedrehte Familienkonstellation interpretieren, in der Pippi die Funktion der Erzieherin einnimmt.

[...]


[1] Vgl. Schönborn (1995), S. 76f

[2] Vgl. Kümmerling- Meibauer (2004), S.629

[3] Bialek/Weyershausen (2004), S.508

[4] Vgl. Schönborn (1995), S.76

[5] Vgl. Surmatz (2005), S.83

[6] Vgl. ebd., S.82

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Pippi Langstrumpf. Kritik am stereotypen Frauenbild
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
14
Katalognummer
V229910
ISBN (eBook)
9783656453024
ISBN (Buch)
9783656453314
Dateigröße
456 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
pippi, langstrumpf, kritik, frauenbild
Arbeit zitieren
B.A. Viktoria Heitz (Autor:in), 2009, Pippi Langstrumpf. Kritik am stereotypen Frauenbild, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229910

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